Was passiert bei einer Schlaflabor-Untersuchung?

Nicht jeder Mensch braucht gleich viel Schlaf. Aber regelmäßiger Schlafmangel und Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen können die körperliche und seelische Gesundheit stark beeinträchtigen. Der Schlaf ist ein komplizierter, vom Gehirn gesteuerter Vorgang. Die Ursachen für Schlafstörungen sind sehr vielfältig und nicht immer leicht auszumachen. Äußere Einflüsse wie Licht oder Lärm können den Schlaf stören. Die Ursache für anhaltende Schlafprobleme sind oft seelische Belastungen, eine körperliche Erkrankung oder auch Schichtarbeit.

Wenn Schlafstörungen sehr lange andauern und die bisherige ärztliche Beratung und Untersuchung ohne Ergebnis geblieben sind, folgt meist eine Untersuchung im Schlaflabor. Dort wird der Schlaf während einer oder mehrerer Nächte mit Aufzeichnungsgeräten überwacht. Die Untersuchung ist aufwendig und findet häufig in einer Klinik oder einem schlafmedizinischen Zentrum statt. In der Regel ist dafür eine Überweisung nötig.

Wann kommt eine Untersuchung im Schlaflabor infrage?

In einem Schlaflabor arbeiten Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammen, zum Beispiel der Inneren Medizin, Neurologie, Kardiologie, Lungenheilkunde und Psychologie. Sie befassen sich vor allem mit Schlafstörungen, die über mehr als ein halbes Jahr nicht erfolgreich behandelt werden konnten und die Psyche oder die Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigen. Ursachen können zum Beispiel sein:

  • Herzprobleme,
  • nächtliche Atemaussetzer (Schlafapnoe-Syndrom),
  • „unruhige Beine“ (Restless-Legs-Syndrom) oder
  • häufige Albträume.

Wie bereitet man sich darauf vor?

Wer Probleme beim Ein- oder Durchschlafen bemerkt, kann zunächst über einige Zeit ein Schlafprotokoll in Tabellenform führen: Hier wird nach jeder Nacht eingetragen, wann man ins Bett gegangen und wann aufgestanden ist, welche Medikamente eingenommen wurden und wie man den eigenen Schlaf und nächtliche Wachzeiten selbst bewertet. Ebenso lässt sich festhalten, wann man was gegessen oder getrunken hat und ob man nach 16 Uhr sportlich oder anderweitig aktiv war. Wichtig ist auch, besondere Tagesereignisse oder seelische Belastungen zu notieren.

Für die Untersuchung im Schlaflabor selbst ist normales Gepäck für zwei oder drei Nächte nötig. Am Tag der Ankunft ist es gut, ab 14 Uhr keinen Kaffee, schwarzen Tee oder Alkohol zu trinken und tagsüber nicht zu schlafen.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Untersuchung im Schlaflabor beginnt mit einem ausführlichen Gespräch. Dabei fragt die Ärztin oder der Arzt nach den konkreten Schlafproblemen und bestehenden Erkrankungen, nach körperlicher Aktivität, bestimmten Gewohnheiten sowie dem Kaffee- und Alkoholkonsum. Um Aussagen über nächtliche Atemaussetzer und Schnarchen geben zu können, kann es hilfreich sein, die Partnerin oder den Partner zum Gespräch mitzunehmen.

Nach dem Zubettgehen am Abend wird man an verschiedene Messgeräte angeschlossen. Das Tragen der Elektroden und Kabel ist nicht schmerzhaft. Man kann damit auch seine übliche Schlafposition einnehmen. Unter solchen Umständen einzuschlafen, ist zwar ungewohnt, gelingt aber den meisten besser als gedacht.

Nach dem Einschlafen wird der gesamte Schlaf überwacht und analysiert. Gemessen werden:

  • die Gehirnströme mit einem Elektroenzephalogramm (EEG),
  • die Herzfrequenz mit dem Elektrokardiogramm (EKG),
  • die Augenbewegungen mit dem Elektrookulogramm (EOG),
  • die Muskelaktivität mit der Elektromyografie (EMG) sowie
  • die Sauerstoffsättigung im Blut (sogenannte Pulsoxymetrie). Dafür wird in der Regel ein Sensor auf die Fingerspitze geklebt.

Zusätzlich ist eine Videoaufzeichnung möglich.

Diese Art der nächtlichen Untersuchung wird auch Polysomnografie genannt. Manchmal können auch tagsüber im Schlaflabor Tests oder Befragungen nötig sein. Ansonsten kann man sich im Krankenhaus frei bewegen. Wenn keine weiteren Untersuchungen anstehen, bieten manche Schlaflabore bei mehrtägigen Aufenthalten auch an, dass man tagsüber nach Hause geht und erst abends wiederkommt.

Was passiert danach?

Bei den nächtlichen Aufzeichnungen fällt eine große Datenmenge an, die ausgewertet werden muss. Deshalb erhält man meist nicht sofort ein Ergebnis. In der Regel wird ein Termin für eine Nachbesprechung vereinbart. Dabei werden die Diagnose und die Behandlungsmöglichkeiten erläutert.

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