Was hilft Kindern mit Angst vor einer Operation?

Foto von Mutter mit ängstlichem Kind
PantherMedia / Alexander Sorokopud

Kinder haben vor einer Operation oft Angst und sträuben sich dann gegen den Eingriff. Gerade die Zeit kurz vor der kann für Kind und Eltern sehr belastend sein. Es gibt jedoch mehrere Möglichkeiten, ein Kind etwas zu beruhigen.

Viele Krankenhausärztinnen und -ärzte versuchen seit Jahren, Operationen für Kinder so angstfrei wie möglich zu gestalten und auch besser auf die Eltern einzugehen. Bei vielen Operationen müssen Kinder heute nur noch am Tag des Eingriffs ins Krankenhaus und können danach schnell nach Hause. Bis zu zwei Stunden vor der darf ein Kind noch etwas trinken.

Das Wichtigste ist, das Kind zu begleiten. Eltern dürfen in der Regel bis zur bei ihrem Kind bleiben. Auch während das Kind nach der Operation aufwacht, dürfen Eltern oft bereits am Bett sitzen. Muss das Kind im Krankenhaus übernachten, können Mutter oder Vater in den meisten Häusern rund um die Uhr bei ihm bleiben.

Wie können Eltern ihrem Kind vor einer Operation helfen?

Kinder reagieren sehr unterschiedlich auf eine bevorstehende Operation. Es kommt deshalb für Eltern darauf an, herauszufinden, was dem eigenen Kind guttut.

Kinder sind meist neugierig und wissbegierig, auch vor einer Operation. Eltern oder auch Ärztinnen und Ärzte befürchten vielleicht, dass sie dem Kind Angst machen, wenn sie mit ihm über den Eingriff sprechen. Bei manchen Kindern löst Verschweigen jedoch das Gegenteil aus: Gerade weil sie nicht wissen, was mit ihnen passieren wird, bekommen sie Angst. Kinder haben ohnehin schon etwas über Operationen und Krankenhäuser aufgeschnappt – auch aus nicht unbedingt hilfreichen Quellen wie dem Fernsehen oder Internet.

Um Sorgen durch falsche Vorstellungen zu lindern, kann es hilfreich sein, Fragen des Kindes einfühlsam aber offen zu beantworten. Kinder wollen zum Beispiel oft wissen, ob der Eingriff wehtut, ob sie eine Spritze bekommen werden. Dann sollte man sie darauf vorbereiten.

Viele Kinder wollen ein Spielzeug dabei haben. Zum Beispiel kann das Lieblingskuscheltier, ein Schmusetuch oder ein Schnuller ein Trost sein.

Manche Kinder lassen sich auch durch Vorlesen, Erzählen, Malen, Theater- oder Puppenspiele auf die Abläufe und Geräte in einem Krankenhaus und bei der Operation vorbereiten oder auch ablenken. Studien zeigen, dass Musikhören vor dem Eingriff die Angst bei Kindern und Jugendlichen lindern kann. Welche Musik hilft, ist Geschmackssache.

Was wird in Krankenhäusern angeboten?

Erste Studien geben Hinweise, dass Videos, Computerspiele oder Klinikclowns helfen können, Kindern die Angst vor einer Operation etwas zu nehmen. Verlässlich erforscht ist das aber noch nicht. Zudem reagieren Kinder sehr unterschiedlich. Ob auch Spiele oder Comics helfen, ist bisher nur unzureichend untersucht.

Kinder können kurz vor dem Eingriff niedrig dosierte Schlaf- und Beruhigungsmittel bekommen. Sie werden als Saft, Zäpfchen oder Nasentropfen gegeben. Der am häufigsten eingesetzte Wirkstoff ist Midazolam. Nebenwirkungen können unter anderem Schwindel, Kopfschmerzen oder auch Magen-Darm-Beschwerden sein.

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Aktualisiert am 24. Januar 2018
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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