Einleitung

Ixekizumab (Handelsname Taltz) ist seit Oktober 2016 zur systemischen Therapie für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen.

Psoriasis ist eine entzündliche, nicht ansteckende Hautkrankheit. Sie macht sich meist durch scharf abgegrenzte rote Flecken (medizinisch „Plaques“ genannt), eine schuppige Haut und häufig auch Juckreiz bemerkbar. Eine Schuppenflechte verläuft in Schüben: Das Hautbild kann sich spontan verbessern, aber auch plötzlich schlechter werden. Sie ist eine chronische Erkrankung und bisher nicht heilbar.

Eine Psoriasis wird gewöhnlich äußerlich behandelt, beispielsweise mit Cremes oder Salben. Bei schweren Verläufen kommt eine Phototherapie infrage. Außerdem gibt es Arzneimittel zum Einnehmen oder Spritzen, die auf verschiedene Weise den Entzündungsprozess verlangsamen oder stoppen sollen. Diese Form der Behandlung nennt man systemische Therapie.

Ixekizumab soll die Entzündungsreaktion der Haut verringern, indem es einen Eiweißstoff hemmt und so die Ausschüttung verschiedener entzündungsfördernder Botenstoffe verringert.

Anwendung

Ixekizumab gibt es als Fertigpen in einer Dosierung von 80 mg.

In der ersten Woche wird der Wirkstoff einmalig in einer Dosierung von 160 mg unter die Haut gespritzt. In den darauffolgenden 12 Wochen wird Ixekizumab jede zweite Woche in einer Dosierung von 80 mg angewendet. Danach kommt der Wirkstoff einmal monatlich (80 mg) zum Einsatz. Patientinnen und Patienten können sich nach ärztlicher Einweisung auch selbst spritzen. Der Erfolg der Behandlung sollte regelmäßig überprüft werden. Zeigt sich nach 16 bis 20 Wochen keine Besserung, wird in der Regel empfohlen, die Therapie zu beenden.

Andere Behandlungen

Für Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, bei denen eine systemische Therapie infrage kommt, stehen außer einer Phototherapie die Wirkstoffe Fumarsäureester, Ciclosporin oder Methotrexat zur Verfügung.

Für Patientinnen und Patienten, bei denen eine systemische Therapie mit den genannten Wirkstoffen erfolglos war oder nicht geeignet ist, kommt eine Behandlung mit einem Tumor-Nekrose-Faktor (TNF)-α-Antagonisten (Adalimumab oder Infliximab) oder dem Wirkstoff Ustekinumab infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2017 für folgende Gruppen geprüft, welche Vor- und Nachteile Ixekizumab im Vergleich zu den bewährten Standardtherapien hat.

  • Erwachsene mit einer mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie infrage kommen: Für diese Patientengruppe legte der Hersteller keine geeigneten Daten vor. Die Frage, welche Vor- und Nachteile Ixekizumab für diese Personen gegenüber den bisherigen Standardtherapien hat, kann daher nicht beantwortet werden.
  • Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, bei denen eine systemische Therapie keinen ausreichenden Erfolg hatte oder nicht infrage kommt: Für diesen Vergleich legte der Hersteller die Daten von 302 Patientinnen und Patienten vor, von denen 136 Personen eine Therapie mit Ixekizumab erhielten und 166 Personen mit Ustekinumab behandelt wurden. Für diese Patientengruppe zeigten sich folgende Vor- und Nachteile:

Welche Vorteile hat Ixekizumab?

  • Vollständiger Rückgang der Psoriasis: Die Studie weist auf einen Vorteil von Ixekizumab hin. Knapp 49 von 100 Personen, die Ixekizumab anwendeten, waren im Laufe der 24-wöchigen Behandlung beschwerdefrei. Bei einer Behandlung mit Ustekinumab war dies nur bei knapp 24 von 100 Personen der Fall.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität: Auch hier gibt die Studie einen Hinweis auf einen Vorteil der neuen Therapie: 66 von 100 Patientinnen und Patienten mit Ixekizumab gaben an, dass sich ihre Lebensqualität verbessert hätte, mit der Standardtherapie war dies nur bei 53 von 100 Personen der Fall.

Welche Nachteile hat Ixekizumab?

  • Beschwerden durch die Injektionen: Bei diesen Nebenwirkungen weist die Studie auf einen Nachteil von Ixekizumab hin. Bei der Injektion mit Ixekizumab traten bei etwa 19 von 100 Personen Nebenwirkungen auf. Nach Injektion von Ustekinumab war dies bei 3 von 100 Personen der Fall. Typische Beschwerden sind beispielsweise Schmerzen oder Hautrötung an der Einstichstelle.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Juckreiz und Hautschmerz: Bei diesen Beschwerden konnte kein Unterschied nachgewiesen werden.
  • Allgemeiner Gesundheitszustand: Auch hier zeigte sich kein Unterschied zwischen den Therapien.
  • Schwere Nebenwirkungen: Schwere Nebenwirkungen traten bei beiden Therapien vergleichbar häufig auf. In beiden Gruppen waren etwa 2 bis 3 von 100 Personen betroffen.
  • Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen: Hier zeigte sich ebenfalls kein Unterschied. In beiden Gruppen brachen je ein bis 2 von 100 Personen die Therapie ab.
  • Anfälligkeit für Infektionen: Auch bei diesen Nebenwirkungen ließ sich kein Unterschied zwischen den Behandlungen nachweisen.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Ixekizumab (Taltz).

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Auf der IQWiG-Plattform „ThemenCheck Medizin“ können Bürgerinnen und Bürger Forschungsfragen stellen. Fachleute werten dann das Wissen zu ausgewählten Themen aus. Die Ergebnisse sollen in künftige Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung einfließen.

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