Einleitung

Foto von Paar im Grünen (PantherMedia / Werner Heiber) Schmerzen, Steifheit und Knirschen in den Gelenken: Dies sind typische Anzeichen einer Arthrose, oft auch „Gelenkverschleiß“ genannt. Mit Gelenkproblemen haben viele Menschen zu tun, wenn sie älter werden. Manchen machen sie auch schon im mittleren Alter zu schaffen.

Wenn die Beschwerden stärker werden, können sie die Beweglichkeit stark einschränken. Eine Arthrose kann in jedem Gelenk entstehen, am häufigsten sind jedoch Knie, Hüfte oder Wirbelsäule betroffen.

Symptome

Dass sich Gelenke steif anfühlen, ist meist das erste Anzeichen für eine Arthrose. Die Steifheit macht sich vor allem nach längerer Ruhe bemerkbar, zum Beispiel morgens. Weitere Symptome können Spannungsgefühle im Gelenk und Bewegungseinschränkungen sein. Auch Wetterfühligkeit, sowie Empfindlichkeit gegenüber Nässe und Kälte können auftreten.

Schmerzen treten anfangs nur bei bestimmten Bewegungen oder nach starker Belastung auf.

Wenn die Arthrose fortschreitet, werden die Schmerzen häufiger, da sich das Gelenk entzünden kann. Typischerweise schwellen die betroffenen Gelenke dann an.

Ursachen und Risikofaktoren

Gelenke müssen über mehrere Jahrzehnte hinweg funktionieren. Bei vielen Menschen machen sich aber mit den Jahren Verschleißerscheinungen bemerkbar. Das Risiko, an Arthrose zu erkranken, nimmt daher mit dem Alter zu.

In einem Gelenk sind die Enden der Knochen mit sehr widerstandsfähigem Knorpelgewebe überzogen. Knorpel wird von speziellen Zellen hergestellt, die ihn zeitlebens auch in einem gewissen Ausmaß reparieren können. Wenn allerdings der Verschleiß zu stark ist, wird die Knorpelschicht mit der Zeit dünner und rauer. Es können sich dann auch Knorpelfasern lösen, die dann in der Flüssigkeit im Inneren des Gelenks schwimmen. Bei sehr stark fortgeschrittener Arthrose kann der Knorpel auf einer Seite des Gelenks vollständig abgenutzt sein, sodass der Knochen freiliegt.

Grafik: Beginnende und fortgeschrittene Arthrose - wie im Text beschrieben

 

Bei allen Menschen kommt es im Lauf des Lebens zu einer normalen Abnutzung der Gelenke. Die Abnutzung kann aber durch bestimmte Einflüsse beschleunigt sein. Dazu gehören eine wiederkehrende, zu starke Belastung durch Sport oder Beruf. Wer beruflich zum Beispiel häufig knien oder hocken, schwer heben oder tragen muss, hat dadurch ein höheres Arthrose-Risiko.

Auch infolge einer Gelenkverletzung kann sich der Verschleiß beschleunigen und zu einer früheren Arthrose führen.

Durch starkes Übergewicht werden die Gelenke zusätzlich belastet, insbesondere die Kniegelenke. Als stark übergewichtig (adipös) gelten Menschen, die einen Body Mass Index (BMI) über 30 haben.

Häufigkeit

Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung. Sie betrifft meist Knie-, Hüft- und Wirbelgelenke. Auch die Gelenke der Schultern und Finger können sich durch Arthrose verändern. Frauen erkranken häufiger als Männer.

Wie viele Menschen in Deutschland eine Arthrose haben, ist nicht genau bekannt. Laut Schätzungen sind etwa 2 von 100 Personen zwischen 18 und 29 Jahren betroffen. Mit dem Alter steigt das Risiko dann an: Bei den 70- bis 79-Jährigen haben schätzungsweise die Hälfte der Frauen und etwa ein Drittel der Männer Arthrose.

Verlauf

Arthrose ist eine chronische Erkrankung, die nicht völlig aufzuhalten ist und mit der Zeit langsam fortschreitet. Wenn ein Gelenk phasenweise oder ständig schmerzt, kann das dazu führen, dass man versucht, das Gelenk zu schonen und auf körperliche Aktivitäten verzichtet.

Mangelnde Bewegung kann aber eher dazu führen, dass sich eine Arthrose verschlechtert: Wenn ein Gelenk nicht bewegt wird, werden die Muskeln schwächer und die Bewegungseinschränkung kann zunehmen. Schwache Muskeln rund um das betroffene Gelenk sind ein weiterer Risikofaktor für das Fortschreiten der Arthrose. Auch wenn manche Menschen glauben, dass viel Bewegung zu Gelenkverschleiß führt: Bewegungsmangel belastet die Gelenke tatsächlich stärker. Dies gilt vor allem für die Knie.

Wenn eine Arthrose weiter fortgeschritten ist, verändern sich auch die Knochen des Gelenks. Dann bilden sich Zacken an den Rändern der Knochen, sogenannte Knochenspangen (Osteophyten). Osteophyten können die Beweglichkeit des Gelenks stark behindern, und es kann zu dauerhaften Schmerzen kommen. In diesem fortgeschrittenen Stadium können außerdem Gelenkgeräusche hörbar sein – zum Beispiel, wenn die Knochen direkt aneinander reiben.

Behandlung

Zur Behandlung von Arthrose gibt es eine große Zahl von Vorschlägen und Empfehlungen. Die Heilung einer Arthrose ist bislang nicht möglich. Die meisten Behandlungen haben das Ziel, das Fortschreiten der Arthrose zumindest abzubremsen und die Beschwerden so zu lindern, dass sie das Leben möglichst wenig einschränken.

Man unterscheidet zwischen nicht-operativen und operativen Therapien. Zu den nicht-operativen Behandlungen gehören beispielsweise Schmerzmittel, Bewegung und Gewichtsabnahme. Übergewichtigen Menschen mit Knie- oder Hüftarthrose wird oft empfohlen, abzunehmen. Studien deuten darauf hin, dass eine Gewichtsabnahme hilfreich sein kann, wenn sie mit einer Bewegungstherapie kombiniert wird.

Welche Behandlungen die Beweglichkeit verbessern und Schmerzen lindern können, hängt auch davon ab, welches Gelenk betroffen ist. Bei einer Arthrose im Knie könnten zum Beispiel eine Bewegungstherapie mit Aerobic-Übungen oder Übungen zur Kräftigung der Muskulatur hilfreich sein. Mitunter werden auch weitere Behandlungen wie beispielsweise Massagen, Akupunktur, TENS, medizinische Bäder oder orthopädische Schuheinlagen eingesetzt.

Zu den operativen Therapien einer Kniearthrose zählt die Gelenkspiegelung (Arthroskopie) zur Glättung des Knorpels. Allerdings hat sich gezeigt, dass Personen nach einer Arthroskopie ebenso häufig weiterhin Schmerzen und Beschwerden hatten, wie Personen, bei denen keine Kniespiegelung und Knorpelglättung erfolgte. Für Menschen mit einer fortgeschrittenen Arthrose kommen auch andere operative Behandlungen infrage. So kann zum Beispiel ein Knie- oder Hüftgelenk durch ein künstliches Gelenk (eine sogenannte Endoprothese) ganz oder teilweise ersetzt werden.

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