Anzeichen eines Schlaganfalls

Foto von Frau beim Wählen der Notfallnummer
PantherMedia / Thomas Riedel

Ein ist ein Notfall. Bei jedem Verdacht ist es das Wichtigste, umgehend die Notrufnummer 112 anzurufen. Je früher behandelt werden kann, desto eher lassen sich dauerhafte Folgen vermeiden.

Im Notfall kann schnelles Handeln Leben retten! Bei einem kann ein möglichst früher Beginn der Behandlung Gehirnzellen vor dem Absterben bewahren und schwere Folgen verhindern.

Wichtig ist, die typischen Anzeichen eines Schlaganfalls zu kennen:

  • plötzlich auftretende Schwäche, Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen: Bei einem lassen sich oft Arm, Hand, und / oder Bein nicht mehr richtig bewegen. Neben dem Gefühl der Kraftlosigkeit haben manche Menschen Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder ein Taubheitsgefühl. Es kann sich so anfühlen, als sei zum Beispiel der Arm oder der Fuß eingeschlafen. Charakteristisch ist auch ein herunterhängender Mundwinkel. Die Störungen treten meist nur auf einer Körperseite auf, selten beidseitig.
  • Sprachstörungen: Viele Menschen haben auf einmal Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden, ihre Sätze sind abgehackt. Auch wenn jemand plötzlich nuschelt und verwaschen oder lallend spricht, kann dies auf einen hinweisen. Manchmal kommt es zu Verständnisstörungen: Die oder der Betroffene kann andere zwar hören, versteht aber den Sinn des Gesagten nicht mehr.
  • Gesichtsfeldausfall: Ein kann das Sehen beeinträchtigen. Die Dinge auf der betroffenen Körperseite werden nicht mehr wahrgenommen, das Gesichtsfeld ist auf die linke oder rechte Seite beschränkt. Viele sehen alles doppelt. Wenn sie etwas greifen wollen, zum Beispiel eine Tasse, fassen sie meist daneben.
  • Schwindel und Gangunsicherheit: Es kann Probleme bereiten, das Gleichgewicht zu halten. Es entsteht entweder das Gefühl, dass sich alles dreht wie in einem Karussell, oder dass es wie auf unruhiger See schwankt.
  • starke Kopfschmerzen: Auch plötzliche, ungewohnt heftige Kopfschmerzen können auf einen hinweisen. Ursache sind die akuten Durchblutungsstörungen im Gehirn oder eine Einblutung in das Gehirn durch ein gerissenes oder geplatztes Gefäß. Die Kopfschmerzen können zunächst allein auftreten, etwas zeitverzögert kommen dann andere Symptome wie Lähmungen und Bewusstseinsstörungen hinzu. Auch Übelkeit und Erbrechen sind möglich.

Welche Informationen braucht der Notarzt?

Wer einen hat, kann sich oft nicht oder nur noch eingeschränkt mitteilen. Wenn Sie den Notarzt gerufen haben, ist es deshalb wichtig, dass Sie die Symptome und näheren Umstände möglichst genau beschreiben. Für die Ärztin oder den Arzt sind vor allem folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann sind die Symptome aufgetreten?
  • Was hat die oder der Betroffene gerade gemacht? Hat er sich zum Beispiel sehr angestrengt?
  • Welche Anzeichen sind aufgetreten und wie haben sie sich weiterentwickelt?
  • Welche Medikamente werden zurzeit eingenommen?
  • Sind Herzrhythmusstörungen, insbesondere ein Vorhofflimmern bekannt?
  • Hatte die oder der Betroffene früher schon einmal ähnliche Beschwerden oder wurde bereits wegen eines Schlaganfalls behandelt?

Denken Sie daran: Ein ist ein Notfall. Haben Sie keine Angst davor, den Notruf zu wählen. Warten Sie nicht ab, ob die Symptome wieder von selbst verschwinden – dadurch geht kostbare Zeit verloren!

Nur im Krankenhaus ist eine angemessene Untersuchung und Behandlung möglich. Und niemand wird Ihnen einen Vorwurf machen, wenn sich das Ganze als „blinder Alarm“ herausstellt.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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Aktualisiert am 28. Juni 2017
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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