Was hilft Kindern mit Angst vor einer Operation?

Foto von Mutter mit ängstlichem Kind

Kinder haben vor einer Operation oft Angst und sträuben sich manchmal sogar gegen den Eingriff. Sie brauchen vor allem rund um die viel Zuwendung. Für Eltern gibt es verschiedene Möglichkeiten, ihr Kind zu beruhigen.

Krankenhäuser sind bemüht, Operationen für Kinder so angstfrei wie möglich zu gestalten und auch auf die Eltern einzugehen. Bei vielen Operationen müssen Kinder heute nur noch am Tag des Eingriffs ins Krankenhaus und können danach schnell nach Hause. Bis zu zwei Stunden vor der darf ein Kind noch etwas trinken.

Das Wichtigste ist, das Kind zu begleiten. Eltern dürfen in der Regel bis zur bei ihrem Kind bleiben. Auch während es nach der Operation aufwacht, dürfen Eltern oft bereits am Bett sitzen. Muss das Kind im Krankenhaus übernachten, können Mutter oder Vater in den meisten Häusern rund um die Uhr bei ihm bleiben.

Wie können Eltern ihrem Kind vor einer Operation helfen?

Vor allem zählt: Ruhe ausstrahlen und dem Kind Sicherheit geben. Fühlt es sich geborgen, kann es leichter mit der Situation umgehen. Davon abgesehen reagieren Kinder unterschiedlich auf eine bevorstehende Operation. Es kommt deshalb für Eltern darauf an, herauszufinden, was dem eigenen Kind guttut.

Kinder sind meist neugierig und wissbegierig, auch vor einer Operation. Eltern oder auch Ärztinnen und Ärzte befürchten vielleicht, dass sie dem Kind Angst machen, wenn sie mit ihm über den Eingriff sprechen. Bei manchen Kindern löst Verschweigen jedoch das Gegenteil aus: Gerade weil sie nicht wissen, was mit ihnen passieren wird, bekommen sie Angst. Kinder haben meist ohnehin schon etwas über Operationen und Krankenhäuser aufgeschnappt – beispielsweise aus dem Internet.

Um Sorgen durch falsche Vorstellungen zu lindern, kann es hilfreich sein, Fragen des Kindes einfühlsam und offen zu beantworten. Kinder wollen zum Beispiel oft wissen, ob der Eingriff wehtut oder ob sie eine Spritze bekommen werden. Dann sollte man sie darauf vorbereiten.

Viele Kinder wollen ein Spielzeug dabei haben. Zum Beispiel kann das Lieblingskuscheltier, ein Schmusetuch oder ein Schnuller ein Trost sein.

Manche Kinder lassen sich durch Vorlesen, Erzählen, Malen, Theater- oder Puppenspiele auf die Abläufe in einem Krankenhaus vorbereiten oder auch ablenken. So zeigen Studien, dass Bilderbücher, die kindgerecht über Operationen aufklären, Ängste vor dem Eingriff lindern. Auch Musikhören vor dem Eingriff hilft nachweislich, die Angst bei Kindern und Jugendlichen zu verringern. Welche Musik hilft, ist Geschmackssache.

Was kann noch helfen?

Wichtig ist, dass das Personal in Krankenhäusern gut auf das Kind eingeht. Speziell Kinderkliniken stellen sich sehr auf die Bedürfnisse von Kindern ein. Mit spielerischen Elementen wird versucht, es Kindern leichter zu machen, wenn sie beispielsweise ein Medikament nehmen müssen oder in den Narkoseraum kommen.

Studien geben Hinweise, dass Videos, Computerspiele oder Klinikclowns helfen können, Kindern die Angst vor einer Operation etwas zu nehmen.

Auch sogenannte VR-Brillen können gegen Angst helfen. VR steht für virtuelle Realität (Virtual Reality). Die Brille setzt man auf und taucht dann förmlich in eine andere Welt ein – zum Beispiel eine Unterwasserwelt oder eine idyllische Naturlandschaft. Dies soll entspannen oder einfach ablenken. VR-Brillen können aber auch genutzt werden, um rund um den Eingriff zu informieren. Einige Kliniken in Deutschland setzen diese Brillen bereits ein.

Kinder gehen mit der Situation vor einer OP unterschiedlich um. Bei manchen hilft zum Beispiel Ablenkung besser als bei anderen. Zudem kommt es darauf an, was das Kind mag – ob es beispielsweise lieber liest oder Computerspiele spielt. Auch das Alter spielt eine Rolle.

Kinder können kurz vor dem Eingriff ein niedrig dosiertes Schlaf- und Beruhigungsmittel bekommen, wenn sie trotz der Unterstützung weiterhin sehr ängstlich sind. Dies wird meist als Saft gegeben, bei Bedarf auch als Zäpfchen oder Nasentropfen. Der gängigste Wirkstoff ist Midazolam. Nebenwirkungen können unter anderem Schwindel, Verwirrtheit nach dem Aufwachen (Delir), Kopfschmerzen oder auch Magen-Darm-Beschwerden sein. Dies bespricht man alles in einem Narkose-Vorgespräch mit der Narkoseärztin oder dem Narkosearzt. Dabei können Eltern und Kinder Fragen stellen und äußern, wovor sie sich sorgen.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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Aktualisiert am 27. Mai 2026

Nächste geplante Aktualisierung: 2029

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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