Olaparib (Lynparza) bei Eierstockkrebs

Einleitung

Olaparib (Handelsname Lynparza) ist für Frauen mit hochgradigem epithelialem Eierstockkrebs, Eileiterkrebs oder primärem Bauchfellkrebs zugelassen. Es kommt für zwei Personengruppen infrage:

  • Patientinnen, deren Tumor ein verändertes BRCA-Gen und / oder genomische Instabilität aufweist und auf eine Erstbehandlung mit einer platinbasierten anspricht
  • Patientinnen, die einen späten haben und auf eine platinbasierte ansprechen (platinsensitives )

Eierstockkrebs wird durch Veränderungen im Erbgut der Zellen (Mutationen) verursacht. Sie betreffen bei einigen Frauen die Gene BRCA-1 oder BRCA-2, die auch beim Brustkrebs eine Rolle spielen. Die Abkürzung „“ steht für „Breast Cancer Gene“ (englisch für „Brustkrebsgen“). Mit genomischer Instabilität bezeichnet man mögliche Mutationen in den Genen, die die menschlichen Zellen verändern und so zu einem erhöhten Krebsrisiko führen können. Sie nimmt mit dem Alter zu.

Weil anfangs keine oder nur unspezifische Beschwerden auftreten, bleibt Eierstockkrebs häufig lange unbemerkt. Wenn der Krebs dann diagnostiziert wird, ist er meist schon fortgeschritten. Ein fortgeschrittener Eierstockkrebs wird operativ entfernt. Gewöhnlich schließt sich eine platinhaltige an. Kommt es zu einem (), unterscheiden Fachleute zwei Rezidivarten:

  • Platinresistentes (frühes ): Der tritt innerhalb von 6 Monaten nach der auf.
  • Platinsensitives (spätes ): Der tritt 6 Monate oder noch später nach der auf.

Olaparib hemmt verschiedene Eiweißstoffe, die das Krebswachstum beeinflussen.

Anwendung

Olaparib gibt es als Hartkapsel (50 mg Olaparib) und als Tablette in zwei Dosierungen (100 und 150 mg). Kapseln und Tabletten dürfen nicht beliebig ausgetauscht werden.

  • Kapseln: Es werden 2-mal täglich 8 Kapseln eingenommen. Dies entspricht einer Tagesdosis von 800 mg Olaparib.
  • Tabletten: Es werden 2-mal täglich 2 Tabletten mit 150 mg Olaparib eingenommen. Die Tagesdosis entspricht 600 mg Olaparib. Wenn die Dosis verringert werden soll, können geringer dosierte Tabletten mit 100 mg Olaparib verwendet werden.

Andere Behandlungen

Für Frauen mit hochgradigem epithelialem Eierstockkrebs kommt nach der ein abwartendes Beobachten infrage. Das bedeutet: Die Patientin wird weiterhin betreut und neu auftretende Beschwerden werden abgeklärt. Therapieentscheidungen werden gemeinsam mit der Patientin getroffen. Es gibt keine festen Untersuchungsintervalle. Für Frauen, die mit einer platinbasierten in Kombination mit Bevacizumab behandelt werden, kommt zudem eine Fortführung der (Erhaltungstherapie) mit Bevacizumab allein für insgesamt 15 Monate infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2018, 2019 und zuletzt 2021 geprüft, ob Olaparib für Frauen mit fortgeschrittenem, hochgradig epithelialem Eierstockkrebs Vor- oder Nachteile hat.

Dabei ging es um folgende Gruppen von Frauen:

  • Frauen mit hochgradigem epithelialem Eierstockkrebs, die ein platinsensitives haben: Olaparib im Vergleich zu abwartenden Beobachten.
  • Frauen mit fortgeschrittenem, hochgradig epithelialem Eierstockkrebs mit einem veränderten BRCA-Gen, deren Tumor auf eine platinbasierte anspricht: Olaparib im Vergleich zu abwartendem Beobachten.
  • Frauen mit fortgeschrittenem, hochgradig epithelialem Eierstockkrebs mit einem veränderten BRCA-Gen, und / oder genomischer Instabilität, deren Tumor auf eine platinbasierte anspricht: Eine Erhaltungstherapie aus einer Kombination von Olaparib mit Bevacizumab im Vergleich zu einer Erhaltungstherapie nur mit Bevacizumab.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Olaparib (Lynparza) bei Frauen mit hochgradigem epithelialem Eierstockkrebs, mit fortgeschrittenem, hochgradig epithelialem Eierstockkrebs und verändertem BRCA-Gen und / oder genomischer Instabilität.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Olaparib (Ovarialkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A18-36. 31.08.2018. (IQWiG-Berichte; Band 666).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Olaparib (Ovarialkarzinom; Erstlinie Erhaltung) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V . Dossierbewertung; Auftrag A19-56. 11.10.2019. (IQWiG-Berichte; Band 826).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Olaparib (Ovarialkarzinom; Erstlinie Erhaltung in Kombination mit Bevacizumab) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A20-111. 10.03.2021. (IQWiG-Berichte; Band 1072).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Olaparib (Ovarialkarzinom; Erstlinie Erhaltung in Kombination mit Bevacizumab) – Addendum zum Auftrag A20-111; Auftrag A21-55. 12.05.2021. (IQWiG-Berichte; Band 1108).

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Autoren-Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

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Aktualisiert am 04. Juni 2021
Nächste geplante Aktualisierung: 2024

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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