Sotrovimab (Xevudy) bei Covid-19 (Coronavirus-Krankheit)

Einleitung

Sotrovimab (Handelsname Xevudy) ist seit Dezember 2021 für Personen mit Covid-19 ab 12 Jahren und mindestens 40 kg Körpergewicht zugelassen. Es kommt infrage für Personen mit einem Risiko für einen schweren Verlauf, bevor eine Sauerstoffgabe nötig ist.

SARS-CoV-2 (severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2) ist ein neuartiges , das Anfang 2020 als Auslöser von Covid-19 identifiziert wurde. Hauptübertragungsweg ist die Aufnahme virushaltiger Partikel, die beim Atmen, Husten, Sprechen, Singen und Niesen entstehen. Je nach Virusvariante können bei Covid-19 Symptome wie Kopfschmerzen, Husten, Fieber, Schnupfen sowie Geruchs- und Geschmacksverlust auftreten. Beschwerden und Krankheitsverlauf können sehr unterschiedlich sein: Dabei reicht die Spanne von symptomfreier bis zu schwerem Verlauf mit lebensbedrohlichem Lungenversagen.

Sotrovimab ist ein sogenannter monoklonaler . Er heftet sich an das an und soll dessen Vermehrung verhindern.

Anwendung

Der Wirkstoff wird einmalig in einer Dosierung von 500 mg als verabreicht. Sotrovimab wird in einer medizinischen Einrichtung (gegebenenfalls ) gegeben, sodass die behandelte Person während und mindestens eine Stunde nach der beobachtet werden kann, falls es zu allergischen Beschwerden kommt.

Die sollte innerhalb von 5 Tagen nach Symptombeginn begonnen werden.

Andere Behandlungen

Für Personen mit Risiko für einen schweren Verlauf kommt, je nach Beschwerden und Krankheitsverlauf, eine durch eine Ärztin oder einen Arzt individuell angepasste infrage. Diese umfasst beispielsweise Medikamente wie:

  • Dexamethason
  • Thromboseprophylaxe
  • antivirale Medikamente

und auch nicht medikamentöse Behandlungen wie:

  • Sauerstoffgabe
  • Beatmung
  • Flüssigkeitstherapie

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2022 geprüft, ob Sotrovimab für an Covid-19 erkrankte Personen mit Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf Vor- oder Nachteile hat.

Der Hersteller legte zu der Fragestellung eine Studie mit 1057 erwachsenen Teilnehmenden vor. Alle erhielten eine individuell angepasste . Eine Gruppe erhielt zusätzlich Sotrovimab, die andere ein . Beschwerden konnten in der Studie mit entzündungs- und schmerzhemmenden Medikamenten behandelt werden. Keine der teilnehmenden Personen war gegen Covid-19 geimpft. Die Erwachsenen wurden bis zu einem halben Jahr beobachtet.

Es zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Sotrovimab?

Lebenserwartung: Hier deutet die Studie nach 3 Monaten auf einen Vorteil von Sotrovimab hin. In der Gruppe mit Sotrovimab war niemand gestorben. Ohne Sotrovimab verstarb etwa 1 von 100 Personen.

Entwicklung eines schweren COVID-19-Verlaufs: Auch hier deutet die Studie auf einen Vorteil für Sotrovimab hin. Mit Sotrovimab entwickelte sich innerhalb eines Monats bei etwa 1 von 100 Personen ein schwerer Verlauf. Ohne Sotrovimab war das bei 5 von 100 Personen der Fall.

Aufnahme auf eine Intensivstation: Auch hier deutet die Studie auf einen Vorteil für Sotrovimab hin.

Welche Nachteile hat Sotrovimab?

Es zeigten sich keine Nachteile von Sotrovimab.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Krankenhausaufenthalte aufgrund von nicht respiratorischen COVID-19 Symptomen: Hier zeigt sich kein Unterschied: Etwa 1 von 100 Personen in beiden Gruppen kamen aufgrund von Beschwerden in ein Krankenhaus. Bei den Beschwerden handelte es sich nicht um Atemwegsbeschwerden.

Schwere Nebenwirkungen: Bei den schweren Nebenwirkungen gab es ebenfalls keinen Unterschied. Bei 2 bis 3 von 100 Personen traten schwere Nebenwirkungen auf.

Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen: Keine Person brach die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab.

Welche Fragen sind noch offen?

Zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität legte der Hersteller keine verwertbaren Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Sotrovimab (Xevudy).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Sotrovimab (COVID-19) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A22-56. 11.08.2022. (IQWiG-Berichte; Band 1404).

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

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Erstellt am 22. August 2022
Nächste geplante Aktualisierung: 2025

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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