Einleitung

Foto von schlafendem Kind (PantherMedia / ruttapum2) „Mein Kind hat Fieber“ – diesen Satz hört man von Eltern kleiner Kinder oft. Fieber ist einer der häufigsten Gründe dafür, dass ein Kind in die Kinderarztpraxis oder in eine Notfall-Ambulanz gebracht wird. Fast alle Mütter oder Väter haben das schon erlebt.

Bei vielen Eltern wächst die Sorge um ihr Kind mit dem Ansteigen des Fiebers. Doch Kinder reagieren häufiger und leichter mit Fieber auf Krankheitserreger als Erwachsene. Die meisten fiebernden Kinder haben eine harmlose Virusinfektion. Sie können problemlos zu Hause umsorgt werden und sind innerhalb von zwei, drei Tagen wieder gesund. Ihr Körper besiegt die Viren ganz allein.

Nur etwa eins von 100 fiebernden Kindern hat eine ernste Erkrankung, die ärztlich behandelt werden muss. Meistens handelt es sich dann um eine bakterielle Entzündung wie etwa eine Lungen- oder Hirnhautentzündung.

Symptome

Oft kann man Kindern bereits ansehen, dass sie Fieber haben. Ein gerötetes Gesicht, müde wirkende oder glasige Augen und eine ansonsten blasse Haut sind typische Anzeichen. Auch wenn sich Stirn oder Nacken heiß anfühlen, kann das auf Fieber hindeuten.

Wenn ein Kind sehr hohes Fieber hat, sollte man es in jedem Fall in die Kinderarztpraxis oder Kinderklinik bringen oder einen kinderärztlichen Notdienst in Anspruch nehmen. Das ist besonders wichtig, wenn das Kind außerdem noch andere Symptome wie einen steifen Nacken, Erbrechen, Teilnahmslosigkeit, aber auch Unruhe oder Verwirrtheit zeigt. Außerdem kann ein Arztbesuch nötig sein, wenn

  • das Kind einen Fieberkrampf hatte,
  • das Fieber mehrere Tage anhält,
  • das Kind einen Hautausschlag hat oder
  • es dem Kind seit dem letzten Arztbesuch schlechter geht.

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Ursachen

Kinder sind anfällig für Fieber. Bereits heftiges Toben, größere Aufregung oder sehr warme Kleidung können dazu führen, dass die Körpertemperatur eines Kindes steigt, ohne dass es krank ist. Das liegt unter anderem daran, dass Kinder bei Wärme weniger und auch später schwitzen als Erwachsene.

Meistens lösen jedoch Krankheitserreger Fieber aus. Das Fieber ist ein Zeichen dafür, dass der Körper versucht, die Erreger abzuwehren. Fieber an sich ist also keine Erkrankung, sondern zunächst eine Abwehrreaktion des Körpers.

Ursachen für Fieber können sein:

Falls das Fieber nach einer Fernreise aufgetreten ist, ist dies ein wichtiger Hinweis für die Ärztin oder den Arzt. Eine gezielte Untersuchung kann dann klären, ob und womit sich das Kind während der Reise angesteckt haben könnte.

Folgen

Viele Eltern sorgen sich, dass zu hohes Fieber die Organe des Kindes angreift oder sogar lebensgefährlich werden kann. Fieber an sich schadet jedoch nur in Ausnahmefällen und steigt zudem selten auf über 41 Grad Celsius (° C) an. Höhere Temperaturen können gefährlich werden, sind aber selten.

Manchmal kommt es durch das Fieber zu einem Fieberkrampf. Dabei verkrampft sich die Muskulatur, sodass Arme und Beine zucken oder der Körper unnatürlich steif und gestreckt ist. Kinder verdrehen häufig die Augen, haben erweiterte Pupillen oder einen starren Blick. Die Lippen oder das ganze Gesicht können blau anlaufen. Manchmal erschlaffen die Arme und Beine plötzlich wieder. Ein einfacher Fieberkrampf dauert meist wenige Minuten und kommt vorwiegend bei Kindern im Alter zwischen drei Monaten und fünf Jahren vor. Fieberkrämpfe können beängstigend wirken, obwohl sie meistens harmlos sind.

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Diagnose

Bei gesunden Kindern liegt die Körpertemperatur zwischen 36,5 und 37,5° C. Werte zwischen 37,6 und 38,5° C werden als erhöhte Temperatur bezeichnet. Als Fieber gilt eine Körpertemperatur von 38,5° C oder mehr. Bei manchen Kindern kann aber schon eine Temperatur ab 38,0° C auf eine Erkrankung hindeuten. Bei Babys unter drei Monaten spricht man schon ab 38,0° C von Fieber. Die Körpertemperatur ändert sich im Verlauf des Tages: Abends ist sie meist um 0,5 Grad höher als morgens.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Körpertemperatur zu messen. Gerade für kleine Kinder ist es wichtig, dass es schnell geht und mit möglichst wenig Aufwand wie An- und Ausziehen oder Stillhalten verbunden ist.

Viele Mütter und Väter legen als Erstes die Hand auf die Stirn des Kindes, wenn sie vermuten, dass es Fieber hat. Dafür spricht, wenn sich Stirn oder Nacken heiß anfühlen.

Die Körpertemperatur lässt sich vergleichsweise einfach mit einem Fieberthermometer bestimmen. Damit kann man Fieber im Mund (unter der Zunge), im Po (After), in der Achselregion, im Ohr oder auf der Stirn messen. Wie lange die Messung dauert, hängt davon ab, wo das Fieber gemessen und welches Thermometer verwendet wird – die Bedienungsanleitung gibt genauere Auskunft. Am häufigsten werden heutzutage batteriebetriebene digitale Thermometer (Kontaktthermometer) verwendet.

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Behandlung

Ein fieberndes Kind benötigt nicht automatisch ein fiebersenkendes Mittel. Zudem ist nicht immer klar, ob seine Beschwerden vom Fieber verursacht werden oder von der zugrunde liegenden Erkrankung. Eine Behandlung des Fiebers kann aber hilfreich sein, wenn sich das Kind äußerst unwohl fühlt.

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von fiebersenkenden Maßnahmen:

  • der Einsatz von Medikamenten wie Paracetamol oder Ibuprofen
  • äußerliche Anwendungen wie Wadenwickel und kühle Bäder

Ob fiebersenkende Medikamente Fieberkrämpfe verhindern können, ist bisher nicht gut untersucht.

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Leben und Alltag

Die allermeisten Kinder mit Fieber können zu Hause gut versorgt werden. Wenn das Kind keine Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung zeigt oder die Ärztin oder der Arzt eine harmlose Infektion festgestellt hat, spricht nichts gegen die Pflege zu Hause. Allerdings ist es sinnvoll, das Kind weiterhin zu beobachten und vielleicht auch nachts nach seinem Wohl zu sehen. Ein fieberndes Kind benötigt ausreichend Flüssigkeit. Es ist deshalb wichtig, darauf zu achten, dass es regelmäßig trinkt – auch wenn es noch gestillt wird. Ärztliche Hilfe ist nötig, wenn das Kind das Trinken verweigert oder Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels bestehen bleiben wie

  • eine eingesunkene Fontanelle bei Kleinkindern; dann ist die Knochenlücke im oberen, vorderen Schädel größer als sonst,
  • ein trockener Mund und trockene Lippen,
  • eingesunkene Augen,
  • fehlende Tränen,
  • ein insgesamt schlechtes Aussehen des Kindes.

Kinder spüren recht genau, was ihnen guttut. Deshalb ist es gut für das Kind, auf seine Bedürfnisse einzugehen – zum Beispiel, indem man fragt, was es gerne essen oder trinken möchte. Mit Kleidung lässt sich dafür sorgen, dass es weder friert noch überhitzt ist. Es kann sein, dass das Kind trotz Fieber den ganzen Tag spielt. Solange es nicht wild tobt, ist das völlig in Ordnung.

Ein Kind mit Fieber ist krank und kann nicht in die Krabbelgruppe, den Kindergarten oder die Schule gehen. Dies gilt auch, wenn es keinen besonders schwächlichen oder lustlosen Eindruck macht. Denn in einer Gruppe zu sein, ist für jedes Kind immer auch anstrengend: Es muss sich mit den anderen Kindern verständigen und auseinandersetzen. Ein fieberndes Kind ist außerdem anfälliger für Infektionen. Hat es selbst eine Infektion, könnte es andere Kinder anstecken.

In den meisten Fällen wird ein fieberndes Kind von allein wieder gesund. Zeit, Ruhe und liebevolle Zuwendung dürften in den allermeisten Fällen die besten Heilmittel sein.

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