Verengte Halsschlagader (Karotis-Stenose)

Auf einen Blick

  • Eine verengte Halsschlagader erhöht das Risiko für Schlaganfälle.
  • Ursache sind Ablagerungen in der Gefäßwand.
  • Man kann selbst viel für die Gesundheit der Gefäße tun: auf sein Gewicht achten, nicht rauchen, sich ausreichend bewegen und die Ernährung anpassen.
  • Mit Medikamenten lässt sich das Risiko für Folgeerkrankungen senken.
  • Die Gefäßablagerungen können zusätzlich operativ entfernt oder mit einer Gefäßstütze (Stent) behandelt werden. Ob dies sinnvoll ist, hängt von der persönlichen Situation ab.

Einleitung

Foto einer Ultraschalluntersuchung bei einer Patientin

Die Halsschlagadern sind die größten Arterien, die das Gehirn mit Blut versorgen. Im Laufe des Lebens können sich in ihren Gefäßwänden Ablagerungen bilden. Das nennt man Arteriosklerose oder umgangssprachlich Gefäßverkalkung. Die Halsschlagadern werden dadurch enger.

Ist eine Halsschlagader um mehr als 50 % verengt, steigt das Risiko für Folgeprobleme. Der Fachbegriff für eine verengte Halsschlagader ist Karotis-Stenose (von Karotis = Halsschlagader und Stenose = Verengung). Sie kann verschiedene Folgen haben: Diese reichen von vorübergehenden Sehstörungen bis zum Schlaganfall. Die Verengung kann unbemerkt bleiben und durch Zufall entdeckt werden – oder durch Symptome auffallen.

Durch Medikamente und einen gesünderen Lebensstil lässt sich das Risiko für einen und andere Folgeerkrankungen senken. Diese Basis-Behandlung wird allen Menschen mit einer Karotis-Stenose empfohlen. Manchmal kommt auch ein Eingriff infrage, um die Gefäßablagerungen zu entfernen oder mit einer Gefäßstütze (Stent) zu behandeln. Weil damit Risiken verbunden sind, lohnt es sich, die Vor- und Nachteile eines Eingriffs gut abzuwägen.

Symptome

Es ist wichtig, zwischen symptomfreien (asymptomatischen) und symptomatischen Karotis-Stenosen zu unterscheiden: Dies spielt eine wichtige Rolle bei der Abschätzung des Schlaganfall-Risikos. Auch die Entscheidung für oder gegen einen Eingriff und dessen Dringlichkeit hängt maßgeblich davon ab. Je stärker die Halsschlagader verengt ist, desto wahrscheinlicher führt sie zu Folgeerkrankungen.

Symptomatische Karotis-Stenose

Von einer symptomatischen Karotis-Stenose sprechen Fachleute, wenn in den sechs Monaten vor der Symptome aufgetreten sind, die auf eine verengte Halsschlagader zurückgeführt werden können. Mögliche Symptome sind:

  • Sehstörungen auf einem Auge: Sie reichen von einer vorübergehenden Sehschwäche bis zu einer anhaltenden Erblindung.
  • Symptome eines Schlaganfalls: Dazu gehören zum Beispiel plötzlich auftretende Schwäche, Sprachstörungen, Taubheitsgefühle, Lähmungserscheinungen und Gangunsicherheit.

Manchmal verschwinden Schlaganfall-Symptome nach einigen Stunden von selbst wieder. Das passiert, wenn ein Blutgerinnsel im Gehirn den Blutfluss stört, aber vom Körper schnell wieder aufgelöst wird. So ein „Mini-Schlaganfall“ führt zwar nicht zu dauerhaften Schäden, ist aber ein Warnzeichen für einen möglichen schweren . Der Fachbegriff für einen Mini-Schlaganfall ist transitorische ischämische Attacke ().

Wichtig ist:

Bei Anzeichen eines Schlaganfalls sollte man sofort die Notrufnummer 112 wählen. Also nicht abwarten, ob sich die Beschwerden von selbst wieder legen.

Asymptomatische Karotis-Stenose

Fachleute sprechen in zwei Situationen von einer asymptomatischen Karotis-Stenose:

  • Die verengte Halsschlagader hat noch nie zu Symptomen geführt.
  • Die verengte Halsschlagader hat das letzte Mal vor mehr als sechs Monaten vor der zu Symptomen geführt.

Eine asymptomatische Karotis-Stenose kann zum Beispiel zufällig entdeckt werden, wenn ein anderes gesundheitliches Problem abgeklärt wird.

Ursachen

Die Halsschlagadern verlaufen auf beiden Seiten des Halses. Sie bestehen jeweils aus drei verschiedenen Bereichen. Der Hauptast (Arteria carotis communis) führt an der Seite des Halses zum Kopf hoch. Etwas unterhalb des Kiefers gabelt sich die Ader in zwei kleinere Äste:

  • die innere Halsschlagader, die unter anderem Gehirn und Auge versorgt (Arteria carotis interna)
  • die äußere Halsschlagader, die unter anderem die Gesichtsmuskulatur, die Zunge, die Lippen, den Rachen und die Schilddrüse versorgt (Arteria carotis externa)

Eine Karotis-Stenose kann in allen drei Ästen auftreten. Sie entsteht in der inneren und mittleren Gefäßschicht der Halsschlagader. In der Gefäßwand können sich mit der Zeit unter anderem Cholesterin und Zellen ansammeln und Ablagerungen () bilden. Das nennt man fachsprachlich Arteriosklerose. Die Ablagerungen verengen das Gefäß und stören den Blutfluss. Wenn die Ablagerungen reißen, können Teile davon ins Gehirn geschwemmt werden. Dort können die Teile ein Gefäß verschließen und einen auslösen.

Die Grafik zeigt einen Kopf in Seitenansicht mit einer verengten inneren Halsschlagader. Rechts sind Gefäßablagerungen im Detail dargestellt.

Am häufigsten ist bei einer Karotis-Stenose die innere Halsschlagader betroffen – typischerweise im Bereich des Hauptasts oder kurz hinter seiner Gabelung.

Das Gehirn wird noch durch weitere Arterien mit Blut versorgt: Im Nacken verlaufen zum Beispiel noch zwei kräftige Wirbelarterien. Durch diese Gefäße wird das Gehirn häufig auch dann mit ausreichend Blut versorgt, wenn die Halsschlagadern auf beiden Halsseiten verengt sind. Es kann sich sogar eine der beiden Halsschlagadern unbemerkt vollständig verschließen, ohne zu Problemen zu führen. Hierfür sorgt ein ringförmiges Blutgefäß im Schädel: Es verbindet die beiden Halsschlagadern und die beiden Wirbelarterien ähnlich wie ein Kreisverkehr. Von dort wird das Blut aus den vier Arterien in das Gehirn verteilt. Bei manchen Menschen ist dieser Gefäßring aber nicht vollständig ausgebildet oder teils verschlossen.

Risikofaktoren

Zu einer Arteriosklerose und damit einer verengten Halsschlagader können verschiedene Risikofaktoren beitragen. Die wichtigsten sind:

, ungünstige Cholesterinwerte und Diabetes sind bei Menschen mit starkem Übergewicht häufiger, können aber auch bei Normalgewicht auftreten.

Von einer familiären Veranlagung spricht man, wenn Vater oder Bruder bereits vor dem 55. Geburtstag oder Mutter oder Schwester vor dem 65. Geburtstag eine Erkrankung aufgrund von verengten Gefäßen hatte. Das kann zum Beispiel ein , ein oder eine Gefäßverengung an den Beinen (PAVK) sein.

Zudem können bestimmte Erkrankungen zu Gefäßablagerungen führen. Dazu gehören zum Beispiel chronisch-entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis.

Häufigkeit

Aus Bevölkerungsstudien weiß man: Etwa 40 von 1000 Menschen haben eine Karotis-Stenose, bei der eine Halsschlagader um mehr als 50 % verengt ist. Die Häufigkeit hängt allerdings stark vom Alter ab: Betroffen sind vor allem Menschen über 60. Männer haben häufiger eine Karotis-Stenose als Frauen.

Die folgende Tabelle zeigt, wie oft asymptomatische Karotis-Stenosen in verschiedenen Altersgruppen vorkommen. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu.

Tabelle: Häufigkeit von Karotis-Stenosen (über 50 %) nach Alter und Geschlecht
Alter Frauen Männer
50 bis 59 Jahre 5 von 1000 7 von 1000
60 bis 69 Jahre 20 von 1000 23 von 1000
70 bis 79 Jahre 36 von 1000 60 von 1000
80 Jahre und älter 50 von 1000 75 von 1000

Verlauf

Gefäßablagerungen entstehen über Jahrzehnte. Arteriosklerose kann schon bei jungen Erwachsenen beginnen. Zu Problemen führt sie aber meist erst im höheren Alter.

Folgen

Die gefährlichste Folge einer verengten Halsschlagader ist der . Dazu kommt es, wenn die Blutzufuhr in einem Teil des Gehirns unterbrochen wird. Das Gebiet wird dann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und die Nervenzellen sterben ab. Ein infolge einer Karotis-Stenose kann auf mehreren Wegen entstehen:

  • Hirnembolie: Wenn die innere Gefäßwand im Bereich der Ablagerung einreißt, können sich Teile der Ablagerung lösen, ins Gehirn geschwemmt werden und dort ein kleineres Gefäß verstopfen. An dem Riss kann sich auch ein Blutgerinnsel bilden, lösen und ins Gehirn geschwemmt werden. sind die häufigste Ursache für Schlaganfälle, die durch eine Karotis-Stenose ausgelöst werden.
  • Gefäßverschluss: Die Arteriosklerose verschließt die Halsschlagader. Manchmal passiert dies unbemerkt und der Blutfluss zum Gehirn wird durch andere Gefäße sichergestellt. Manchmal löst ein Gefäßverschluss aber auch Symptome oder einen aus. Das passiert vor allem, wenn der Verschluss plötzlich auftritt. Akute Verschlüsse sind seltener als Hirnembolien.
  • Durchblutungsstörung: Der Blutdruck im Gehirn entspricht normalerweise ungefähr dem Blutdruck im restlichen Körper. Wenn die Stenose dazu führt, dass der Blutdruck im Gehirn stark absinkt, kann es zu einer Minderdurchblutung und dadurch einem kommen. Auch dies passiert eher selten.

Wie wahrscheinlich ein ist, hängt unter anderem davon ab, wie stark die Halsschlagader verengt ist. Je stärker die Verengung, desto höher ist das Schlaganfall-Risiko. Das Schlaganfall-Risiko wird aber auch noch von anderen Faktoren beeinflusst, wie der Zusammensetzung der Ablagerungen, dem Lebensstil und anderen Behandlungen. Beispielsweise sinkt das Risiko, wenn Risikofaktoren wie hohe Cholesterinwerte und gut behandelt werden. Wenn jemand raucht oder sich zu wenig bewegt, nimmt es hingegen zu.

Die Arteriosklerose betrifft nicht nur die Halsschlagadern: Bei vielen Menschen mit Karotis-Stenose haben sich auch in anderen Blutgefäßen im Körper Ablagerungen gebildet. Das können die Herzkranzgefäße sein oder die Arterien, die die Nieren oder Beine versorgen. Der Grund: Risikofaktoren wie , erhöhte Cholesterinwerte oder Rauchen wirken auf alle Gefäße im Köper. Menschen mit einer Karotis-Stenose haben daher häufiger mit Erkrankungen wie verengten Herzkranzgefäßen (KHK), Herzinfarkten oder Durchblutungsstörungen der Beine (PAVK) zu tun.

Gut zu wissen:

Medikamente zur Vorbeugung von Schlaganfällen wirken im gesamten Körper. Sie senken dadurch auch das Risiko für andere Folgeerkrankungen einer Arteriosklerose wie Herzinfarkte oder . Auch eine gesündere Lebensweise verbessert insgesamt die Herz-Kreislauf-Gesundheit.

Diagnose

Eine Karotis-Stenose wird durch bildgebende Untersuchungen festgestellt. Diese sind sinnvoll, wenn ein Verdacht auf eine Karotis-Stenose besteht. So ein Verdacht kann zum Beispiel aufgrund von Symptomen aufkommen – oder bei der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung. Eine verengte Halsschlagader kann auch zufällig auffallen, wenn der Kopf- und Halsbereich aus anderen Gründen untersucht wird.

Die Karotis-Stenose kann mit verschiedenen Verfahren sichtbar gemacht werden:

  • Ultraschall: Hierbei wird ein Ultraschallgerät an die Halsschlagader gehalten. Damit können Gefäßablagerungen sichtbar gemacht werden. Außerdem kann die Richtung und Geschwindigkeit des Blutflusses im Gefäß dargestellt werden (Doppler- oder Duplex-Sonografie). Mit dem Ultraschallgerät wird zudem das Ausmaß der Verengung bestimmt.
  • (CT-Angiografie): Hierbei werden mithilfe von Röntgenstrahlen mehrere Schichtbilder gemacht und im Computer zusammengesetzt. Dadurch lassen sich die Halsschlagadern und die anderen Gefäße im Kopf- und Halsbereich sichtbar machen. Vorher wird über eine Vene ein iodhaltiges Kontrastmittel verabreicht, um das Blut besser sichtbar zu machen.
  • (MR-Angiografie): Hier werden ebenfalls detaillierte Schichtbilder gemacht, aber ohne Röntgenstrahlung. Mit einer MR-Angiografie lässt sich die Struktur der Gefäßablagerungen gut darstellen. Auch hier wird oft ein Kontrastmittel verwendet.

Welche Untersuchung geeignet ist, hängt von der individuellen Situation ab. Wenn keine Symptome bestehen, reicht in der Regel eine . Bei akuten Symptomen wird meist eine gemacht. Denn diese Untersuchung geht schnell und kann auch Schlaganfälle sichtbar machen. Vor allem bei unklaren oder widersprüchlichen Ergebnissen kommt auch eine MR-Angiografie infrage. Eine oder eine MR-Angiografie wird auch gemacht, wenn eine Operation geplant ist.

Früherkennung

Manche Arztpraxen bieten eine zur frühen Erkennung von asymptomatischen Karotis-Stenosen an. Das ist eine sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (), die man selbst bezahlt. Ausführliche und unabhängige Informationen zu der Privatleistung bietet der IGeL-Monitor.

In Deutschland haben verschiedene medizinische Fachgesellschaften Empfehlungen zur , und Behandlung von Karotis-Stenosen entwickelt. Sie raten von einer regelhaften Früherkennung mit Ultraschall ab. Zum einen gibt es keine aussagekräftigen Studien, die zeigen, dass sich hierdurch Schlaganfälle vermeiden lassen. Zum anderen ist die Untersuchung nicht nötig, um die Gefäße zu schützen. Entscheidend ist vielmehr, Risikofaktoren wie und hohe Cholesterinwerte zu erkennen und das Risiko abzusenken. Dazu kann man sich zum Beispiel im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung in der Hausarztpraxis beraten lassen.

Behandlung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um das Risiko für Folgeerkrankungen zu senken. Die Behandlung umfasst drei Säulen:

  • Anpassung der Lebensweise: Es kann sinnvoll sein, die Ernährung umzustellen – zum Beispiel weniger gesättigte Fette zu essen oder weniger Salz zu sich zu nehmen. Auch mit einer Gewichtsabnahme und mehr Bewegung kann man seinen Gefäßen viel Gutes tun. Für Raucherinnen und Raucher gilt: Ein Rauchstopp gehört zu den wirksamsten Maßnahmen und hat auch viele andere gesundheitliche Vorteile.
  • Medikamente: Hierzu gehören Medikamente gegen Bluthochdruck, gegen erhöhte Cholesterinwerte und gegen die Bildung von Blutgerinnseln. Bei Typ-2-Diabetes kommen auch Diabetes-Medikamente infrage. Eine medikamentöse Behandlung kann das Risiko für Folgeerkrankungen nachweislich senken.
  • Eingriff: Bei der sogenannten Endarteriektomie werden die Gefäßablagerungen durch einen Schnitt an der Halsschlagader operativ entfernt. Alternativ lässt sich das Gefäß mit einem von innen weiten. Dabei wird eine Gefäßstütze (Stent) eingebracht, damit sich das Gefäß nicht wieder verengt.

Eine medikamentöse Basis-Therapie ist bei fast allen Menschen mit einer Karotis-Stenose ratsam. Sie wirkt im gesamten Körper und senkt nicht nur das Risiko für Schlaganfälle, sondern auch für andere Folgeerkrankungen einer Arteriosklerose. Ein Eingriff ist eine zusätzliche Behandlungsmöglichkeit. Er ersetzt nicht die medikamentöse Basis-Therapie.

Ob ein Eingriff sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation ab. Zwar kann er ein hohes Risiko für Schlaganfälle langfristig senken. Allerdings ist es möglich, dass der Eingriff selbst zu einem oder anderen Komplikationen wie einem führt. Das liegt daran, dass sich bei dem Eingriff Teile der Gefäßablagerungen lösen können oder sich während der Wundheilung Blutgerinnsel bilden können. Bei einer asymptomatischen Karotis-Stenose reicht es meist, die Lebensweise anzupassen und Medikamente zu nehmen.

Entscheiden

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Operation ist eine Abwägung nötig: Der Eingriff selbst hat ein Risiko für Komplikationen, die manchmal schwer und selten auch tödlich verlaufen können. Längerfristig sinkt aber das Schlaganfall-Risiko, weil die Ablagerungen nach der Operation beseitigt sind.

Allgemein gilt: Je höher die Lebenserwartung und je größer das persönliche Schlaganfall-Risiko, desto eher kann man von einer Operation profitieren. In die Entscheidung dafür oder dagegen fließen aber auch weitere Aspekte ein:

  • persönliche Situation: Dazu gehören das Alter, Geschlecht, Risikofaktoren und der allgemeine Gesundheitszustand.
  • Grad der Verengung: Je stärker die Halsschlagader verengt ist, desto eher überwiegen die Vorteile eines Eingriffs.
  • Symptome: Sind bereits Beschwerden wie Sehstörungen oder ein (Mini-) () aufgetreten, steigt das Risiko für schwere Schlaganfälle oder weitere Folgeerkrankungen.
  • persönliche Abwägung: Wie jemand die Vor- und Nachteile eines Eingriffs für sich bewertet, ist auch eine Frage der persönlichen Abwägung.

Ärztinnen und Ärzte, die einen Eingriff empfehlen, müssen auf das Recht auf eine kostenlose zweite ärztliche Meinung hinweisen. Das bedeutet: Man hat die Möglichkeit, die Entscheidung für oder gegen den Eingriff noch einmal kostenlos mit einer anderen Spezialistin oder einem Spezialisten zu besprechen.

Verengte Halsschlagader: Soll ich mich operieren lassen?

Vor der Entscheidung für oder gegen einen Eingriff ist es sinnvoll, sich gut über die Vor- und Nachteile zu informieren. Diese Entscheidungshilfe unterstützt dabei.

Leben und Alltag

Die meisten Menschen können mit einer Karotis-Stenose gut leben. Im Alltag macht sie keine Symptome oder Beschwerden. Wichtig ist, Schlaganfällen durch eine gute Behandlung vorzubeugen.

Dazu ist es erforderlich, langfristig Medikamente zu nehmen. Das fällt manchen Menschen schwer. Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten, um den Umgang mit den Medikamenten im Alltag zu erleichtern.

Wer raucht und damit aufhören möchte, kann auf verschiedene Hilfsmittel zurückgreifen. Das können Entwöhnungsprogramme sein oder Medikamente, die bei Entzugserscheinungen helfen. Sie erhöhen die Chancen auf einen erfolgreichen Rauchstopp.

Weitere Informationen

Die hausärztliche Praxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem Rat braucht. Informationen zur Gesundheitsversorgung in Deutschland helfen dabei, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden und eine passende Praxis zu finden. Mit einer Frageliste kann man sich auf das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt vorbereiten.

Brott TG, Howard G, Lal BK et al. Medical Management and Revascularization for Asymptomatic Carotid Stenosis. N Engl J Med 2026; 394(3): 219-231.

De Weerd M, Greving JP, de Jong AW et al. Prevalence of asymptomatic carotid artery stenosis according to age and sex: systematic review and metaregression analysis. Stroke 2009; 40(4): 1105-1113.

De Weerd M, Greving JP, Hedblad B et al. Prevalence of asymptomatic carotid artery stenosis in the general population: an individual participant data meta-analysis. Stroke 2010; 41(6): 1294-1297.

Eckstein HH, Kühnl A, Berkefeld J et al. Diagnosis, Treatment and Follow-up in Extracranial Carotid Stenosis. Dtsch Arztebl Int 2020; 117(47): 801-807.

Halliday A, Peto R, Bulbulia R et al. Carotid artery surgery to reduce long-term stroke rates: individual patient data meta-analysis of the randomised trials in asymptomatic patients. 2021.

Howard DP, Gaziano L, Rothwell PM. Risk of stroke in relation to degree of asymptomatic carotid stenosis: a population-based cohort study, systematic review, and meta-analysis. Lancet Neurol 2021; 20(3): 193-202.

Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG). Karotis-Revaskularisation (QS Karotis). 2026.

Musialek P, Bonati LH, Bulbulia R et al. Stroke risk management in carotid atherosclerotic disease: a clinical consensus statement of the ESC Council on Stroke and the ESC Working Group on Aorta and Peripheral Vascular Diseases. Cardiovasc Res 2025; 121(1): 13-43.

Naylor R, Rantner B, Ancetti S et al. Editor's Choice - European Society for Vascular Surgery (ESVS) 2023 Clinical Practice Guidelines on the Management of Atherosclerotic Carotid and Vertebral Artery Disease. Eur J Vasc Endovasc Surg 2023; 65(1): 7-111.

Nguyen JD, Duong H. Anatomy, Head and Neck, Anterior: Common Carotid Arteries. StatPearls. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing LLC; 2025.

Poorthuis MH, Bulbulia R, Morris DR et al. Timing of procedural stroke and death in asymptomatic patients undergoing carotid endarterectomy: individual patient analysis from four RCTs. Br J Surg 2020; 107(6): 662-668.

Poorthuis MH, Solomon Y, Herings RA et al. Temporal Trends and Determinants of Stroke Risk in Patients With Medically Treated Asymptomatic Carotid Stenosis. Stroke 2023; 54(7): 1735-1749.

Rerkasem A, Orrapin S, Howard DP et al. Carotid endarterectomy for symptomatic carotid stenosis. Cochrane Database Syst Rev 2020; (9): CD001081.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

Seite kommentieren

Was möchten Sie uns mitteilen?

Wir freuen uns über jede Rückmeldung entweder über das Formular oder über gi-kontakt@iqwig.de. Ihre Bewertungen und Kommentare werden von uns ausgewertet, aber nicht veröffentlicht. Ihre Angaben werden von uns vertraulich behandelt.

Bitte beachten Sie, dass wir Sie nicht persönlich beraten können. Wir haben Hinweise zu Beratungsangeboten für Sie zusammengestellt.

Über diese Seite

Erstellt am 30. September 2026

Nächste geplante Aktualisierung: 2029

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

So halten wir Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren Newsletter oder Newsfeed. Auf YouTube finden Sie unsere wachsende Videosammlung.