Einleitung
Ivosidenib (Handelsname Tibsovo) ist seit Mai 2023 in Kombination mit Azacitidin für Erwachsene mit einer neu diagnostizierten akuten myeloischen Leukämie (AML), bei denen eine Standardtherapie nicht geeignet ist, zugelassen. Der Wirkstoff kommt nur bei Patientinnen und Patienten mit einer speziellen Genmutation infrage.
Die AML ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems, bei der sich unreife Vorläuferzellen (Blasten) unkontrolliert vermehren und vom Knochenmark ins Blut übertreten. Durch die unkontrollierte Bildung der Blasten wird die normale Blutbildung im Knochenmark unterdrückt. Folge ist ein Mangel an Blutplättchen ( Thrombozyten) sowie roten und weißen Blutzellen ( Erythrozyten und Leukozyten).
Eine AML schreitet, im Gegensatz zu der chronischen Form, schnell voran und verursacht innerhalb weniger Wochen Symptome wie Abgeschlagenheit, Infektanfälligkeit durch ein stark geschwächtes Immunsystem, Blutarmut ( Anämie) und Blutgerinnungsstörungen. Es kommt zu Blutergüssen oder Schleimhautblutungen. Das Risiko, an der akuten Form zu erkranken, steigt mit dem Alter an: Die Patientinnen und Patienten sind meist über 60 Jahre.
Bei manchen Patientinnen und Patienten findet sich in den Krebszellen eine genetische Veränderung (IDH1-R132-Mutation), die zu einer unkontrollierten Vermehrung der Tumorzellen beiträgt.
Ivosidenib soll die Wirkungen der Mutation begrenzen und so das Tumorwachstum aufhalten.