Tislelizumab (Tevimbra) bei Nasenrachenkrebs

Einleitung

Tislelizumab (Handelsname Tevimbra) ist seit Mai 2025 als Behandlung für Erwachsene mit Nasenrachenkrebs, der nach einer wieder aufgetreten ist und für den eine Operation oder nicht infrage kommen, zugelassen. Der Wirkstoff kann zudem als Ersttherapie eingesetzt werden, wenn der Krebs Metastasen gebildet hat. In beiden Situationen wird Tislelizumab mit Gemcitabin und Cisplatin kombiniert.

Nasenrachenkrebs, auch Nasopharynxkarzinom oder Epipharynxkarzinom genannt, ist eine seltene Krebserkrankung des Nasen-Rachen-Raums. Er entwickelt sich fast immer aus den Plattenepithelzellen, die die Oberfläche der Schleimhaut in diesem Bereich bilden.

Nasopharynxkarzinome bleiben meist lange ohne Symptome und werden häufig erst diagnostiziert, wenn sie eine gewisse Größe erreicht und am Hals bereits Lymphknotenmetastasen gebildet haben. In dieser Situation ist eine Heilung meistens nicht mehr zu erwarten. Die Behandlung zielt dann darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen und trotz der Erkrankung so lange wie möglich eine gute Lebensqualität zu erhalten.

Tislelizumab soll das Immunsystem aktivieren, den Krebs zu bekämpfen.

Anwendung

Tislelizumab wird als entweder alle 3 Wochen mit 200 mg oder alle 6 Wochen mit 400 mg gegeben. Treten zu starke Nebenwirkungen auf oder schreitet der Krebs fort, wird die beendet.

Andere Behandlungen

Für Erwachsene mit Nasenrachenkrebs kommt Cisplatin in Kombination mit Gemcitabin infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2025 geprüft, ob Tislelizumab für Erwachsene mit Nasenrachenkrebs im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.

Der Hersteller legte hierzu eine Studie mit 263 Patientinnen und Patienten vor. Bei den untersuchten Personen war der Krebs nach einer wieder aufgetreten und eine Operation oder kamen nicht infrage. Zudem wurden auch Patientinnen und Patienten eingeschlossen, die noch nicht behandelt wurden und bei denen der Krebs bereits gebildet hatte. Die eine Hälfte wurde mit Tislelizumab behandelt, die andere Gruppe erhielt ein . Alle Teilnehmenden wurden zudem mit Gemcitabin und Cisplatin behandelt. Sie waren zu Beginn der Studie in einem guten Allgemeinzustand und wurden im Mittel () etwa 3 Jahre und 5 Monate beobachtet. Es zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Tislelizumab?

Sprachprobleme: Bei diesen Krankheitsbeschwerden deutet die Studie auf einen Vorteil für Tislelizumab für Patientinnen und Patienten mit Lebermetastasen hin. Sie traten bei diesen Personen bei 7 von 100 Teilnehmenden auf. Ohne Tislelizumab war das bei 25 von 100 Personen der Fall.

Bei den Personen ohne Lebermetastasen gab es keinen Unterschied.

Welche Nachteile hat Tislelizumab?

Immunvermittelte schwere Nebenwirkungen: Bei diesen schweren Nebenwirkungen, bei denen das eigene als Folge der den eigenen Körper angreift, deutet die Studie auf einen Nachteil von Tislelizumab hin. Mit Tislelizumab traten sie bei 5 von 100 Personen auf. Ohne Tislelizumab traten sie bei 1 von 100 Personen auf.

Starke Erschöpfung (): Hier deutet die Studie auf einen Nachteil von Tislelizumab für Personen ab 65 Jahren hin. Alle Personen mit Tislelizumab fühlten sich stark erschöpft. Ohne Tislelizumab war das bei 75 von 100 Personen der Fall.

Für die Personen bis 65 Jahre zeigte sich kein Unterschied.

Krankheitsgefühl und Fieber: Bei Krankheitsgefühl und Fieber deutet die Studie auf einen Nachteil für Tislelizumab und Personen ohne Lebermetastasen hin.

Für Personen mit Lebermetastasen zeigte sich kein Unterschied.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Lebenserwartung: Hier gab es keinen Unterschied. 42 bis 49 von 100 Personen waren in der Studienzeit gestorben.

Schwere Nebenwirkungen: Auch hier gab es keinen Unterschied, bei 85 von 100 Patientinnen und Patienten traten schwere Nebenwirkungen auf.

Gesundheitsbezogene Lebensqualität: Bei keinem Aspekt der Lebensqualität wie beispielsweise emotionale, kognitive oder physische Funktion sowie Problemen beim Essen in der Öffentlichkeit oder mit sozialen Kontakten zeigte sich ein Unterschied.

Zudem zeigte sich kein Unterschied bei:

  • Übelkeit und Erbrechen, Appetitverlust, Verstopfung und Durchfall
  • Schmerzen
  • Atemnot
  • Schlaflosigkeit
  • Schmerzen
  • Schluckstörungen
  • Gefühlsstörungen
  • Zahnproblemen, Problemen beim Mundöffnen und Mundtrockenheit
  • Husten
  • Ernährungssonde
  • Therapieabbrüchen wegen Nebenwirkungen

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse des Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Tislelizumab (Tevimbra).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Tislelizumab (Nasopharynxkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Projekt A25-119. 22.12.2025. (IQWiG-Berichte; Band 2161); DOI: 10.60584/A25-119.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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Über diese Seite

Erstellt am 06. Januar 2026

Nächste geplante Aktualisierung: 2029

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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