Ein wichtiger Teil der palliativen Versorgung ist die Sterbebegleitung: das heißt, Sterbenden in ihrer letzten Lebensphase beizustehen, um ihnen ein möglichst friedliches Lebensende zu ermöglichen. Welchen Beistand Sterbende brauchen und wollen, ist individuell sehr unterschiedlich. An der Sterbebegleitung sind dieselben Berufe beteiligt, die auch palliative Versorgung übernehmen – etwa Medizin, Pflege, Psychologie, Sozialarbeit, Kunst- oder Musiktherapie. Auch Angehörige werden mitbetreut und im Prozess von Trauer und Abschiednehmen begleitet.
Eine große Unterstützung sind außerdem Hospizdienste, die Sterbende in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder zu Hause besuchen. Die geschulten, meist ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleiter übernehmen je nach Bedarf unterschiedliche Aufgaben: Sie leisten Gesellschaft und sprechen mit der oder dem Sterbenden über deren Gefühle und Fragen – zum Beispiel: Was möchte ich noch erledigen? Mit wem möchte ich mich aussprechen? Möchte ich nahestehenden Menschen etwas Persönliches hinterlassen, zum Beispiel Briefe oder Audioaufnahmen? Wie gehe ich mit meiner Angst um? Was kommt nach dem Tod?
Die Begleiterinnen und Begleiter übernehmen auch kleine Erledigungen und beraten in organisatorischen Angelegenheiten. Daneben sind sie für die Angehörigen da, helfen ihnen im Umgang mit dem Sterbenden sowie dem bevorstehenden Verlust und begleiten sie über diesen hinaus.
Es gibt außerdem spezialisierte Hospizdienste, die beispielsweise sterbende Kinder oder Jugendliche und ihre Angehörigen begleiten oder Familien, in denen ein Elternteil stirbt. Die Arbeit der Hospizdienste ist für Betroffene in der Regel kostenlos.
Angehörige können in Letzte-Hilfe-Kursen lernen, wie sie den sterbenden Menschen unterstützen können, welche Entscheidungen zu treffen sind und wie man gut Abschied nehmen kann. Es gibt Kurse für Erwachsene sowie für Kinder und Jugendliche. Die Teilnahme ist meist nicht teuer, manchmal ist sie auch kostenlos.
Um sich mit Fragen zu Tod und Lebenssinn auf spiritueller Ebene auseinanderzusetzen und emotionalen Beistand zu erfahren, ist für viele Menschen auch religiöse Unterstützung wie kirchliche Seelsorge wichtig. Pfarrerinnen und Pfarrer, aber auch Ehrenamtliche führen Gespräche und sprechen auf Wunsch Gebete, spenden den Segen oder eine Salbung. Man muss selbst nicht gläubig sein, um geistliche Seelsorge in Anspruch zu nehmen. In den meisten Kliniken und Pflegeheimen steht christliche Seelsorge zur Verfügung – zum Teil auch Seelsorge anderer Religionsgemeinschaften. Man kann sich auch direkt an seine Kirche oder Gemeinde wenden.
Mit der Telefonseelsorge bieten die katholische und evangelische Kirche Unterstützung per Telefon, Chat oder E-Mail an. Telefonische Seelsorge gibt es in verschiedenen Sprachen. Außerdem gibt es Angebote anderer Religionsgemeinschaften wie das muslimische Seelsorgetelefon sowie Angebote nicht kirchlicher Organisationen. Die Nummer gegen Kummer unterstützt Kinder, Jugendliche und deren Eltern und Bezugspersonen.