Tofacitinib (Xeljanz) bei Colitis ulcerosa

Einleitung

Tofacitinib (Handelsname Xeljanz) ist seit August 2018 für Erwachsene mit einer mittelschweren bis schweren aktiven zugelassen. Der Wirkstoff kommt für Patientinnen und Patienten infrage, bei denen vorherige Therapien nicht ausreichend wirksam waren oder nicht vertragen wurden.

Die ist eine chronische Darmerkrankung, bei der die Schleimhaut des Dickdarms dauerhaft entzündet ist. Dies kann zu blutigem und schleimigem Durchfall, Schmerzen im linken Unterbauch und Fieber führen. Die Erkrankung führt oft zu Gewichtsverlust.

Eine verläuft häufig schubweise: Akute Krankheitsphasen wechseln sich mit beschwerdearmen oder -freien Intervallen ab. Während einer akuten Phase können die Beschwerden so stark sein, dass die Betroffenen in dieser Zeit nicht arbeiten können oder sogar ins Krankhaus müssen.

Die Erkrankung wird gewöhnlich medikamentös behandelt. Wahl und Anzahl der Wirkstoffe hängen vom Schweregrad des Krankheitsschubs ab. Wenn Komplikationen auftreten oder bei besonders schweren Verläufen kommt eine Operation infrage.

Tofacitinib soll die im Dickdarm lindern, indem es einen Eiweißstoff hemmt und so die Ausschüttung verschiedener entzündungsfördernder Botenstoffe verringert.

Anwendung

Eine Tablette enthält 5 oder 10 mg Tofacitinib. In den ersten acht Wochen werden zweimal täglich 10 mg Tofacitinib als Tablette eingenommen. Danach wird der Wirkstoff zweimal täglich mit 5 mg eingesetzt. Die Dosis kann anhand vorheriger Therapien und je nach Therapieerfolg angepasst werden. Wenn Tofacitinib nach 16 Wochen nicht ausreichend wirkt, sollte die Behandlung beendet werden.

Andere Behandlungen

Bei einer mittelschweren bis schweren aktiven werden unterschiedliche Medikamente eingesetzt, um die Symptome zu lindern und die zu hemmen. Waren vorherige konventionelle Therapien nicht mehr ausreichend wirksam oder wurden nicht vertragen, kann die auf biologisch hergestellte Wirkstoffe (Biologika) umgestellt werden. Zu ihnen zählen unter anderem TNF-α-Antagonisten wie Adalimumab, Infliximab oder Golimumab.

Bei Personen, bei denen einer dieser TNF-α-Antagonisten oder ein anderes Biologikum wie einem Integrin-Inhibitor nicht mehr ausreichend wirkt oder nicht vertragen wurde, kann eine Therapieumstellung auf einen anderen TNF-α-Antagonisten oder auf einen anderen Integrin-Inhibitor wie Vedolizumab infrage kommen.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2018 geprüft, ob Tofacitinib für Erwachsene mit einer mittelschweren bis schweren aktiven Vor- oder Nachteile im Vergleich zu den Standardtherapien hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Tofacitinib (Xeljanz).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Tofacitinib (Colitis Ulcerosa) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A18-52. 28.11.2018. (IQWiG-Berichte; Band 683).

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Autoren-Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

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Erstellt am 03. Dezember 2018
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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