Wie wird eine frühe rheumatoide Arthritis festgestellt?

Foto von schmerzenden Gelenken der Hand (PantherMedia / Alice Day) Rheuma frühzeitig festzustellen, kann schwierig sein. Denn in den ersten Wochen bis Monaten sind die Symptome oft nur wenig ausgeprägt und nicht unbedingt typisch. Rheuma möglichst früh zu erkennen, ist aber wichtig: Durch eine rechtzeitige Behandlung lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung eher aufhalten.

Zu den eher unbestimmten Beschwerden im Frühstadium gehören allgemeine Schwäche, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Gewichtsverlust. Eine leicht erhöhte Körpertemperatur sowie Muskel- und Knochenschmerzen können ebenfalls erste Krankheitszeichen sein. Es können aber auch schon rheumatypische Beschwerden wie geschwollene Gelenke auftreten.

Eine genauere Untersuchung auf Rheuma wird spätestens dann empfohlen, wenn

  • drei oder mehr Gelenke seit mindestens sechs Wochen geschwollen sind,
  • auf beiden Körperseiten die gleichen Gelenke geschwollen sind und / oder
  • die Gelenke morgens nach dem Aufstehen mindestens eine Stunde steif sind.

Wie erkennt man Rheuma im Frühstadium?

Wenn es Anzeichen für eine rheumatoide Arthritis gibt, werden zunächst folgende Untersuchungen gemacht:

  • Bluttest auf Antikörper: Bestimmte Antikörper im Blut können auf eine rheumatoide Arthritis hinweisen. Dazu gehören die sogenannten Rheumafaktoren und die „Antikörper gegen citrullinierte Peptide / Proteine“ (ACPA).
  • Bluttest auf akute Entzündungsreaktionen: Zum einen lässt sich das C-reaktive Protein (CRP) bestimmen. Dieses Eiweiß setzt der Körper bei Entzündungen in erhöhtem Maße frei. Zum anderen kann die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) gemessen werden. Sie gibt an, wie schnell sich die roten Blutkörperchen in einem Reagenzglas am Boden absetzen. Bei Entzündungen sinken sie schneller ab.

Wenn diese Untersuchungen den Rheuma-Verdacht erhärten, sind weitere Tests sinnvoll, einschließlich bildgebender Untersuchungen. Zu diesen gehören

  • Ultraschall: Eine Ultraschalluntersuchung kann frühe Anzeichen wie Flüssigkeitsansammlungen und Entzündungen sowie eine verstärkte Durchblutung der Gelenkschleimhaut sichtbar machen.
  • Röntgen: Eine Röntgenuntersuchung kann zeigen, ob bereits Schäden an den Knochen oder dem Knorpel bestehen.
  • Magnetresonanztherapie (MRT): Durch eine MRT lassen sich Knochen, Gelenke, Sehnen und Muskeln sehr genau darstellen. MRT-Bilder zeigen aber oft auch Auffälligkeiten, die nichts mit Rheuma zu tun haben.

Entzündete Gelenke oder auffällige Werte aus Blutuntersuchungen allein haben zur Diagnose einer frühen rheumatoiden Arthritis nur eine begrenzte Aussagekraft. Sie können auch andere Ursachen haben. Wenn mehrere Anzeichen zusammenkommen, ist es wahrscheinlicher, dass es sich tatsächlich um eine rheumatoide Arthritis handelt.