Fieber bei Kindern: Wann zum Arzt?

Foto von Untersuchung eines kleinen Patienten
PantherMedia / Robert Kneschke

Die meisten Kinder mit Fieber haben eine harmlose . Wenn das Fieber steigt, machen sich aber viele Eltern Sorgen. Wann es besser ist, ärztliche Hilfe zu suchen, ist an bestimmten Anzeichen erkennbar.

Wenn ihr Kind Fieber hat, stellen sich viele Mütter und Väter Fragen wie: Ist es etwas Ernstes? Soll ich eine Ärztin oder einen Arzt um Rat fragen? Ist es nötig, das Fieber zu senken? Allgemein gilt: Wenn man unsicher ist und sich Sorgen macht, ist es besser, ärztlichen Rat einzuholen. Ein Anruf in der Praxis kann vielleicht schon helfen, denn manche Fragen lassen sich auch am Telefon klären.

Viele typische Kinderkrankheiten machen sich zum Beispiel außer durch Fieber durch einen typischen Hautausschlag bemerkbar. Dann ist ein Arztbesuch ratsam. Eine ärztliche Untersuchung ist auch wichtig, wenn das Fieber anhaltend hoch ist, schubweise auftritt oder sich der Gesundheitszustand des Kindes trotz Behandlung verschlechtert. Ein Arztbesuch kann zudem sinnvoll sein, wenn das Kind einen Fieberkrampf hatte.

Bei Kindern ändert sich der Verlauf einer Erkrankung schnell: Eltern müssen sich nicht scheuen, am selben Tag auch ein zweites Mal in die Praxis zu gehen. Sie können am besten beurteilen, ob sich ihr Kind anders verhält als üblich, ob es anders reagiert, weniger aktiv ist als sonst, sich unbehaglich fühlt oder nicht mehr trinkt. Ihre Einschätzung und Erfahrung ist sehr hilfreich – auch für die Ärztin oder den Arzt.

Was tun, wenn die Ärztin oder der Arzt nicht erreichbar ist?

Wenn die Haus- oder Kinderarztpraxis nicht erreichbar ist, stehen Notfallpraxen und -ambulanzen von Krankenhäusern oder Kinderkliniken zur Verfügung. Adressen finden Sie zum Beispiel im Internet, in der Arztpraxis oder Sie erhalten sie bei Ihrer Krankenkasse. Die Auskunft des ärztlichen Bereitschaftsdienstes ist über die Telefonnummer 116117 erreichbar. Im Notfall erreichen Sie über die Nummer 112 den notärztlichen Dienst und können einen Krankenwagen rufen.

Wann in die Arztpraxis?

Ärztlicher Rat ist nötig, wenn das Fieber

Icon Fieber sehr hoch ist:
  • über 39 °C steigt,
  • bei Babys unter drei Monaten über 38 °C.
Icon tagelang
  • bei Babys länger als einen Tag,
  • bei Kindern ab zwei Jahren länger als drei Tage anhält.
  • nach der Einnahme fiebersenkender Mittel nicht sinkt.
Icon schubweise schubweise oder wiederholt auftritt oder
Icon Fieberkrampf zu einem Fieberkrampf geführt hat.

Bei welchen weiteren Anzeichen ist ärztliche Hilfe nötig?

Wenn zusätzlich zum Fieber

Icon Erbrechen Erbrechen, Durchfall oder Bauchschmerzen auftreten,
Icon Ausschlag ein Hautausschlag sichtbar wird,
Icon Atmung Ihr Kind nicht richtig Luft bekommt, beim Atmen stöhnt oder wenn Sie „knisternde“ Atemgeräusche hören,
Icon Nackensteife Ihr Kind den Kopf kaum nach vorn neigen kann. Ein steifer Nacken kann auf eine hinweisen.

Säuglinge unter drei Monaten können auch ernster krank sein, wenn sie nur leichtes oder gar kein Fieber haben. Bei ihnen ist ärztlicher Rat deshalb auch dann wichtig, wenn sie

Icon kein Trinken nicht mehr trinken,
Icon veränderte Hautfarbe ihre Hautfarbe verändert ist oder
Icon teilnahmslos sie kaum reagieren, teilnahmslos wirken oder sehr unruhig sind.

National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Fever in under 5s: assessment and initial management. 22.05.2013. (NICE Clinical Guidelines; Band 160).

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Autoren-Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

Seite kommentieren

Was möchten Sie uns mitteilen?

Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Bewertungen und Kommentare werden von uns ausgewertet, aber nicht veröffentlicht. Ihre Angaben werden von uns vertraulich behandelt. Pflichtfelder sind mit einem Sternchen (*) markiert.

Bitte beachten Sie, dass wir Sie nicht persönlich beraten können. Hinweise auf Beratungsangebote finden Sie in unserem Text „Wie finde ich Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen?

Im IQWiG-Angebot „ThemenCheck Medizin“ können Bürgerinnen und Bürger Forschungsfragen stellen. Fachleute werten dann das Wissen zu ausgewählten Themen aus. Die Ergebnisse sollen in künftige Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung einfließen.

Aktualisiert am 22. Mai 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

So halten wir Sie auf dem Laufenden

Folgen Sie uns auf Twitter oder abonnieren Sie unseren Newsletter oder Newsfeed. Auf YouTube finden Sie unsere wachsende Videosammlung.