Medikamente zum Einnehmen

VFoto von Kleinkind bei der Einnahme eines Medikaments (Jupiterimages / Photos.com) iele Medikamente werden über den Mund (oral) eingenommen. Während manche Wirkstoffe schon über die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen, ist dies bei den meisten anderen erst im Magen oder Darm der Fall.

Einige Wirkstoffe – beispielsweise bestimmte Abführ- oder Kontrastmittel – sollen auch gar nicht in den Blutkreislauf gelangen. Damit Medikamente im Körper ihren jeweiligen Bestimmungsort erreichen, werden sie in verschiedenen Darreichungsformen angeboten. Welche Form gewählt wird, hängt nicht nur von den physikalischen und chemischen Eigenschaften des Arzneimittels ab. Auch wo, wann und wie lange ein Präparat wirken soll und ob es beispielsweise von einem Kind oder Erwachsenen eingenommen wird, spielt eine Rolle.

Tabletten

Tabletten gibt es in vielen verschiedenen Formen und Größen. Sie sind lange haltbar und einfach herzustellen: Ein oder mehrere Wirkstoffe werden mit Hilfsstoffen gemischt und dann zu Tabletten gepresst.

  • Tabletten ohne Überzug: Tabletten bestehen aus fest zusammengepresstem Pulver oder Granulat. Wenn sie nicht mit einem Überzug versehen sind, haben sie eine stumpfe Oberfläche. Wichtig ist, Tabletten immer mit Wasser einzunehmen, damit sie nicht in der Speiseröhre „hängenbleiben“ und damit sich im Magen genügend Flüssigkeit befindet, in der die Tablette zerfallen kann.
  • Überzogene Tabletten (Dragees, Filmtabletten): Tabletten können mit einer Schicht überzogen sein, die unter anderem vor Feuchtigkeit und Bakterien schützen soll. Überzogene Tabletten sind glatt, gefärbt und oft glänzend. Sie „rutschen“ beim Schlucken besser und sind geschmacksneutral. Je nach Dicke und Beschaffenheit der Beschichtung unterscheidet man Dragees und Filmtabletten. Dragees sind meist rund oder oval und mit einer zuckerhaltigen Schicht überzogen, Filmtabletten haben nur einen dünnen Überzug. Wenn Tabletten Wirkstoffe enthalten, die vor der Magensäure geschützt werden müssen, sind sie mit einer magensaftresistenten Schutzschicht überzogen. Dadurch werden die Wirkstoffe erst im Dünndarm freigegeben. Überzogene Tabletten sollten nicht zerkleinert werden, da der Schutz des Überzugs dann verloren geht.
  • Brausetabletten: Brausetabletten werden in einem Glas Wasser aufgelöst und dann getrunken. Sie sind für Menschen mit Schluckproblemen gut geeignet und können schneller wirken als Tabletten, da das Medikament schon in gelöster Form im Magen ankommt.
  • Kau- und Lutschtabletten (Pastillen): Sie enthalten Wirkstoffe, die direkt in Hals und Rachen wirken sollen (etwa bei Halsentzündungen), oder die über die Mundschleimhaut aufgenommen werden können. Wie der Name schon sagt, werden diese Tabletten gekaut oder gelutscht.
  • Sublingual-Tabletten (von „sub“, lateinisch: unter und „lingua“, lateinisch: Zunge): Diese Tabletten lässt man unter der Zunge zergehen, der Wirkstoff wird direkt über die Mundschleimhaut aufgenommen.

Kapseln und Kaukapseln

Kapseln haben eine Hülle – meist aus Gelatine –, die das Arzneimittel in Pulver-, Granulat- oder flüssiger Form umschließt. Die Hülle wird im Magen oder Darm aufgelöst und gibt dann den Wirkstoff frei. Der Vorteil von Kapseln: Das Arzneimittel – zum Beispiel ein Pulver – ist leichter zu dosieren. Kapseln sind haltbar und geschmacksneutral, auch empfindliche Wirkstoffe lassen sich gut auf diese Weise verpacken. Es gibt auch Kaukapseln, die man zerbeißt, sodass deren Wirkstoff über die Mundschleimhaut aufgenommen werden kann.

Tabletten und Kapseln mit Retard-Wirkung

Tabletten und Kapseln mit Retard-Wirkung, manchmal auch Depot-Wirkung genannt, sind so aufgebaut, dass sie ihre Wirkstoffe nur allmählich abgeben. Eine Retard-Tablette kann zum Beispiel die Wirkstoffmenge eines ganzen Tages enthalten und diese über den Tag verteilt abgeben. Das hat dann den Vorteil, dass nur eine Tablette pro Tag nötig ist und nicht mehrere.

Pulver, Tropfen und Säfte

Pulver und Granulate

Einige Arzneimittel werden in Pulver- oder Granulatform angeboten. Zum Einnehmen löst man sie meistens in Wasser auf. Dazu gehören manche Antibiotika für Kinder (Trockensaft), aber auch Vitamin-C-Pulver.

Tees

Tees sind Mischungen von getrockneten Pflanzenteilen, die mit heißem Wasser übergossen werden, um die Wirkstoffe herauszulösen. Es gibt auch Instant-Tees, die Pflanzenextrakte oder ätherische Öle enthalten.  

Tropfen

Bei Tropfen ist entweder die Flüssigkeit selbst der Wirkstoff eines Arzneimittels, oder er ist in Flüssigkeit gelöst, meistens in Wasser oder Wasser-Alkohol-Mischungen. Um das Medikament zu dosieren, zählt man die Tropfen ab.

Saft und Sirup

Bei Saft sind ein oder mehrere Wirkstoffe in der Regel in Wasser gelöst oder verteilt. Auch die Flüssigkeit selbst kann der Wirkstoff sein. Die Präparate werden heute meist mit einem mitgelieferten Messbecher dosiert. Menschen, die Probleme beim Schlucken von Tabletten haben, weichen oft auf Saft aus. Dickflüssige Zuckerlösungen, die Arzneimittel enthalten, werden Sirup genannt. Arzneimittel für Kinder gibt es oft als Sirup, da er meist besser schmeckt als Saft.

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