Lungenentzündung

Auf einen Blick

  • Eine Lungenentzündung wird meist durch Bakterien verursacht.
  • Typische Symptome sind hohes Fieber, Husten und Schwäche.
  • Behandelt wird in der Regel mit Antibiotika.
  • Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen können vor Ansteckung schützen.
  • Komplikationen sind bei Babys, älteren Menschen und solchen mit Vorerkrankungen häufiger.
  • Bei einem erhöhten Risiko werden Schutzimpfungen empfohlen.

Einleitung

Foto von Mann beim Husten
PantherMedia / Lev Dolgachov

Bei einer Lungenentzündung () sind die () und das umgebende Gewebe entzündet. Die macht sich häufig durch plötzliches hohes Fieber, starkes Krankheitsgefühl, Husten und Atemnot bemerkbar.

Da eine Lungenentzündung meist durch verursacht wird, lässt sie sich in der Regel gut mit behandeln. Außerdem stehen Impfstoffe zur Verfügung, die vor einer durch bestimmte Erreger schützen können.

Wer ansonsten gesund ist, hat eine Lungenentzündung meistens nach wenigen Wochen überstanden. Man sollte sie aber nicht unterschätzen: Bis man wieder richtig belastbar ist, kann es einen, manchmal sogar mehrere Monate dauern.

Eine Lungenentzündung kann manchmal zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen – vor allem bei Menschen, die durch eine andere Krankheit bereits geschwächt sind. Auch Babys und älteren Personen kann eine Lungenentzündung gefährlich werden.

Grafik: Lungenentzündung im linken Lungenflügel

Lungenentzündung im linken Lungenflügel

Symptome

Typische Anzeichen einer Lungenentzündung sind:

  • hohes Fieber und Schüttelfrost
  • Schwäche und starkes Krankheitsgefühl
  • Husten mit Auswurf
  • Atemnot und schnelle Atmung
  • schneller Puls

Nicht immer treten alle Beschwerden gleichzeitig auf. Vor allem bei Kindern und älteren Menschen können manche Symptome fehlen, oder es stehen untypische Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Bewusstseinsstörungen im Vordergrund.

Ursachen

Eine Lungenentzündung wird meist durch Bakterien hervorgerufen. Welche das sind, hängt in der Regel vom Ort der Ansteckung ab: Wenn jemand zu Hause erkrankt, sind am häufigsten sogenannte die Ursache. Wer im Krankenhaus eine Lungenentzündung bekommt, hat sich oft mit anderen infiziert, die schwerer zu behandeln sind.

Seltener sind Viren, noch seltener Pilze für eine Lungenentzündung verantwortlich. Ebenfalls die Ausnahme sind Lungenentzündungen, die nicht durch Keime, sondern zum Beispiel durch Strahlung, eingeatmete Giftstoffe, eine allergische Reaktion oder Durchblutungsstörungen der Lunge verursacht werden.

Risikofaktoren

Das Risiko, an einer Lungenentzündung zu erkranken, ist vor allem bei Säuglingen und Menschen über 65 Jahre erhöht. Ein geschwächtes Abwehrsystem – zum Beispiel aufgrund eines Diabetes, einer Nierenfunktionsstörung oder Krebserkrankung – bedeutet ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Auch Lungenerkrankungen wie oder , Herzerkrankungen, Rauchen und bestimmte Virusinfektionen wie eine Grippe (Influenza) können eine Lungenentzündung begünstigen.

Menschen, die bettlägerig sind oder zum Beispiel durch eine Demenz oder einen Schlaganfall Bewusstseinsstörungen oder Probleme beim Schlucken haben, sind vor allem durch eine Aspirationspneumonie gefährdet. Dabei können Keime aus Mund- und Rachenraum, Speisereste oder Mageninhalt in die Atemwege gelangen und zu einer Lungenentzündung führen.

Auch manche Medikamente werden mit Lungenentzündungen in Verbindung gebracht – zum Beispiel Mittel, die die Magensäure hemmen. Ob sie das Risiko für Lungenentzündungen tatsächlich erhöhen, ist aber noch unklar.

Häufigkeit

In Deutschland erkranken jährlich mehr als 500.000 Menschen an einer Lungenentzündung, etwa 250.000 werden im Krankenhaus behandelt. Insgesamt 20.000 sterben an einer Lungenentzündung – vor allem ältere Menschen über 65 Jahre und solche, die durch weitere Erkrankungen geschwächt sind. Damit zählt die hierzulande zu den zehn häufigsten Todesursachen.

In ärmeren Ländern sind Lungenentzündungen noch häufiger. Dort sind vor allem Säuglinge und Kinder betroffen.

Verlauf

Eine typische Lungenentzündung macht sich durch plötzlich einsetzendes hohes Fieber und Schüttelfrost bemerkbar. Den Erkrankten geht es innerhalb weniger Stunden sehr schlecht. Symptome wie Husten, Atemnot und Auswurf kommen hinzu. Vor allem bei älteren Menschen kann die Erkrankung aber auch schleichend und mit wenigen oder nur leichten Beschwerden beginnen.

Unbehandelt hält das Fieber etwa eine Woche an. Dann fällt die Körpertemperatur wieder auf normale Werte ab. Dabei kann es zu starken Schweißausbrüchen kommen. Außerdem werden die Blutgefäße in der Haut weit gestellt, damit der Körper die überschüssige Wärme abgeben kann. Das kann Herz und Kreislauf der ohnehin geschwächten Betroffenen sehr belasten. Deshalb sind in dieser Phase, die auch kritische Entfieberung oder Krise genannt wird, Komplikationen häufig.

Nach überstandener Krise bessert sich das Allgemeinbefinden allmählich wieder, und nach etwa vier Wochen ist die Lungenentzündung meist vollständig abgeklungen. Man kann sich aber noch längere Zeit abgeschlagen und müde fühlen; auch der Husten kann hartnäckig anhalten.

Dieser Verlauf einer Lungenentzündung ist heute allerdings selten, da die Erkrankung üblicherweise sofort behandelt wird. Durch die Einnahme von sinkt das Fieber meist rascher und man fühlt sich schnell besser. Trotzdem ist es wichtig, sich bei einer Lungenentzündung nicht zu früh zu belasten, da es sonst zu einem oder anderen Komplikationen kommen kann.

Folgen

Eine Lungenentzündung kann zu einer des Rippenfells führen. Dabei kommt es zu starken Schmerzen beim Husten und Atmen. Außerdem kann sich dabei Flüssigkeit zwischen Lunge und Brustwand sammeln, was das Atmen zusätzlich erschwert. Eine weitere mögliche Komplikation ist ein Lungenabszess, also die Bildung einer Eiterhöhle in der Lunge.

Manchmal kommt es auch zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen, Kreislaufzusammenbruch, Atem- oder Herzversagen oder einer Blutvergiftung (). Das Risiko für Komplikationen ist bei Menschen erhöht, die

  • unter zwei oder über 65 Jahre alt sind,
  • andere Krankheiten wie Herz- oder Nierenerkrankungen haben,
  • ein geschwächtes haben,
  • beatmet werden müssen,
  • sich im Krankenhaus angesteckt haben oder
  • in den Monaten vor der Lungenentzündung bereits mit behandelt wurden.

Diagnose

Oft lässt sich eine Lungenentzündung bereits durch die typischen Beschwerden feststellen. Bei der körperlichen Untersuchung hört die Ärztin oder der Arzt vor allem die Lunge mit dem Stethoskop gründlich ab und misst Puls und Blutdruck.

Zusätzlich wird meist eine Röntgenaufnahme der Lunge gemacht. Auf den Röntgenbildern ist zum Beispiel sichtbar, wo und in welchem Umfang das Lungengewebe entzündet ist. Manchmal ist eine erweiterte Röntgenuntersuchung nötig, die . Veränderungen im äußeren Randbereich der Lunge lassen sich auch per Ultraschall erkennen.

Außerdem wird Blut abgenommen, zum Beispiel um die Entzündungswerte zu messen. Da die entzündete Lunge nicht mehr gut arbeitet, kann es nötig sein, den Sauerstoffgehalt im Blut zu kontrollieren. Dies geht auch ohne Blutabnahme: Bei der sogenannten Pulsoxymetrie wird ein Clip mit einem Lichtsensor auf den Finger gesteckt und der Sauerstoffgehalt optisch ermittelt.

Zur Bestimmung des genauen Krankheitserregers können Blut, Urin sowie abgehusteter Schleim im Labor untersucht werden.

Vorbeugung

Vor Infektionen der Atemwege schützen Hygienemaßnahmen wie etwa regelmäßiges Händewaschen und Abstand halten.

Besteht ein erhöhtes Risiko für Lungenentzündungen oder deren Komplikationen, werden außerdem Schutzimpfungen empfohlen. Kinder können zum Beispiel gegen das Bakterium Haemophilus influenzae und gegen geimpft werden. Für Menschen über 60 Jahre eignen sich die Grippe- und ebenfalls die Pneumokokken-Schutzimpfung.

Oft werden pflanzliche Arzneimittel oder wie Vitaminpräparate zur Stärkung der Abwehr beworben. Es gibt allerdings keine Studien, die belegen, dass solche Mittel sinnvoll sind – außer bei einem nachgewiesenen Vitaminmangel. Dazu kommt es hierzulande meist nur bei einer sehr unausgewogenen Ernährung.

Behandlung

Da meist Bakterien für die verantwortlich sind, wird eine Lungenentzündung in der Regel mit Antibiotika behandelt. Welches Antibiotikum sinnvoll ist, hängt von der Art der ab.

Die Behandlung dauert etwa 5 bis 7 Tage. Das Antibiotikum kann als Tablette oder Saft eingenommen werden. Je nach Schwere der Erkrankung und Komplikationsrisiko kann manchmal eine Behandlung im Krankenhaus nötig werden. Dort erhält man das Antibiotikum meist als .

Bei einer schweren Lungenentzündung kann zusätzlich Kortison als Spritze gegeben werden. Manchmal ist auch das Einatmen von Sauerstoff über eine Nasenmaske, seltener eine Beatmung nötig.

Wenn Viren wie Grippeviren oder das Coronavirus SARS-CoV-2 die Lungenentzündung ausgelöst haben, kommen Medikamente infrage, die speziell gegen Viren wirken sollen, sogenannte Virostatika. Doch auch bei einer viralen Lungenentzündung werden gegeben: Sie sollen vor einem zusätzlichen Befall mit schützen.

Hustenmittel aus der Apotheke, spezielle Atemgymnastik oder werden bei einer Lungenentzündung nicht empfohlen.

Weitere Informationen

Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

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Aktualisiert am 24. März 2021
Nächste geplante Aktualisierung: 2024

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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