Was kann ich selbst für meine Herzgesundheit tun?

Foto von Mann bei einer Radtour
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Eine KHK wird vor allem mit Medikamenten behandelt. Daneben kann man selbst einiges für die Herzgesundheit tun: zum Beispiel als Raucherin oder Raucher eine Entwöhnung versuchen, auf ausreichend Bewegung achten und bei Übergewicht abnehmen.

Wer Folgeerkrankungen einer KHK vorbeugen will, kann auf eine gesunde Lebensweise achten. Dazu gibt es eine Fülle von Ratschlägen. Veränderungen der Lebensweise sind aber oft schwierig und erfordern Durchhaltevermögen – besonders dann, wenn nicht sofort Verbesserungen spürbar sind. Unterstützung von anderen kann hilfreich sein, zum Beispiel wenn die ganze Familie sich gesünder ernährt oder wenn man sich mit Freunden zu gemeinsamen sportlichen Aktivitäten trifft.

Rauchstopp

Rauchen ist – neben dem Alter – der bedeutsamste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem erhöht Rauchen das Risiko für viele andere Krankheiten – insbesondere für Krebs und Atemwegserkrankungen. Wer mit dem Rauchen aufhört, kann daher seine Lebenserwartung deutlich erhöhen. Zwar gelingt es meist nicht auf Anhieb, mit dem Rauchen aufzuhören, aber viele Menschen schaffen es irgendwann. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die den Rauchstopp erleichtern können.

Ernährung

Tipps zu gesunder Ernährung, Diätvorschläge und spezielle Ernährungstheorien gibt es in unüberschaubarer Zahl. Für die meisten dieser Ratschläge gibt es aber keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege. Eine mediterrane Kost, die reich an Obst und Gemüse, Nüssen und Vollkornprodukten ist, gilt allgemein als gesund. Bei KHK wird zudem oft empfohlen, weniger Salz und gesättigte Fettsäuren zu verzehren. Salz kann den Blutdruck erhöhen, gesättigte Fettsäuren können sich ungünstig auf die Cholesterinwerte auswirken.

Studien liefern Hinweise darauf, dass eine Ernährung, die arm an gesättigten Fettsäuren ist, das Risiko für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte senken kann. Sich grundsätzlich fettarm zu ernähren, ist nicht nötig. Entscheidend ist vielmehr, gesättigte Fette möglichst durch ungesättigte zu ersetzen – also zum Beispiel mehr pflanzliche Lebensmittel zu essen als Fleisch und fettreiche Milchprodukte. Auch frittierte Lebensmittel enthalten viele gesättigte Fettsäuren.

Das meiste Salz, das wir zu uns nehmen, befindet sich in Fertigprodukten. Aber auch manche Brotsorten enthalten viel Salz. Wer seinen Salzkonsum reduzieren möchte, erreicht dies also am ehesten, wenn er von diesen Lebensmitteln weniger isst.

Körperliche Aktivität

Manche Menschen mit KHK haben Angst davor, ihren Körper zu belasten und meiden deshalb körperliche Anstrengung. Wer eine KHK hat, achtet vielleicht auch mehr auf Signale des Körpers und ist daher besonders vorsichtig. Dies kann gerade bei Menschen mit Angina-Pectoris-Beschwerden der Fall sein. Tatsächlich treten Herzinfarkte häufiger nach starker körperlicher Belastung auf. Grundsätzlich brauchen Menschen mit KHK aber keine Angst vor körperlicher Aktivität zu haben – im Gegenteil: Wer körperlich aktiv bleibt, hat eine bessere Kondition und ist dadurch im Alltag belastbarer. Menschen, die regelmäßig aktiv sind, sind auch weniger anfällig für Herzprobleme infolge von akuter Anstrengung. Zudem wirkt sich Bewegung oft auch positiv auf das Gemüt aus.

Die meisten Fachleute raten Menschen mit KHK, aktiv zu bleiben und mehrmals pro Woche leichten Ausdauersport zu treiben. Eine gängige Empfehlung lautet zum Beispiel, an mindestens drei Tagen pro Woche 15 bis 60 Minuten schnell zu gehen, zu laufen, Rad zu fahren oder zu schwimmen. Wer unsicher ist, welcher Sport und wie viel geeignet ist, kann das mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen. Sinnvoll ist außerdem, langsam anzufangen und die Belastung allmählich zu steigern, um das richtige Maß zu finden.

Gewicht abnehmen

Übergewicht wird oft für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich gemacht. Von Übergewicht spricht man, wenn der () zwischen 25 und 30 liegt. Untersuchungen zeigen aber, dass ein Übergewicht in diesem Bereich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen kaum oder gar nicht erhöht.

Liegt der über 30, spricht man von Fettleibigkeit oder Adipositas. Menschen mit Adipositas haben tatsächlich öfter mit Herz-Kreislauf-Krankheiten zu tun als Normalgewichtige oder leicht Übergewichtige. Ob Menschen mit KHK durch eine Gewichtsreduktion ihr Risiko für Folgeerkrankungen senken können, ist allerdings bislang unklar.

Grenzen einer gesunden Lebensweise

Viele Empfehlungen zur Ernährung oder zum persönlichen Lebensstil sind wissenschaftlich nicht gut untersucht. Zudem können auch Menschen eine KHK entwickeln, die Normalgewicht haben, sich gesund ernähren und nicht rauchen. Die Lebensgewohnheiten sind nur einige von vielen Faktoren, die die Gesundheit beeinflussen. Viele andere wie etwa das Alter, das Geschlecht und die familiäre Veranlagung lassen sich nicht ändern.

Nahrungsergänzungsmittel

Omega-3-Fettsäuren finden sich vor allem in Meeresfisch, aber zum Beispiel auch in Raps- oder Leinöl. Sie werden auch als Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform verkauft. Die Forschungsergebnisse zu Omega-3-Fettsäuren sind allerdings ernüchternd: Eine zusammenfassende Auswertung von Studien, an denen über 35.000 Menschen mit einer Erkrankung der Herzgefäße teilnahmen, ergab keine Hinweise auf einen Nutzen. Die Präparate hatten keinen Einfluss auf das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle oder andere Folgeerkrankungen einer KHK. Auch für Omega-6-Fettsäuren, die vor allem in Färberdistelöl vorkommen, zeigen bisherige Studien keinen Nutzen.

Manche Menschen nehmen regelmäßig mit Vitaminen ein, um sich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen. Diese Mittel sollen die Produktion von „freien Radikalen“ im Körper hemmen – Stoffen, denen eine schädliche Wirkung auf die Zellen zugeschrieben wird. Tatsächlich zeigen Langzeitstudien mit mehr als 300.000 Teilnehmenden aber, dass Vitaminpräparate keinen gesundheitlichen Nutzen haben. Im Gegenteil: Einige dieser Präparate verringern offenbar sogar die Lebenserwartung.

Vitaminpräparate sind außerdem nicht frei von Nebenwirkungen. Vitamin E, und können beispielsweise Verstopfung, Durchfall und Blähungen hervorrufen. Sehr große Mengen Vitamin A und C können Juckreiz auslösen.

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Aktualisiert am 12. Juli 2017
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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