Wie lässt sich Fieber bei Kindern senken?

Foto von fieberndem Kind
PantherMedia / diego cervo

Ein fieberndes Kind benötigt nicht immer ein fiebersenkendes Mittel. Eine Behandlung kann aber sinnvoll sein, wenn sich das Kind sehr unwohl fühlt oder das Fieber auf 40 °C ansteigt.

Nicht immer ist allerdings klar, ob die Beschwerden eines fiebernden Kindes vom Fieber oder von der zugrunde liegenden Erkrankung verursacht werden. Nach einer Fiebersenkung fühlt es sich deshalb nicht unbedingt besser.

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von fiebersenkenden Maßnahmen: Medikamente und äußerliche Anwendungen. Manche Eltern hoffen, dass sich durch Medikamente Fieberkrämpfe verhindern lassen. Studien weisen aber eher darauf hin, dass fiebersenkende Mittel Krämpfen nicht vorbeugen können. Zudem können Fieberkrämpfe bereits ab 38 Grad auftreten.

Einige Eltern probieren auch homöopathische Mittel aus, beispielsweise Aconitum D12 rot, Belladonna D12 oder Chamomilla D12. Diese Mittel sind aber wirkungslos.

Welche Medikamente kommen infrage?

Fiebersenkende Medikamente hemmen die Bildung von körpereigenen Stoffen wie Prostaglandinen, die die Körpertemperatur erhöhen. Zu den fiebersenkenden Wirkstoffen, die für Kinder geeignet sind, zählen Paracetamol und . Es gibt sie als Zäpfchen und Saft, für ältere Kinder auch als Tabletten, Brausegranulat und Heißgetränk. Paracetamol und werden bei Kindern mit Fieber am häufigsten angewendet.

Der Wirkstoff () kann bei Kindern und Jugendlichen eine seltene, aber gefährliche Nebenwirkung auslösen („“). darf einem Kind deshalb nur auf ärztliche Anweisung gegeben werden.

Wie viel Paracetamol oder ein Kind einnehmen darf, richtet sich nach seinem Alter und Körpergewicht. Bei Kindern unter sechs Monaten ist es wichtig, zunächst eine Ärztin oder einen Arzt zu fragen. Bei der Anwendung ist zudem ein Mindestabstand von 6 bis 8 Stunden zur vorhergehenden Einnahme einzuhalten. Genauere Informationen gibt der Beipackzettel. Bei Unsicherheiten kann man sich in der Arztpraxis oder Apotheke Rat holen.

Paracetamol und haben vergleichbare Nebenwirkungen. Allerdings wird Paracetamol schon länger bei Kindern angewendet, deshalb gibt es mehr Erfahrungen mit möglichen Nebenwirkungen wie etwa Durchfall und Erbrechen. Paracetamol kann in höherer Dosierung die Leber und Nieren schädigen. Deshalb ist neben der korrekten Dosierung auch der Mindestabstand zwischen zwei Einnahmen so wichtig.

Wenn ein Kind Paracetamol oder nimmt, das Fieber aber nach etwa drei Tagen immer noch nicht sinkt, ist ärztliche Hilfe grundsätzlich ratsam. Dies gilt auch für Fieber über 40 °C, wenn es länger als vier Stunden anhält.

Hilft es, beide Mittel gleichzeitig anzuwenden?

Insgesamt ist noch nicht ausreichend untersucht, ob es Vorteile hat, Paracetamol und zusammen anzuwenden. Einzelne Studien deuten darauf hin, dass eine kombinierte Gabe das Fieber etwas stärker senken kann als Paracetamol oder allein. Nach der kombinierten Gabe bekamen etwas weniger Kinder nach vier Stunden wieder Fieber oder waren noch fiebrig.

Allerdings sind mögliche Nebenwirkungen einer solchen Behandlung nur wenig erforscht. Außerdem wird vermutet, dass es bei einer Kombination beider Medikamente häufiger zu einer Überdosierung kommt.

Manchmal wird empfohlen, Paracetamol und abwechselnd zu geben. Hier reichen die bisherigen Studien aber nicht aus, um die Vor- und Nachteile dieses Vorgehens zu beurteilen.

Können äußerliche Anwendungen das Fieber senken?

Äußerliche Anwendungen wie kalte Wadenwickel oder lauwarme Bäder kühlen den Körper von außen, können das Fieber aber nicht senken.

Eine andere Möglichkeit zur Kühlung sind kalte Getränke oder leichte Kleidung und Bettdecken. Man kann dem Kind auch Luft zufächeln, es mit einem feuchten Schwamm oder Tuch abtupfen oder das Fenster öffnen. Wichtig ist, immer darauf zu achten, dass das Kind sich wohlfühlt, nicht friert oder zu sehr auskühlt. Bei hohem Fieber sollte es auch nicht zu dick eingepackt sein.

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Aktualisiert am 22. Mai 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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