Bei einem erneuten Kaiserschnitt ist das Risiko für einen Riss der Gebärmutter geringer. Denn nach dem ersten Kaiserschnitt bleibt eine Narbe in der Gebärmutter zurück. An dieser Stelle ist das Gewebe nicht mehr so stabil und kann bei einer erneuten Schwangerschaft oder vaginalen Geburt reißen.
Es gibt nur wenige aussagekräftige Studien, die untersucht haben, wie oft es zu einem Gebärmutterriss kommt. Daher ist es nicht so einfach, verlässliche Zahlen zu nennen. Internationale Studien deuten in diese Richtung:
- Bei etwa 3 von 1000 Frauen kann es während einer vaginalen Geburt nach einem Kaiserschnitt zu einem Riss der Gebärmutter kommen.
- Bei einem erneuten Kaiserschnitt tritt dies bei weniger als 2 von 1000 Frauen auf.
Daher überwacht das Geburtshilfe-Team die Geburt engmaschig und kann einen Riss frühzeitig erkennen. Wenn die Gebärmutter reißt, kann es zu einer starken Blutung kommen, die für Mutter und Kind gefährlich ist. Das Kind wird dann nicht mehr so gut versorgt und daher möglichst schnell mit einem Notkaiserschnitt zur Welt gebracht. Anschließend wird der Riss genäht.
Eine Geburtseinleitung mit Medikamenten erhöht das Risiko für einen Gebärmutterriss. Denn die Medikamente können Wehen auslösen, die zu stark sind und zu häufig wiederkehren. Dann spricht man von einem sogenannten Wehensturm oder einer Überstimulation der Gebärmutter. Ist eine Geburtseinleitung nötig, bespricht das Geburtshilfe-Team mit der Schwangeren, ob eine vaginale Geburt weiterhin möglich ist.
Wenn es während der vaginalen Geburt zu Problemen kommt, kann das Geburtshilfe-Team der Frau auch kurzfristig einen Kaiserschnitt empfehlen. Manchmal muss das Kind mit einem Notkaiserschnitt sehr schnell auf die Welt geholt werden. In der Regel ist dieser mit einem etwas höheren Risiko verbunden als ein geplanter Kaiserschnitt, weil weniger Zeit zur Vorbereitung ist. Er findet oft in Vollnarkose statt, sodass die Frau die Geburt nicht bewusst miterlebt.
Bei vaginalen Geburten kann es zu Geburtsverletzungen wie einem Dammriss kommen. Außerdem wird der Beckenboden stärker belastet als bei einem Kaiserschnitt, was häufiger zu einer vorübergehenden oder langfristigen Harninkontinenz führen kann.