Wo soll mein Kind zur Welt kommen?

Foto von Mutter mit Neugeborenem

Klinik, oder zu Hause – diese Orte unterscheiden sich zum Beispiel darin, welche medizinische Versorgung möglich ist und wie die Begleitung während der Geburt aussieht. Eine Geburt außerhalb einer Klinik ist nur möglich, wenn es keine besonderen Risiken für gesundheitliche Probleme bei Frau oder Kind gibt.

In Deutschland werden pro Jahr knapp 700.000 Kinder geboren. Die meisten kommen in einer Klinik zur Welt – etwa 98 von 100 Kindern. Manche Frauen entscheiden sich dafür, ihr Kind außerhalb einer Klinik zu bekommen und zum Beispiel in ein zu gehen. Neben medizinischen Aspekten sind auch individuelle Wünsche und Bedürfnisse bei der Wahl des Geburtsorts wichtig.

Kann ich selbst entscheiden, wo mein Kind zur Welt kommt?

Schwangere können entscheiden, wo sie ihr Kind bekommen möchten. Für eine vaginale Geburt können sie sich in einer Klinik oder einem anmelden oder eine Hausgeburt planen. Ein ist nur in einer Klinik möglich.

Wenn die Schwangerschaft unkompliziert war und keine besonderen Probleme bei der Geburt erwartet werden, kann die Geburt im oder zu Hause geplant werden. Dagegen sprechen zum Beispiel bestimmte Vorerkrankungen wie Blutgerinnsel (etwa tiefe Venenthrombosen) in der Schwangerschaft oder Probleme mit der . Auch wenn die Geburt vor der 38. Woche (Frühgeburt) oder nach der 42. Woche (Übertragung) beginnt, raten Fachleute von einer Geburt im oder zu Hause ab.

Die Schwangere bespricht mit ihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen und ihrer Hebamme, was für sie infrage kommt.

Klinik, Geburtshaus, Hausgeburt – was sind die Unterschiede?

In Geburtskliniken kümmern sich Hebammen zusammen mit Pflegefachpersonen, Ärztinnen und Ärzten um die Frau und ihr Kind. Neben den Ärztinnen und Ärzten für Geburtshilfe sind, wenn nötig, auch andere Fachrichtungen beteiligt, beispielsweise , Chirurgie oder Kinderheilkunde. In einigen Kliniken gibt es einen Hebammenkreißsaal. Dort werden Ärztinnen und Ärzte nur bei Bedarf hinzugerufen.

Geburtshäuser werden von Hebammen geleitet. Dort arbeiten keine Ärztinnen und Ärzte.

Bei einer Hausgeburt begleitet eine Hebamme die Schwangere in ihrem eigenen Zuhause.

In einem und bei einer Hausgeburt wird die Schwangere in der Regel von der Hebamme betreut, die sie auch schon in der Schwangerschaft begleitet hat. Die Hebamme kümmert sich während der Geburt nur um sie (Eins-zu-eins-Betreuung).

In vielen Kliniken wird ebenfalls eine Eins-zu-eins-Betreuung angestrebt. Es ist dort aber auch möglich, dass sich die Hebamme um mehrere Frauen gleichzeitig kümmern muss. In Geburtshäusern und Kliniken kann es zu Schichtwechseln kommen. Dann übergibt die Hebamme die Betreuung an eine andere Hebamme. Kommt es bei einer außerklinischen Geburt oder danach zu Problemen, ist eine Verlegung in eine Klinik nötig. Dort werden Mutter und Kind ärztlich betreut. Auch Schmerzbehandlungen wie eine PDA stehen nur in einer Klinik zur Verfügung.

Wichtig ist:

Oft ist es hilfreich, sich vorab zu überlegen, was man möchte – jedoch ist bei einer Schwangerschaft und Geburt nicht alles planbar und ihr Verlauf lässt sich nicht vorhersagen.

Was ist eine Geburtsklinik?

Krankenhäuser mit einer Abteilung für Geburtshilfe werden umgangssprachlich auch „Geburtskliniken“ genannt. Manche heißen fachsprachlich „Perinatalzentrum“. „Perinatal“ ist der medizinische Begriff für die Zeit rund um die Geburt.

In diesen Kliniken gibt es Kreißsäle, Operationssäle und eine Station, auf der Mutter und Kind nach der Geburt betreut werden und sich erholen können. Da die ersten Wochen nach der Geburt auch Wochenbett heißen, wird diese Station oft als Wochenstation bezeichnet.

Die Kliniken unterscheiden sich darin, welche medizinische Versorgung sie anbieten. Manche Kliniken leisten eine Grundversorgung und haben keine Kinderklinik. Andere sind auf Risikoschwangerschaften und Kinder mit gesundheitlichen Problemen spezialisiert. Entweder arbeiten sie mit einer Kinderklinik zusammen oder haben eine eigene Kinderklinik. Der Fachbereich, der sich um die Gesundheit von Neugeborenen kümmert, heißt Neonatologie.

Wenn es Mutter und Kind gut geht, bleiben sie nach der Geburt meist für wenige Tage in der Klinik. Wer möchte, kann auch am selben Tag wieder nach Hause gehen. Das wird ambulante Geburt genannt.

Welche Versorgungsstufen gibt es?

Kliniken mit geburtshilflicher Abteilung werden in vier Versorgungsstufen eingeteilt. Sie richten sich danach, welche medizinischen Möglichkeiten die Klinik zur Verfügung stellt:

  • Stufe 1: Perinatalzentrum Level 1
    In Level-1-Kliniken können alle Geburten betreut werden. Sie haben eine angegliederte Kinderklinik und sind auch für Kinder ausgestattet, die direkt nach der Geburt eine intensive medizinische Betreuung brauchen. Dazu gehören Kinder mit schweren Erkrankungen oder Behinderungen sowie Kinder, die vor der 30. Woche geboren werden. Diese Kliniken begleiten auch Frauen, die mit drei oder mehr Kindern schwanger sind.
  • Stufe 2: Perinatalzentrum Level 2
    In Level-2-Kliniken können alle Geburten ab der 30. Schwangerschaftswoche betreut werden – also ab 11 Wochen vor dem errechneten Termin. Diese Kliniken haben eine angegliederte Kinderklinik und sind auch für Geburten ausgestattet, bei denen das Risiko für gesundheitliche Probleme erhöht ist – etwa, weil die Schwangere eine Krankheit hat, die sich auf das Kind auswirken kann.
  • Stufe 3: Klinik mit perinatalem Schwerpunkt
    Diese Kliniken haben eine angegliederte Kinderklinik oder arbeiten eng mit einer solchen zusammen. Sie betreuen Geburten ab der 33. Woche, wenn das Gewicht des Kindes auf mindestens 1,5 kg geschätzt wird. Auch Schwangere mit Krankheiten, die sich wahrscheinlich nicht auf das Kind auswirken, können hier gebären.
  • Stufe 4: Geburtsklinik ohne angegliederte Kinderklinik
    Sind bei der Schwangeren und dem Kind keine besonderen Risiken bekannt, kann das Kind in einer Klinik der Stufe 4 zur Welt kommen. Hier sind Geburten ab der 38. Schwangerschaftswoche möglich, also ab 3 Wochen vor dem errechneten Termin (ET). Diese Geburtskliniken haben keine angegliederte Kinderklinik. Bei Bedarf wird das Neugeborene in eine Kinderklinik verlegt.

Gut zu wissen:

Zu welcher Versorgungsstufe eine Klinik gehört, lässt sich zum Beispiel auf der Klinik-Website, bei Infoveranstaltungen oder telefonisch herausfinden.

Wie sind Geburtskliniken ausgestattet?

Unabhängig von der Versorgungsstufe unterscheiden sich die einzelnen Kliniken in Angebot und Ausstattung. Dazu gehört zum Beispiel, wie viel und welches Personal verfügbar ist. In einigen Kliniken gibt es zum Beispiel Personal mit einer Weiterbildung zur Stillberatung (Laktationsberatung).

Die Hebammen können bei der Klinik angestellt sein oder dort freiberuflich arbeiten. Es gibt auch Begleit-Beleghebammen, die die Frau schon während der Schwangerschaft betreuen, die Geburt in der Klinik begleiten und die Nachsorge übernehmen.

Im Kreißsaal gibt es zum Beispiel oft verstellbare Betten, Sprossenwände, Geburtswannen, Hocker und Sitzbälle, um während der Geburt verschiedene Körperhaltungen auszuprobieren.

Auch die Betreuung nach der Geburt kann sich je nach Klinik unterscheiden: etwa darin, ob Familienzimmer verfügbar sind, in denen auch die Partnerin oder der Partner übernachten kann, oder welche Besuchszeiten die Wochenstation hat.

Geburtskliniken bieten Online-Veranstaltungen oder Führungen durch ihre Kreißsäle an. Dabei kann man sich die Räume und die Ausstattung anschauen, sich mit dem Personal unterhalten und herausfinden, ob man sich dort wohlfühlt. Hilfreich ist, sich vorab zu überlegen, was die eigenen Wünsche und Bedürfnisse für die Geburt sind, und gezielt nach diesen Möglichkeiten zu fragen.

Was ist ein Hebammenkreißsaal?

Ein Hebammenkreißsaal wird von Hebammen geleitet. Damit unterscheidet er sich von den meisten anderen Kreißsälen, die unter ärztlicher Leitung stehen. Konkret bedeutet das: In einem hebammengeleiteten Kreißsaal wird eine Ärztin oder ein Arzt nur dann hinzugerufen, wenn die Hebamme das während der Geburt für notwendig erachtet oder es sich die Frau wünscht. Das kann zum Beispiel sein, wenn sie eine Periduralanästhesie (PDA) zur Schmerzlinderung möchte.

Da sich der Hebammenkreißsaal in einer Klinik befindet, ist bei Bedarf eine schnelle ärztliche Versorgung möglich. Kliniken aller vier Versorgungsstufen bieten Hebammenkreißsäle an – es gibt sie aber nicht überall.

Hebammenkreißsäle sollen vaginale Geburten in ruhiger Atmosphäre mit möglichst wenig medizinischem Eingreifen ermöglichen. Dazu gehört eine Eins-zu-eins-Betreuung, bei der dieselbe Hebamme während ihrer Schicht zuständig ist. Bei Bedarf und zum Ende der Geburt unterstützt eine zweite Hebamme.

Das Angebot richtet sich an Schwangere ohne besondere gesundheitliche Risiken. Wer sich dafür interessiert, kann ein Vorgespräch in der Klinik ausmachen. Dort erklärt die Hebamme die Besonderheiten eines Hebammenkreißsaals und welche gesundheitlichen Voraussetzungen es gibt. Dann kann man gemeinsam besprechen, ob eine Geburt im Hebammenkreißsaal infrage kommt.

Wie melde ich mich in einer Geburtsklinik an?

Es ist kein Muss, sich vorab in einer Geburtsklinik anzumelden. Bei vielen Kliniken ist es jedoch erwünscht, um die Geburt zu planen und Formalitäten vorab zu erledigen – damit alles gut vorbereitet ist, wenn sich das Kind ankündigt. Auch wer in eine bestimmte „Wunschklinik“ möchte, meldet sich am besten frühzeitig dort an. Wie die Anmeldung abläuft, kann sich je nach Klinik unterscheiden und hängt auch davon ab, wie es der Schwangeren und dem Kind geht und ob eine vaginale Geburt oder ein geplant ist.

Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft kann eine telefonische Anmeldung oder eine Online-Anmeldung über die Website der Klinik ausreichen. Schwangere können aber auch einen persönlichen Termin in der Klinik vereinbaren, der etwa 4 bis 5 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin liegt.

Welche Unterlagen für die Anmeldung nötig sind, erfährt man oft auf der Website der jeweiligen Klinik oder kann telefonisch nachfragen. Neben der Versicherungskarte können das ein Anmeldebogen, der und weitere ärztliche Dokumente sein, etwa zu Vorerkrankungen.

Bei dem Termin können die Geburt geplant und offene Fragen geklärt werden. Die Schwangere kann ihre Wünsche und Bedürfnisse für die Geburt besprechen. Diese können auch in einem sogenannten Geburtsplan aufgeschrieben und bei der Klinik hinterlegt werden. Darin kann man zum Beispiel notieren, ob es konkrete Vorstellungen zur Schmerzbehandlung gibt. Auch Ängste, etwa vor Nadeln, können thematisiert werden, sowie belastende frühere Erfahrungen und wenn man an bestimmten Körperstellen nicht angefasst werden möchte.

Wenn die Schwangere dies möchte, ist vorab auch das Aufklärungsgespräch für eine Periduralanästhesie (PDA) möglich.

Was ist ein Geburtshaus?

In einem – oder manchmal in einer Hebammenpraxis – können Kinder außerhalb einer Klinik zur Welt kommen. Geburtshäuser werden von Hebammen geleitet. Die Geburtsräume sind möglichst wohnlich gestaltet und so eingerichtet, dass die Frau verschiedene Geburtspositionen ausprobieren kann. Neben einem Bett gibt es zum Beispiel oft Gebärwannen, Hocker und Sitzbälle. Zudem gibt es Badezimmer und Untersuchungsräume. Manche Geburtshäuser befinden sich in der Nähe einer Klinik oder auf einem Klinikgelände.

Die meisten Geburtshäuser bieten regelmäßige Infoveranstaltungen an, bei denen man sich die Räumlichkeiten anschauen und Fragen stellen kann.

Entscheidet man sich für eine Geburt im , können auch die Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft sowie weitere Beratungen und Kurse bereits dort stattfinden. So lernt die Schwangere die Hebammen vorab kennen und kann ihre Wünsche für die Geburt besprechen.

Gut zu wissen:

Wer sein Kind in einem bekommen möchte, sollte sich möglichst früh dort anmelden, da es nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen gibt.

Während der Geburt wird die Frau von der ihr vertrauten Hebamme betreut. Diese hilft dabei, mit den Schmerzen umzugehen, ermutigt die Frau und achtet darauf, wie es ihr und dem Kind geht. Zur Unterstützung kann eine zweite Hebamme hinzugezogen werden. Der Partner, die Partnerin oder eine andere vertraute Person kann bei der Geburt dabei sein.

Nach der Geburt erholen sich Mutter und Kind für einige Stunden im und lernen einander kennen. Wenn gewünscht, unterstützt die Hebamme beim ersten Stillen. Eine Geburt im ist eine ambulante Geburt – das heißt, einige Stunden nach der Geburt gehen Mutter und Kind nach Hause.

Was ist eine Hausgeburt?

Kinder können auch zu Hause zur Welt kommen. Wer sich für eine Hausgeburt entscheidet, wird in der Regel vor, während und nach der Geburt von einer freiberuflichen Hebamme begleitet und betreut. Durch die Termine während der Schwangerschaft lernt man sich kennen und bereitet die Geburt zusammen vor. Neben medizinischen und emotionalen Aspekten gehören auch ganz praktische Dinge dazu. Beispielsweise muss ein geeigneter Raum ausgewählt und für die Geburt hergerichtet werden, etwa mit Unterlagen und Handtüchern.

Bei einer Hausgeburt kann die Frau selbst bestimmen, wie viele Personen sie bei der Geburt dabeihaben möchte. Sie kann sich zum Beispiel zusätzlich zur Hebamme von ihrem Partner, ihrer Partnerin, einer Freundin, einer Angehörigen oder einer unterstützen lassen. Auch Geschwisterkinder können in der Nähe sein.

In den Wochen um den errechneten Geburtstermin hat die Hebamme Rufbereitschaft. Wenn es losgeht, kommt die Hebamme und bleibt für die gesamte Dauer der Geburt. Steht die Geburt kurz bevor, kommt in der Regel eine zweite Hebamme zur Unterstützung dazu.

Wie werde ich bei einer außerklinischen Geburt medizinisch versorgt?

Die Hebamme überwacht während der Geburt, wie es der Frau und dem Kind geht. Sie ist gut ausgebildet, die Geburt medizinisch zu begleiten, und kontrolliert zum Beispiel die Herztöne des Kindes. Sie erkennt, wenn eine ärztliche Versorgung nötig ist.

Nach der Geburt nabelt die Hebamme das Neugeborene ab und untersucht es. Sie kümmert sich auch um kleinere Geburtsverletzungen der Mutter wie einen leichten .

Wie sicher sind Geburtshaus- und Hausgeburten?

Wie sicher Geburtshaus- und Hausgeburten im Vergleich zu Geburten in der Klinik sind, lässt sich nicht einfach beantworten. Ein Grund dafür ist, dass Schwangere bei gesundheitlichen Risiken ihre Kinder ohnehin in der Klinik bekommen. Daher kann man die Daten zu den Geburten nicht direkt vergleichen. Geburten in der Klinik und außerhalb von Kliniken werden in Deutschland getrennt erfasst. Eine gemeinsame Dokumentation, die alle Geburten vergleichbar abbildet, gibt es nicht.

Wann ist es nötig, doch in eine Klinik zu fahren?

Auch nach einer unkomplizierten Schwangerschaft kann eine Geburt anders laufen als erwartet. Wenn sich bei einer Geburt im oder zu Hause Probleme andeuten oder es zu Komplikationen kommt, kann es nötig sein, in eine Geburtsklinik zu fahren. Auch eine Schmerzbehandlung mit Opioiden oder eine PDA ist nur in einer Klinik möglich.

Bei Bedarf sorgt die Hebamme dafür, dass die Frau in eine Klinik verlegt wird, und ruft je nach Dringlichkeit den Rettungsdienst.

Etwa 18 von 100 Frauen, die ihr Kind in einem oder zu Hause bekommen möchten, wechseln kurz vor oder während der Geburt noch in eine Klinik. Die häufigsten Gründe sind:

  • eine sehr langsam oder nicht voranschreitende Geburt
  • der persönliche Wunsch der Schwangeren
  • ein und keine ausreichenden Wehen
  • auffällige Herztöne des Kindes

Meist ist genug Zeit, um in Ruhe zur Klinik zu fahren. Seltener handelt es sich um einen Notfall, bei dem die Frau möglichst schnell dorthin gebracht wird.

Auch wenn es Mutter oder Kind nach der Geburt nicht gut geht, kann eine Behandlung in einer Klinik nötig sein. Das betrifft etwa 5 von 100 Müttern und 2 von 100 Kindern. Eine Behandlung ist zum Beispiel notwendig, wenn die Mutter stark blutet, Geburtsverletzungen ärztlich versorgt werden müssen oder es zu Kreislaufproblemen kommt. Gründe, weshalb Kinder nach der Geburt in der Klinik behandelt werden, sind zum Beispiel Atem- und Kreislaufprobleme sowie Infektionen.

Was kann ich bei einer Geburt außerhalb einer Klinik zur Sicherheit vorbereiten?

Die Geburt außerhalb einer Klinik plant die Schwangere zusammen mit ihrer Hebamme und in Absprache mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt. Sicherheitshalber kann sie sich zudem in einer Klinik anmelden und eine Tasche für den Aufenthalt dort packen – falls sie sich doch umentscheidet oder medizinische Gründe für die Geburt in einer Klinik sprechen.

Auch wenn keine Risiken bekannt waren, kann es während der Geburt zu Komplikationen kommen. Daher bespricht man mit der Hebamme vorab einen Notfallplan. Wichtig zu bedenken ist, wie weit die nächste Klinik entfernt ist und wie lange man mit dem Auto oder dem Krankenwagen unterwegs wäre.

Bezahlt die Krankenkasse eine Geburt außerhalb einer Klinik?

In der Regel übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für eine Geburt im oder für eine Hausgeburt. Die Rufbereitschaft der Hebamme muss selbst bezahlt werden. Dafür können etwa 500 bis 1500 Euro anfallen. Manche Kassen übernehmen einen Anteil. Wer privat versichert ist, kann sich bei seiner Krankenkasse erkundigen.

Wie entscheide ich, wo mein Kind zur Welt kommen soll?

Bei der Entscheidung können zum Beispiel medizinische Bedenken, das eigene Sicherheitsbedürfnis, der Wunsch nach Selbstbestimmung und frühere Erfahrungen eine Rolle spielen. Auch die Unterstützung und die Geburtserfahrungen von nahestehenden Personen können bei der Entscheidung wichtig sein.

Wo soll mein Kind zur Welt kommen?

Diese Entscheidungshilfe fasst die Vor- und Nachteile von Geburtsklinik, und Hausgeburt zusammen. Sie unterstützt dabei, sich zu informieren und die Entscheidung gemeinsam mit dem Geburtshilfe-Team zu treffen.

Schwangere können die Entscheidung, wo sie ihr Kind bekommen möchten, auch kurzfristig noch ändern.

Vor- und Nachteile der Geburt in einer Klinik

Bei einer Geburt in der Klinik sind jederzeit Ärztinnen und Ärzte in der Nähe. Es gibt verschiedene medikamentöse Möglichkeiten zur Schmerzlinderung. Außerdem können die Ärztinnen und Ärzte schnell reagieren, wenn die Geburt nicht voranschreitet oder sich andere Komplikationen ankündigen. Zum Beispiel können sie Medikamente geben, um Wehen zu verstärken oder zu hemmen. Wenn nötig, kann die Geburt mit einer unterstützt werden. Auch ein Kaiserschnitt ist kurzfristig möglich.

Je nach Bedarf steht Personal unterschiedlicher Fachrichtungen zur Verfügung und kann die Frau beraten und versorgen. Abhängig von der Versorgungsstufe der Klinik ist zudem eine schnelle kinderärztliche Versorgung des Neugeborenen möglich. Das kann dazu beitragen, sich gut aufgehoben und sicher zu fühlen.

Nach der Geburt können Mutter und Kind in der Klinik bleiben und werden dort medizinisch und pflegerisch versorgt. In den ersten Tagen nach der Geburt können direkt in der Klinik die U2-Untersuchung und das erweiterte Neugeborenenscreening stattfinden. Nach einer außerklinischen Geburt organisieren die Eltern die U2 selbst.

Die Klinik ist eine ungewohnte Umgebung und die Frauen kennen das Geburtshilfe-Team meist nicht, das sie begleitet. Zudem kann das Personal während der Geburt wechseln, sodass keine durchgehende Betreuung durch dieselbe Hebamme gewährleistet ist – es sei denn, eine Beleghebamme betreut die Geburt. Manche Frauen empfinden die Klinik als laut, unruhig und unangenehm hell beleuchtet.

In den Tagen nach der Geburt kann die Partnerin oder der Partner oft nur während der Besuchszeiten anwesend sein – es sei denn, man bekommt ein Familienzimmer. Dafür muss man jedoch einen Aufschlag selbst bezahlen. In vielen Kliniken gelten besonders lange Besuchszeiten für Partnerinnen und Partner sowie für Geschwisterkinder.

Einige Fachleute kritisieren, dass es in Kliniken teilweise zu unnötigen medizinischen Eingriffen bei Geburten kommt.

Vor- und Nachteile von Geburtshaus und Hausgeburt

Bei einer Geburt außerhalb einer Klinik beschreiben es Schwangere als Vorteil, dass sie die Geburt mehr nach ihren eigenen Wünschen gestalten können. Eine vertraute Hebamme begleitet die gesamte Geburt in einer wohnlichen und ruhigen Atmosphäre.

Frauen, die sich für ein oder eine Hausgeburt entschieden haben, nennen als Grund zum Beispiel, dass sie sich in Kliniken unwohl fühlen oder dort keine guten Erfahrungen gemacht haben. Sie wünschen sich ein persönlicheres Umfeld für die Geburt mit mehr Aufmerksamkeit für ihre emotionalen Bedürfnisse.

Manche Schwangere kommen allein zur Geburt ihres Kindes und wünschen sich eine besonders enge und vertraute Begleitung durch die Hebamme bei einer Geburt außerhalb einer Klinik.

Der Nachteil von Geburten im und zu Hause ist, dass es bei Komplikationen länger dauert, bis Mutter und Kind ärztlich versorgt werden können. Wichtig ist, sich vorab zu informieren, wie weit die nächste Klinik entfernt ist. Das kann besonders in ländlichen Regionen entscheidend sein.

Je nach Wohnort kann es schwierig sein, eine Hebamme für die Hausgeburt oder einen Platz im zu finden. Manche Krankenkassen zahlen einen Anteil der Kosten für die Rufbereitschaft der Hebamme, ansonsten muss man sie selbst bezahlen – das können oder wollen nicht alle Schwangeren.

Wie finde ich eine Klinik, ein Geburtshaus oder eine Hebammenbegleitung?

Je nach Region gibt es unterschiedliche Möglichkeiten in der Nähe des eigenen Wohnorts, sein Kind zur Welt zu bringen. Eine Übersicht der Geburtskliniken bietet der Bundes-Klinik-Atlas. Zeichnet sich eine Frühgeburt ab, haben die Eltern die Möglichkeit, über Perinatalzentren.org nach Kliniken der Level 1 und 2 zu suchen.

Der Deutsche Hebammenverband führt eine Liste mit Kliniken, in denen es einen Hebammenkreißsaal gibt, sowie eine Liste mit Geburtshäusern. Freiberufliche Hebammen kann man zum Beispiel über die Hebammenliste des GKV-Spitzenverbandes finden.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV), Bundesamt für Justiz (BfJ). Gesetz über das Studium und den Beruf von Hebammen (Hebammengesetz - HebG). 2023.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV), Bundesamt für Justiz (BfJ). Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) - Gesetzliche Krankenversicherung - (Artikel 1 des Gesetzes v. 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477) § 24f Entbindung. 1988.

Coburn J, Doering JJ. Deciding on Home Birth. J Obstet Gynecol Neonatal Nurs 2021; 50(3): 289-299.

Deutscher Hebammen Verband. Der Hebammenkreißsaal: Interprofessionelles Betreuungskonzept für die natürliche Geburt. 2024.

Deutscher Hebammen Verband. Geburtshäuser: Wissenswertes über Geburtshäuser (Hebammengeleitete Einrichtungen – HgE). 2024.

Deutscher Hebammen Verband. Tätigkeitsbeschreibungen von Hebammen. 2021.

Galera-Barbero TM, Aguilera-Manrique G. Women's reasons and motivations around planning a home birth with a qualified midwife in Spain. J Adv Nurs 2022; 78(8): 2608-2621.

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Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Richtlinie zur Qualitätssicherung der hebammengeleiteten Betreuung in Kreißsälen (QHKS-RL). 2026.

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GKV-Spitzenverband. Ergänzungsvertrag nach § 134a SGB V über Betriebskostenpauschalen bei ambulanten Geburten in von Hebammen geleiteten Einrichtungen und die Anforderungen an die Qualitätssicherung in diesen Einrichtungen. 2012.

GKV Spitzenverband. Vertrag über die Versorgung mit Hebammenhilfe nach § 134a SGB V. 2026.

Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG). PM-GEBH: Geburtshilfe (Bundesauswertung). Auswertungsjahr 2025, Erfassungsjahr 2024. 2025.

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World Health Organization (WHO). WHO recommendations: Intrapartum care for a positive childbirth experience. 2018.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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Über diese Seite

Erstellt am 06. November 2026

Nächste geplante Aktualisierung: 2029

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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