Anzeichen eines Herzinfarkts

Foto von Frau, die Erste Hilfe leistet
ron sumners / iStock / Thinkstock

Die häufigsten Anzeichen eines Herzinfarkts sind Schmerzen in der Brust und Atemnot. Es können aber auch andere Symptome auftreten. Im Falle eines Herzinfarkts ist schnelle medizinische Hilfe nötig. Bei jedem Verdacht ist es am wichtigsten, sofort den Notruf zu wählen.

Bevor es zu einem kommt, besteht häufig schon über Jahre eine Erkrankung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) mit immer wiederkehrenden Schmerzen in der Brust () oder Atemnot bei Belastung. Einige Menschen haben jedoch vorher kaum Beschwerden – ihre Herzerkrankung fällt erst bei einem Infarkt auf.

Manche Frauen glauben, dass Herzinfarkte vor allem Männer betreffen. Das stimmt so aber nicht. Allerdings treten Herzinfarkte bei Frauen im Durchschnitt in einem höheren Alter auf als bei Männern. Insgesamt sterben mehr Frauen an einem als beispielsweise an Brustkrebs.

Die wichtigsten Anzeichen: Brustschmerzen, Atemnot und Übelkeit

Oft beginnt ein plötzlich mit stechenden, brennenden oder drückenden Schmerzen in der Brust. Sie können sich aber auch erst langsam bemerkbar machen. Die Schmerzen dauern mehr als fünf Minuten an und bessern sich nicht im Ruhezustand. Sie können von der Brust in den linken oder rechten Arm, in den Rücken, Hals oder Oberbauch ausstrahlen. Die Schmerzen können ganz leicht oder sehr stark sein.

Menschen mit einer koronaren Herzkrankheit, die schon häufiger Schmerzen in der Brust mit Nitraten gelindert haben, helfen diese Medikamente bei einem nicht mehr.

Wer einen hat, spürt häufig Todesangst, ist blass und fahl im Gesicht und hat Schweißausbrüche. Viele Herzinfarktpatienten haben Luftnot, ihnen ist übel oder sie müssen sich erbrechen. Diese Beschwerden können viel ausgeprägter sein als die Schmerzen in der Brust. Besonders bei Frauen können Luftnot, Übelkeit oder Erbrechen alleinige Anzeichen eines Infarkts sein. Bei ihnen wird ein deshalb häufiger übersehen als bei Männern.

Symptome sind nicht immer eindeutig

Die Symptome eines Herzinfarkts sind nicht bei jedem Menschen gleich, und sie können auch von denen eines vorherigen Infarkts abweichen. Wenn gar keine Symptome auftreten, spricht man von einem „stillen“ .

Zu weiteren Anzeichen neben Schmerzen im Brustkorb, Atemnot und Übelkeit zählen zum Beispiel:

  • Engegefühl und Druck im Brustkorb
  • Schmerzen oder Taubheitsgefühle im Oberkörper, die in die Schulterblätter, den Nacken und den Kiefer ausstrahlen können
  • Schwächegefühl oder Bewusstlosigkeit
  • Schwindel
  • Schwitzen
  • Blässe und kalter Schweiß

Grafik: Mögliche Schmerzregionen bei Herzinfarkt - wie im Text beschrieben

Mögliche Schmerzregionen bei Herzinfarkt

Bei Verdacht sofort den Notruf 112 wählen!

Bei einem ist sofortige medizinische Hilfe notwendig! Jede Minute zählt, um lebensrettende Maßnahmen einleiten zu können und mögliche Folgeschäden zu begrenzen. Deshalb ist es wichtig, bereits bei einem Verdacht auf sogleich den Notruf 112 zu wählen und einen Rettungswagen mit Notarzt anzufordern (NICHT den ärztlichen Not- oder Bereitschaftsdienst der Hausärzte). Treten die Anzeichen nachts auf, sollte man keinesfalls bis zum nächsten Morgen warten.

Bis zum Eintreffen des Notarzts können Angehörige

  • die oder den Betroffenen beruhigen,
  • ihn oder sie bequem und mit leicht erhobenem Oberkörper auf dem Rücken lagern,
  • beengende Kleidung lockern,
  • das Fenster öffnen, um frische Luft hereinzulassen,
  • verschriebene Notfallmedikamente wie Nitrate bei stabiler geben.

Falls der Betroffene ohnmächtig wird und Atmung und Herzschlag aussetzen, ist eine Wiederbelebung als Erste-Hilfe-Maßnahme notwendig.

Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Patientenleitlinie zur Nationalen Versorgungsleitlinie KHK. 01.2017.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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Aktualisiert am 12. Juli 2017
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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