Können Spritzen ins Knie helfen?

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PantherMedia / Arne Trautmann

Zur Behandlung einer Kniearthrose wird manchmal oder Hyaluronsäure in das Kniegelenk gespritzt. Spritzen mit können die Beschwerden für einige Wochen lindern. Ein Nutzen von Hyaluronsäure ist nicht belegt. Behandlungen mit Eigenblut und sind nicht ausreichend untersucht.

Spritzen in den Gelenkspalt des Knies enthalten meist ein Medikament aus der Gruppe der Glukokortikoide („“) oder Hyaluronsäure. Manche Praxen und Kliniken bieten auch Spritzen mit aufgearbeitetem an (Eigenbluttherapie). Dazu wird Blut entnommen und mit einer Zentrifuge in verschiedene Bestandteile getrennt. Aus bestimmten körpereigenen und Botenstoffen wird dann ein Konzentrat hergestellt.

Manche Kortisonspritzen werden von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Behandlungen mit Hyaluronsäure und anderen Wirkstoffen müssen als individuelle Gesundheitsleistungen () selbst bezahlt werden. Nur für Kortisonspritzen ist nachgewiesen, dass sie Kniearthrose vorübergehend lindern können.

Bei allen Spritzen besteht das geringe Risiko einer Gelenkinfektion. Dazu kann es kommen, wenn mit der Nadel Keime ins Gelenk gelangen. Dies passiert bei schätzungsweise 4 von 10.000 Injektionen. Eine Gelenkentzündung kann zu schweren Komplikationen führen. Bei Kortisonspritzen ist das Risiko für Gelenkinfektionen vermutlich etwas höher als bei anderen Wirkstoffen, da die Immunabwehr im Gelenk schwächt.

Wegen des möglichen Infektionsrisikos raten medizinische Fachgesellschaften dazu, sich nur von erfahrenen Ärztinnen und Ärzten eine Spritze geben zu lassen, die auf Hygienestandards achten und zum Beispiel die Haut vor der Injektion richtig desinfizieren.

Wie gut helfen Kortisonspritzen?

Mehrere internationale Wissenschaftlergruppen aus der Schweiz, Finnland, den USA und Kanada haben systematisch Studien zu Kortisonspritzen bei Kniearthrose ausgewertet. Ihre Analyse hat ergeben, dass Kortisonspritzen die Beschwerden bei 10 bis 20 von 100 Personen für bis zu acht Wochen lindern können. Die Ergebnisse weisen außerdem darauf hin, dass

  • die Spritzen keinen Vorteil bringen, wenn gleichzeitig eine Bewegungstherapie gemacht wird.
  • eine mit angeleiteten Übungen für zu Hause langfristig besser hilft als Kortisonspritzen.
  • wiederholte Kortisonspritzen über einen längeren Zeitraum den Gelenkknorpel schwächen könnten.

Mögliche Nebenwirkungen von Kortisonspritzen sind Schmerzen und Schwellungen an der Einstichstelle. Bei mehrfacher Anwendung kann die Haut an der Einstichstelle auch dauerhaft heller werden. In den Tagen nach der Behandlung können die Muskeln und Bänder etwas geschwächt sein.

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie empfiehlt Kortisonspritzen zur kurzzeitigen Behandlung von akuten starken Knieschmerzen, wenn andere wirksame Behandlungen nicht ausreichen. Manche Fachleute empfehlen, zwischen einzelnen Spritzen einen Abstand von mindestens zwölf Wochen einzuhalten.

Wenn der Einsatz eines künstlichen Kniegelenks geplant ist, sollte in den drei Monaten vor der Operation kein in das Gelenk gespritzt werden. Denn die Spritze erhöht das Risiko, dass sich das neue Gelenk mit infiziert.

Was zeigen Studien zu Hyaluronsäure?

Hyaluronsäure ist eine körpereigene Substanz, die in den Gelenken als „Schmiermittel“ wirkt. Spritzen mit Hyaluronsäure sollen die natürlich im Gelenk vorkommende Hyaluronsäure ergänzen. Manchmal werden sie als „Knorpelaufbau-Spritzen“ bezeichnet. Dies ist aber irreführend: Wissenschaftliche Belege, dass Hyaluronsäure-Präparate den Knorpel wiederaufbauen könnten, gibt es nicht.

Während Spritzen mit kurzfristig helfen sollen, wird Hyaluronsäure eine längerfristige Wirkung zugeschrieben. Mehrere Auswertungen unabhängiger Wissenschaftlergruppen zeigen jedoch keinen klaren Nutzen: Spritzen mit Hyaluronsäure wirkten in den aussagekräftigsten Studien nicht besser als ein (Spritzen mit Kochsalz).

Fachleute geben unterschiedliche Empfehlungen zu Hyaluronsäure: Einige raten davon ab, andere sehen darin eine Alternative vor allem für Menschen, die keine Schmerzmittel nehmen können oder bei denen eine Behandlung mit Schmerzmitteln nicht ausreicht.

Hyaluronsäure-Spritzen können vorübergehend zu Schmerzen, Rötungen und Schwellungen im Gelenk führen. Weitere Informationen finden sich auf der Website www.IGeL-Monitor.de, herausgegeben vom Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS).

Kann eine „Eigenblutbehandlung“ helfen?

Bei Spritzen mit „Eigenblut“ werden einige Milliliter körpereigenes Blut aus einer Vene entnommen. Das und die werden in der Arztpraxis mit einer Zentrifuge voneinander getrennt. Dieses „plättchenreiche “, auch ACP oder PRP abgekürzt, wird dann in das Kniegelenk gespritzt. Sogenannte , die von den freigesetzt werden, sollen eine Erholung des Gelenkknorpels anregen. Allerdings enthält plättchenreiches Plasma auch Substanzen, die zum Beispiel Entzündungen verstärken können.

Bislang ist nicht nachgewiesen, dass eine Eigenbluttherapie Beschwerden einer Kniearthrose lindern kann. Aussagekräftige Studien stehen noch aus.

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie empfiehlt Spritzen mit plättchenreichem Plasma derzeit nicht. Die internationale Arthrose-Forschungsgesellschaft OARSI und die amerikanische Rheuma-Fachgesellschaft (ACR) raten in ihren aktuellen Leitlinien sogar davon ab.

Was weiß man über Spritzen mit körpereigenen Stammzellen?

können sich – je nach Herkunft – zu verschiedenen Arten von Körperzellen ausbilden. So können zum Beispiel aus dem Fettgewebe gewonnen und im Labor vermehrt werden.

Man hofft, dass solche Zellen im Knie entzündungslindernd wirken und zu einer Neubildung von Knorpel beitragen. Aus Laborversuchen ist jedoch bekannt, dass nach dem Spritzen nur wenige überleben oder im Gelenk verbleiben.

Es fehlt noch an aussagekräftigen Studien zur Wirkung einer Stammzellbehandlung bei Kniearthrose. Deshalb ist ihr Nutzen für Menschen mit Kniearthrose unklar. Auch von Spritzen mit körpereigenen raten medizinische Fachgesellschaften derzeit ab.

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Aktualisiert am 02. Juni 2021
Nächste geplante Aktualisierung: 2024

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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