Lenvatinib (Kisplyx) mit Pembrolizumab (Keytruda) bei fortgeschrittenem Nierenzellkrebs

Einleitung

Lenvatinib (Handelsname Kisplyx) ist in Kombination mit Pembrolizumab (Keytruda) seit November 2021 in Deutschland zur Erstbehandlung Erwachsener mit fortgeschrittenem Nierenzellkrebs zugelassen.

Nierenzellkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Niere. Meist bleibt er lange unentdeckt, da Beschwerden erst bei fortgeschrittenen Tumoren auftreten. Symptome können bis in den Rücken ausstrahlende Schmerzen in der Nierengegend oder Blut im Urin sein. Ein Nierenzellkrebs kann in seinem Wachstum bereits so weit fortgeschritten sein oder in anderen Organen gebildet haben, dass er durch eine Operation nicht mehr geheilt werden kann.

Für die Wahl der Behandlung schätzen Ärztinnen und Ärzte ab, wie schnell ein Nierenzellkrebs vermutlich fortschreitet. Diese beruht darauf, welche Risikofaktoren bereits vorhanden sind, wie zum Beispiel eine , ein erhöhter Kalziumspiegel, eine erhöhte Anzahl bestimmter Blutzellen. Eine Rolle spielt zudem, ob der Krebs schon das Alltagsleben beeinträchtigt. Je mehr Faktoren zutreffen, desto ungünstiger ist die .

Die Wirkstoffe sollen in Kombination das Tumorwachstum auf unterschiedliche Weise hemmen: Lenvatinib soll ein Protein im Tumorgewebe blockieren und Pembrolizumab soll die Aktivität des Immunsystems fördern.

Anwendung

Lenvatinib ist in zwei Dosierungen (4 und 10 mg) als Kapsel verfügbar. Die empfohlene Dosis von Lenvatinib beträgt 20 mg (zwei 10-mg-Kapseln) einmal täglich. Treten sehr starke Nebenwirkungen auf, kann die Dosis gegebenenfalls reduziert werden.

Pembrolizumab wird alle drei Wochen als gegeben. Die Dosis beträgt entweder 200 mg alle 3 Wochen oder 400 mg alle 6 Wochen. Die dauert etwa 30 Minuten.

Beide Therapien werden beendet, wenn die Erkrankung trotzdem fortschreitet oder zu starke Nebenwirkungen auftreten.

Andere Behandlungen

Für Personen kommen je nach Krankheitsstadium und Risikoprognose unterschiedliche Wirkstoffe wie Pembrolizumab in Kombination mit Axitinib, sowie Avelumab mit Axitinib oder Nivolumab mit Ipilimumab infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2022 geprüft, ob die Kombination Lenvatinib plus Pembrolizumab als Ersttherapie für Personen mit fortgeschrittenem Nierenzellkrebs im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Lenvatinib (Kisplyx) und Pembrolizumab (Keytruda).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Lenvatinib (Nierenzellkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A21-160. 05.04.2022. (IQWiG-Berichte; Band 1327).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Pembrolizumab (Nierenzellkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A21-163. 05.04.2022. (IQWiG-Berichte; Band 1326).

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

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Erstellt am 11. Mai 2022
Nächste geplante Aktualisierung: 2025

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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