Einleitung

Foto von Patientin und Ärztin bei der Untersuchung (PantherMedia / alexraths) Bei einer akuten Bronchitis sind die unteren Atemwege (Bronchien) vorübergehend entzündet. Die Erkrankung wird meist durch Erkältungsviren verursacht und tritt daher oft zusammen mit oder nach einer Erkältung auf.

Eine akute Bronchitis führt zu Husten, der auch nach Abklingen der Erkältung noch längere Zeit anhalten kann. Sie kann unangenehm und hartnäckig sein, ist aber bei ansonsten gesunden Menschen in aller Regel nichts Ernstes: Die Beschwerden verschwinden spätestens nach einigen Wochen von selbst. Eine Behandlung mit Medikamenten ist meist nicht nötig. Sie können allenfalls helfen, die Beschwerden etwas zu lindern.

Symptome

Husten ist das typische Symptom einer akuten Bronchitis. Zu Beginn handelt es sich meistens um einen trockenen Reizhusten. Später kann sich Schleim aus den Atemwegen lösen, der abgehustet wird. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von „Husten mit Auswurf“ oder „produktivem Husten“. Die Farbe des Auswurfs kann sich im Verlauf der Erkrankung ändern, zum Beispiel von weißlich bis gelb-grünlich.

Der Husten tritt häufig nachts auf und stört dann den Schlaf. Wenn die akute Bronchitis zusammen mit einer Erkältung auftritt, haben viele Erkrankte weitere Beschwerden wie leichtes Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen und Heiserkeit. Starker Husten kann zudem Schmerzen hinter dem Brustbein auslösen, manchmal ist auch das Atmen erschwert.

Wenn sich aus einem Kratzen im Hals oder einer laufenden Nase ein hartnäckiger Husten entwickelt, suchen viele Menschen Rat bei ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt. Die meisten können die Praxis ohne Rezept wieder verlassen. Die Ärztin oder der Arzt stellt Berufstätigen aber unter Umständen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus, damit sie die akute Bronchitis zu Hause mit der nötigen Ruhe auskurieren können.

Wenn Kinder fiebern und husten, stehen die Eltern oft vor der Frage „Müssen wir zum Arzt oder nicht?“ Wie bei Erwachsenen gilt auch bei Kindern: Eine akute Bronchitis erfordert meist keine medikamentöse Therapie. Wer erst einmal zu Hause abwartet, macht also nichts falsch. Es gibt aber einige Warnzeichen, die einen Arztbesuch nötig machen:

  • Der Husten dauert länger als acht Wochen.
  • Das Fieber ist sehr hoch oder steigt nach einer fieberfreien Phase wieder an.
  • Ein starkes Krankheitsgefühl, Schüttelfrost und nächtliches Schwitzen begleiten die Erkrankung.
  • Im abgehusteten Schleim ist Blut zu sehen.
  • Es kommt vermehrt zu Atemnot und auffälligen, pfeifenden Geräuschen beim Atmen.

Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder einer chronischen Erkrankung von Herz oder Lunge kann es sinnvoll sein, schon bei leichteren Beschwerden zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen.

Ursachen

In der Regel ist eine Virusinfektion die Ursache für eine akute Bronchitis. Als Erreger kommen viele verschiedene Viren infrage, die Atemwegsinfektionen wie Erkältung, Grippe oder Nasennebenhöhlenentzündung auslösen können. Seltener sind Bakterien oder eingeatmete Schadstoffe (zum Beispiel schwefel- oder schwermetallhaltiger Feinstaub) für eine akute Bronchitis verantwortlich. Nur in Ausnahmen können Pilze die Ursache sein.

Beim Einatmen gelangen Viren oder Bakterien bis in die Bronchien. Dort können sie sich in der Schleimhaut festsetzen und sich vermehren. Um die Eindringlinge abzuwehren, reagiert der Körper mit einer Entzündung: Die befallene Schleimhaut wird stärker durchblutet und schwillt an. Abwehrzellen wandern in den entzündeten Bereich ein, um die Erreger zu bekämpfen. Die Schleimhaut bildet mehr Flüssigkeit und Schleim, damit Viren, Bakterien und abgestorbene Zellen leichter gelöst und abgehustet werden können.

Beim Abhusten werden auch Tröpfchen des Schleims zusammen mit Erregern in der Luft verteilt. Sie können für andere ansteckend sein. Man nennt diesen Übertragungsweg deshalb „Tröpfcheninfektion“.

Häufigkeit und Verlauf

Husten zählt zu den häufigsten Gründen, eine Hausarztpraxis aufzusuchen. Etwa 5 von 100 Menschen pro Jahr suchen wegen einer akuten Bronchitis die Arztpraxis auf. Die meisten erkranken im Herbst und Winter.

Normalerweise verschwindet eine akute Bronchitis von selbst und bleibt folgenlos – es sei denn, die Lunge ist vorgeschädigt. Erkältungsbeschwerden wie Schnupfen oder Fieber bessern sich meist schon innerhalb weniger Tage deutlich. Bis der Husten abgeklungen ist, können bei einer akuten Bronchitis jedoch mehrere Wochen vergehen.

Bleibt der Husten länger als acht Wochen bestehen, ist es sinnvoll, ihn von der Ärztin oder dem Arzt abklären zu lassen. Es kann dann sein, dass die Beschwerden durch eine andere Erkrankung verursacht werden, etwa durch eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD).

Folgen

Selten kann sich bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder einer chronischen Erkrankung von Herz oder Lunge aus einer akuten Bronchitis eine Lungenentzündung (Pneumonie) entwickeln. Die Entzündung breitet sich dann von der Schleimhaut der Bronchien auf das Lungengewebe aus. Bei einer bestehenden COPD kann eine akute Bronchitis einen Krankheitsschub (Exazerbation) auslösen.

Diagnose

Bei einem hartnäckigen Husten stellt die Hausärztin oder der Hausarzt zuerst meist folgende Fragen:

  • Wie lange besteht der Husten?
  • Hat sich der Husten verändert?
  • Ist der Husten trocken oder wird Schleim abgehustet? Wie sieht der Auswurf aus?
  • Gab oder gibt es weitere Beschwerden, zum Beispiel Fieber oder Kreislaufprobleme?
  • Wie krank fühlen Sie sich?
  • Sind andere, möglicherweise chronische Erkrankungen bekannt?

Oft lässt sich schon anhand der Antworten beurteilen, ob es sich um eine akute Bronchitis handelt oder eine andere Erkrankung wahrscheinlicher ist.

Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung tastet die Ärztin oder der Arzt in der Regel die Lymphknoten am Hals ab, schaut in den Rachen und die Ohren, klopft die Nasennebenhöhlen ab und hört mit dem Stethoskop die Lunge und das Herz ab. Manchmal werden auch Fieber, Puls und Blutdruck gemessen.

Die Diagnose „akute Bronchitis“ steht fest, wenn das Gespräch und die körperliche Untersuchung die typischen Symptome bestätigt haben und nichts auf eine andere Erkrankung hinweist.

Weitere Untersuchungen (wie Röntgen des Brustkorbs oder Blutkontrollen) sind nur dann nötig, wenn zum Beispiel der Verdacht auf eine Lungenentzündung besteht.

Vorbeugung

Wer sich vor Erkältungen schützt, beugt damit auch einer akuten Bronchitis vor. Wie bei allen Atemwegsinfektionen spielt die Hygiene eine wichtige Rolle: Sich regelmäßig die Hände zu waschen und möglichst nicht mit den Fingern ins Gesicht zu fassen, senkt das Risiko, sich mit Erkältungsviren anzustecken.

Um andere vor Ansteckung zu schützen,

  • hustet oder niest man nicht in die Hand, sondern in die Armbeuge,
  • entsorgt benutzte Taschentücher direkt,
  • verzichtet auf Händedruck, Umarmungen oder Küsse und
  • kuriert man die Erkrankung möglichst zu Hause aus.

Einige Studien haben geprüft, ob beispielsweise Vitaminpräparate, Probiotika, pflanzliche Arzneimittel oder regelmäßiger Sport vor Atemwegsinfektionen schützen. Sie kamen jedoch zu keinem eindeutigen Ergebnis. Die Frage, ob diese Maßnahmen das Risiko für eine akute Bronchitis verringern können, bleibt daher offen.

Behandlung

Eine akute Bronchitis heilt auch ohne Behandlung von selbst wieder aus. Wer sich schlapp und krank fühlt, schont sich am besten ein paar Tage. Dazu gehört auch, auf Sport und andere anstrengende körperliche Aktivitäten zu verzichten. Heißer Tee oder Brühe werden meist als wohltuend empfunden. Ob es jedoch hilft, viel mehr als normalerweise zu trinken, ist wissenschaftlich nicht geklärt.

Medikamente sind bei einer akuten Bronchitis nicht nötig. Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können manchmal jedoch sinnvoll sein, um Erkältungsbeschwerden wie Fieber und Schmerzen zu lindern.

Die Wirkungen von Medikamenten, die den Hustenreiz unterdrücken (Hustenstiller) oder die das Abhusten des Schleimes erleichtern (Hustenlöser), sind bislang nicht ausreichend untersucht. Da der Hustenreiz die wichtige Funktion hat, Schleim und Fremdkörper abzuhusten, sollen Hustenstiller nur kurzzeitig und nur bei trockenem, quälendem Reizhusten, der einen nicht schlafen lässt, eingesetzt werden. Möglicherweise können pflanzliche Arzneimittel den Husten etwas lindern.

Da die Beschwerden meistens durch Viren verursacht werden, helfen Antibiotika bei einer akuten Bronchitis kaum. Sie können aber Nebenwirkungen haben und zu Resistenzen führen. Deshalb werden sie nicht empfohlen.

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