Nicht medikamentöse Maßnahmen bei Asthma

Foto von Frau bei der Entspannung
PantherMedia / Andy Nowack

Medikamente sind wichtig, um Asthma-Anfällen vorzubeugen und die Erkrankung unter Kontrolle zu halten. Viele Menschen möchten zusätzlich aber noch selbst etwas tun. Einige unterstützende Maßnahmen können helfen, für andere fehlen jedoch wissenschaftliche Belege.

Um mit Asthma-Anfällen besser umgehen zu können, wenden viele Menschen spezielle Atemtechniken an. Wer auf bestimmte Asthma-Auslöser reagiert, kann versuchen, sie so gut es geht zu meiden. Regelmäßige Bewegung und angepasster Sport halten fit und können helfen, Asthma-Beschwerden vorzubeugen. Eine der wichtigsten unterstützenden Maßnahmen ist, mit dem Rauchen aufzuhören – oder gar nicht erst damit anzufangen.

Viele Menschen mit probieren auch „alternative“ Behandlungsmethoden wie pflanzliche Heilmittel oder aus. Doch ob und wie solche Methoden tatsächlich gegen wirken und welche Nebenwirkungen sie haben können, ist häufig unklar.

Welche Atemtechniken können bei Asthma helfen?

Für Menschen mit wird eine Vielzahl unterschiedlicher Atemübungen und -techniken angeboten. Sie sollen zum einen entspannend und beruhigend wirken, zum anderen im Notfall eine ruhige, kontrollierte Atmung unterstützen.

Entspannungs- und Atemübungen zum Beispiel aus dem Yoga könnten dabei helfen, Asthma-Beschwerden vorzubeugen und das Wohlbefinden zu verbessern. Es gibt allerdings nur wenige und zudem nicht besonders gut gemachte Studien, die ihre Wirkung untersucht haben. Deren Ergebnisse deuten auf einen möglichen Nutzen hin, sind aber mit Zurückhaltung zu bewerten.

Es gibt bestimmte Übungen, die im Notfall das Atmen erleichtern sollen. Dazu gehören Techniken zum ruhigen und kontrollierten Atmen im (beginnenden) Asthma-Anfall. Bedingt durch Unruhe und Angst kann es in solchen Situationen zu einer zu schnellen und oberflächlichen Atmung (Hyperventilation) kommen. Selbst bei einem stärkeren Asthma-Anfall gelingt den meisten Betroffenen das Einatmen noch relativ gut, das Ausatmen kann jedoch sehr mühsam werden. In Asthma-Schulungen können Atemtechniken wie die „Lippenbremse“ erlernt werden, bei der man die Lippen aufeinanderpresst und durch einen kleinen Spalt langsam ausatmet.

Sind Bewegung und Sport trotz Asthma möglich?

Sport und körperliche Aktivität sind für die meisten Menschen mit wichtig. Regelmäßige körperliche Aktivität trägt zu einer erhöhten Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge bei. Sie verbessert die und vergrößert zudem die Luftmenge, die bei einem Atemzug ausgeatmet wird.

Weil körperliche Anstrengung bei vielen Menschen zu den Asthma-Auslösern gehört (), denken viele Betroffene, sie müssten auf Sport verzichten. Eine gezielte Asthma-Therapie kann aber Beschwerden beim Sport vorbeugen. Studien deuten darauf hin, dass Sport und Bewegung selbst Asthma-Beschwerden auf Dauer verringern können. Es gibt zudem Hinweise, dass ein Intervalltraining einem Anstrengungsasthma vorbeugen kann. Beim Intervalltraining wechseln sich Belastungs- und Erholungsphasen ab.

Wichtig ist aber, die körperlichen Aktivitäten an die eigene Fitness anzupassen. Das kann zum Beispiel bedeuten, bei Anzeichen für Atembeschwerden eine Pause zu machen oder es ruhiger angehen zu lassen. Sich vor dem Sport aufzuwärmen und die Belastung schrittweise zu steigern, ist ebenfalls hilfreich. Wichtig ist außerdem, die Bedarfsmedikamente dabei zu haben, um schnell reagieren zu können, wenn es doch einmal zu einem Asthma-Anfall kommt. Manchmal ist es auch hilfreich, vor einer körperlichen Anstrengung Bedarfsmedikamente einzusetzen.

Wie lassen sich Allergie-Auslöser meiden?

Allgemein können Menschen mit allergischem Asthma Beschwerden vorbeugen, indem sie Allergieauslösern aus dem Weg gehen. Dies ist jedoch nicht immer möglich. So lassen sich Tierhaare oder bestimmte Nahrungsmittel eher meiden als beispielsweise Pollen. Hausstauballergiker können möglicherweise vorbeugen, wenn sie mehrere Maßnahmen kombinieren. Dazu zählen: den Boden feucht wischen, einen milbendichten Matratzenbezug verwenden, die Bettwäsche regelmäßig bei mehr als 55° C waschen und Staubfänger wie alte Polstermöbel oder Teppiche aus der Wohnung entfernen.

Dass einzelne Maßnahmen wie das Benutzen spezieller, undurchlässiger Matratzenüberzüge oder Anti-Milben-Sprays asthmatischen Beschwerden vorbeugen, ist aber durch Studien nicht belegt. Es ist auch nicht ausreichend untersucht, ob die Wahl der Bettdecken (mit Feder- oder anderer Füllung) einen Unterschied ausmacht. Ob Maßnahmen wie Luftfiltersysteme die Belastung durch Tierallergene verringern können, ist ebenfalls unbekannt.

Welche Rolle spielt Tabakrauch?

Das Rauchen von Tabak, egal in welcher Form, kann eine Vielzahl von Erkrankungen auslösen oder verstärken. Wenn die Atemwege wie bei überempfindlich sind, ist es besonders wichtig, mit dem Rauchen aufzuhören oder gar nicht erst damit anzufangen. Beim Rauchen gelangen neben Nikotin und Teer mit jedem Zug viele weitere, zum Teil giftige Substanzen wie Schwermetalle und Pestizide direkt in die Atemwege. So wie andere Auslöser können auch die Inhaltsstoffe des Zigarettenrauchs die der Atemwegs-Schleimhaut verstärken und zu einer weiteren Verengung führen.

Nicht zuletzt kann Tabakrauch über lange Zeit eine chronische auslösen – selbst bei Passivrauchern. Oft sind es Kinder, die zu Hause ungeschützt Tabakrauch ausgesetzt sind. Eltern zu haben, die rauchen, ist für Kinder einer der Haupt-Risikofaktoren für . Jugendliche mit verstärken meist ihre Beschwerden, wenn sie anfangen zu rauchen.

Raucherinnen und Raucher wissen, wie schwer es ist, rauchfrei zu werden. Es gibt verschiedene Therapien, die die Entwöhnung etwas erleichtern können.

Beeinflusst das Körpergewicht die Stärke der Beschwerden?

Starkes Übergewicht (ein höher als 30) kann asthmatische Beschwerden manchmal verstärken. Wie sich eine Gewichtsabnahme auf die Beschwerden auswirkt, haben bislang aber nur wenige Studien untersucht. Ihre Ergebnisse deuten an, dass eine deutliche Gewichtsabnahme helfen kann, das unter Kontrolle zu halten.

In den Studien, die auf eine positive Wirkung hindeuten, hielten die Teilnehmenden eine von Fachleuten begleitete kalorienarme Diät ein. Andere Studien untersuchten zusätzlich Bewegungsprogramme oder appetitzügelnde Medikamente. Die Teilnehmer hatten im Durchschnitt mindestens um die zehn Kilo abgenommen. Leider haben die Studien einige Qualitätsmängel und sie haben Nebenwirkungen nicht ausreichend untersucht. Deshalb lassen sich die Vor- und Nachteile sowie die Nachhaltigkeit dieser Maßnahmen bislang nicht gut beurteilen.

Nützen komplementäre Verfahren?

Alternative oder komplementäre Behandlungsmethoden werden von vielen Menschen mit angewendet. Häufig eingesetzte Methoden sind etwa , pflanzliche Arzneimittel oder Verfahren aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wie die . Belege für einen Nutzen komplementärer Verfahren fehlen jedoch.

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Aktualisiert am 15. November 2017
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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