Bulevirtid (Hepcludex) bei chronischer Hepatitis D-Infektion

Einleitung

Bulevirtid (Handelsname Hepcludex) ist seit Juli 2020 für Personen mit D und kompensierter Zirrhose ab 3 Jahren (ab 10 kg) zugelassen.

ist der medizinische Fachbegriff für eine der Leber. Es gibt verschiedene Hepatitis-Viren, die mit unterschiedlichen Buchstaben bezeichnet werden: A bis E und G. Das D (Delta, HDV) ist allein nicht funktionstüchtig. Um sich vermehren zu können, benötigt es das Hepatitis-B-Virus. D wird hauptsächlich über Blut übertragen und ist das aggressivste bekannte Hepatitis-Virus. Es führt meist schnell zu einer dauerhaften (chronischen) der Leber (Zirrhose).

Solange die Leberfunktion durch die Zirrhose noch nicht merklich eingeschränkt ist, spricht man von einer kompensierten Zirrhose. Zeichen einer fortgeschrittenen (dekompensierten) Zirrhose können Wasseransammlungen im Bauchraum, Störungen der und neurologisch-psychiatrische Beschwerden bis hin zum Koma sein. Zudem steigt das Risiko für Leberkrebs. Ist die Erkrankung weit fortgeschrittenen, brauchen Patientinnen und Patienten eine Lebertransplantation.

Bulevirtid soll die Vermehrung der Viren stoppen.

Anwendung

Der Wirkstoff wird einmal täglich in den Bauch oder Oberschenkel unter die Haut gespritzt und folgendermaßen dosiert:

  • Bei Erwachsenen: 2 mg.
  • Bei Kindern und Jugendlichen: mit einem Körpergewicht von 10 bis 25 kg 1 mg, 25 kg bis 35 kg 1,5 mg und ab 35 kg werden 2 mg gespritzt.

Nach fachlicher Einweisung können sich die Patientinnen und Patienten selbst spritzen.

Andere Behandlungen

Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit D kommt eine bestmögliche, unterstützende Behandlung () infrage. Eine unterstützende Behandlung soll sich individuell an der Patientin oder dem Patienten orientieren, Beschwerden lindern und die Lebensqualität verbessern.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2025 geprüft, ob Bulevirtid für Personen ab 3 Jahre und kompensierter Zirrhose im Vergleich zu der unterstützenden Behandlung Vor- oder Nachteile hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller nur Daten für Erwachsene vor. In der Studie wurden 100 Erwachsene untersucht. Die eine Hälfte wurde mit Bulevirtid behandelt, die andere Gruppe nicht. Sie wurden 11 Monate untersucht. Es zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Bulevirtid?

Psychische Lebensqualität: Hier deuten die Daten auf einen Vorteil für die Patientinnen und Patienten ohne Zirrhose zu Beginn der Studie hin: Mit Bulevirtid gaben 42 Prozent an, dass sich ihre psychische Lebensqualität verbessert hätte. Ohne Bulevirtid gaben dies 7 Prozent an.

Für Personen mit Zirrhose zu Studienbeginn gab es keinen Unterschied.

Welche Nachteile hat Bulevirtid?

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort: Hier deutet die Studie auf einen Nachteil von Bulevirtid hin. Mit Bulevirtid traten diese Nebenwirkungen bei 31 Prozent auf. Ohne Bulevirtid war das bei 4 Prozent der Fall. Unter anderem gehörten dazu starke Erschöpfung (), injektionsbedingte Nebenwirkungen sowie Erkältungen.

Erkrankungen des Nervensystems: Auch hier deutet die Studie auf einen Nachteil von Bulevirtid hin. Mit Bulevirtid traten diese Nebenwirkungen bei 22 Prozent auf. Ohne Bulevirtid war das bei keiner Person der Fall.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Lebenserwartung: In der Studie war keine Person gestorben.

Schwere Nebenwirkungen insgesamt: Hier gab es keinen Unterschied. Bei 2 bis 4 Prozent traten schwere Nebenwirkungen auf.

Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen: Keine Person brach die wegen Nebenwirkungen ab.

Es zeigte sich auch kein Unterschied bei:

  • starken Erschöpfung ()
  • Leberbeschwerden
  • Gesundheitszustand
  • körperlicher gesundheitsbezogener Lebensqualität
  • positivem Wohlbefinden
  • gesundheitlichen Problemen
  • gesundheitlichen Problemen und Einschränkungen aufgrund der

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse des Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Bulevirtid (Hepcludex).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Bulevirtid (chronische Hepatitis D) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Projekt A25-113. 27.11.2025. (IQWiG-Berichte; Band 2142); DOI: 10.60584/A25-113.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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Über diese Seite

Erstellt am 09. Februar 2026

Nächste geplante Aktualisierung: 2029

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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