Medikamente bei COPD

Foto von Mann bei der Medikamenten-Einnahme

Wenn andere Maßnahmen wie ein Rauchstopp, Atemübungen und Bewegung bei einer nicht ausreichen, stehen Medikamente zur Verfügung. Sie können die Krankheit zwar nicht heilen, aber Beschwerden lindern und akuten Atemproblemen vorbeugen.

Eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) entsteht über Jahre und zeigt sich durch Atemnot, Husten und Auswurf. Meist ist Rauchen die Ursache. Welche Medikamente bei einer infrage kommen, hängt vor allem von der Schwere der Erkrankung ab. Bei leichten bis mittelgradigen Beschwerden einer reicht es meist aus, nur bei akuten Atemproblemen ein Medikament zu nehmen (Bedarfsmedikation). Werden die Beschwerden häufiger und stärker, wird empfohlen, bestimmte Medikamente dauerhaft anzuwenden (Dauermedikation). Menschen mit fortgeschrittener nehmen häufig mehrere Mittel gleichzeitig ein.

Meist werden folgende Medikamente eingesetzt:

Andere Medikamente sollen den Schleim in den lösen und das Abhusten erleichtern. Sie werden Mukopharmaka genannt. Selten werden vorübergehend zur Vorbeugung angewendet.

Impfungen gegen Grippe, Covid-19, RSV (respiratorisches Synzytial-Virus) oder können vor zusätzlichen Infektionen schützen, die die Atembeschwerden verstärken.

Gut zu wissen:

Weitere wichtige Bausteine der COPD-Behandlung sind ein Rauchstopp, körperliche Bewegung, Schulungen und eine Rehabilitation. Der Text „Nicht medikamentöse Behandlung“ informiert darüber.

Welche atemwegserweiternden Mittel gibt es?

Zur Medikamentengruppe der Bronchodilatatoren gehören und . Sie werden meist inhaliert. Die Medikamente verringern die Muskelspannung in den und erweitern so die Atemwege, die bei verengt sind. Das Atmen fällt leichter.

Beta-2-Mimetika

sind Basismedikamente zur COPD-Therapie. Es gibt kurz wirksame und lang wirksame . Zu den kurz wirksamen Wirkstoffen gehören beispielsweise Fenoterol, Salbutamol oder Terbutalin, zu den lang wirksamen Formoterol und Salmeterol. Die kurz wirksamen Präparate werden bei Bedarf angewendet, zum Beispiel bei akuter Atemnot. Sie wirken schnell, aber nur für 4 bis 6 Stunden. Lang wirksame werden regelmäßig eingenommen. Ihre Wirkung tritt langsamer ein, hält aber je nach Medikament etwa 12 bis 14 Stunden an.

Wenn die nur leichte Beschwerden verursacht, reicht es in der Regel aus, bei Bedarf ein kurz wirksames Beta-2-Mimetikum anzuwenden. Eine plötzliche Atemnot lässt sich durch Inhalieren meist schnell lindern. Es ist wichtig, dieses Spray immer dabei zu haben. Nehmen die Beschwerden zu, ist es sinnvoll, dauerhaft ein lang wirksames Beta-2-Mimetikum anzuwenden. Es wird morgens und abends inhaliert, lindert Atembeschwerden und beugt akuten Atemnot-Anfällen (Exazerbationen) vor.

sind in normaler Dosis meist gut verträglich. Wenn sie zu hoch dosiert werden, kann jedoch als Nebenwirkung der Pulsschlag schneller werden oder es zu Herzklopfen oder Zittern kommen.

Anticholinergika

wirken ähnlich gut wie gegen die Beschwerden einer . Auch von diesen Mitteln gibt es kurz wirksame und lang wirksame Präparate. Kurz wirksame wirken erst nach 20 bis 30 Minuten, dann aber bis zu 8 Stunden. Die Wirkung lang wirksamer hält etwa 24 Stunden an. Sie wirken damit länger als die meisten und müssen nur einmal täglich inhaliert werden.

können ebenfalls das Risiko von akuten Atemnot-Anfällen verringern. Dadurch sind seltener Krankenhausaufenthalte nötig und die Lebensqualität steigt.

Eine mögliche Nebenwirkung von ist Mundtrockenheit. Ansonsten gelten auch diese Medikamente als gut verträglich.

Was ist von kortisonhaltigen Mitteln zu erwarten?

Kortison-Spray

Kortison-Präparate werden bei Bedarf zusätzlich zu den atemwegserweiternden Mitteln eingesetzt. Sie können die Atmung etwas verbessern. Vor allem verringern sie aber das Risiko für akute Atemnot. Deshalb wird inhalierbares meist nur von Menschen mit einer schweren und häufiger Atemnot dauerhaft angewendet.

Allerdings kann Kortison-Spray das Risiko für Lungenentzündungen und Pilzbefall im Mund etwas erhöhen. Beides tritt pro Jahr bei etwa 1 von 100 Menschen auf. Es kann auch zu Heiserkeit kommen. Deshalb empfiehlt es sich, nach Anwendung von Kortison-Spray den Mund auszuspülen oder die Zähne zu putzen.

Kortison-Tabletten

Helfen andere Maßnahmen nicht gegen starke Beschwerden, kann vorübergehend als Tablette genommen werden. Dann ist es wichtig, dass der Wirkstoff möglichst niedrig dosiert wird.

Mögliche Nebenwirkungen von Kortison-Tabletten bei längerer Anwendung sind Gewichtszunahme, Blutzuckeranstieg und Schlafstörungen. Werden die Tabletten dauerhaft eingenommen, können auch die Haut, die Muskeln und die Knochen geschwächt werden. Deshalb wird von einer Langzeitbehandlung mit Kortison-Tabletten abgeraten.

Wie wirken PDE-4-Hemmer?

PDE-4-Hemmer können ergänzend zu atemwegserweiternden Mitteln als Tabletten eingenommen werden. Zur Behandlung von wird nur der PDE-4-Hemmer Roflumilast empfohlen. Er hemmt die in den . Dadurch kann er die Atmung verbessern und akuter Atemnot vorbeugen. Roflumilast wird nur empfohlen, wenn die Beschwerden sich trotz Dauermedikation immer wieder plötzlich verstärken.

In Studien zeigte sich, dass PDE-4-Hemmer die Atmung und die Lebensqualität etwas verbessern, jedoch Nebenwirkungen haben:

  • Bei etwa 5 von 100 Menschen verhinderten die Medikamente Atemnot-Anfälle.
  • Bei etwa 5 bis 10 von 100 Menschen kam es zu Nebenwirkungen wie Übelkeit und Durchfall, Appetitmangel, Gewichtsverlust, Schlafstörungen oder Kopfschmerzen.

Es ist noch unklar, wie gut PDE-4-Hemmer im Vergleich zu helfen. Deshalb werden sie bislang selten eingesetzt.

Welche Rolle spielen Biologika?

Biologika sind seit 2024 zur Behandlung der verfügbar. Sie kommen infrage bei Menschen, bei denen eine Kombination aus einem lang wirksamen Beta-2-Sympathomimetikum, einem und einem lang wirksamen Anticholinergikum die Beschwerden nicht ausreichend lindert. hemmen Entzündungen in den und verringern so das Risiko für Atemnot-Anfälle.

gibt es als Fertigspritze. Sie werden im Abstand einiger Wochen unter die Haut in den Bauch oder Oberschenkel gespritzt.

Lassen sich die Medikamente kombinieren?

Ja. Je nach Stadium der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung ist es sinnvoll, zwei atemwegserweiternde Mittel (zum Beispiel ein Beta-2-Mimetikum und ein Anticholinergikum) zu kombinieren. Oft sind solche Kombinationen wirksamer und haben weniger Nebenwirkungen als eine höhere Dosis eines einzelnen Mittels. Kommt es dennoch häufig zu Exazerbationen, ist eine Dreifach-Kombination mit einem kortisonhaltigen Mittel oder Roflumilast möglich. Zudem kann zusätzlich ein Biologikum eingesetzt werden.

Welche Mittel gibt es außerdem?

Mukopharmaka

Mukopharmaka sollen den Schleim in den Atemwegen lösen und das Abhusten erleichtern. In Studien zeigte sich, dass diese Mittel bei Menschen mit chronischer und das Risiko für eine akute Atemnot senken: Pro Jahr verhinderten sie bei etwa 13 von 100 Menschen Atemnot-Anfälle.

Darüber hinaus verbessern Mukopharmaka die Atmung jedoch nicht. Sie spielen bei der Behandlung einer eine eher geringe Rolle.

Impfungen

Menschen mit sind besonders anfällig für Komplikationen durch eine Grippeerkrankung. Sie können sich jährlich im Herbst gegen Grippe impfen lassen. Studien zeigen, dass die das Risiko für Exazerbationen und Atemwegsinfekte wie Bronchitis oder Lungenentzündungen senkt.

Der Grippe-Impfstoff wird gespritzt. Nebenwirkungen sind meist eine Rötung und Schwellung an der Einstichstelle. Auch vorübergehende Müdigkeit, Kopfschmerzen und leichtes Fieber sind möglich.

Eine gegen kommt ebenfalls infrage. Diese können Entzündungen unter anderem der Lunge, des Mittelohrs oder der Nasennebenhöhlen verursachen. Menschen mit einer bekommen leichter Lungenentzündungen und akute Atemprobleme, wenn sie sich mit anstecken. Die Pneumokokken-Impfung kann dieses Risiko etwas verringern. Der Schutz durch die hält etwa fünf Jahre an, dann muss sie aufgefrischt werden.

Fachleute empfehlen außerdem eine gegen Covid-19 sowie gegen RSV (respiratorisches Synzytial-Virus).

Antibiotika

Bei Menschen mit können Atemwegsinfektionen zu akuter Atemnot führen. Wenn die durch ausgelöst wurde und die Beschwerden sehr stark sind, können helfen. Es kann auf eine bakterielle hinweisen, wenn der Auswurf gelb-grünlich oder eitrig aussieht.

Wenn die Atemwegsinfektion durch Viren ausgelöst wurde, helfen nicht. Die Mittel können auch Nebenwirkungen wie Durchfall hervorrufen.

Selten kommt eine vorbeugende Einnahme von infrage, um die Zahl der Exazerbationen zu senken.

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Aktualisiert am 29. April 2026

Nächste geplante Aktualisierung: 2029

Herausgeber:

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