Wie wird Colitis ulcerosa bei Erwachsenen behandelt?

Foto von Frau im Gespräch mit einer Ärztin

Die chronisch-entzündliche Darmerkrankung begleitet die meisten Betroffenen ein Leben lang. Verschiedene Behandlungen können aber die Beschwerden lindern und sie langfristig verhindern. Bei leichteren Entzündungen des Enddarms reichen oft Zäpfchen, bei stärkeren sind meist Tabletten nötig. Bei einem schweren Verlauf wird eine Operation empfohlen.

Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die meist in Schüben verläuft: Phasen mit Beschwerden wechseln sich mit beschwerdefreien Zeiten ab. Die Behandlung der hat zwei Hauptziele:

  • im akuten Schub die Entzündung im Darm rasch zu beenden, sodass Beschwerden wie Bauchschmerzen, Krämpfe und blutiger Durchfall aufhören
  • in einer beschwerdefreien Phase („Remission“) einen neuen Schub zu verhindern, sodass sie so lange wie möglich – am besten dauerhaft – anhält

Die Behandlung der setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Zum einen kommen unterschiedliche Medikamente infrage. Welche davon geeignet sind, hängt unter anderem davon ab, wie schwer und ausgedehnt die Darmentzündung ist. Aber es spielt zum Beispiel auch eine Rolle, ob eine bereits begonnene gut vertragen wird – und ob sie ausreicht, um die Darmentzündung zu bekämpfen.

Eine Operation wird meist erst empfohlen, wenn Medikamente nicht helfen, Engstellen nicht anders beseitigt werden können oder der Darm so stark entzündet ist, dass schwere Komplikationen drohen – etwa ein Anschwellen und Aufblähen des Dickdarms, sodass er einreißen kann (Perforation).

Colitis ulcerosa: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Vor der Entscheidung für oder gegen eine Behandlung ist es sinnvoll, sich gut darüber zu informieren, welche Behandlungen in welcher Situation infrage kommen und welche Vor- und Nachteile sie haben. Diese Entscheidungshilfe unterstützt dabei.

Fachleute empfehlen außerdem, die Ernährung an die Erkrankung anzupassen und mit dem Rauchen aufzuhören – und zwar unabhängig vom Schweregrad der .

Die Erkrankung kann den Alltag stark belasten. Viele Betroffene entwickeln aber mit der Zeit Strategien, die ihnen helfen, mit der chronischen Erkrankung zu leben.

Welche Medikamente kommen bei einer leichten bis mäßigen Entzündung des Enddarms infrage?

Bei einer leichten bis mäßigen werden entzündungshemmende Mittel wie Mesalazin empfohlen, die 5-Aminosalicylsäure (kurz: 5-ASA) enthalten. Wenn nur der betroffen ist, werden sie 1-mal täglich als Zäpfchen, Schaum- oder Einlauf-Präparate in den Darm eingeführt.

Reicht dies nicht aus, können zusätzlich entsprechende Präparate mit Glukokortikoiden eingeführt werden. Alternativ kann man zusätzlich einmal pro Tag 5-ASA als Tablette einnehmen.

Welche Mittel sind bei einer ausgedehnten leichten bis mäßigen Entzündung geeignet?

Wenn größere Teile des Dickdarms leicht bis mäßig entzündet sind, wird generell die Kombination aus 5-ASA-Zäpfchen und oraler 5-ASA-Einnahme empfohlen – etwa als Tabletten oder als Granulat, das man in den Mund gibt und mit reichlich Flüssigkeit unzerkaut herunterschluckt.

Der Nutzen von 5-ASA ist durch Studien belegt:

  • Innerhalb von 6 bis 12 Wochen hatten 25 von 100 der Teilnehmenden, die 5-ASA einnahmen, keine Beschwerden mehr.
  • Ohne die Behandlung waren es 13 von 100.

Dass insgesamt trotzdem viele Betroffene noch Beschwerden hatten, kann an der kurzen Dauer der Studie liegen – oder daran, dass die Wirkstoffe nur als Tabletten oder Granulat eingenommen und nicht mit Zäpfchen kombiniert wurden. Die Teilnehmenden vertrugen das Medikament insgesamt gut. Mögliche Nebenwirkungen von 5-ASA sind unter anderem Kopfschmerzen, Schnupfen und Hautausschlag.

Lässt sich der Colitis-Schub nicht stoppen, werden Glukokortikoide als Tabletten eingenommen – dann wirken sie im gesamten Körper. Reicht auch das nicht oder werden die Mittel nicht vertragen, kommen Medikamente infrage, die normalerweise erst bei einer schwereren verschrieben werden.

Wie lässt sich eine schwere Entzündung behandeln?

Bei einer schweren kann eine Behandlung im Krankenhaus nötig sein: zum einen, weil es den Betroffenen sehr schlecht geht, zum anderen, weil häufige Tests wie Blut- und Ultraschalluntersuchungen nötig sind, um zu überprüfen, ob die anschlägt. Im Krankenhaus bekommt man zudem Flüssigkeit und manche Medikamente per sowie zusätzlich Spritzen, die einer Thrombose vorbeugen.

Um die schwere Darmentzündung zu stoppen, erhält man Glukokortikoid-Medikamente als Tabletten, oder Spritze. Sie entfalten im gesamten Körper ihre entzündungshemmende Wirkung. Das macht jedoch auch Nebenwirkungen wie , Knochenprobleme, Infektanfälligkeit und Gewichtszunahme wahrscheinlicher – meist aber erst, wenn die Mittel länger angewendet werden.

Alternativen zu Glukokortikoiden

Wenn die Beschwerden sich innerhalb weniger Tage nicht bessern oder Nebenwirkungen auftreten, kommen verschiedene andere Mittel infrage. Sie greifen auf anderem Wege als Glukokortikoide und an unterschiedlichen Stellen in das ein und können dadurch der im Darm entgegenwirken:

  • Immunsuppressiva: Dazu zählen Thiopurine und Calcineurin-Hemmer. Thiopurine hemmen unter anderem die Vermehrung von weißen . Calcineurin-Hemmer blockieren ein , das weiße aktiviert.
  • Biologika: Dies sind Mittel, die sich gegen körpereigene Botenstoffe und Zellbestandteile richten, die bei der Entstehung von Entzündungen eine wichtige Rolle spielen – genauer gesagt gegen Tumornekrose-Faktor α (TNFα), Interleukine und Integrin.
  • Small molecules: Sie hemmen Enzyme (Januskinasen, kurz JAK) oder (Sphingosin-1-phosphat-Rezeptor, kurz S1P-Rezeptor), die an Entzündungsreaktionen beteiligt sind.

Mittel aus den verschiedenen Gruppen können auch kombiniert werden – typischerweise etwa ein Thiopurin und ein TNFα-Hemmer.

Wahl des passenden Mittels

Mehrere Studien zeigen, dass Immunsuppressiva, und Small molecules bei wirken. Aus den Ergebnissen lässt sich aber nicht klar ableiten, ob einer der Wirkstoffe besser hilft als andere.

Bei der Auswahl eines Medikaments spielen deshalb eher individuelle Fragen eine Rolle: zum Beispiel, ob Nebenwirkungen des Wirkstoffs für einen selbst besonders problematisch sein könnten – etwa wegen einer anderen Erkrankung – oder das Mittel bei einem Schub schon einmal gut geholfen hat. Auch ob das Medikament gespritzt werden muss oder als Tablette genommen werden kann, beeinflusst vielleicht die Entscheidung.

Nebenwirkungen und Risiken der Medikamente

Da die Medikamente in das eingreifen, können sie die körpereigene Abwehr gegen Krankheitserreger schwächen. Infektionen sind dadurch wahrscheinlicher und mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen verbunden – vor allem bei älteren und zum Beispiel durch Mangelernährung oder andere Erkrankungen geschwächten Personen. Deshalb wird vor der mit Bluttests geprüft, ob eine „schlummernde“ vorliegt, etwa eine Tuberkulose. Diese muss dann zuerst behandelt werden. Wenn nötig, werden Impfungen nachgeholt.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die verschiedenen immunmodulierenden Medikamente, ihre Anwendung sowie typische Nebenwirkungen. Sie kann heruntergeladen und ausgedruckt werden.

Die Grafik zeigt eine Übersicht zu immunmodulierenden Medikamenten zur Behandlung der Colitis ulcerosa, die man ausdrucken kann.

Einige der Wirkstoffe sind mit einem erhöhten Risiko für Hautkrebs verbunden. Man kann mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen, ob man ein solches Mittel benötigt. Sie oder er kann dann beraten, wie oft man die Haut kontrollieren lassen sollte, und offene Fragen zum Thema Sonnenschutz klären.

Wichtig ist:

Viele der Wirkstoffe können auch in der Schwangerschaft oder Stillzeit angewendet werden – es kann aber trotzdem sinnvoll sein, auf ein anderes Medikament umzusteigen. Deshalb ist es wichtig, sich mit der Ärztin oder dem Arzt zu beraten. Ein Gespräch ist vor allem wichtig, wenn ein Kinderwunsch besteht oder man nicht verhüten möchte. Manche Mittel sind dann von vornherein keine Option. Sie sind nämlich schädlich für ein ungeborenes Kind oder es ist nicht ausreichend untersucht, ob sie ihm schaden.

Wie lassen sich nach einer leichten bis mäßigen Entzündung erneute Schübe verhindern?

Nach einer leichten bis mäßigen wird nach dem Abklingen des Schubs die Behandlung mit 5-ASA fortgesetzt. Man wendet die Zäpfchen oder Tabletten mindestens zwei Jahre lang an. Studien haben gezeigt, dass sich so bei vielen Betroffenen der beschwerdefreie Zustand erhalten lässt:

  • Wurde die 5-ASA-Behandlung für 6 bis 12 Monate fortgesetzt, blieben 60 von 100 der Teilnehmenden frei von weiteren Schüben.
  • Ohne Behandlung blieben 41 von 100 Teilnehmenden beschwerdefrei.

In beiden Gruppen waren Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden oder Kopfschmerzen selten.

Fachleute gehen außerdem davon aus, dass die Langzeitbehandlung mit 5-ASA das Darmkrebsrisiko bei senkt.

Um die beschwerdefreie Phase zu erhalten, kann als Alternative zu 5-ASA ein Probiotikum eingenommen werden, welches das Darmbakterium E. coli Nissle enthält. Es soll die Zusammensetzung der Darmflora günstig beeinflussen. Ein Beweis dafür steht noch aus, aber einige Studien deuten darauf hin, dass vor neuen Schüben schützen können.

Kommt es trotz der Behandlung wieder zu Schüben, können in der nächsten beschwerdefreien Phase 5-ASA-Tabletten und -Zäpfchen kombiniert oder die Dosis erhöht werden. Geht oder reicht auch das nicht, kommen die verschiedenen Immunsuppressiva, Small molecules und infrage.

Wie können nach einer schweren Entzündung erneute Schübe verhindert werden?

Bei einer schweren wurde der Schub in der Regel mit Glukokortikoiden beendet. Diese Mittel eignen sich aber nicht für eine langfristige , da es dann zu Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Osteoporose oder Haut-, Magen- und Augenproblemen kommen kann und das Risiko für Thrombosen, Diabetes und Infektionen steigt.

Um den beschwerdefreien Zustand zu erhalten, kommen stattdessen Immunsuppressiva, Small molecules oder infrage. Wurde eins dieser Mittel bereits in der akuten Phase angewendet, nimmt man es einfach weiter – dann allerdings oft in etwas niedrigerer Dosierung oder in größeren zeitlichen Abständen. Der Wirkstoff Infliximab wird in der akuten Entzündungsphase zum Beispiel alle 2 Wochen gespritzt, danach reicht eine Spritze alle 8 Wochen.

Es ist aber auch möglich, auf eines der anderen Mittel zu wechseln.

Wann ist es nötig, zu operieren?

Eine Operation kann nötig werden, wenn sich eine schwere nicht mit Medikamenten in den Griff bekommen lässt. Um Komplikationen wie das Aufblähen und Reißen des Dickdarms zu verhindern, muss dieser dann schnell entfernt werden.

Die Entscheidung für eine Operation kann aber auch fallen, wenn es immer wieder zu schweren Schüben kommt oder sich bei einer Kontroll-Darmspiegelung ein Verdacht auf Darmkrebs oder dessen Vorstufen ergeben hat. Ein weiterer Grund für eine Operation kann sein, dass man nötige Medikamente nicht verträgt oder aufgrund anderer Erkrankungen nicht einnehmen kann oder möchte. In all diesen Situationen ist die Operation besser planbar als bei einer schweren akuten . Währen eines Schubs wird nicht operiert.

Wie läuft die operative Behandlung ab?

Bei einer schweren akuten wird meist 2- oder 3-mal operiert. Im ersten Eingriff wird der stark entzündete Dickdarm entfernt und der als Stumpf blind verschlossen. Das Ende des Dünndarms wird als künstlicher Darmausgang in die Bauchdecke gelegt, sodass der Stuhl dort abfließen kann. Hat man sich von der akuten erholt, kann in einer zweiten Operation der an den Anus angeschlossen werden. Der Stuhl kann dann wieder auf normalem Weg ausgeschieden werden. Manchmal wird der künstliche Darmausgang aber noch eine Weile belassen, um den neu verbundenen Darm zu schonen. Dann wird der künstliche Darmausgang in einem dritten Eingriff aufgelöst.

Was ist ein künstlicher Darmausgang (Stoma)?

Wenn der Darm stark entzündet ist oder nach einer OP geschont werden muss, kann ein Stoma nötig sein. Der Text „Was ist ein künstlicher Darmausgang?“ erklärt, was bei dem Eingriff gemacht wird und wie es danach weitergeht.

Planbare Eingriffe werden in möglichst entzündungsfreien Phasen durchgeführt. Dann sind meist weniger OPs nötig. Nachdem der Dickdarm komplett entfernt wurde, verbinden die Ärztinnen und Ärzte den direkt mit dem Anus. In der Regel wird trotzdem übergangsweise ein künstlicher Darmausgang angelegt, damit die frisch vernähte Stelle geschont wird. Dieser wird später operativ aufgelöst.

Bei Darmoperationen erhält man eine . Planbare Operationen sind laparoskopisch möglich. Dann werden die nötigen Instrumente über drei kleine Schnitte in den Bauch eingeführt. Fachleute gehen davon aus, dass dieses Vorgehen vor allem bei jüngeren Frauen geeignet ist, um vorzubeugen, die bei späteren Schwangerschaften Probleme bereiten könnten. Auch ein Notfall-Eingriff kann laparoskopisch durchgeführt werden. In solchen dringlichen Situationen wird aber auch offen operiert, also durch einen größeren Schnitt in der Bauchdecke.

Nach der ersten Operation, bei der der Darm entfernt wird, bleibt man 3 bis 7 Tage im Krankenhaus. War eine Not-Operation nötig, bleibt man länger.

Nach der Entfernung des Dickdarms kommt kontinuierlich Stuhl am Anus an. Damit man nicht zu häufig auf die Toilette muss, werden und Anus so verbunden, dass eine Art Beutel (engl. = pouch) entsteht, in dem sich Stuhl ansammelt. Aber auch mit einem Pouch hat man etwa 5- bis 6-mal täglich Stuhlgang. Der Stuhl ist außerdem nicht fest, sondern breiig.

Welche Vor- und Nachteile hat die operative Behandlung?

Wenn der Dickdarm komplett entfernt wurde, gilt die als geheilt. Das heißt, es kommt im Darm nicht mehr zu Entzündungsschüben. Weil der Dickdarm entfernt wurde, kann man auch nicht mehr an einem Kolonkarzinom (Darmkrebs) erkranken. Mögliche Entzündungen an anderen Körperstellen, wie in der Haut oder an den Augen, werden durch eine Darm-OP aber nicht geheilt.

Die Operation kann aber mit Nebenwirkungen und Komplikationen verbunden sein. Zu den allgemeinen Operationsrisiken zählen Narkoseprobleme wie Kreislauf- oder Atemstörungen. Werden größere Blutgefäße verletzt, kann es daraus stärker bluten. Die Wunden können sich entzünden. Nervenverletzungen können ebenfalls Probleme machen, etwa die Funktion des Schließmuskels stören. Bei etwa 20 % der Operierten bleibt eine Stuhlinkontinenz zurück. Das bedeutet, sie können den Abgang des Stuhls nicht kontrollieren.

Zusammengenähte oder zunächst blind verschlossene Darmabschnitte können undicht sein. Das kommt bei bis zu 10 % der Operierten vor. Das kann zu Komplikationen wie einer (auch „Blutvergiftung“ genannt) führen. Wenn die an einer Stelle undicht ist, wird ein kleiner Schwamm eingeführt und auf den Bereich platziert. Der Schwamm ist mit einem Vakuumsystem verbunden und übt dadurch Sog auf die betreffende Stelle aus.

Der Pouch kann sich entzünden (Pouchitis). Damit haben in der ersten Zeit nach der OP relativ viele Menschen zu tun, bei wenigen wird die chronisch. Meist lässt sie sich mit gut behandeln.

Es kann sein, dass die natürlichen und für den Stuhltransport nötigen Darmbewegungen nach den Eingriffen schwächer werden. Diese Darmträgheit vergeht in der Regel ohne Behandlung. Bei etwa 14 bis 30 % der Betroffenen kommt es aber zu einem Stillstand der Darmbewegungen und einem Darmverschluss. Das ist lebensbedrohlich und muss sofort operativ behandelt werden. Bei bis zu einem Drittel der Betroffenen entstehen Engstellen im Darm, die zu einem Rückstau von Stuhl führen und das Risiko für einen Darmverschluss erhöhen.

Insgesamt sterben weniger als 1 von 100 Menschen nach einer Operation bei . Das Risiko hängt von den Begleitumständen ab: Musste zum Beispiel notfallmäßig operiert werden, weil der stark entzündete Darm bereits gerissen war, verstarben in einer Studie 27 % dieser schwer erkrankten Personen.

Was kann man zusätzlich tun?

Generell wird bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ein gesunder Lebensstil empfohlen. Das bedeutet, auf Rauchen und Alkohol zu verzichten, sich ausgewogen zu ernähren und genügend zu trinken.

Ernährung

Während eines Schubs kann das Essen schwerfallen und die Aufnahme von Nahrungsbestandteilen gestört sein. Um das auszugleichen und Mangelerscheinungen vorzubeugen, verordnet die Ärztin oder der Arzt zum Beispiel kalorienreiche Flüssignahrung, Vitamin- oder Eisenpräparate. Um die Erkrankung in Schach zu halten, kann man zusätzlich pflanzliche Mittel ausprobieren – etwa Mittel, die den Wirkstoff Curcumin aus Gelbwurz (Kurkuma) enthalten. Ballaststoffhaltige , die die Darmflora unterstützen sollen (Präbiotika), haben, wenn überhaupt, nur einen begrenzten Nutzen.

Um neuen Schüben vorzubeugen, raten Fachleute zu einem gemüsereichen Speiseplan, auf dem möglichst frische und wenig verarbeitete Lebensmittel stehen. Wer starkes Übergewicht hat, sollte die Ernährung mit dem Ziel einer Gewichtsabnahme anpassen – allerdings mit ärztlicher Unterstützung und nicht während akuter Entzündungsphasen.

Manche Betroffene stellen fest, dass es ihnen guttut, auf bestimmte Nahrungsmittel zu verzichten. Bevor man Lebensmittel weglässt und dann möglicherweise zu wenig isst oder sich einseitig ernährt, sollte man sich mit seiner Ärztin oder seinem Arzt beraten. Wer Fragen zur Ernährung hat, erhält im Rahmen der Behandlung auch Tipps und Unterstützung durch Ernährungsberaterinnen und -berater.

Sport

Vielen Menschen mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung tut Sport gut. Ob dadurch auch die im Darm gelindert oder Schüben vorgebeugt wird, ist unklar. Fachleute empfehlen, die Ausdauer zu trainieren und – vor allem, wenn man durch die Erkrankung abgenommen hat – Muskeln mit Krafttraining wieder aufzubauen.

Umgang mit Belastungen

Eine kann sich auf verschiedene Lebensbereiche auswirken und belasten. Entspannungstechniken und Achtsamkeitsübungen helfen vielen Menschen, besser damit zurechtzukommen. Es kann auch hilfreich sein, sich von einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten unterstützen zu lassen. Nicht zuletzt stärkt der Austausch mit anderen Betroffenen, etwa in regelmäßigen Treffen einer Selbsthilfegruppe. Dort erhält man nicht nur emotionale Unterstützung, sondern auch Tipps, wie andere mit umgehen.

Gut zu wissen:

Menschen mit einer chronischen Darmentzündung stehen im Alltag vor großen Herausforderungen. Der Text „Leben und Alltag mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung“ gibt Hinweise, was im Umgang damit helfen kann.

Welche Behandlungsformen könnten in Zukunft dazukommen?

Über manche Behandlungsformen liest oder hört man viel im Zusammenhang mit einer . Sie sind aber noch nicht ausreichend in Studien für diese Erkrankung erprobt und werden deshalb eher selten angewendet. Dazu zählt der sogenannte Mikrobiom-Transfer. Dabei wird fremder Stuhl samt Darmflora in den entzündeten Dickdarm gebracht – entweder über spezielle Kapseln, die sich im Darm auflösen, oder per Darmspiegelung. Das Verfahren wird bei bestimmten bakteriellen Darminfektionen angewendet. Möglicherweise kann es auch bei einer helfen. Das muss aber noch genauer erforscht werden.

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Erstellt am 04. März 2026

Nächste geplante Aktualisierung: 2029

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Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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