Einleitung

Foto von Paar beim Spaziergang (Simone Van den berg / Hemera / Thinkstock) Viele Menschen haben einen erhöhten Blutdruck. Normalerweise spüren sie ihn aber nicht – mit der Folge, dass er über Jahre hinweg die Gefäße belastet. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann Erkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle und Nierenschäden begünstigen.

Bei der Blutdruckmessung unterscheidet man zwei Werte, die stets paarweise angegeben werden, wie zum Beispiel 128 / 85 mmHG. Dabei steht der systolische Blutdruck, der höhere der beiden Werte, vorn und der diastolische, der niedrigere Wert, hinten. Der Blutdruck wird in der Einheit „Millimeter Quecksilbersäule“ („mmHg“) gemessen.

Der Blutdruck gilt als erhöht, wenn der systolische Wert über 140 mmHg oder der diastolische Wert über 90 mmHg liegt oder wenn beide Werte erhöht sind. Diese Grenzwerte wurden aus praktischen Gründen festgelegt und können nur ein Anhaltspunkt sein. Daher sind sich Fachleute nicht völlig einig, ab welchen Werten ein Bluthochdruck mit Medikamenten behandelt werden sollte. Auch auf welche Werte man den Blutdruck am besten senken sollte, wird noch diskutiert. Der Fachbegriff für einen erhöhten Blutdruck ist Hypertonie.

Symptome

Ein erhöhter Blutdruck ist meistens nicht zu spüren. Nur wenn er extrem hoch ist, kann er manchmal Symptome wie Schwindel und Sehstörungen zur Folge haben.

Ursachen und Risikofaktoren

Der Körper reguliert den Blutdruck nach Bedarf. Wenn beispielsweise bei körperlicher Anstrengung die Muskulatur mehr Energie benötigt, steigt der Blutdruck. Auch Stress oder Angst können den Blutdruck erhöhen. In entspannten Situationen dagegen ist der Blutdruck niedriger, ebenso im Schlaf. In der Regel nimmt der Blutdruck auch mit steigendem Alter zu. Wechselnde Blutdruckwerte sind also ganz normal, sie gehören zu einem aktiven Leben dazu.

Viele ältere Menschen haben aber einen dauerhaft erhöhten Blutdruck. In etwa 19 von 20 Fällen lässt sich keine genaue Ursache finden. Selten ist Bluthochdruck die direkte Folge einer Organerkrankung, wie etwa einer Schilddrüsenüberfunktion oder einer Verengung der Nierenarterie. Auch bestimmte Medikamente können den Blutdruck erhöhen.

Bluthochdruck ohne eindeutige Ursache wird in der Fachsprache als „essentieller“ oder „primärer“ Bluthochdruck bezeichnet. Auch wenn unklar ist, wie er entsteht, sind verschiedene Faktoren bekannt, die ihn begünstigen können. Hierzu zählen insbesondere Übergewicht, eine salzreiche Ernährung, zu viel Alkohol und wenig Bewegung.

Folgen

Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann die Blutgefäße schädigen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Dazu gehören:

Die Wahrscheinlichkeit für solche Folgeerkrankungen lässt sich jedoch durch eine Behandlung verringern. Bei der Entscheidung für eine Therapie ist es wichtig darauf zu achten, dass sie nicht nur den Blutdruck senkt, sondern tatsächlich Folgeerkrankungen verhindern kann.

Diagnose

Der Blutdruck kann mit einem sogenannten Sphygmo-Manometer oder einem digitalen Blutdruckmessgerät gemessen werden. Um Blutdruckwerte vergleichen und beurteilen zu können, wird der Blutdruck normalerweise in Ruhe gemessen. Zudem verlässt man sich nicht auf eine einzelne Messung, sondern notiert jeweils zwei Werte, die an verschiedenen Tagen gemessen wurden. In bestimmten Fällen wird der Blutdruck auch unter Belastung oder über einen längeren Zeitraum von 24 Stunden gemessen.

Ein normaler Blutdruck liegt bei Erwachsenen systolisch unter 140 mmHg und diastolisch unter 90 mmHg. Früher galt ein Blutdruck als hoch, wenn beispielsweise der systolische Wert über 160 mmHg lag. Heute spricht man bereits bei Werten von über 140/90 mmHg von Bluthochdruck, genauer: wenn der systolische Wert über 140 mmHg oder der diastolische Wert über 90 mmHg liegt – oder wenn beide Werte erhöht sind.

Früherkennung

Wer gesetzlich krankenversichert ist, hat ab dem Alter von 35 alle zwei Jahre Anspruch auf einen „Gesundheits-Check-up“. Diese Untersuchung soll frühzeitig Anzeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Nierenerkrankungen erkennen. Im Rahmen des Check-up wird unter anderem der Blutdruck gemessen sowie Blut und Urin untersucht.

Behandlung

Wer einen erhöhten Blutdruck hat, kann selbst einiges tun, um ihn zu senken. In gewissem Umfang ist dies durch eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung möglich. So kann es hilfreich sein, sich salzärmer zu ernähren.

Außerdem gibt es wirksame Medikamente gegen Bluthochdruck, die Folgeerkrankungen vorbeugen können. Doch bevor man sich für eine medikamentöse Behandlung entscheidet, lohnt es sich, erst einmal die Vor- und Nachteile abzuwägen.

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