Welche Schmerzmittel können bei Kniearthrose helfen?

Foto von Mann bei der Anwendung von Schmerzmitteln
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Entzündungshemmende Schmerzmittel wie können Arthroseschmerzen lindern. Weil sie auch Risiken haben, wird empfohlen, die Schmerzmittel nur bei Bedarf einzunehmen. Außerdem nutzt man sie am besten ergänzend zu anderen Behandlungen wie einer Bewegungstherapie.

Arthroseschmerzen können mit Medikamenten aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika () behandelt werden. Sie wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Zu diesen Mitteln gehören unter anderem Diclofenac, und Naproxen. Zwei weitere entzündungshemmende Schmerzmittel mit ähnlicher Wirkung sind Celecoxib und Etoricoxib aus der Gruppe der . Sie werden auch Coxibe genannt.

Einige NSAR sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich – zum Beispiel zur Behandlung von Kopf- oder Regelschmerzen. Um bei Arthrose eine spürbare Linderung zu erreichen, sind aber manchmal höhere, verschreibungspflichtige Dosierungen nötig.

Alternativ zu Tabletten kann man als Creme oder Gel mit einem Wirkstoff wie Diclofenac auf das Knie auftragen. Studien zeigen, dass eine äußerliche Anwendung die Schmerzen wirksam lindern kann. Damit es wirkt, muss das Mittel jedoch 3- bis 4-mal am Tag aufgetragen werden.

Auch der Wirkstoff Etofenamat steht als Creme oder Gel zur Verfügung. Seine Wirksamkeit ist jedoch nicht in aussagekräftigen Studien untersucht.

Wie werden NSAR und Coxibe angewendet?

Zur Gruppe der und Coxibe gehören verschiedene Wirkstoffe. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die bei Arthrose am häufigsten eingesetzten Wirkstoffe und ihre Dosierungen:

Wirkstoff Übliche Dosis pro Einnahme Tägliche Höchstdosis
Celecoxib 100 bis 200 mg 400 mg
Diclofenac 50 bis 100 mg () 150 mg
Etoricoxib 30 bis 60 mg 60 mg
400 bis 800 mg 2400 mg
Naproxen 250 bis 500 mg 1000 mg

Bei der Anwendung von Schmerzmitteln wird empfohlen,

  • die Medikamente nicht dauerhaft einzusetzen, sondern nur bei Bedarf – zum Beispiel in Phasen mit stärkeren Schmerzen oder bei akuten Schüben.
  • mit einer niedrigen Dosierung zu beginnen und die tägliche Höchstdosis nicht zu überschreiten.
  • die Mittel ergänzend zu anderen wirksamen Behandlungen wie einer Bewegungstherapie anzuwenden.
  • eine längerfristige Einnahme mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen.

Vor der Einnahme von Schmerzmitteln ist es außerdem sinnvoll, mit der Arztpraxis oder Apotheke abzuklären, ob es Gründe gegen die Einnahme gibt. Dazu gehören andere Erkrankungen oder Medikamente, mit denen es Wechselwirkungen geben könnte. Hinweise gibt auch der Beipackzettel des Arzneimittels.

Wie gut helfen NSAR und Coxibe?

Eine Wissenschaftlergruppe aus Bern hat die aussagekräftigsten Studien zur Wirkung von und Coxiben bei Arthrose ausgewertet – insgesamt über 70 Studien mit fast 60.000 Teilnehmenden. Die wirksamsten Schmerzmittel sind Diclofenac 150 mg pro Tag und Etoricoxib 60 mg pro Tag.

Wie gut solche Schmerzmittel die Arthrose lindern, hat eine kanadische Wissenschaftlergruppe untersucht. Dabei zeigte sich in der Gesamtschau der insgesamt 70 Studien mit gut 28.000 Teilnehmenden:

  • Ohne entzündungshemmende Schmerzmittel besserten sich die Arthrose-Beschwerden bei 38 von 100 Personen.
  • Mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln besserten sich die Arthrose-Beschwerden bei 55 von 100 Personen.

Die Studien liefen über einen Zeitraum von drei Monaten. In dieser Zeit konnten die Medikamente die Beschwerden also bei etwa 17 von 100 Teilnehmenden lindern. Medikamente wirken aber nicht immer gleich – auch nicht bei derselben Person. Daher kann es sein, dass ein Mittel mal mehr, mal weniger gut hilft.

Auch Paracetamol wurde in mehreren Studien untersucht. Es hat sich zur Behandlung von Arthroseschmerzen aber nicht als wirksam erwiesen.

Wie häufig sind Nebenwirkungen und Komplikationen?

Die häufigste Nebenwirkung von entzündungshemmenden Schmerzmitteln sind Magenprobleme. Leichte Beschwerden wie Magenverstimmungen und Bauchschmerzen treten bei etwa 10 von 100 Personen auf. Die Mittel sind besser verträglich, wenn man sie zusammen mit einer Mahlzeit und viel Flüssigkeit einnimmt.

Seltener kommt es zu ernsthaften Komplikationen wie Schleimhautentzündungen, Geschwüren oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Das Risiko für solche Komplikationen steigt mit zunehmender Dosierung und Dauer der Einnahme. Es hängt auch vom eingesetzten Wirkstoff ab.

Medikamente zum Magenschutz wie Omeprazol oder Pantoprazol können die Verträglichkeit der Schmerzmittel verbessern und Magen-Darm-Komplikationen wirksam vorbeugen. Sie verringern die Produktion von Magensäure. Wann ein solcher Magenschutz sinnvoll ist, kann man mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen. Hochdosierte und Coxibe erhöhen bei dauerhafter Einnahme auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Machen NSAR und Coxibe abhängig?

Manche Menschen machen sich zu viele Sorgen über mögliche Risiken von Schmerzmitteln. Einige befürchten, davon abhängig zu werden. und Coxibe haben aber keine abhängig machende Wirkung.

Andere Menschen sorgen sich, dass sie Warnsignale ihres Körpers nicht mehr spüren, wenn sie Schmerzmittel nehmen. Dies ist medizinisch jedoch unbegründet: Chronische Schmerzen sagen viel weniger über den Zustand der Gelenke aus, als man glaubt.

Was kann gegen die Einnahme von NSAR und Coxiben sprechen?

Entzündungshemmende Schmerzmittel kommen nicht für alle Menschen infrage. Sie sollten nicht eingenommen werden bei:

  • akutem Magengeschwür
  • starker Nieren- oder Leberschwäche
  • ausgeprägter Herzschwäche
  • akuter innerer Blutung wie einer Magenblutung
  • starker Dehydratation (Flüssigkeitsmangel)
  • allergischen Reaktionen auf Schmerzmittel oder () in der Vergangenheit (zum Beispiel Asthmaanfälle, allergische Hautreaktionen oder allergischer Schnupfen)

Bei anderen Erkrankungen ist eine Einnahme von nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Es ist dann aber ratsam, vorher mit der Ärztin oder dem Arzt über die Vor- und Nachteile und über Alternativen zu sprechen. Dies gilt unter anderem bei:

  • leichten Störungen der Nieren- oder Leberfunktion
  • chronisch-entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen (zum Beispiel oder )
  • Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie
  • leichter Herzschwäche
  • Heuschnupfen, Nasenpolypen oder chronischen Atemwegserkrankungen
  • gleichzeitiger Einnahme bestimmter anderer Medikamente

Bestehen andere Erkrankungen oder werden die Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum eingenommen, werden regelmäßig Blut- und Urinwerte kontrolliert, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

Für eine möglichst sichere Anwendung von Schmerzmitteln ist es außerdem hilfreich, sich im Beipackzettel über die Anwendung und Anzeichen für mögliche Komplikationen zu informieren.

Ist das Schmerzmittel Metamizol („Novalgin“) eine Alternative?

Metamizol ist ein fiebersenkendes und entzündungshemmendes Schmerzmittel, das den ähnelt. Es gibt jedoch keine Studien zu seiner Wirksamkeit bei Arthrose. Das Mittel wird in Deutschland häufig eingesetzt, ist zur Behandlung von Arthrose aber nicht zugelassen und wird von medizinischen Fachgesellschaften auch nicht empfohlen.

Die Anwendung von Metamizol ist umstritten, da das Mittel zu einer zwar seltenen, aber sehr schweren Nebenwirkung führen kann, der sogenannten . Dabei nimmt die Zahl bestimmter weißer im Körper stark ab, was lebensbedrohlich werden kann. Mögliche Anzeichen für eine sind Fieber, Halsschmerzen und entzündete Schleimhäute. Dazu kommt es bei deutlich weniger als 1 von 1000 Personen, die Metamizol einnehmen.

Warum sind Opioid-Schmerzmittel bei Arthrose meist nicht sinnvoll?

sind verschreibungspflichtige Schmerzmittel, die zum Beispiel in der Notfall- und Intensivmedizin, zur Einleitung von Narkosen und zur Behandlung von krebsbedingten Schmerzen eingesetzt werden. Der bekannteste Vertreter dieser Wirkstoffgruppe ist das Morphin. Andere sind Buprenorphin, Codein, Hydromorphon, Oxycodon, Tapentadol, Tilidin und Tramadol.

können akute Schmerzen sehr wirksam lindern. Entgegen weit verbreiteter Annahmen gilt dies aber nicht für chronische Schmerzen: Aus Studien weiß man inzwischen, dass sie auch bei Arthrose nicht besser helfen als . Im Gegenteil: Es gibt Hinweise, dass ihre Wirkung schwächer ist und nach einigen Wochen nachlässt.

sollten deshalb bei Arthroseschmerzen nicht regelhaft eingesetzt werden. Sie können aber eine Möglichkeit sein, wenn zur kurzfristigen Behandlung starker Schmerzen mehrere Medikamente benötigt werden oder um die Zeit bis zu einer Operation zu überbrücken. kommen auch für Menschen infrage, die keine nehmen können.

können Nebenwirkungen wie Verstopfung, Übelkeit, sexuelle Lustlosigkeit, Schwindel und Müdigkeit auslösen und die Fahrtüchtigkeit herabsetzen. Zudem besteht ein geringes Risiko für eine lebensbedrohliche Überdosierung. Es ist daher sehr wichtig, sich an die Anwendungshinweise der Ärztin oder des Arztes zu halten und die Dosierung nicht ohne Rücksprache zu erhöhen. Dies gilt auch für opioidhaltige Pflaster (Fentanylpflaster).

Falls doch eingesetzt werden, raten Fachleute dazu, die Behandlung auf wenige Wochen bis Monate zu beschränken, weil sie körperlich abhängig machen können. Nach Schätzungen aus Studien entwickeln etwa 6 von 100 Menschen bei längerer Anwendung eine Abhängigkeit.

Mögliche Gründe gegen eine Behandlung mit Opioiden sind unter anderem Kopfschmerzerkrankungen, Fibromyalgie, eine entzündete Bauchspeicheldrüse, entzündliche Darmerkrankungen und Abhängigkeitserkrankungen.

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Aktualisiert am 02. Juni 2021
Nächste geplante Aktualisierung: 2024

Autoren/Herausgeber:

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