Einleitung
Selpercatinib (Handelsname Retsevmo) ist seit September 2022 bei Personen ab 12 Jahren mit fortgeschrittenem medullären RET-mutiertem Schilddrüsenkrebs als Ersttherapie zugelassen. Seit Februar 2024 kann er auch bei Personen ab 12 Jahren mit fortgeschrittenem RET-Fusions-positiven Schilddrüsenkrebs eingesetzt werden, wenn eine Radiojodtherapie nicht infrage kommt oder der Krebs trotz einer Therapie fortschreitet.
Wenn ein bösartiger Tumor der Schilddrüse entdeckt wird, werden der Tumor oder die gesamte Schilddrüse operativ entfernt. Manchmal ist eine Operation jedoch nicht mehr möglich, wenn der Tumor schon zu groß ist oder sich bereits Metastasen gebildet haben. Dann spricht man von fortgeschrittenem Krebs.
Schilddrüsenkrebs kann aus verschiedenen Schilddrüsenzellen hervorgehen. Aus den C-Zellen der Schilddrüse entsteht beispielsweise ein medullärer Tumor. Bei manchen Krebsarten gibt es eine Veränderung im sogenannten Rearranged During Transfection(RET)-Gen, die zu einer dauerhaften Aktivierung des Enzyms Tyrosinkinase RET führt. Liegt eine Verschmelzung von zwei Genen vor, wird dies RET-Fusions-positiver Krebs genannt. Bei RET-mutiertem Schilddrüsenkrebs gibt es eine Mutation im RET-Gen. Beide Veränderungen der Tyrosinkinase RET können zu unkontrolliertem Wachstum der Zellen führen.
Selpercatinib soll die Tyrosinkinase RET hemmen und so das Tumorwachstum begrenzen.