Medikamente zum Auftragen auf die Haut

Foto von einer Salbe, die auf Hände aufgetragen wird (PantherMedia / Axel Bückert) Medikamente können auf die Haut oder Schleimhaut aufgetragen werden, um von dort in den Körper zu gelangen – oder um Probleme wie Schmerzen an einer bestimmten Körperstelle zu behandeln.

Äußerlich anzuwendende Mittel können aber auch die Haut pflegen und vor schädlichen Einflüssen schützen. Es gibt Darreichungsformen zur örtlichen (lokalen) Behandlung und solche, bei denen die Wirkstoffe über die Haut in den ganzen Körper gelangen sollen.

Pasten, Salben und Öle

Salben sind streichfähige Mischungen verschiedener Fette und bestehen aus Fett, Öl oder Wachs oder einer Kombination daraus. Typisch sind die fetthaltigen Wund- und Heilsalben.

Öle bestehen aus Fetten, die bei Raumtemperatur flüssig sind. Sie werden als Zusatz für Ölbäder, als Massageöle oder als ätherische Öle wie Pfefferminzöl verwendet.

Pasten sind spezielle Salben, die neben fettigen auch einen großen Anteil pulverförmiger Zusätze enthalten. Sie sind daher sehr fest und schwerer zu verstreichen. Ein Beispiel ist Zinkpaste.

Cremes, Lotionen und Schaum

Eine Creme ist eine streichfähige Mischung aus Fett und Wasser. Da der fettige und der wässrige Anteil sich normalerweise schlecht miteinander verbinden, braucht man einen Zusatzstoff (Emulgator), um diese zwei Bestandteile miteinander zu verbinden und stabil zu halten. Das Ergebnis wird deswegen auch als Emulsion bezeichnet. Flüssigere Emulsionen auf Wasserbasis werden auch Lotion oder Milch genannt. Ist die Emulsion durch Luft aufgelockert, entsteht ein Schaum zum Auftragen.

Emulsionen aus Wasser und Öl unterscheidet man je nach Hauptbestandteil in Öl-in-Wasser-Emulsion (O/W-Emulsion) und Wasser-in-Öl-Emulsion (W/O-Emulsion).

O/W-Emulsionen enthalten mehr Wasser. Zu ihnen gehören zum Beispiel leichtere Cremes, die schnell einziehen, nach dem Auftragen kühlen und die Haut schnell mit Feuchtigkeit versorgen.

Dagegen enthalten W/O-Emulsionen mehr Fett als Wasser. Sie bilden eine Schutzschicht und speichern die Feuchtigkeit in der Haut. Sie werden für reichhaltigere Cremes und Spezialcremes für trockene Haut wie bei Neurodermitis verwendet.

Gel, Tinktur und Puder

Gele sind eine Sonderform einer Creme auf Wasserbasis. Sie bestehen vor allem aus Quellstoffen wie Stärke, die viel Wasser mit darin gelösten Wirkstoffen binden können.

Gele enthalten kein Fett, lassen sich gut auf der Haut verteilen und können verschiedene Wirkstoffe enthalten. Es gibt zum Beispiel Gele zur Schmerzlinderung oder juckreizstillende Mittel. Gele bilden auf der Haut einen Film und haben eine kühlende Wirkung, die dadurch entsteht, dass Wasser auf der Haut verdunstet.

Puder werden auf die Haut gestreut und bleiben dort haften. Sie können neben dem festen Wirkstoff auch Hilfsstoffe (zum Beispiel Talk) enthalten. Puder haben einen trocknenden Effekt und bilden einen Film, der die Haut schützt. Es gibt beispielsweise Puder gegen Juckreiz oder gegen Pilzerkrankungen.

Tinkturen sind flüssige Medikamente zum Auftragen. Sie werden durch Lösen oder Verdünnen von getrockneten pflanzlichen oder anderen Mitteln (Extrakten) gewonnen, wobei meistens Alkohol als Lösungsmittel verwendet wird. Ein bekanntes Beispiel ist Jodtinktur zur Desinfektion von Wunden.

Schüttelmixturen sind Hautpflegemittel, die aus einer Mischung aus Flüssigkeit und festen Bestandteilen bestehen. Der Anteil an Feststoffen beträgt mindestens 50 Prozent, deswegen können sie auch als eine Art „flüssiger Puder“ angesehen werden. Sie enthalten sehr wenig oder gar kein Fett. Eine weiße Schüttelmixtur mit Zink wird beispielsweise bei Windpocken und Gürtelrose eingesetzt, um die Hautbläschen auszutrocknen. Da sich das Pulver absetzt, müssen diese Mixturen vor der Verwendung erst aufgeschüttelt werden.

Sprays und Pflaster

Manche Arzneistoffe können als Spray auf die Haut oder Schleimhaut aufgetragen werden. Solche Mittel gibt es zum Beispiel zur Wundbehandlung, Desinfektion oder zum Abschwellen der Nasenschleimhaut.

Manche Medikamente, die dem Körper über einen bestimmten Zeitraum zugeführt werden sollen, werden mithilfe eines Pflasters angewendet. Das Pflaster gibt den Wirkstoff für eine gewisse Zeit in die Haut ab. Neben Arzneipflastern gibt es auch Hormon- und Nikotinpflaster.

Das hat verschiedene Vorteile: Der Wirkstoff wird sehr gleichmäßig aufgenommen und Magen und Darm werden nicht belastet. Außerdem ist die Anwendung bequem. Solche Pflaster werden auch „Transdermale Therapeutische Systeme“ (TTS) genannt. Wichtig ist es, vor dem Aufkleben eines neuen Pflasters das alte zu entfernen und das Pflaster nicht immer an der gleichen Stelle anzubringen.

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