Operationen zur Behandlung von Adipositas

Foto von Patient bei der Blutdruckmessung (PantherMedia / belchonock) Eine Operation kann zu einer deutlichen Gewichtsabnahme führen und die Gesundheit verbessern. Allerdings besteht auch ein Risiko für manchmal ernsthafte Komplikationen. Nach dem Eingriff muss man zudem vieles umstellen, um Verdauungsprobleme und Mangelerscheinungen zu vermeiden. Daher ist eine gute Betreuung nach der Operation wichtig.

Bei Menschen mit starker Adipositas oder Begleiterkrankungen wie Diabetes kann eine Operation infrage kommen, um in kurzer Zeit viel Gewicht zu verlieren – zum Beispiel eine Magenverkleinerung. Man bezeichnet solche Eingriffe als bariatrische Operationen (von „baros“, griechisch: Gewicht) oder Adipositas-Operationen. Das Absaugen von Körperfett ist keine Behandlungsmöglichkeit bei Adipositas, da es Kalorienaufnahme und -verbrauch kaum beeinflusst und mit Risiken verbunden ist. Zudem ist nicht nachgewiesen, dass es die Gesundheit verbessert.

Nach aktuellen Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften kommt eine OP infrage, wenn

  • der BMI über 40 liegt (Adipositas Grad 3) oder
  • der BMI zwischen 35 und 40 liegt (Adipositas Grad 2) und zusätzlich andere Erkrankungen bestehen wie Diabetes, Herzerkrankungen oder Schlafapnoe.

Ein Eingriff wird in der Regel aber erst dann erwogen, wenn andere Abnehmversuche erfolglos waren – zum Beispiel, wenn ein begleitetes Abnehmprogramm mit Ernährungsberatung und Bewegung keine ausreichende Gewichtsabnahme gebracht hat. Für manche Menschen kann eine Operation auch ohne vorangegangene Abnehmversuche sinnvoll sein, zum Beispiel bei einem BMI über 50 oder schweren Begleiterkrankungen.

Bei der Entscheidung für oder gegen einen Eingriff ist es wichtig, die Vor- und Nachteile gut abzuwägen. Adipositas-Operationen können zu einer deutlichen Gewichtsabnahme führen, die Gesundheit und Lebensqualität verbessern. Außerdem wirken sie sich günstig auf Begleiterkrankungen aus, insbesondere auf Diabetes, Schlafapnoe und Bluthochdruck. Sie können aber auch zu verschiedenen Komplikationen führen und lebenslange Auswirkungen haben. Zudem muss bei einer sehr raschen Gewichtsabnahme damit gerechnet werden, dass sich Gallensteine bilden.

Im Anschluss an den Eingriff sind eine langfristige Umstellung des Lebensstils, zum Beispiel der Ernährung, und regelmäßige Kontrolluntersuchungen erforderlich. Viele Menschen nehmen mehrere Jahre nach einer Adipositas-Operation wieder leicht zu.

Wie können Operationen bei Adipositas helfen?

Zur Behandlung von Adipositas kommen verschiedene Magen-OPs infrage. Die am häufigsten eingesetzten Verfahren sind:

  • das Magenband: Der Magen wird mit einem elastischen Band eingeschnürt, damit er nicht mehr so viel Nahrung aufnehmen kann und man schneller satt ist. Dieser Eingriff kann rückgängig gemacht werden.
  • die Schlauchmagen-Operation (Magenverkleinerung): Dabei wird der Magen operativ verkleinert, um sein Fassungsvermögen zu verringern.
  • der Magenbypass: Hierbei wird zusätzlich zur Magenverkleinerung der Verdauungsweg verkürzt, sodass der Körper weniger Nährstoffe und Kalorien aus dem Essen aufnehmen kann.

Magenbypass und Schlauchmagen-Operation bewirken zudem hormonelle Veränderungen, die den Appetit zügeln und den Stoffwechsel beeinflussen, was sich auch auf Diabetes günstig auswirkt.

Durch den Gewichtsverlust fühlen sich viele Menschen nach einem Eingriff körperlich fitter. Bewegung und Sport fallen leichter und machen wieder mehr Spaß. Viele erhalten nach der Operation positive und wohltuende Rückmeldungen aus dem Umfeld. Manche Menschen berichten auch, dass sie sich seit ihrer Operation beruflich wieder belastbarer und sexuell erfüllter fühlen.

Welche Vor- und Nachteile hat ein Magenband?

Ein Magenband drückt den Magen zusammen und verkleinert ihn dadurch künstlich. Es besteht aus Silikon und wird ringförmig um den Mageneingang gelegt. Dadurch entsteht ein kleiner Vormagen, der nicht mehr so viel Nahrung aufnehmen kann, sodass man sich dann schneller satt fühlt.

 

Grafik: Eingesetztes Magenband - wie im Text beschriebenMagenband: das am wenigsten eingreifende Operationsverfahren

 

Das Magenband ist mit einer Kochsalzlösung gefüllt und kann deshalb auch nach der Operation enger oder weiter gestellt werden: Über einen Schlauch kann mithilfe einer Spritze Flüssigkeit abgelassen oder hinzugefügt werden. Der Zugang dazu (Port) wird unter der Haut befestigt und hat etwa die Größe einer Münze. Kommt es zum Beispiel zu Erbrechen, weil das Magenband zu eng ist, kann es weiter gestellt werden.

Ein Magenband ist das am wenigsten eingreifende Operationsverfahren. Da Magen und Verdauungswege ansonsten unverändert bleiben, bestehen weniger Probleme bei der Aufnahme von Nährstoffen. Es ist zudem möglich, das Magenband wieder zu entfernen und den Eingriff dadurch rückgängig zu machen. Daher ist es besonders auch für junge Frauen mit einem Kinderwunsch eine sinnvolle Alternative. Allerdings können manchmal Verwachsungen die Entfernung des Magenbands erschweren.

In der Regel verringert sich das Körpergewicht nach Einsetzen eines Magenbands im ersten Jahr um etwa 10 bis 25 %. Ein Mann mit 1,80 Meter Körpergröße und 130 Kilogramm kann also gut 10 bis 30 Kilogramm Gewicht verlieren. Auch im zweiten und dritten Jahr nach dem Eingriff kann das Gewicht noch etwas zurückgehen.

In vergleichenden Studien war das Magenband weniger wirksam als eine Schlauchmagen-Operation oder ein Magenbypass. Manchmal reicht der Gewichtsverlust nicht aus. Dann kann das Magenband entfernt und eine magenverkleinernde Operation erwogen werden.

Zu den möglichen Nebenwirkungen eines Magenbands gehören Sodbrennen und Erbrechen, zum Beispiel wenn das Magenband zu eng ist. Außerdem kann das Magenband verrutschen, einwachsen oder einreißen. Manchmal muss es deshalb ersetzt oder entfernt werden. In Studien kam es bei etwa 8 von 100 Personen, die eine Magenband-OP hatten, zu einer Komplikation. Bis zu 45 von 100 Personen werden irgendwann nachoperiert – zum Beispiel, weil sie nicht genug Gewicht verloren haben oder ein Problem mit dem Magenband aufgetreten ist.

Welche Vor- und Nachteile hat eine Schlauchmagen-Operation?

Bei einer Magenverkleinerung werden etwa drei Viertel des Magens operativ abgetrennt und entfernt. Da die Form des Magens danach einem Schlauch ähnelt, wird der Eingriff manchmal Schlauchmagen-Operation genannt.

 

Grafik: Schlauchmagen-OperationSchlauchmagen-Operation

 

Nach einer Magenverkleinerung verlieren Menschen mit Adipositas im ersten Jahr üblicherweise etwa 15 bis 25 % ihres Gewichts. Für einen Mann mit 1,80 Meter Körpergröße und 130 Kilogramm Gewicht würde das bedeuten, dass er nach der Operation mit einem Gewichtsverlust von gut 20 bis 30 Kilogramm rechnen kann.

Eine Magenverkleinerung kann verschiedene Nebenwirkungen haben: Wenn man zu viel gegessen hat, können Sodbrennen oder Erbrechen auftreten. Während oder nach der Operation kann es zu Komplikationen kommen: Beispielsweise können die Operationsnähte am Magen undicht werden und einen weiteren Eingriff erforderlich machen. In Studien kam es bei etwa 9 von 100 Personen während oder nach der Operation zu einer Komplikation; 3 von 100 mussten nachoperiert werden. Weniger als einer von 100 Menschen starb bei der Operation oder an den Folgen von Komplikationen.

Eine Magenverkleinerung kann nicht rückgängig gemacht werden. Wenn ein Mensch mit Adipositas nach der Schlauchmagen-OP nicht genug Gewicht verloren hat, ist aber später zusätzlich ein weiterer Eingriff möglich, wie zum Beispiel ein Magenbypass.

Welche Vor- und Nachteile hat ein Magenbypass?

Ein Magenbypass ist aufwendiger und komplizierter als eine Magenband- oder Schlauchmagen-Operation. Der Name leitet sich vom englischen Begriff „Bypass“ (Umgehung) ab, weil die Nahrung dann nicht mehr durch den ganzen Magen und Dünndarm wandert, sondern zum Großteil daran vorbeigeführt wird.

Bei der Operation wird ein kleiner Teil des Magens (etwa 20 Milliliter) abgetrennt. Dieser bildet dann eine Tasche, die mit dem Dünndarm verbunden wird. Der restliche Teil des Magens wird zugenäht und ist nicht mehr mit der Speiseröhre verbunden. Die Nahrung gelangt dann direkt von der gebildeten Magentasche in den Dünndarm.

Damit die Verdauungssäfte aus Gallenblase, Bauchspeicheldrüse und dem Restmagen weiterhin in den Darm gelangen können, wird der obere Dünndarm am Magenausgang an einer anderen Stelle an den Dünndarm angeschlossen.

 

Grafik: Magen-BypassMagen-Bypass

 

Ähnlich wie bei einer Magenverkleinerung zeigen Studien, dass Menschen mit Adipositas im ersten Jahr nach dem Magenbypass in der Regel etwa 15 bis 25 % ihres Gewichts verlieren. Dies geht relativ schnell. Ein bis zwei Jahre nach dem Eingriff pendelt sich das Gewicht in der Regel ein.

Langfristig führt ein Magenbypass nach aktuellem Wissen zu einer größeren Gewichtsabnahme als die anderen Verfahren. Ein Magen-Bypass wirkt sich insbesondere auf Begleiterkrankungen wie Diabetes günstig aus.

Nebenwirkungen und Operationsrisiken

Zwei häufige langfristige Folgen eines Magenbypass sind das frühe und das späte Dumping-Syndrom. Bei einem frühen Dumping-Syndrom gelangt schnell eine größere Menge unverdauter Nahrung in den Dünndarm. Der Körper versucht, die ungewohnte Menge an Nährstoffen zu „verdünnen“ und es strömt plötzlich viel Wasser aus den Blutgefäßen in den Dünndarm. Diese Flüssigkeit fehlt dann im Blutkreislauf und der Blutdruck fällt. Dadurch kann es zu Benommenheit, Übelkeit, Bauchschmerzen und Schwitzen kommen. Ein frühes Dumping-Syndrom tritt vor allem nach der Aufnahme von sehr zuckerhaltigen Speisen auf, meist innerhalb von 30 Minuten danach.

Beim selteneren späten Dumping-Syndrom wird vom Körper zu viel Insulin freigesetzt, was zu einer Unterzuckerung mit typischen Beschwerden wie Schwindel, Schwäche und Schwitzen führen kann. Es kann ein bis drei Stunden nach dem Essen auftreten, insbesondere nach der Aufnahme von kohlenhydratreicher Kost.

Zu den Operationsrisiken gehören Vernarbungen im Dünndarm, innere Hernien und undichte Nähte an den neuen Verbindungsstellen von Magen und Darm. All diese Komplikationen können einen weiteren Eingriff erforderlich machen. In Studien hatten 12 von 100 Personen mit einer Komplikation zu tun; 5 von 100 Personen mussten nachoperiert werden.

Selten treten während der Operation oder in den ersten Wochen danach lebensbedrohliche Komplikationen auf. Beispielsweise kann es zu einer Blutvergiftung kommen, wenn eine der neuen Verbindungsstellen undicht wird und Mageninhalt in den Bauchraum gelangt. In Studien starb weniger als einer von 100 Menschen während der Operation oder an Komplikationen eines Magenbypasses.

Wie wird die Operation vorbereitet?

In den Wochen vor einer Operation wird oft empfohlen, durch eine Diät oder eine Behandlung mit Medikamenten etwas Gewicht zu verlieren. Dies soll die Operation selbst vereinfachen, unter anderem weil die Leber dadurch etwas schrumpft und das Operieren am Übergang von Speiseröhre und Magen leichter wird.

Vor der Operation werden verschiedene Untersuchungen gemacht, um sicherzustellen, dass keine medizinischen Gründe dagegen sprechen. Dazu gehören verschiedene Laboruntersuchungen, eine Magenspiegelung und ein Ultraschall des Bauchraums. Auch eine psychologische Untersuchung kann sinnvoll sein – zum Beispiel wenn eine Essstörung besteht, die psychische Gründe haben kann.

Welche OP eignet sich für mich und wie läuft sie ab?

Welche Operation infrage kommt, hängt neben eigenen Erwartungen und der persönlichen Bewertung der Vor- und Nachteile unter anderem vom Gesundheitszustand, dem Gewicht und möglichen Begleiterkrankungen ab. Auch die berufliche Tätigkeit kann bei der Entscheidung eine Rolle spielen. Sinnvoll ist, sich von Ärztinnen und Ärzten behandeln zu lassen, die Erfahrung in der eingesetzten Methode haben. Behandlungszentren, die von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) für die Adipositas-Chirurgie zertifiziert sind, erfüllen besondere Anforderungen an die Erfahrung und Ausstattung mit diesen Behandlungen.

Adipositas-Operationen werden heute endoskopisch (minimal-invasiv) durchgeführt. Beim minimal-invasiven Eingriff wird mithilfe von speziellen Endoskopen operiert, die über mehrere kleine Schnitte in die Bauchhöhle eingeführt werden (Laparoskopie). Offene Operationen sind nicht mehr üblich.

Bei einer minimal-invasiven Operation ist in der Regel ein Krankenhausaufenthalt von einigen Tagen notwendig.

Wie muss ich mein Leben nach der OP ändern?

Nach der Operation muss unter Umständen für einige Wochen auf feste Kost verzichtet werden. Je nach Eingriff ernährt man sich zunächst nur mit flüssiger (zum Beispiel Wasser und Brühe) und dann mit weicher Kost (zum Beispiel Joghurt, Püriertes, Kartoffelbrei). Nach ein paar Wochen wird schrittweise feste Kost eingeführt, um Magen und Darm langsam wieder daran zu gewöhnen.

Im Anschluss an die Operation ist eine Ernährungsberatung wichtig, um Verdauungsprobleme wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen zu vermeiden. Abhängig von der Art der Operation kann es erforderlich sein,

  • kleine Portionen zu essen,
  • langsam zu essen und gut zu kauen,
  • nicht gleichzeitig zu trinken und zu essen, da das Fassungsvermögen des Magens nicht für beides ausreicht. Es wird empfohlen, in den 30 Minuten vor und nach dem Essen nicht zu trinken.
  • fettreiche und zuckerhaltige Lebensmittel zu meiden, da sie zu Verdauungsproblemen führen können. Vor allem nach einem Magenbypass können Lebensmittel mit viel Zucker aufgrund des Dumping-Syndroms zu starken Nebenwirkungen führen. Dazu gehören zum Beispiel Süßigkeiten, Fruchtsäfte, Cola und Eiscreme.
  • Alkohol maßvoll zu trinken, da der Körper ihn unter Umständen viel schneller aufnimmt. Dies gilt insbesondere nach einem Magenbypass.

Nährstoffversorgung nach der Operation

Nach einer Adipositas-Operation, vor allem nach einem Magenbypass, kann der Verdauungstrakt Vitamine und Nährstoffe nicht mehr so gut aufnehmen. Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, ist es nötig, lebenslang Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Dazu gehören zum Beispiel Kalzium und Vitamin D, um die Knochensubstanz zu erhalten und vor Osteoporose zu schützen – aber auch Vitamin B12, Folsäure, Eisen, Selen und Zink, die unter anderem für die Blutbildung und das Immunsystem nötig sind.

Zum Schutz vor Mangelerscheinungen werden außerdem regelmäßige Bluttests empfohlen, zunächst nach sechs Monaten, später einmal jährlich. Bei einem Magenband sind weniger Nahrungsergänzungsmittel nötig als beim Schlauchmagen und Magenbypass.

Außerdem besteht das Risiko, dass der Körper neben Fett auch Muskelmasse abbaut. Um dem vorzubeugen, wird empfohlen, sich nach der Operation eiweißreich zu ernähren und regelmäßig Sport zu treiben.

Kosmetische Folgen

Der starke Gewichtsverlust führt oft dazu, dass die Haut hängt. Die Hautfalten und hängende Hautlappen werden von vielen Betroffenen als unschön und belastend empfunden. Manche wünschen sich danach eine Hautstraffung, die von den Krankenkassen aber nur bei medizinischen Problemen oder starker psychischer Belastung bezahlt wird. Große Hautfalten können zum Beispiel zu Infektionen oder Ausschlägen führen. Eine gute Hautpflege ist deshalb wichtig. Die Kostenübernahme einer Operation zur Hautstraffung muss gesondert beantragt werden.

Mit wem kann ich sprechen, bevor ich mich entscheide?

Eine Adipositas-Operation ist ein großer Eingriff, der langfristige Veränderungen in Leben und Alltag erfordert. Bevor man sich dafür entscheidet, ist es also sinnvoll, sich gut über die Folgen zu informieren. Eine Frageliste kann dabei helfen, sich auf die Beratungsgespräche vorzubereiten.

Am besten bespricht man die Vor- und Nachteile der verschiedenen Operationsverfahren sowie die Umstellungen nach der OP mit Fachleuten, die sich gut in der Behandlung auskennen. Dazu gehören in der Adipositas-Chirurgie erfahrene Ernährungsberater, Ernährungsmediziner und spezialisierte Arztpraxen, Psychotherapeuten und Kliniken. Selbsthilfegruppen können zum Beispiel dabei helfen, Fragen zur Antragstellung bei der Krankenkasse zu beantworten.

Mögliche Fragen sind zum Beispiel:

  • Kommt für mich eine Operation infrage und wenn ja, welche?
  • Welche Risiken und Nebenwirkungen sind damit verbunden und wie häufig sind sie?
  • Wie gut sind die Erfolgsaussichten? Wie oft muss nachoperiert werden?
  • Mit welcher Gewichtsabnahme kann ich nach dem Eingriff rechnen?
  • Welche gesundheitlichen Vorteile kann ich erwarten?
  • Wie muss ich meine Ernährung nach der Operation umstellen?
  • Welche Lebensmittel vertrage ich nach der Operation möglicherweise nicht mehr so gut?
  • Welche Nahrungsergänzungsmittel brauche ich nach der Operation, um meinen Nährstoffbedarf zu decken?
  • Wie häufig sind Kontrolluntersuchungen nach der Operation notwendig?
  • Wer betreut mich nach der Operation?

Nicht immer erhalten Menschen vor und nach einer Operation die notwendige Unterstützung und Beratung, die sie bräuchten. Dies kann zu falschen Erwartungen und dann zu Problemen im Alltag führen. Selbsthilfeorganisationen können bei der Suche nach Unterstützungsmöglichkeiten helfen.

Was ist bei einem Kinderwunsch zu beachten?

Grundsätzlich kann eine Frau nach einer Adipositas-Operation schwanger werden und ein gesundes Kind bekommen. Bei einem Kinderwunsch ist es aber wichtig, mit der Ärztin oder dem Arzt über mögliche Risiken zu sprechen – zum Beispiel ob zusätzliche Untersuchungen oder Nahrungsergänzungsmittel notwendig sind, um mögliche Mangelerscheinungen zu vermeiden. In den ersten zwölf Monaten nach einer Operation wird in der Regel von einer Schwangerschaft abgeraten, da der Körper in dieser Zeit viel Gewicht verliert und das Ungeborene zu wenig Nährstoffe bekommen würde.

Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten für eine Magen-OP?

Grundsätzlich können die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Adipositas-Operation übernehmen. Dazu muss zunächst zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt ein Antrag gestellt werden, der unter anderem ein ärztliches Attest beinhaltet. Damit die Operation genehmigt wird, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein:

  • Die Operation ist medizinisch notwendig und andere Behandlungsmöglichkeiten wurden ohne ausreichenden Erfolg versucht.
  • Behandelbare Erkrankungen, die zu starkem Übergewicht führen, wurden ausgeschlossen. Dies gilt zum Beispiel für eine Unterfunktion der Schilddrüse oder eine Überfunktion der Nebennierenrinde.
  • Es sollten keine wichtigen medizinischen Gründe dagegen sprechen. Dazu gehören zum Beispiel gesundheitliche Probleme, die eine Operation zu riskant machen; eine Schwangerschaft; eine Drogen- oder Alkoholabhängigkeit sowie schwere psychische Erkrankungen, die die notwendige Lebensstilanpassung nach einer Operation erschweren können.

Außerdem muss man die Bereitschaft zeigen, sich auch nach der Operation ausreichend zu bewegen und sich gesund zu ernähren. Dazu fügt man dem Antrag auf Kostenübernahme üblicherweise ein Motivationsschreiben und verschiedene Unterlagen bei. Dazu gehören zum Beispiel Bescheinigungen über die Teilnahme an Abnehmprogrammen oder einer Ernährungsberatung, ein Ernährungstagebuch sowie Bescheinigungen über die Teilnahme an Sportkursen.

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