Behandlung einer obstruktiven Schlafapnoe

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PantherMedia / Graham Oliver

Es werden viele verschiedene Behandlungen angeboten, die eine lindern sollen. Dazu zählen Apparate zur nächtlichen Atmungsunterstützung, chirurgische Eingriffe und spezielle Hilfsmittel. Als Standardtherapie gilt die Atmungsunterstützung mit Überdruck, die sogenannte CPAP-Behandlung.

Menschen mit einer obstruktiven schnarchen oft stark und haben während des Schlafs längere Atemaussetzer. Deshalb wachen sie nachts häufig auf, schlafen weniger erholsam und fühlen sich tagsüber abgeschlagen und müde. Das Schnarchen an sich ist harmlos.

Was kann man selbst tun, um eine Schlafapnoe zu lindern?

Zunächst kann man versuchen, die Beschwerden durch Änderungen des Lebensstils und der Schlafgewohnheiten zu lindern. Dies kann die Atemaussetzer selbst aber nicht unbedingt mindern. Es gibt verschiedene Maßnahmen zur allgemeinen „Schlafhygiene“, die den Schlaf verbessern können.

  • Vier bis sechs Stunden vor dem Schlafengehen auf anregende Mittel wie Kaffee und Tee sowie auf schwere Mahlzeiten am Abend verzichten, denn sie können den Schlaf beeinträchtigen.
  • Abends weder rauchen noch Alkohol trinken, denn auch der abendliche Genuss von Alkohol und Nikotin kann den Schlaf stören. Alkohol lässt die Atemmuskulatur noch mehr erschlaffen, was die Schlafapnoe-Beschwerden verstärken kann.
  • Für einen ruhigen, dunklen und vor allem bequemen Schlafplatz mit einer angenehmen Temperatur sorgen.

Bestimmte Schlaf- und Beruhigungsmittel haben auf Dauer viele Nebenwirkungen und können die verstärken. Dazu zählen vor allem Mittel aus der Gruppe der . Daher ist es besser, auf zu verzichten oder sie nur für wenige Tage in möglichst geringer Dosis einzunehmen. Andere schlaffördernde Mittel (sogenannte Nicht-Benzodiazepine) führen wahrscheinlich nicht zu häufigeren Atemaussetzern.

Menschen mit Übergewicht haben öfter eine – vermutlich deshalb, weil zu viel Bauchfett die Atemtätigkeit erschwert. Fetteinlagerungen im Hals- und Rachenbereich verengen die Atemwege zusätzlich. Bei starkem Übergewicht (Adipositas) kann sich das Abnehmen allgemein positiv auf die Gesundheit auswirken. Auch die bessert sich, verschwindet aber nur selten allein durch das Abnehmen. Eine Kombination aus kalorienreduzierter Ernährung und mehr Bewegung kann helfen, Gewicht abzunehmen.

Wer auf dem Rücken schläft, hat häufiger mit Schnarchen und Atmungsstörungen zu tun, da die Zunge dabei stärker in den Rachenraum zurückfällt. Wenn die nur in Rückenlage auftritt, kann man versuchen, nachts in der Seitenlage liegen zu bleiben. Manche Menschen nähen sich dazu zum Beispiel einen Tennisball hinten in den Schlafanzug, legen sich ein Kissen in den Rücken oder nutzen einen rucksackartigen Lagerungsgürtel, der um den Brustkorb geschnallt wird. Um die Atmung in der Rückenlage zu erleichtern, hilft es manchmal auch schon, den Kopf höher zu lagern.

Ein Wechsel der Schlafposition allein kann den meisten Menschen mit nicht ausreichend helfen. Zwar kann er die Häufigkeit der Atemaussetzer verringern. In den bisherigen Studien halfen Positionswechsel den Teilnehmenden allerdings nicht, sich tagsüber wacher zu fühlen. Die CPAP-Therapie, bei der eine spezielle Atemmaske im Schlaf getragen wird, ist insgesamt wirksamer.

Daneben gibt es ein großes Angebot von Hilfsmitteln und Produkten wie Nasenpflaster, Sprays und Gurgellösungen, die den Schlaf bessern und das Schnarchen mindern sollen. Ob sie Erleichterung bringen, ist unklar, da aussagekräftige wissenschaftliche Untersuchungen zu solchen Mitteln fehlen.

Wie kann die kontinuierliche nächtliche Überdruckatmung (CPAP) helfen?

Die CPAP-Therapie wird sehr häufig zur Behandlung einer obstruktiven eingesetzt – sie gilt als Standardtherapie. steht für „continuous positive airway pressure“ (kontinuierlicher Atemwegsüberdruck). Bei dieser Behandlung wird während des Schlafs eine Maske getragen. Je nach Modell umschließt sie Mund und Nase oder nur die Nase. Es gibt auch sogenannte Nasenpolster, bei denen zwei Endstücke aus weichem Kunststoff direkt in die Nasenlöcher eingeführt werden.

Grafik: Obstruktive Schlafapnoe - wie im Text beschrieben
Grafik: CPAP-Atemtherapie - wie im Text beschrieben

Bei der Atemtherapie wird während des Schlafs mit einem leichten Überdruck Raumluft in die Atemwege gepumpt. Für den Überdruck sorgt eine kleine Pumpe, die über einen Schlauch mit der Maske verbunden ist. Die einströmende Luft hält die oberen Atemwege offen. Dadurch werden die Atemaussetzer deutlich weniger, der Sauerstoffgehalt im Blut steigt und die Schlafqualität verbessert sich. Meist hört auch das Schnarchen auf.

Sonderformen der CPAP:

  • APAP – auto-CPAP: Bei der APAP wird im Gegensatz zur kein gleichbleibender Druck erzeugt. Der Druck der verabreichten Atemluft wird mit jedem Atemzug vom Gerät neu ermittelt und der Atmung angepasst. Das APAP kann eine Alternative sein für Menschen, die mit dem kontinuierlichen Druck des CPAP-Geräts nicht zurechtkommen oder eine haben, die nur in bestimmten Schlafpositionen auftritt.
  • BiPAP – bi-level PAP: BiPAP-Geräte verringern bei jeder Ausatmung den Druck. Sie werden vorwiegend eingesetzt, wenn Probleme bei der Ausatmung gegen den CPAP-Druck bestehen. Auch für Menschen mit einer obstruktiven Lungenerkrankung sind diese Geräte eher geeignet.

Studien zeigen, dass die CPAP-Therapie eine lindern kann. Tagsüber weniger müde zu sein, kann die Stimmung heben und die Lebensqualität deutlich verbessern. Die verschiedenen CPAP-Geräte sind ähnlich gut wirksam.

Eine Atemtherapie kann eine allerdings nicht heilen, sondern nur ihre Symptome lindern. Wenn die Behandlung beendet wird, treten die Beschwerden meist sofort wieder auf.

Die Behandlung kann auch dazu beitragen, einen erhöhten Blutdruck zu senken. Ob die CPAP-Therapie auch das Risiko für Herzerkrankungen oder Schlaganfälle senkt, ist unklar.

Umgang mit dem CPAP-Gerät

Zum Schlafen eine Maske zu tragen, ist gewöhnungsbedürftig. Die CPAP-Therapie wird von manchen Menschen als unangenehm und beengend empfunden. Einige bekommen eine verstopfte Nase oder einen trockenen Hals. Sie können versuchen, den Beatmungsdruck zu verändern. An modernen CPAP-Geräten lässt sich zudem ein Luftbefeuchter anbringen.

Moderne CPAP-Geräte sind sehr leise und stören kaum. Dennoch fühlen sich manche Menschen mit der Atemmaske so unwohl, dass sie die abbrechen. Andere setzen die Maske in der Nacht nur für wenige Stunden auf und spüren dann kaum die Vorteile der Behandlung. Es wird empfohlen, CPAP-Geräte nachts mindestens fünf Stunden einzusetzen.

Die ist die wirksamste Behandlung bei einer . Daher lohnt es sich, nach Mitteln und Wegen zu suchen, die den Umgang mit dem Atemgerät erleichtern. Studien zeigen, dass es eher gelingt, die Geräte nachts länger zu nutzen und die fortzuführen, wenn man dauerhafte Ansprechpartner hat, mit denen sich Behandlungsprobleme besprechen lassen. Das können Ärztinnen oder Ärzte sein, aber auch Pflegepersonal oder andere Betroffene. Besonders wichtig ist eine intensive Begleitung in den ersten Wochen der Nutzung des Atemgeräts. Manchmal kann eine psychologische Unterstützung sinnvoll sein.

Auch bei praktischen Problemen im Umgang mit dem CPAP-Gerät oder wenn man sich nicht an die Atemtherapie gewöhnen kann, ist es sinnvoll, fachliche Unterstützung zu suchen. Vielleicht ist es hilfreich, einen anderen Maskentyp auszutesten. Bei trockenen Atemwegen kann der Luftbefeuchter am Gerät die Lösung sein.

Wann kommt eine Unterkieferschiene infrage?

Manche Menschen mit einer tragen nachts eine Kunststoffschiene im Mund. Sie sorgt dafür, dass der Unterkiefer weiter vorne gehalten wird. Dies kann verhindern, dass die Zunge zurückfällt und die Atemwege verengt. Sie ist eine Möglichkeit, leichtere und mittlere Formen der zu behandeln – oder eine Alternative für Menschen, die mit einem CPAP-Gerät nicht zurechtkommen. Allerdings empfinden manche das nächtliche Tragen einer Schiene als unangenehm. Dabei kommt es manchmal zu vermehrtem Speichelfluss, Mundtrockenheit, Druckgefühlen und Schmerzen im Kiefergelenk.

Unterkieferschienen werden von Zahnärztinnen oder -ärzten und Kieferorthopäden angepasst. In der Regel müssen die Kosten für die Schienen selbst getragen werden. Es gibt auch frei verkäufliche Fertigschienen – es ist aber sinnvoll, sich eine Schiene in der Zahnarztpraxis anpassen zu lassen.

Was kann man von einer Operation erwarten?

Es sind verschiedene Operationen möglich, um die Atmung bei einer dauerhaft zu erleichtern. Bei den meisten Eingriffen wird Gewebe gestrafft oder entfernt, um die Atemwege freier zu machen.

  • Durch eine UPPP genannte Operation (Uvulopalatopharyngoplastik) wird das Gaumenzäpfchen gestrafft und weiches Gewebe am Gaumen chirurgisch abgetragen. Diese Gewebeteile verengen bei einer die Atemwege. Zusätzlich können bei dem Eingriff die Gaumenmandeln entfernt oder verkleinert werden.
  • Mithilfe der sogenannten (RFT) wird mit einer kleinen Sonde Gewebe am Gaumen, an der Nasenmuschel oder den Mandeln abgetragen. Dadurch entstehen Narben, die das Gewebe zusammenziehen und straffen sollen.
  • Auch mit einem Laser kann das Gaumengewebe gestrafft werden. Die Laser-Uvulopalatopharyngoplastik (LAUP) wird heute aber nur noch selten eingesetzt, auch weil sie schmerzhaft ist.
  • Bei manchen Menschen ist der Unterkiefer so stark nach hinten verlagert, dass er ihre Atmung behindert. Der Unterkiefer kann operativ vorverlagert werden.

Ob ein bestimmter Eingriff helfen kann, hängt in erster Linie von der Art der Atemwegsverengung ab. Wie nützlich die einzelnen Eingriffe sind und für wen sie sich am besten eignen, lässt sich insgesamt aber noch nicht gut beurteilen. Es gibt nur sehr wenige und nur sehr kleine Studien dazu.

Jeder der genannten Eingriffe birgt auch Risiken wie Blutungen, Schmerzen oder Schluckstörungen. Das Risiko für Nebenwirkungen hängt von der Operationsmethode ab. Ärztinnen und Ärzte müssen vor einem Eingriff ausführlich darüber informieren, welche unerwünschten Folgen auftreten können.

Können Medikamente helfen?

Es gibt verschiedene Medikamente, die die Atmung nachts erleichtern sollen – indem sie beispielsweise die Atemmuskulatur beeinflussen oder den Atemantrieb steigern. Da bislang noch kein Mittel bekannt ist, das nachweislich bei einer helfen kann, spielen Medikamente bei der Behandlung derzeit keine Rolle.

Medikamente können aber bei der Behandlung bestimmter Erkrankungen eine Rolle spielen, die eine begünstigen oder verstärken können. Dazu zählen beispielsweise Heuschnupfen oder eine Hausstauballergie.

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Aktualisiert am 12. Dezember 2018
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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