Schlaganfall

Einleitung

Foto von Mann mit Hund
PantherMedia / budabar

Ein kann sich durch plötzlich auftretende starke Kopfschmerzen, Lähmungen oder Sprachstörungen bemerkbar machen. Sie entstehen dadurch, dass ein Teil des Gehirns nicht mehr ausreichend durchblutet wird.

Zu welchen Symptomen es kommt, hängt vor allem davon ab, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist.

Ein ist ein Notfall, der sofort behandelt werden muss. Er wird oft auch Hirnschlag genannt, die medizinische Bezeichnung ist .

Symptome

Häufige Anzeichen eines Schlaganfalls sind plötzlich auftretende Schwäche, Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen, Gesichtsfeldausfall, Schwindel und Gangunsicherheit sowie starke Kopfschmerzen. Meist ist nur eine Körperseite betroffen, sodass sich zum Beispiel der rechte Arm und / oder das rechte Bein nicht mehr richtig bewegen lassen. Auch Übelkeit und Erbrechen sind möglich.

Ursachen

Meist werden Schlaganfälle durch ein Blutgerinnsel ausgelöst, das ein Gefäß im Gehirn verstopft. Diese Gerinnsel können im Gehirn selbst entstehen, zum Beispiel durch entzündliche Veränderungen in der Wand einer Arterie. Häufiger stammen sie jedoch aus einem anderen Teil des Körpers und werden über den Blutkreislauf ins Gehirn geschwemmt, wo sie dann ein Gefäß blockieren. Ein , der durch ein verstopftes Blutgefäß entsteht, wird als ischämischer bezeichnet.

Die zweite, seltenere Ursache sind Blutungen im Gehirn, zum Beispiel weil ein Blutgefäß reißt und Blut ins Hirngewebe austritt.

Beide Ursachen führen dazu, dass ein Bereich des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Je schneller behandelt und die Sauerstoffversorgung wiederhergestellt werden kann, desto größer sind die Chancen, dass der Schaden im Gehirn möglichst klein bleibt.

Risikofaktoren

Bei Gesunden bilden sich nur sehr selten Gerinnsel in den Blutgefäßen. Bestimmte Erkrankungen und erbliche Veranlagungen können aber das Risiko für einen erhöhen. Dazu gehören zum Beispiel Bluthochdruck und anhaltendes Vorhofflimmern.

Wenn typische Schlaganfall-Symptome auftreten, die nach einigen Stunden von selbst wieder verschwinden, kann es sich um eine transitorische ischämische Attacke handeln (). Dabei bildet sich ein Blutgerinnsel, das sich aber von allein wieder auflöst, bevor das Gehirn stärker geschädigt wurde. Eine transitorische ischämische Attacke weist auf ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko hin.

Häufigkeit und Verlauf

Ungefähr einer von 1000 Menschen bekommt in seinem Leben einen . Das Risiko steigt mit dem Alter: Von 1000 Menschen über 85 Jahre sind etwa 20 betroffen.

Die meisten Menschen überleben einen . Er kann jedoch zu Lähmungen oder zu Problemen bei verschiedenen körperlichen Funktionen führen, beispielsweise beim Sprechen.

Oft bessern sich Beschwerden wie zum Beispiel Lähmungen im Laufe der Zeit wieder, sie können aber auch dauerhaft bestehen bleiben. Psychische Folgen wie Depressionen sind deshalb nicht selten.

Nach einem ist außerdem das Risiko für einen weiteren erhöht. So bekommen etwa 40 von 100 Menschen, die einen überstanden haben, innerhalb von zehn Jahren einen weiteren .

Innerhalb der ersten sechs Monate ist das Risiko besonders hoch. Aber auch andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte treten häufiger auf, wenn jemand bereits einen hatte.

Diagnose

Ein ist ein Notfall. Bei jedem Verdacht ist es wichtig, sofort einen Notarzt zu rufen (Notruf 112) – und nicht darauf zu warten, dass die Beschwerden wieder verschwinden!

Nach ersten Untersuchungen durch die Notärztin oder den Notarzt werden Betroffene möglichst in ein auf Schlaganfälle spezialisiertes Krankenhaus gebracht – sofern das schnell genug erreichbar ist. Dort finden sofort umfassende Untersuchungen statt, um die Ursache der Beschwerden festzustellen und rasch mit der Behandlung beginnen zu können. Oft gehört dazu eine Computer- oder .

Vorbeugung

Ob und welche besondere Vorbeugung gegen einen sinnvoll ist, hängt davon ab, welche weiteren Erkrankungen und Risikofaktoren jemand hat.

Menschen, die bereits eine transitorische ischämische Attacke oder gar einen hatten, schlägt die Ärztin oder der Arzt nach einer genauen Untersuchung normalerweise Maßnahmen zur Vorbeugung vor.

Bei hohem Blutdruck lässt sich das Schlaganfallrisiko durch Blutdruck senkende Medikamente verringern. Besteht ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln, zum Beispiel bei Vorhofflimmern, kommen gerinnungshemmende Medikamente infrage.

Um ein Hirngefäß dauerhaft offen zu halten, wird manchmal das Einsetzen einer Gefäßstütze (Stent) aus Drahtgeflecht vorgeschlagen. Studien zeigen jedoch, dass es durch den Eingriff häufiger zu Hirnblutungen und dadurch ausgelöste weitere Schlaganfälle kommt als ohne Stent.

Behandlung

Die Akutbehandlung hat zum Ziel, das Leben eines Betroffenen zu retten und die Folgen des Schlaganfalls so klein wie möglich zu halten. Wie behandelt wird, hängt vor allem davon ab, ob der durch ein Gerinnsel oder eine Hirnblutung ausgelöst wurde.

Bei einem Gerinnsel wird meist versucht, es so schnell wie möglich durch Medikamente oder einen Kathetereingriff aufzulösen. Bei einer Blutung kommt es darauf an, sie rasch zu stoppen, eventuell durch eine Operation.

Die weitere Behandlung und Überwachung hängt dann von der Schwere des Schlaganfalls, der Art seiner Folgen und den Ergebnissen weiterer Untersuchungen ab.

Rehabilitation

Nach einem ist es für die meisten Menschen besonders wichtig, ihre Bewegungsfähigkeit, Muskelkraft und Sprache sowie ihre Selbstständigkeit wiederzuerlangen. Wichtig ist auch, das emotionale Gleichgewicht wiederzufinden.

Dazu gibt es verschiedene Rehabilitationsprogramme mit teils unterschiedlichen Inhalten. Die wichtigsten Elemente der Rehabilitation sind je nach Bedarf eine Sprachheilbehandlung sowie Krankengymnastik und Fitnesstraining, um körperliche Folgen wenn möglich zu mindern und mit ihnen umgehen zu lernen. In einer wird vermittelt, wie es trotz der Einschränkungen gelingen kann, so selbstständig wie möglich im Alltag zurechtzukommen.

Leben und Alltag

Trauer und Niedergeschlagenheit sind nach einem normal. Je nachdem, wie schwer ein war, kann er einen enormen Einschnitt in das Leben eines Menschen bedeuten.

Wer vor der Erkrankung selbstständig gelebt hat und nun auf Hilfe angewiesen ist, muss zunächst mit den Folgen des Schlaganfalls zurechtkommen – sowohl psychisch als auch, was die praktischen Dinge ihres Alltags betrifft.

Die nach einem kann helfen, einen Teil der Unabhängigkeit zurückzugewinnen. Die meisten Betroffenen und ihre Familien schaffen es mit der Zeit, ihr Leben den Veränderungen durch die Erkrankung so gut es geht anzupassen.

Manche Personen entwickeln als Folge des Schlaganfalls jedoch eine behandlungsbedürftige Depression. Hält sie über längere Zeit an, kann sie den Gesundheitszustand verschlechtern. Oft werden solche Depressionen nicht erkannt, oder eine schlechte seelische Verfassung wird als normale Reaktion angesehen und nichts dagegen unternommen.

Es ist nach einem manchmal schwer, tiefe Traurigkeit von einer zu unterscheiden. Wichtig ist, dass Betroffene und ihre Familien nach einem die Unterstützung erhalten, die sie benötigen, um eine depressive Erkrankung zu vermeiden – oder Hilfe bekommen, wenn sich bereits eine entwickelt hat.

Weitere Informationen

Für Menschen nach einem und ihre Angehörigen gibt es eine Vielzahl von Angeboten zur Unterstützung. Dazu gehören Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen, die Erkrankten und ihren Angehörigen Hilfestellungen bei verschiedensten pflegerischen, finanziellen oder psychosozialen Anliegen geben können.

Viele Städte und Gemeinden unterhalten beispielsweise Pflegeberatungsstellen, deren Angebot kostenlos ist.

Angehörige können zudem Pflegekurse besuchen, in denen unter anderem Grundkenntnisse über Pflegetechniken vermittelt werden.

All diese Angebote sind vor Ort oft unterschiedlich organisiert und nicht immer direkt zu finden. Wir haben deshalb eine allgemeine Liste von Anlaufstellen zusammengestellt, die helfen, Angebote vor Ort zu finden und zu nutzen.

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McPherson K, Kersten P, Turner-Stokes L. Background to neurorehabilitation. In Candelise L et al (eds). Evidence-based neurology. London: BMJ Books. 2007.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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Aktualisiert am 28. Juni 2017
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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