Niraparib / Abirateron (Akeega) bei fortgeschrittenem Prostatakrebs

Einleitung

Die Fixkombination Niraparib / Abirateron (Handelsname Akeega) ist seit April 2023 in Kombination mit Prednison oder Prednisolon für Männer mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakrebs mit BRCA1- oder BRCA2-Mutation zugelassen. Die Kombination wird eingesetzt, wenn keine infrage kommt. Seit März 2026 kann die Kombination auch bei Männern mit metastasiertem hormonsensitiven Prostatakrebs mit BRCA1- oder BRCA2-Mutation zusätzlich zur Hormonblockade eingesetzt werden.

Bei Prostatakrebs benötigen die Krebszellen vor allem männliche Geschlechtshormone, um zu wachsen, dies wird hormonsensitiv genannt. Das wichtigste Hormon ist Testosteron. Die Blockade der Testosteronproduktion in den Hoden ist eine Möglichkeit, um das Fortschreiten eines Prostatakrebses zu verlangsamen. Wenn der Krebs trotz dieser Hormonblockade weiterwächst, sprechen Fachleute von einem „hormonrefraktären“ oder auch „kastrationsresistenten“ Prostatakarzinom. Bei metastasiertem Prostatakrebs haben sich bereits Tumor-Absiedlungen in anderen Körperbereichen gebildet, sodass eine Heilung nicht mehr möglich ist.

Prostatakrebs kann durch Veränderungen im Erbgut der Zellen (Mutationen) verursacht werden. Sie betreffen bei einigen Männern die Gene BRCA-1 oder BRCA-2. Die Abkürzung „“ steht für „Breast Cancer Gene“ (englisch für „Brustkrebsgen“). Männer mit verändertem BRCA-Gen erkranken häufiger und auch in jüngeren Jahren an Krebs als Männer ohne diese Genveränderung.

Niraparib und Abirateron hemmen verschiedene Eiweiße, die das Krebswachstum beeinflussen.

Anwendung

Niraparib / Abirateron gibt es als Tablette in 2 Dosierungen: 50 mg Niraparib / 446 mg Abirateron und 100 mg Niraparib / 446 mg Abirateron. Es wird mit der höheren Dosis mit 2 Tabletten täglich begonnen. Sie werden auf nüchternen Magen, mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit eingenommen. Bei starken Nebenwirkungen kann die Dosis reduziert werden. Bei zu starken Nebenwirkungen oder wenn der Krebs fortschreitet, wird die Behandlung beendet.

Andere Behandlungen

Für Männer mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakrebs kommt in Kombination eine patientenindividuelle infrage. Hierbei können, je nach vorheriger , Zulassung der Arzneimittel und Art des Tumors die Wirkstoffe Abirateron oder Olaparib mit Abirateron mit jeweils Prednison oder Prednisolon, Olaparib allein oder Enzalutamid eingesetzt werden.

Für Männer mit metastasiertem hormonsensitiven Prostatakrebs kommen je nach Krankheitsstadium zusätzlich zur Hormonblockade Apalutamid, Enzalutamid, Abirateron mit Prednison oder Prednisolon oder Darolutamid mit Docetaxel infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2024 geprüft, ob Niraparib / Abirateron für Männer mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakrebs mit BRCA1- oder BRCA2-Mutation im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat. 2026 folgte die Bewertung für Niraparib / Abirateron in Kombination mit einer Hormonblockade für Männer mit metastasiertem hormonsensitiven Prostatakrebs mit BRCA1- oder BRCA2-Mutation. Es zeigten sich folgende Ergebnisse:

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Niraparib / Abirateron (Akeega) ohne Hormonblockade und mit Hormonblockade.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Niraparib/Abirateronacetat (Prostatakarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A23-107. 09.02.2023. (IQWiG-Berichte; Band 1719). DOI: 10.60584/A23-107.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Niraparib/Abirateronacetat (Prostatakarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A26-31. 23.07.2026. (IQWiG-Berichte; Band 2262). DOI: 10.60584/A26-31_V1.1

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Über diese Seite

Aktualisiert am 28. Juli 2026

Nächste geplante Aktualisierung: 2029

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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