Behandlung bei akuter Bronchitis

Foto von hustendem Mann
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Eine akute verschwindet meist von allein. Bis die abgeklungen ist, können einige Mittel Husten und Erkältungsbeschwerden etwas lindern. helfen bei akuter in der Regel nicht und werden deshalb nicht empfohlen.

Besonders im Herbst und Winter erwischt es viele Menschen: Erst plagen einen Schnupfen, Kopf- und Halsschmerzen. Später kommt ein hartnäckiger Husten dazu, der über Wochen anhalten kann. Dann heißt es „abwarten und Tee trinken“, bis die akute von selbst wieder abklingt. Die Einnahme von Medikamenten ist nicht nötig. sind in der Regel wirkungslos, da eine akute meist durch Viren ausgelöst wird.

Gegen Husten und Erkältungsbeschwerden stehen verschiedene Arzneimittel zur Verfügung – doch nur wenige können den Krankheitsverlauf spürbar beeinflussen. Die meisten Mittel müssen selbst bezahlt werden.

Sind Hustenlöser (Expektorantien) sinnvoll?

Unter dem Begriff Hustenlöser (Expektorantien) werden Medikamente zusammengefasst, die

  • die Schleimbildung in den Bronchien fördern (Sekretolytika) oder
  • zähen Bronchialschleim verflüssigen.

Auf diese Weise sollen sie helfen, den Schleim besser abzuhusten und den Husten zu lindern. Ob diese Mittel tatsächlich bei akuter helfen, lassen die bisherigen Studien offen. Hustenlöser sollten – wenn überhaupt – nur eingenommen werden, wenn der gebildete Schleim auch abgehustet werden kann.

Was bewirken Hustenstiller (Antitussiva)?

Hustenstiller (Antitussiva) wirken nicht auf die entzündete Schleimhaut in den , sie sollen vielmehr den Hustenreiz unterdrücken. Deshalb kommen sie bei einer akuten nur selten infrage. Typische hustenstillende Wirkstoffe sind Codein und Dextromethorphan.

Antitussiva dürfen nur bei starkem, trockenem Reizhusten und über höchstens zwei Wochen angewendet werden. Bei Husten mit Auswurf sind sie dagegen nicht sinnvoll: Wenn der Hustenreiz fehlt, kann der Schleim nicht abgehustet werden.

Es gibt zudem keine Studien, die die Vor- und Nachteile von Antitussiva bei akuter untersucht haben. Die wenigen bisherigen Studien haben ihre Wirkung lediglich bei einfachen Erkältungen, Rachen- oder Nasennebenhöhlenentzündungen geprüft. Diese Studien zeigten:

  • Codein wirkt weder bei Erwachsenen noch bei Kindern und Jugendlichen gegen akuten Husten bei Erkältungen. Kindern unter zwölf Jahren dürfen Codein oder codeinhaltige Medikamente generell nicht verschrieben werden. Dasselbe gilt für stillende Mütter.
  • Dextromethorphan kann bei Infekten der oberen Atemwege den Husten lediglich bei Erwachsenen etwas lindern, zumindest für kurze Zeit nach der Einnahme. Dextromethorphan darf nicht bei Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD eingenommen werden. Mögliche Nebenwirkungen sind Schwindel und Magen-Darm-Beschwerden.

Codein ist verschreibungspflichtig, Mittel mit Dextromethorphan sind auch ohne Rezept in Apotheken erhältlich.

Was bringen pflanzliche Arzneimittel?

Gegen akute werden verschiedene pflanzliche Präparate angeboten, zum Teil auch als Wirkstoffkombinationen: zum Beispiel bestimmte Extrakte aus Pelargonienwurzel, Primelwurzel, Thymian, Eukalyptus oder Efeublättern. Die bisherigen Studien zu solchen Mitteln deuten darauf hin, dass sie bei einer akuten den Husten etwas lindern und das Abhusten unterstützen können. Als Nebenwirkungen können zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Die Kosten für diese Präparate werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Andere pflanzliche Mittel – zum Beispiel aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) – wurden bisher kaum in guten Studien untersucht. Ob sie helfen können, ist daher nicht bekannt. Auch sie können jedoch Nebenwirkungen haben.

Helfen atemwegserweiternde Mittel?

Atemwegserweiternde Medikamente werden meist als Inhalationsspray bei Erkrankungen wie oder eingesetzt, die die verengen. Bei einer akuten ohne verengte Atemwege sollten sie nicht angewendet werden, zumal sie dann auch nicht helfen.

Welche Mittel helfen gegen Begleitbeschwerden?

Besonders zu Beginn einer akuten kann es durch eine begleitende Erkältung oder Grippe zu Kopf-, Hals-, Ohren- oder Gliederschmerzen kommen. Schmerzlindernde und fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder nicht steroidale Antirheumatika () können dann Erleichterung verschaffen.

Paracetamol und NSAR – dazu gehören unter anderem und () – werden rezeptfrei in der Apotheke angeboten. Die Medikamente sind als Tabletten, Zäpfchen oder Säfte erhältlich. Für Kinder unter zwölf Jahren mit fieberhaften Virusinfektionen ist nicht geeignet, da der Wirkstoff bei ihnen – wenn auch selten – zu einer schweren Hirn- und Leberschädigung () führen kann.

Was kann man zusätzlich tun?

Wichtig ist, sich besonders in den ersten Tagen der Erkrankung die nötige Ruhe zu gönnen, körperliche Anstrengung zu vermeiden und auf Sport zu verzichten. Oft wird geraten, viel zu trinken, damit sich der Schleim in den besser löst. Es gibt bislang jedoch keine geeigneten Studien, die geprüft haben, ob „viel trinken“ besser hilft als „normal trinken“ oder möglicherweise eher schadet.

Ein hustenstillendes Hausmittel kann Honig sein – pur oder in warmem Tee gelöst. Studien mit Kindern deuten darauf hin, dass Honig bei Infekten der oberen Atemwege den Husten lindern kann. Für Kinder unter einem Jahr ist Honig jedoch nicht geeignet, da Säuglinge empfindlich auf bestimmte im Honig reagieren können.

Raucherinnen und Raucher mit akuter können ihre Atemwege schonen, wenn sie möglichst nicht zur Zigarette greifen.

Warum wird von Antibiotika abgeraten?

sind Medikamente, die Bakterien abtöten oder ihre Vermehrung hemmen. Eine akute wird aber meist durch Viren verursacht, gegen die nicht wirken.

Viele Studien haben gezeigt, dass den Krankheitsverlauf kaum beeinflussen. Bei den Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern konnten die Dauer des Hustens im Durchschnitt um einen halben Tag verkürzen. Auf der anderen Seite lösten sie bei etwa 3 von 100 Menschen Nebenwirkungen wie Durchfälle, Übelkeit oder Hautausschläge aus.

Häufige Verschreibungen von bei Atemwegsinfekten können außerdem dazu führen, dass sich Resistenzen bilden. Dies kann zur Folge haben, dass die Mittel gegen bestimmte Bakterien nicht mehr wirken. Deshalb wird bei einer akuten davon abgeraten, einzunehmen.

Manche Menschen haben aufgrund einer Immunschwäche, einer schweren Lungen- oder Herzerkrankung oder ihres hohen Alters ein erhöhtes Risiko für Komplikationen, wie eine Lungenentzündung. Für sie kann eine Antibiotikatherapie sinnvoll sein, um Komplikationen vorzubeugen.

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Aktualisiert am 04. November 2020
Nächste geplante Aktualisierung: 2023

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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