Tezepelumab (Tezspire) bei chronischer Nasennebenhöhlenentzündung mit Nasenpolypen

Einleitung

Tezepelumab (Handelsname Tezspire) ist seit Oktober 2025 für Erwachsene mit schwerer chronischer Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis) mit Nasenpolypen zugelassen. Der Wirkstoff wird als zusätzliche zusammen mit Kortison-Nasensprays eingesetzt. Er kommt für Patientinnen und Patienten infrage, bei denen die Einnahme von Kortisontabletten oder ein operativer Eingriff nicht ausreichend geholfen haben.

Bei einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung sind die Nasenschleimhaut und die Nasennebenhöhlen durch eine entzündet. Typische Beschwerden sind eine verstopfte und laufende Nase, ein verminderter Geruchssinn und Schmerzen, insbesondere im Bereich der Nebenhöhlen. Bei manchen Betroffenen treten auch Fieber und Kopfschmerzen auf.

Normalerweise heilt eine akute Rhinosinusitis nach 1 bis 2 Wochen von allein aus. Hält sie länger als drei Monate an, spricht man von einer chronischen .

Bei einer chronischen Rhinosinusitis bilden sich manchmal auch . Das sind gutartige Wucherungen der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen. Sie blockieren die Belüftung der Nasennebenhöhlen zusätzlich und begünstigen dadurch die Ansiedlung von Krankheitserregern.

Tezepelumab soll als Langzeittherapie die Entzündung der Schleimhaut und hierdurch das Wachstum der Nasenpolypen verringern, indem es einen entzündungsfördernden hemmt.

Anwendung

Der Wirkstoff ist als Fertigspritze oder -pen verfügbar. Er wird alle vier Wochen in einer Dosierung von 210 mg unter die Haut gespritzt. Mindestens einmal im Jahr sollte über die Fortführung der entschieden werden.

Andere Behandlungen

Personen mit einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung mit Nasenpolypen, denen mit Kortisontabletten oder einem operativen Eingriff nicht ausreichend geholfen werden kann, erhalten als Standardtherapie:

  • Dupilumab,
  • Omalizumab oder
  • Mepolizumab

in Kombination mit einem Kortison-Nasenspray mit den Wirkstoffen Budesonid oder Mometasonfuroat. Die Behandlung kann mit Maßnahmen wie Nasenspülungen unterstützt werden. Auch oder Kortisontabletten können bei starken Krankheitsschüben kurzzeitig eingesetzt werden.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2026 geprüft, ob Tezepelumab als zusätzliche für Erwachsene mit schwerer chronischer Rhinosinusitis und Nasenpolypen im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller einen vor. Die Resultate solch indirekter Vergleiche sind grundsätzlich weniger aussagekräftig als ein . In diesem Fall wurde in einer Studie Tezepelumab mit einem verglichen. In der anderen Studie wurde Mepolizumab mit einem verglichen. Alle Patientinnen und Patienten erhielten zusätzlich eine mit Kortison-Nasenspray. Die Daten waren aber für eine Aussage über die Vor- und Nachteile von Tezepelumab im Vergleich zu Mepolizumab nicht geeignet.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse des Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Tezepelumab (Tezspire).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Tezepelumab (chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Projekt A25-145. 11.02.2026. (IQWiG-Berichte; Band 2190); DOI: 10.60584/A25-145.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

Seite kommentieren

Was möchten Sie uns mitteilen?

Wir freuen uns über jede Rückmeldung entweder über das Formular oder über gi-kontakt@iqwig.de. Ihre Bewertungen und Kommentare werden von uns ausgewertet, aber nicht veröffentlicht. Ihre Angaben werden von uns vertraulich behandelt.

Bitte beachten Sie, dass wir Sie nicht persönlich beraten können. Wir haben Hinweise zu Beratungsangeboten für Sie zusammengestellt.

Über diese Seite

Erstellt am 17. Februar 2026

Nächste geplante Aktualisierung: 2029

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

So halten wir Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren Newsletter oder Newsfeed. Auf YouTube finden Sie unsere wachsende Videosammlung.