Lungenentzündung: Was ist bei älteren Menschen zu beachten?

Foto von Patientin und Ärztin beim Hausbesuch
PantherMedia / obencem

Wenn ältere Menschen an einer Lungenentzündung erkranken, können typische Symptome wie Fieber, Husten und Auswurf fehlen. Dann ist die manchmal nur schwer zu erkennen. Ältere Menschen benötigen oft eine intensivere Behandlung als jüngere Erwachsene und haben ein höheres Risiko für Komplikationen.

Chronische Erkrankungen – etwa der Lunge oder des Herzens – sind im Alter häufiger als in jungen Jahren. Ältere Menschen bekommen deshalb leichter eine Lungenentzündung () als jüngere. Die Erkrankung kann im Alter auch anders oder schwerer verlaufen.

Wie macht sich eine Lungenentzündung bei älteren Menschen bemerkbar?

Eine Lungenentzündung kann auch bei älteren Menschen zu Fieber, Husten und Auswurf führen. Diese Symptome sind aber häufig weniger stark als bei jüngeren, manchmal fehlen sie auch ganz oder andere Symptome stehen im Vordergrund – zum Beispiel Durchfall oder eine zunehmende Verwirrtheit.

Unabhängig von der Art der Beschwerden führt eine Lungenentzündung bei älteren Menschen häufiger zu Komplikationen. Deshalb ist es ratsam, frühzeitig zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen oder um einen Hausbesuch zu bitten, wenn man selbst oder Angehörige das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt. Mögliche Anzeichen für eine Lungenentzündung können sein:

  • zunehmende Verwirrtheit, Teilnahmslosigkeit oder zeitweise Bewusstlosigkeit,
  • Atemnot und / oder schnelles Atmen (mehr als 30 Atemzüge pro Minute),
  • Herzrasen (Puls über 120 Schläge pro Minute),
  • Kreislaufschwäche mit Blutdruckabfall (oberer, systolischer Wert unter 90 mmHg oder unterer, diastolischer Wert unter 60 mmHg),
  • hohes Fieber (40 Grad Celsius oder höher) oder sehr niedrige Temperatur (35 Grad Celsius oder tiefer).

Ältere Menschen mit chronischen Grunderkrankungen wie , Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit, Diabetes mellitus oder chronischer Nierenerkrankung sollten bei einer Lungenentzündung rasch ärztliche Hilfe suchen.

Wie wird eine Lungenentzündung bei älteren Menschen behandelt?

Das Alter spielt bei der Behandlung der Lungenentzündung eine wesentliche Rolle. Wer älter als 65 Jahre ist, eine Grunderkrankung hat oder sich allein zu Hause nicht versorgen kann, wird meist im Krankenhaus behandelt.

Wenn eingesetzt werden, ist es vor allem wichtig, ob die Lungenentzündung zu Hause, im Senioren- oder Pflegeheim oder im Krankenhaus aufgetreten ist. Da in Heimen und Krankenhäusern spezielle vorkommen, werden dann gegeben, die auch diese Erreger bekämpfen können.

Bei der Auswahl der Wirkstoffe wird auch berücksichtigt, ob in den vergangenen drei Monaten bereits Antibiotika eingenommen wurden. Dann wird ein Antibiotikum verschrieben, das gegen sogenannte multiresistente Erreger wirkt.

Wie können ältere Menschen Lungenentzündungen vorbeugen?

Menschen ab 60 Jahren werden aufgrund des höheren Risikos für eine Lungenentzündung zwei Impfungen empfohlen: die Grippe- und die Pneumokokken-Schutzimpfung. Die Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für beide Impfungen. Die Impfstoffe kann man sich am gleichen Tag spritzen lassen. Die Grippe-Schutzimpfung wird jährlich erneuert, da sich die Grippeviren von Jahr zu Jahr unterscheiden. Die Pneumokokken-Impfung ist mehrere Jahre wirksam, nach sechs Jahren ist eine Auffrischung sinnvoll. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt auf www.impfen-info.de ausführliche Informationen zur Pneumokokken-Schutzimpfung und anderen empfohlenen Impfungen zur Verfügung.

Was bedeutet es, wenn man am Lebensende erkrankt?

Bei Menschen, die durch hohes Alter und mögliche chronische Erkrankungen wie Herz- oder sehr gebrechlich geworden sind, kann eine Lungenentzündung so schwer verlaufen, dass sie sich nicht mehr davon erholen. Die Behandlung zielt dann nicht auf eine Heilung ab, sondern auf eine möglichst wirksame Linderung der Beschwerden. Eine gute Betreuung und Pflege tragen dazu bei, die letzte Phase des Lebens zu erleichtern und persönliche Wünsche so gut es geht zu berücksichtigen. Für manche Menschen ist es zum Beispiel wichtig, zu Hause sterben zu können und nicht mehr in ein Krankenhaus eingewiesen zu werden.

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Aktualisiert am 29. Oktober 2020
Nächste geplante Aktualisierung: 2023

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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