Anzeichen von Rheuma (rheumatoide Arthritis)
Wenn jemand umgangssprachlich von Rheuma spricht, meint er meistens eine rheumatoide Arthritis: eine chronisch entzündliche Gelenkerkrankung, bei der oft die Gelenke an den Fingern und Füßen sowie die Knie betroffen sind. Denn auch wenn es viele verschiedene rheumatische Erkrankungen gibt, ist die rheumatoide Arthritis bei weitem die häufigste. Sie wird manchmal auch chronische Polyarthritis genannt. Frauen sind zwei- bis dreimal so häufig davon betroffen wie Männer.
Bei Rheuma handelt es sich vermutlich um eine sogenannte Autoimmunerkrankung, bei der das Abwehrsystem den eigenen Körper angreift: Bestimmte Immunreaktionen führen dazu, dass sich die Gelenkinnenhaut entzündet und dadurch anschwillt. Mehr darüber, wie unsere Gelenke aufgebaut sind und funktionieren, können Sie hier erfahren. Wie genau es zu diesen Immunreaktionen kommt, ist nicht bekannt. Man weiß jedoch, dass manche Menschen eine erbliche Veranlagung für die Erkrankung haben. Dass Rheuma sich auf den ganzen Körper auswirkt, unterscheidet es von einer anderen weit verbreiteten Gelenkerkrankung: der Arthrose. Bei ihr werden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen dadurch verursacht, dass die Gelenke über die Jahre verschleißen.
Eine rheumatoide Arthritis entwickelt sich meistens über viele Jahre. Oft macht sie sich zunächst durch allgemeine Beschwerden wie Müdigkeit oder Appetitlosigkeit, manchmal auch leichtes Fieber bemerkbar. Mit der Zeit treten dann rheumatypische Beschwerden an den Gelenken auf. Allerdings verläuft die Erkrankung nicht immer gleich: Bei manchen Menschen treten die Beschwerden auch relativ plötzlich in Erscheinung.
Zu den typischen Anzeichen einer rheumatoiden Arthritis gehören vor allem:
- Warme und geschwollene Gelenke: Durch die Entzündung werden die Gelenke stärker durchblutet. Das führt dazu, dass die Gelenke sich warm anfühlen und manchmal auch gerötet sind. Außerdem produziert die Gelenkinnenhaut (Synovialmembran) mehr Gelenkflüssigkeit und beginnt zu wuchern. Infolge dessen schwellen die Gelenke an.
- Gelenkschmerzen: Durch die Schwellung und Entzündung schmerzen die Gelenke. Schon ein Händedruck kann dann weh tun.
- Steife Gelenke: Wenn die Gelenke anschwellen, verlieren sie häufig ihre Beweglichkeit. Die Gelenksteifigkeit tritt insbesondere morgens auf, daher spricht man auch von Morgensteifigkeit. Diese bessert sich in der Regel erst nach über einer Stunde oder nach längerer Bewegung der Gelenke.
- Erschöpfung: Rheuma ist eine entzündliche Erkrankung, die den ganzen Körper betrifft. Insbesondere führt Rheuma häufig zu Abgeschlagenheit und manchmal tiefgehender Ermüdung. Dies ist für manche Menschen der schlimmste Aspekt der Krankheit, da er die Lebensqualität stark beeinträchtigen kann. Manchmal kommen auch Fieber, Nachtschweiß und eventuell auch eine Gewichtsabnahme hinzu.
- Muskelschwäche: Durch die Steifigkeit und Schmerzen können die Gelenke nicht mehr so gut benutzt werden. Dies kann mit der Zeit dazu führen, dass die Gelenkmuskulatur schwächer wird. Viele alltägliche Aktivitäten, die vorher selbstverständlich waren, können dann sehr beschwerlich oder gar unmöglich werden.
- Rheumaknoten: Wenn die rheumatoide Arthritis fortschreitet, können an den Streckseiten der Arme und Beine sogenannte Rheumaknoten auftreten, vor allem an Ellenbogen und Fingern. Das sind feste Schwellungen, die unter der Haut liegen. Meist sind sie unempfindlich gegenüber Druck oder Berührungen.
Zu Beginn der Erkrankung, ist es nicht leicht, Rheuma zu erkennen, da sich die Erkrankung sehr unterschiedlich äußern und entwickeln kann. Ärztinnen und Ärzte untersuchen insbesondere, ob die Haut an der Innenseite der Gelenke entzündet ist, da dies eines der ersten und charakteristischen Anzeichen für Rheuma ist. Dies kann sich zum Beispiel daran zeigen, dass die Gelenke empfindlich auf Druck reagieren. Auch die typischen Gelenkbeschwerden sind ein wichtiger Hinweis auf Rheuma. Manchmal lassen sich auch mit einer Blutuntersuchung entzündliche Vorgänge im Körper nachweisen. Teilweise werden die Gelenke auch mit bildgebenden Verfahren untersucht. Aber diese Tests sind gerade zu Beginn der Erkrankung nicht immer zuverlässig.
Wie die Krankheit bei einer bestimmten Person verlaufen wird, lässt sich nicht vorhersagen. Manchmal schreitet die Erkrankung lange Zeit nicht voran. Häufig nehmen die Beschwerden jedoch mit der Zeit langsam zu. Die Beschwerden treten außerdem häufig in Schüben auf. Das heißt, dass Entzündung und Schmerzen plötzlich stärker werden, aber nach einer gewissen Zeit wieder verschwinden können.
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Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
- Letzte Aktualisierung: 08. Juni 2010 16:25
- Erstellt am: 02. Juni 2010 12:34
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- Quellen:
Ollenschläger G, Bucher HC, Donner-Banzhoff N, Forster J et al. (Hrsg). Kompendium evidenzbasierte Medizin. Bern: Hans Huber. 2004.
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