Was sind immunologische Tests?

Mit immunologischen Tests lassen sich bestimmte Substanzen oder Erreger nachweisen – zum Beispiel Viren, oder der Blutfarbstoff Hämoglobin.

Sie können zu ganz verschiedenen Zwecken eingesetzt werden: etwa, um eine Virusinfektion festzustellen, einem Allergieverdacht nachzugehen, Darmkrebs frühzeitig zu erkennen oder als Schwangerschaftstest. Die Tests werden für Routine-Laboruntersuchungen in Kliniken und Laboren genutzt, als Schnelltests zu Hause sowie in Testzentren, Haus- und Facharztpraxen.

Wie funktioniert der Nachweis?

Immunologische Testverfahren machen sich den Abwehrmechanismus des Körpers zunutze: Um Krankheitserreger oder körperfremde Stoffe abzuwehren, bildet das sogenannte . Das sind Eiweiße, die solche Eindringlinge abfangen und neutralisieren. Zu jedem Krankheitserreger oder Fremdkörper werden spezifische gebildet, die wie Schlüssel zu einem Schloss passen.

Für einen immunologischen Test im Labor werden biotechnologisch hergestellt, die genau zum gesuchten Stoff oder Erreger passen. Wenn diese mit einer Blut-, Schleimhaut-, Urin- oder Stuhlprobe zusammengebracht werden und die Probe das passende Gegenstück enthält, verbinden sich beide. Diese Reaktion weist also den vermuteten Erreger oder die fragliche Substanz nach.

Bei manchen Tests ist die Reaktion mit bloßem Auge sichtbar – zum Beispiel bei einer Testkarte zur Blutgruppen-Bestimmung, wenn das Blut darauf verklumpt. Bei anderen Tests wird die Reaktion mit einem leuchtenden Material oder einem sichtbar gemacht.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Das hängt davon ab, ob es sich um eine Analyse im Labor oder um einen Schnelltest handelt:

Laboranalyse

Bei der Laboranalyse wird mit empfindlichen Geräten gemessen, wie viele gebunden werden. Die Stärke einer Licht- oder Farbreaktion zeigt an, welche Menge der gesuchten Substanz der Test gefunden hat. Eine Laboruntersuchung dauert länger, ist aber auch genauer als ein Schnelltest.

Schnelltest

Bei einem immunologischen Schnelltest sind die auf einem Träger aufgebracht. Meist handelt es sich um einen Papierstreifen, manchmal ist der Träger auch aus Glas. Schnelltests sind leicht zu handhaben und das Ergebnis ist sofort verfügbar. Allerdings sind diese Tests nicht so empfindlich wie Labortests und können die genaue Menge des gesuchten Stoffes nicht nachweisen.

Grafik: Aufbau eines Schnelltest-Papierstreifens

Aufbau eines Schnelltest-Papierstreifens

Ein Schnelltest funktioniert nach dem Prinzip des „seitlichen Flusstests“ (englisch: „Lateral Flow Test“):

Zunächst wird der Teststreifen auf einer Seite mit der zu untersuchenden Flüssigkeit befeuchtet, zum Beispiel einer Urinprobe. Wenn die Probe den gesuchten Stoff enthält, bindet sich dieser an , die sich auf dem Streifen befinden. Danach wandert die Flüssigkeit langsam durch das poröse Papier zur anderen Seite. Wenn die Probe eine ausreichende Menge des gesuchten Stoffs enthält und mit Antikörpern reagiert, färbt sich das Testfeld ein.

Am Ende des Papierstreifens befindet sich außerdem ein Kontrollfeld. Dies färbt sich ein, wenn genug Flüssigkeit auf den Teststreifen aufgetragen wurde. Ein eingefärbtes Kontrollfeld bedeutet also, dass der Test korrekt durchgeführt wurde.

Grafik: Papierstreifentest: positive und negative Reaktion

Papierstreifentest: positive und negative Reaktion

Wozu werden immunologische Tests eingesetzt?

Immunologische Testmethoden sind weit verbreitet. Einige Anwendungsbeispiele sind:

  • Allergietests: Diese Tests werden zum Nachweis von Antikörpern gegen allergieauslösende Stoffe verwendet, wie Gräserpollen oder bestimmte Nahrungsmittel.
  • Blutgruppenbestimmung: Vor Bluttransfusionen wird die Übereinstimmung der Blutgruppe zwischen Spender und Empfänger mithilfe immunologischer Testmethoden bestimmt.
  • Darmkrebsfrüherkennung: Der sogenannte Stuhltest sucht nach dem Blutfarbstoff Hämoglobin als Zeichen für Blut im Stuhl. Dieses kann zum Beispiel auf eine der Magenschleimhaut (Gastritis), , aber auch auf oder Darmkrebs hinweisen.
  • von und Thrombosen: Kurz nach einem Herzinfarkt oder bei einer Thrombose befinden sich erhöhte Mengen bestimmter Proteine im Blut. Sie können durch einen Immuntest nachgewiesen werden.
  • Drogen- und Medikamenten-Schnelltests: Immunologische Tests werden auch zum Nachweis von Drogen wie Cannabis, Ecstasy und Kokain verwendet. Medikamente mit Wirkung auf das zentrale Nervensystem wie Schlafmittel (), Amphetamine oder Morphine können ebenfalls so aufgespürt werden.
  • Erregernachweis bei Infektionen: Bei Verdacht auf eine bakterielle Mandelentzündung oder Scharlach sucht der Test nach Streptokokken. Bei Verdacht auf eine Borrelien-Infektion (Borreliose) nach einem Zeckenstich kann er die selbst oder gegen Borrelien aufspüren. Auch Virusinfektionen können durch Immuntests erkannt werden, zum Beispiel mit SARS-CoV-2, C-Viren, HIV oder HPV. In der Schwangerschaft kann ein Bluttest Auskunft geben, ob eine Frau gegen Toxoplasmose immun ist.
  • Schwangerschaftstest: Mit dem Schnelltest kann eine Frau feststellen, ob ihr Urin das Schwangerschaftshormon Beta-HCG enthält.
  • Urinuntersuchung: Findet der Schnelltest Zucker, Blut, Eiweiß oder Entzündungszellen im Urin, kann das auf Diabetes, Harnwegsentzündungen oder eine Nierenschädigung hinweisen.

Immunologische Tests können auch dabei helfen, angeborene und erworbene Erkrankungen des Immunsystems zu erkennen, verschiedene Rheumaformen zu unterscheiden sowie den Verlauf einer Krankheit zu kontrollieren, etwa bestimmte Krebserkrankungen (PSA-Wert im Blut bei Prostatakrebs).

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Aktualisiert am 14. Juli 2021
Nächste geplante Aktualisierung: 2024

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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