Was hilft gegen Ängste vor einer Operation?

Foto von Frau im Krankenhaus

Sich vor einer Operation Sorgen zu machen, ist ganz normal. Auch wenn ein Eingriff die Gesundheit wiederherstellen oder gar lebensrettend sein kann: Fast alle Menschen haben zumindest ein mulmiges Gefühl, wenn sie sich „unters Messer" legen. Wichtig ist, dass Ängste und Aufregung vor einer Operation nicht überhandnehmen.

Es gibt viele Möglichkeiten, mit der Angst vor einer Operation umzugehen: Viele Krankenhäuser bieten gezielte Hilfe an, und auch Freundinnen, Freunde und Angehörige können etwas tun.

Wie kann sich Angst auswirken?

Gerade an den 1 oder 2 Tagen vor der Operation, die man zur Vorbereitung häufig im Krankenhaus verbringt, ist es ganz normal, Angst zu haben. Aber auch vor ambulanten Eingriffen gehen einem Gedanken an die Operation, an mögliche Risiken oder die oft nicht mehr aus dem Kopf. Die Ursache der Angst ist vor allem das Gefühl, einer Situation ausgeliefert zu sein, die man selbst nicht kontrollieren kann. Auch die Ungewissheit davor, welche Folgen der Eingriff hat, spielt eine Rolle.

Große Angst kann zu unangenehmen Beschwerden und Stress-Symptomen führen. Typisch sind Herzklopfen, Herzrasen (schneller Puls), ein unregelmäßiger Herzschlag, Übelkeit oder ein nervöser Magen, und Schlafstörungen. Für Menschen, die aufgrund einer Herzerkrankung Schmerzen haben, können solche Angstsymptome besonders beunruhigend sein. Angst kann Schmerzen verstärken und den Umgang mit ihnen erschweren. Die körperlichen Anzeichen der Angst sind aber in der Regel kein Zeichen dafür, dass sich eine Herzkrankheit verschlechtert.

Problematisch kann Angst auch werden, wenn sie dazu führt, dass man nicht alle wichtigen Informationen behält oder versteht. Dabei kann es sich zum Beispiel um Informationen über die Vorbereitung auf die Operation oder zur Genesung danach handeln.

Was kann man selbst gegen Angst vor einer Operation tun?

Als erster Schritt gegen die Angst kann es helfen, ihre Auswirkungen verstehen zu lernen. Angst ist ein sehr starkes Gefühl. Eine ihrer Aufgaben ist, vor Gefahren zu schützen. Zum einen kann Angst bewirken, dass man sich riskanten Situationen gar nicht erst aussetzt. Zum anderen bereitet sie den Körper darauf vor, sich bei Gefahr verteidigen oder schnell flüchten zu können. Deshalb beschleunigt Angst den Herzschlag, steigert den Blutdruck und hält wach. Droht aber keine wirkliche Gefahr, sind diese Reaktionen überflüssig und können negative Folgen haben.

Die meisten Menschen lernen mit der Zeit, ihre Ängste zu bewältigen und mit besorgniserregenden Situationen umzugehen. Je nach Auslöser der Angst entwickeln sie passende Bewältigungsstrategien. Doch der Gang ins Krankenhaus und eine bevorstehende Operation stellen für viele Betroffene eine völlig neue Situation dar. Hier ist oft die seelische und praktische Unterstützung von Angehörigen, Freundinnen und Freunden gefragt.

Persönliche Strategien gegen Ängste vor einer Operation können ganz unterschiedlich sein: Manche Menschen versuchen, Angst oder Stress vorzubeugen, indem sie sich frühzeitig informieren und ihre Sorgen mit anderen Menschen teilen. Andere lenken sich durch Lesen ab oder wenden Bewegungs- oder Entspannungstechniken an, wie zum Beispiel langsames und tiefes Atmen. Mehrere Studien weisen darauf hin, dass Musikhören vor einer Operation die Angst lindern kann. Musik kann dabei helfen, sich zu entspannen und abzulenken. Welche Musikrichtung jemandem hilft, ist Geschmackssache.

Wie können Ärztinnen, Ärzte und andere Fachleute helfen?

Im Krankenhaus sollten bestimmte Dinge eigentlich selbstverständlich sein: zum Beispiel, dass das Personal Verständnis für die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten hat, die Wartezeiten möglichst kurz gehalten werden und die Zeit im Krankenhaus möglichst angenehm gestaltet wird. Pflegekräfte sind hier wichtige Ansprechpartner, da sie nah an den Betroffenen sind.

In den Tagen vor der findet ein Vorgespräch mit einer Anästhesistin oder einem Anästhesisten statt. Dabei wird unter anderem der Ablauf der erklärt. Es ist auch Raum, über Ängste und Vorerfahrungen mit anderen Narkosen zu sprechen. Die Anästhesistin oder der können sich dann darauf einstellen und dies bei der Vorbereitung der berücksichtigen. Die Aufklärung über den Eingriff selbst spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Diese übernehmen die operierenden Ärztinnen und Ärzte.

Fast alle Krankenhäuser bieten Ansprechpartnerinnen und -partner wie Seelsorger, Sozialarbeiterinnen oder freiwillig Helfende, die Beistand leisten. Die passende Unterstützung richtet sich auch nach dem Auslöser der Angst – also danach, ob zum Beispiel Angst vor der im Vordergrund steht oder Furcht vor der ungewohnten Umgebung in der Klinik. Bei Bedarf kann psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll sein. So können Techniken aus der kognitiven Verhaltenstherapie helfen, mit Ängsten umzugehen.

Welche Techniken können helfen?

Hilfreich können Entspannungstechniken wie Atemübungen, Achtsamkeitstechniken, Meditation oder Übungen zur Muskelentspannung sein. Zur Anleitung solcher Übungen können auch Audioaufnahmen eingesetzt werden.

Studien zeigen, dass sogenannte VR-Brillen gegen Angst helfen können. VR steht für virtuelle Realität (Virtual Reality). Die Brille setzt man auf und taucht dann förmlich in eine andere Welt ein – zum Beispiel eine Unterwasserwelt oder eine idyllische Naturlandschaft. Dies soll entspannen oder einfach ablenken. Über VR-Brillen können aber auch Informationen rund um den Eingriff gegeben werden. Einige Kliniken in Deutschland setzen solche Brillen bereits ein.

Massagen, , , Aromatherapie oder werden vor einer Operation ebenfalls manchmal angeboten. Wissenschaftlich bewiesen ist ihr Nutzen gegen Angst vor Operationen allerdings nicht.

Helfen Beruhigungsmittel gegen Angst vor einer Operation?

Wer bereits am Abend vor der Operation im Krankenhaus ist, kann ein Schlaf- und Beruhigungsmedikament gegen die Aufregung erhalten. Diese sogenannten wirken angstlösend und entspannend, gleichzeitig machen sie schläfrig. Allerdings können sie auch Nebenwirkungen haben. So gibt es Hinweise, dass sie das Risiko für Verwirrtheit (Delir) nach dem Eingriff erhöhen. Es kann außerdem zu Benommenheit oder Übelkeit kommen. Deshalb wägen Ärztinnen und Ärzte individuell ab, ob infrage kommen. Besonders bei älteren Menschen sind Fachleute zurückhaltend.

Studien zeigen: Auch das Hormon Melatonin kann die Angst vor einer Operation lindern. Es scheint hier ähnlich gut zu wirken wie . Allerdings wird Melatonin vor Operationen bislang eher selten angewendet, da die Wirksamkeit von Benzodiazepinen dafür insgesamt besser untersucht ist. Für Menschen, bei denen nicht infrage kommen, kann Melatonin aber eine Alternative sein.

Wichtig ist:

Wer bereits vor der Aufnahme in die Klinik Schlaf- oder Beruhigungsmittel eingenommen hat, sollte die Ärztinnen oder Ärzte in der Klinik darüber informieren.

Was bewirkt der Griff zur Zigarette?

Viele Raucherinnen und Raucher greifen noch öfter zur Zigarette, wenn sie Angst haben oder nervös sind. Auch wenn das kurzfristig beruhigend sein kann: Wer raucht, hat nach Operationen häufiger mit Komplikationen zu tun als Menschen, die nicht rauchen. Dies betrifft vor allem die Wundheilung. Einige Wochen vor der OP mit dem Rauchen aufzuhören, kann das Risiko für Komplikationen verringern.

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Aktualisiert am 27. Mai 2026

Nächste geplante Aktualisierung: 2029

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