Sterben, Tod und Trauer

Wenn man selbst oder eine nahestehende Person vor dem Lebensende steht, stellen sich oftmals viele Fragen. Wo werde ich oder wird mein Angehöriger am besten versorgt? An wen kann ich mich für die Pflege und medizinische Versorgung wenden? Was gibt es vor und nach dem Tod organisatorisch zu regeln? Und: Was hilft dabei, in dieser schweren Zeit emotional zurechtzukommen? Wer unterstützt, wenn man Abschied vom Leben oder von einem geliebten Menschen nehmen muss?

Wer sich auf seinen Tod vorbereitet, stellt sich zum Teil ähnliche Fragen wie seine Angehörigen. Dieser Text gibt deshalb einen Überblick über wichtige Anlaufstellen für beide: für Sterbende und ihre Angehörigen.

Was passiert beim Sterben?

Bei manchen Menschen tritt der Tod rasch und ohne Vorankündigung ein, zum Beispiel bei einem Unfall oder beim sogenannten plötzlichen Herztod. Meistens ist Sterben aber ein Prozess über einen längeren Zeitraum – etwa, wenn ein hohes Alter oder eine Krankheit wie Krebs, Herzschwäche oder eine chronische Nierenkrankheit das Leben beenden. Der Sterbeprozess kann durch solche Erkrankungen unterschiedlich beeinflusst werden. Aber es gibt typische Veränderungen, die bei vielen Sterbenden unabhängig von der jeweiligen Ursache auftreten. Zu wissen, was sich in der letzten Phase vor dem Tod verändert, kann Ängste lindern und eine ruhige Atmosphäre ermöglichen. Diese hilft auch den Hinterbliebenen, besser mit dem Verlust umgehen und das eigene Leben ohne die oder den Verstorbenen gestalten zu können.

Typische körperliche Veränderungen

Die Kräfte schwinden allmählich. Diese Schwäche kann über mehrere Wochen zunehmen und schließlich zur Bettlägerigkeit führen. Zuletzt fallen sogar Essen und Trinken schwer und irgendwann nimmt die Person gar nichts mehr zu sich. Die Haut ist blass, das Gesicht wirkt zunehmend eingefallen.

Die sterbende Person schläft viel. Phasen, in denen sie wach ist und zum Beispiel mit Angehörigen spricht oder ihnen zuhört, werden allmählich kürzer und seltener. Manche Menschen sind in letzten wachen Phasen verwirrt oder unruhig.

Vor allem in den letzten Lebensstunden verändert sich die Atmung: Sie wird meist flacher und unregelmäßig. Speichel kann sich ansammeln, die Atmung rasselt dann oft. Es gibt längere Atempausen. Diese veränderte Atmung kann Angehörige erschrecken, ist aber ein natürlicher Prozess. Man geht davon aus, dass die sterbende Person dadurch nicht belastet ist – sofern sich dies nicht durch Stresszeichen wie Schwitzen, unruhige Bewegungen, ein verzerrtes Gesicht oder Tränen zeigt.

Schließlich setzt die Atmung ganz aus. Das Herz hört auf zu schlagen. Auch wenn einzelne Zellen im Körper noch leben, hören die Organe und das Gehirn ohne Blutzufuhr auf zu arbeiten. Der Tod ist eingetreten.

Weil das Blut nicht mehr im Körper zirkuliert, sinkt es nach unten. Das ist als rötlich-violette Hautflecken (Totenflecken) oft am Rücken und an den Beinen etwa eine halbe Stunde nach dem Tod zu sehen. Etwas später verhärtet sich die Muskulatur. Diese sogenannte Leichenstarre löst sich nach etwa 1 bis 2 Tagen allmählich wieder. Durch die Darmbakterien, die weiter aktiv sind, kann Luft im Darm entstehen. Deshalb sind Darmgeräusche und sogar Darmentleerungen auch bei Verstorbenen noch möglich.

Auch wenn auf die Angehörigen nach dem Tod einige Aufgaben zukommen: Am Sterbebett sollte man sich – wenn möglich – die ruhige Atmosphäre noch etwas erhalten. Dann bleibt Zeit, bei der oder dem Verstorbenen zu sein, zu trauern und Abschied zu nehmen. Damit sich Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Bekannte verabschieden können, kann der Leichnam 24 Stunden zu Hause aufgebahrt bleiben, wenn sie dies möchten – in einigen Bundesländern ist dies auch länger möglich. Auch in einer Klinik oder einem Pflegeheim gibt es oft die Möglichkeit, in Ruhe Abschied zu nehmen. Die oder der Verstorbene kann dazu auch nach Hause gebracht werden.

Was ist palliative Versorgung (Palliativmedizin, Palliative Care)?

Ziel einer palliativen Versorgung ist, bei einer schweren, nicht mehr heilbaren Erkrankung die Lebensqualität zu erhalten – so gut und lange wie möglich. Pflegerische und ärztliche Maßnahmen, aber auch psychologische, soziale und spirituelle Unterstützung greifen dabei ineinander und richten sich nach den persönlichen Wünschen der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Dafür werden auch die Begriffe „“ oder auf Englisch „Palliative Care“ verwendet. Die palliative Versorgung kann bereits beginnen, wenn trotz der Erkrankung noch ein aktives Leben möglich ist. Ziel ist dann, Symptome zu lindern und Kräfte zu erhalten, um Betroffenen so lange wie möglich einen guten Alltag zu ermöglichen.

Wenn sich abzeichnet, dass das Leben wahrscheinlich nur noch Wochen oder Tage dauert, werden keine anstrengenden Behandlungen oder aufwendigen Untersuchungen mehr gemacht. Die Versorgung konzentriert sich dann auf die Linderung von Beschwerden und auf ein würdevolles Sterben mit angepasster Pflege und psychologischer Unterstützung – auch für die Angehörigen.

In der Regel sind Medikamente, die man dauerhaft einnehmen musste, in der letzten Lebensphase nicht mehr nötig – und viele entscheiden dann gemeinsam mit Angehörigen und Ärztin oder Arzt, sie abzusetzen. Im Vordergrund steht nun die Linderung von Symptomen wie Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und Angst. Viele Menschen bekommen dazu stärkere Mittel, etwa Morphium. Sie können zum Beispiel als Tabletten eingenommen werden. Wenn dies am Ende das Lebens schwerfällt, werden sie zum Beispiel als Pflaster auf die Haut geklebt oder per Spritze verabreicht. Manche Menschen erhalten beruhigende Medikamente, etwa . Auch können sinnvoll sein.

Welche Medikamente sinnvoll sind und in welcher Dosis, wird individuell angepasst und richtet sich in der letzten Sterbephase zum Beispiel danach, ob die oder der Sterbende Unruhe oder Ängste zeigt.

Bei Verdauungsproblemen kommen Mittel gegen Übelkeit und Verstopfung zum Einsatz. Weniger oder keinen Hunger und Durst mehr zu haben, ist Teil des Sterbeprozesses. Auf künstliche Ernährung oder Infusionen wird in der Regel verzichtet, auch wenn der oder die Sterbende kaum noch isst und trinkt. Dann stehen passende Pflegemaßnahmen im Vordergrund, etwa spezielle Pflegestäbchen, mit denen sich die Mundschleimhaut feucht halten lässt. Infrage kommen auch Lebensmittel, die der jeweiligen Person in dieser Situation ein angenehmes Gefühl bereiten, etwa gekühlte Obststücke. Damit man sich nicht wundliegt, können kleine Kissen und regelmäßiges behutsames Umlagern helfen.

Angehörige können durch die Situation ebenfalls belastet sein und körperliche Beschwerden entwickeln – etwa Schlafstörungen, Appetitlosigkeit oder Rückenschmerzen. In der palliativen Versorgung werden auch sie mitbetreut.

Wo erhalte ich palliative Versorgung?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, palliative Versorgung in Anspruch zu nehmen:

Zu Hause sterben

Meist übernehmen Angehörige zu Hause einen Großteil der Pflege. Dazu kann man sich von der Arbeit freistellen lassen – je nach Situation über mehrere Monate. Nötige Hilfsmittel wie ein Pflegebett, Toilettenstuhl oder Rollstuhl können kurzfristig bei der Krankenkasse beantragt werden und sind meist innerhalb weniger Werktage da. Beratung erhält man über das Pflegetelefon des Bundesseniorenministeriums.

Viele Angehörige nutzen einen ambulanten Pflegedienst, der zum Beispiel morgens und abends beim Waschen hilft. Es gibt Pflegedienste, die auf die Pflege sterbender Menschen spezialisiert sind. Auch viele Hausärztinnen und -ärzte haben eine Weiterbildung zur Palliativversorgung gemacht. Außerdem gibt es spezialisierte ambulante Palliativversorgungs-Teams (SAPV-Teams). Sie bestehen aus Fachkräften, die – oft gemeinsam mit dem Hausarzt oder der Hausärztin – die Versorgung übernehmen. Beim SAPV-Team kann man sich rund um die Uhr melden, etwa wenn die sterbende Person nachts plötzlich sehr unruhig ist. Die SAPV-Fachkräfte können die Situation einschätzen und zum Beispiel beruhigende und schmerzlindernde Medikamente geben. Sie können zudem den Angehörigen zeigen, wie sie Medikamente bei Bedarf verabreichen können. Auch psychologische Unterstützung und spirituelle Begleitung kann man zu Hause in Anspruch nehmen.

Man kann die genannten ambulanten Angebote auch nutzen, wenn man bereits in einem Senioren- oder Pflegeheim lebt.

Hospiz, Tageshospiz und ambulanter Hospizdienst

Ein kommt unter bestimmten Voraussetzungen infrage – etwa, wenn die Pflege sehr aufwendig ist und zu Hause nicht mehr möglich wäre. Das bietet auch die Möglichkeit, mit Angehörigen Zeit zu verbringen, die nicht von der Pflege bestimmt ist.

Gut zu wissen:

Angehörige können die sterbende Person auch in einer Einrichtung begleiten und haben dann ebenfalls einen Anspruch auf Freistellung von ihrer Arbeit.

Ein ist darauf ausgelegt, sterbende Menschen rund um die Uhr zu pflegen, sie psychisch, sozial sowie spirituell zu betreuen sowie medizinisch zu versorgen. In einer ruhigen und zugewandten Atmosphäre sind Aktivitäten wie gemeinsame Mahlzeiten, Spiele, Gespräche oder schlicht Gesellschaft möglich. In einem sind meist nur wenige Menschen untergebracht. Nicht immer bekommt man kurzfristig einen Platz. Es ist daher sinnvoll, sich möglichst frühzeitig darum zu kümmern.

Wenn man den Wunsch hat, bis zum Tod zu Hause wohnen zu bleiben, gibt es je nach Region unterstützende Angebote vor Ort: Tageshospize übernehmen die Versorgung tagsüber, während man abends, nachts und am Wochenende in gewohnter Umgebung ist. Ambulante Hospizdienste bestehen aus Ehrenamtlichen und kommen ergänzend zu Pflegediensten und Hausärztinnen und -ärzten zum Beispiel für einige Stunden pro Woche nach Hause. Sie unterstützen nicht nur die sterbende Person, sondern helfen auch den pflegenden Angehörigen, in ihrem Beruf zu arbeiten, eigene Alltagsdinge zu erledigen oder einfach Kraft zu tanken.

Palliativstation im Krankenhaus

Manche Kliniken haben eine spezielle . Sie sind in der Regel schöner gestaltet als die üblichen Krankenhausstationen, um eine angenehme Atmosphäre für die letzten Lebenstage zu bieten. Menschen mit einer unheilbaren Erkrankung können dort bereits ab der betreut und im Verlauf immer wieder behandelt werden – zum Beispiel, um starke Symptome wie Schmerzen, Luftnot oder Übelkeit zu lindern.

Bei Bedarf bieten Palliativstationen auch Begleitung in der Sterbephase an. Meist dürfen Angehörige dort rund um die Uhr mit im Zimmer bleiben.

Eine Sterbebegleitung ist grundsätzlich auf allen Krankenhausstationen möglich. Dann kann ein Palliativdienst die Versorgung ergänzen – ein Team aus unterschiedlichen Berufsgruppen, das Patientinnen und Patienten palliativmedizinisch berät und mitbetreut.

Spezielle Einrichtungen, etwa Kinder-Hospize, sind auf die Bedürfnisse unheilbar erkrankter Kinder und Jugendlicher und ihrer Familien zugeschnitten.

Gut zu wissen:

Die Deutsche Gesellschaft für (DGP) und der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) bieten einen Wegweiser zu den Angeboten in Wohnortnähe für Erwachsene sowie für Kinder und Jugendliche.

Kostenübernahme und Unterstützung

Die Kosten für ambulante Angebote, Medikamente und Pflegemittel sowie für die Versorgung in einem oder einer tragen Kranken- und Pflegeversicherung. Wie bei Medikamenten können bei manchen Pflegemitteln Zuzahlungen nötig sein.

Wer Zusatzleistungen in Anspruch nehmen möchte – etwa eine Pflege zu Hause rund um die Uhr –, muss die Kosten dafür selbst tragen.

Wer hilft bei Anträgen?

Der Sozialdienst in einer Klinik unterstützt dabei, aber auch Sozialarbeiterinnen oder -arbeiter auf Palliativstationen, in SAPV-Teams, in Hospizen, Senioren- oder Pflegeheimen sowie in Pflegestützpunkten. Man kann sich auch in der haus- oder fachärztlichen Praxis beraten lassen oder bei der Krankenkasse nachfragen. Außerdem stellen die Landeskrebsgesellschaften umfassende ambulante Beratungsangebote bereit.

Was kann ich vor dem Tod selbst regeln?

Was wünsche ich mir für mein Lebensende? Sich darüber Gedanken zu machen und Vorkehrungen zu treffen, ist auch als junger, gesunder Mensch sinnvoll. In einer Patientenverfügung kann man festlegen, wie man medizinisch und pflegerisch versorgt werden möchte, wenn man es nicht mehr selbst entscheiden kann. Mit einer Vorsorgevollmacht benennt man eine oder mehrere Personen, die später solche und andere wichtige Entscheidungen für einen treffen dürfen. Es ist auch sinnvoll, zum Beispiel einem Familienmitglied eine Bankvollmacht auszustellen, die über den Tod hinaus gültig ist. Welche Vorgaben dabei gelten, bespricht man am besten mit der jeweiligen Bank.

Man kann auch Vieles für die Zeit nach dem Tod festlegen. Mit einem Testament regelt man den eigenen Nachlass. So kann man zum Beispiel Angehörige finanziell absichern, wenn dies durch die rechtlichen Erbregelungen nicht automatisch passiert – das ist etwa für unverheiratete Paare wichtig.

Manche beschäftigen sich damit, wie ihre Bestattung gestaltet werden soll, und legen dies schriftlich fest. Das kann beruhigen – etwa, wenn man Gewissheit hat, dass man so beerdigt wird, wie die eigene Religion das vorsieht. Es kann zudem Angehörige entlasten, wenn man solche Wünsche niedergeschrieben oder sogar schon Vorbereitungen getroffen hat.

Man kann auch festhalten, was mit dem digitalen Nachlass – etwa mit Fotos und Zugängen zu E-Mail-Postfächern und sozialen Medien – passiert: Soll zum Beispiel jemand Zugriff bekommen? Oder sollen alle Inhalte gelöscht werden, wenn dem Anbieter eine Sterbeurkunde übermittelt wurde oder das Konto für gewisse Zeit inaktiv war?

Gut zu wissen:

Der Text „Was ist eine Patientenverfügung?“ fasst alles Wichtige zu Verfügungen und Vollmachten zusammen. Informationen zu weiteren rechtlichen Fragen, die auch über den Tod hinaus wichtig sind, liefern zum Beispiel die Deutsche Stiftung Patientenschutz oder das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz.

Um was müssen sich die Hinterbliebenen kümmern?

Auch wenn einem der Kopf vielleicht nicht danach steht: Nach dem Tod eines Angehörigen gibt es einiges zu regeln.

Eine Ärztin oder ein Arzt stellt nach der Leichenschau den Totenschein aus. In der Regel leitet das Bestattungsunternehmen ihn an das zuständige Standesamt des Sterbeorts weiter, das die Sterbeurkunde ausstellt. Die Sterbeurkunde ist ein wichtiges Dokument – sie ist etwa für folgende Erledigungen notwendig:

  • Versicherungen, Verträge und Abonnements des Verstorbenen kündigen oder umschreiben lassen – etwa Lebens-, Renten-, Haftpflicht- oder Kfz-Versicherung, Miete, Strom, Wasser, Gas, Telefon, Rundfunk / Fernsehen, Zeitungen
  • den Arbeitgeber über den Tod benachrichtigen
  • das Finanzamt informieren
  • Versicherungsleistungen beantragen
  • eine Hinterbliebenenrente beantragen

Die Sterbeurkunde wird auch benötigt, um die Bestattung zu veranlassen – diese ist in Deutschland Pflicht. Die Bestattung organisiert man gemeinsam mit einem Bestattungsunternehmen. Da die Kosten sehr unterschiedlich sein können, kann es sinnvoll sein, Angebote verschiedener Unternehmen zu vergleichen. Die Kosten hängen aber auch von den individuellen Wünschen und der Art der Beisetzung (zum Beispiel Erd- oder Feuerbestattung) ab. Wer wenig Geld hat, kann unter gewissen Bedingungen eine Kostenübernahme durch das Sozialamt beantragen (Sozialbestattung).

Gut zu wissen:

Die Bestatterin oder der Bestatter unterstützt auch bei weiteren Formalitäten – und vermittelt bei Bedarf Hilfe im Umgang mit der Trauer. Der Bundesverband Deutscher Bestatter e. V. bietet auf seiner Website eine Bestattersuche.

Für eine konfessionelle Bestattung wendet man sich zusätzlich an die Kirche oder Gemeinde. Alternativ kann man eine nicht konfessionelle Trauerrednerin oder einen Trauerredner beauftragen, bei der Zeremonie zu sprechen.

Das Standesamt informiert das Nachlassgericht am letzten Wohnort der oder des Verstorbenen. Dieses stößt dann ein Nachlassverfahren an und eröffnet in diesem Rahmen auch das Testament. Gibt es kein Testament, greift die gesetzliche Erbfolge. Wer als Erbin oder Erbe bestimmt ist, kann selbst entscheiden, ob sie oder er das Erbe antreten möchte. Dazu muss man einen Erbschein beim Nachlassgericht beantragen. Ausschlagen kann man das Erbe in der Regel innerhalb von sechs Wochen – dann besteht ohne Zustimmung der Erben kein Recht mehr, die Wohnung der oder des Verstorbenen zu betreten oder Erinnerungsstücke (auch finanziell wertlose) zu behalten. Die Ausschlagung des Erbes wie auch die Beantragung eines Erbscheins kostet eine Gebühr, die sich nach dem Wert des Nachlasses richtet.

Auch die Bankgeschäfte der oder des Verstorbenen sind zu regeln. Kreditinstitute müssen per Formular oder durch Vorlage der Sterbeurkunde über den Tod benachrichtigt werden. Diese informieren dann, welche Unterlagen für den Zugriff auf die Konten nötig sind – zum Beispiel eine Vollmacht oder der Erbschein. Bevor ein Konto aufgelöst wird, sollten alle Verträge gekündigt sein, die darüber laufen. War die oder der Verstorbene steuerpflichtig, müssen die Erben für sie oder ihn eine Steuererklärung abgeben.

Möchte man den Haushalt der oder des Verstorbenen auflösen, kann man dies selbst tun oder ein Haushaltsauflösungs-Unternehmen beauftragen. Welche Schritte beim Todesfall im Pflegeheim zu beachten sind, beschreibt die Website der Verbraucherzentrale.

Nicht zu vergessen ist der digitale Nachlass – also zum Beispiel alle Daten, Abos, Zugangskonten (Accounts) und digitalen Vermögenswerte wie Online-Guthaben oder Krypto-Währungen, die die verstorbene Person im Internet hinterlässt. Erbinnen und Erben haben Anspruch auf Zugang zum digitalen Nachlass. Hat die oder der Verstorbene keine Übersicht mit Zugangsdaten hinterlassen, erhalten sie diesen meist gegen Vorlage von Erbschein oder anderen Dokumenten beim Online-Anbieter. Es gibt auch gewerbliche Anbieter, die bei der digitalen Nachlassverwaltung unterstützen. Hier gilt es, die Kosten zu klären und zu bedenken, dass die Anbieter Zugriff auf persönliche Daten bekommen.

Umgekehrt lässt sich ein sogenannter virtueller Friedhof einrichten: also eine Gedenkseite im Internet, auf der man beispielsweise mit Fotos oder Texten an Verstorbene erinnern kann.

Wer hilft, emotional mit dem Abschied zurechtzukommen?

Die Zeit vor dem nahenden Tod kann schwer für den betroffenen Menschen und sein ganzes Umfeld sein. Sterbende betrauern das kommende Ende ihres Lebens und müssen sich von Familie, Freundinnen und Freunden, Lebensplänen und Hoffnungen verabschieden. Sie werden mit zahlreichen Gefühlen und Fragen rund um das Sterben und den Tod konfrontiert. Möglicherweise haben sie Angst davor, was im Sterbeprozess oder danach auf sie zukommt, sind verzweifelt, niedergeschlagen, wütend auf ihr Schicksal oder bereuen es, manche Dinge in ihrem Leben getan oder verpasst zu haben. Vielleicht wechseln sich solche Gefühle aber auch mit positiven Emotionen ab – etwa Akzeptanz, einer positiven Lebensbilanz oder Dankbarkeit für versöhnliche Abschiedsgespräche mit Freundinnen, Freunden und Angehörigen.

Auch bei Angehörigen beginnt der Trauerprozess bereits vor dem Tod und setzt sich danach fort. Verschiedene Gefühle können mit der Trauer verbunden sein: von Vermissen, Liebe, Dankbarkeit und Schmerz über Angst, Reue oder Schuld bis hin zu Wut. Viele Menschen sind auch erleichtert, dass die oder der Angehörige „es nun geschafft“ hat, zum Beispiel nach langer Krankheit. Die Trauer kann sich auch körperlich zeigen, etwa in Form von Schmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Appetitverlust oder Schlafstörungen.

Kinder und Jugendliche trauern auf ihre Weise – je nach Alter und den Vorstellungen, die sie vom Tod haben. Verschiedene Gefühle können sich bei ihnen schneller abwechseln und häufiger von heiteren Momenten unterbrochen werden. Kinder zeigen manchmal wieder bereits abgelegte Gewohnheiten wie Daumenlutschen. Häufig glauben Kinder, sie hätten eine Mitschuld am Tod der Person, und erleben Schuldgefühle. Oft haben sie Angst, weitere Familienmitglieder zu verlieren.

Um Sterbende und ihr Umfeld in ihren Emotionen und Fragen zu unterstützen, gibt es verschiedene Angebote:

Begleitung vor dem Tod

Ein wichtiger Teil der palliativen Versorgung ist die Sterbebegleitung: das heißt, Sterbenden in ihrer letzten Lebensphase beizustehen, um ihnen ein möglichst friedliches Lebensende zu ermöglichen. Welchen Beistand Sterbende brauchen und wollen, ist individuell sehr unterschiedlich. An der Sterbebegleitung sind dieselben Berufe beteiligt, die auch palliative Versorgung übernehmen – etwa Medizin, Pflege, Psychologie, Sozialarbeit, Kunst- oder Musiktherapie. Auch Angehörige werden mitbetreut und im Prozess von Trauer und Abschiednehmen begleitet.

Eine große Unterstützung sind außerdem Hospizdienste, die Sterbende in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder zu Hause besuchen. Die geschulten, meist ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleiter übernehmen je nach Bedarf unterschiedliche Aufgaben: Sie leisten Gesellschaft und sprechen mit der oder dem Sterbenden über deren Gefühle und Fragen – zum Beispiel: Was möchte ich noch erledigen? Mit wem möchte ich mich aussprechen? Möchte ich nahestehenden Menschen etwas Persönliches hinterlassen, zum Beispiel Briefe oder Audioaufnahmen? Wie gehe ich mit meiner Angst um? Was kommt nach dem Tod?

Die Begleiterinnen und Begleiter übernehmen auch kleine Erledigungen und beraten in organisatorischen Angelegenheiten. Daneben sind sie für die Angehörigen da, helfen ihnen im Umgang mit dem Sterbenden sowie dem bevorstehenden Verlust und begleiten sie über diesen hinaus.

Es gibt außerdem spezialisierte Hospizdienste, die beispielsweise sterbende Kinder oder Jugendliche und ihre Angehörigen begleiten oder Familien, in denen ein Elternteil stirbt. Die Arbeit der Hospizdienste ist für Betroffene in der Regel kostenlos.

Angehörige können in Letzte-Hilfe-Kursen lernen, wie sie den sterbenden Menschen unterstützen können, welche Entscheidungen zu treffen sind und wie man gut Abschied nehmen kann. Es gibt Kurse für Erwachsene sowie für Kinder und Jugendliche. Die Teilnahme ist meist nicht teuer, manchmal ist sie auch kostenlos.

Um sich mit Fragen zu Tod und Lebenssinn auf spiritueller Ebene auseinanderzusetzen und emotionalen Beistand zu erfahren, ist für viele Menschen auch religiöse Unterstützung wie kirchliche Seelsorge wichtig. Pfarrerinnen und Pfarrer, aber auch Ehrenamtliche führen Gespräche und sprechen auf Wunsch Gebete, spenden den Segen oder eine Salbung. Man muss selbst nicht gläubig sein, um geistliche Seelsorge in Anspruch zu nehmen. In den meisten Kliniken und Pflegeheimen steht christliche Seelsorge zur Verfügung – zum Teil auch Seelsorge anderer Religionsgemeinschaften. Man kann sich auch direkt an seine Kirche oder Gemeinde wenden.

Mit der Telefonseelsorge bieten die katholische und evangelische Kirche Unterstützung per Telefon, Chat oder E-Mail an. Telefonische Seelsorge gibt es in verschiedenen Sprachen. Außerdem gibt es Angebote anderer Religionsgemeinschaften wie das muslimische Seelsorgetelefon sowie Angebote nicht kirchlicher Organisationen. Die Nummer gegen Kummer unterstützt Kinder, Jugendliche und deren Eltern und Bezugspersonen.

Begleitung nach dem Tod

Auch wenn die Trauer schmerzhaft ist: Sie ist normal und wichtig, um mit einem Verlust leben zu lernen. Daher hilft es, ihr Raum zu geben und die Gefühle nicht zu unterdrücken. Verschiedene Angebote der Trauerbegleitung sind eine Möglichkeit, die eigenen Gefühle im geschützten Raum auszudrücken, Gedanken zu sortieren sowie Verständnis und Unterstützung zu bekommen. In offenen oder geschlossenen Trauergruppen treffen sich Trauernde meist mit Trauerbegleiterinnen und -begleitern und verarbeiten ihre Trauer gemeinsam auf verschiedenste Weise – etwa durch Gespräche, Entspannungsübungen, Spaziergänge, Malerei oder andere kreative Aktivitäten. Trauercafés sind meist offener gestaltet und erlauben eine flexiblere Teilnahme. Es gibt auch Einzelbegleitungen sowie besondere Angebote etwa für Kinder und Jugendliche, Eltern verstorbener Kinder oder junge Witwen und Witwer. Zu Angeboten vor Ort beraten beispielsweise Kirchen, Wohlfahrtsverbände, Hospizvereine und Kliniken. Auch Bestatterinnen und Bestatter vermitteln Kontakte. Außerdem kann man auf der Website des Bundesverbands Trauerbegleitung passende Angebote suchen. Die Kosten können sich je nach Anbieter und Art der Unterstützung stark unterscheiden – manche Angebote sind auch kostenlos.

Im Internet finden sich verschiedene digitale Trauerangebote – von Trauerbegleitung per E-Mail, Chat oder App bis hin zu Online-Seminaren zum Thema Trauer. Auch solche Angebote richten sich teilweise an spezifische Zielgruppen. Generell empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass Trauerbegleiterinnen und -begleiter entsprechend ausgebildet sind – möglichst nach den Richtlinien des Bundesverbands Trauerbegleitung.

Auch Selbsthilfegruppen können eine Möglichkeit sein, sich mit Menschen in ähnlichen Situationen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen. Es gibt Gruppen für Menschen in verschiedenen Situationen – etwa Familien mit verstorbenen Kindern, Verwitwete oder Hinterbliebene von Menschen, die Suizid begangen haben.

Wie kann ich über den Tod sprechen?

Vielen Menschen fällt es schwer, über Sterben und Tod zu sprechen. Sie befürchten oder erleben, dass sich andere angesichts dieser schweren Themen abwenden. Andererseits kann es guttun, solche Themen nicht nur mit sich selbst auszumachen – meist bekommt man dann auch mehr Unterstützung und Beistand. Möglicherweise fällt es nach der ersten Überwindung auch immer leichter, diese Themen gezielt bei Menschen anzusprechen, von denen man eine hilfreiche Reaktion erwartet. Oder man wendet sich direkt an die oben genannten Anlaufstellen.

Angehörige sind oft unsicher, was die passenden Worte sind. Hilfreich kann sein, sich mit der eigenen Meinung zurückzuhalten und der sterbenden Person Fragen zu stellen – was beschäftigt sie, was geht ihr durch den Kopf, was braucht sie jetzt? Oft ist es nicht nötig, viel zu sagen, sondern vor allem zu zeigen: Ich bin auch in schwierigen Situationen an deiner Seite, höre dir zu und halte sie mit dir zusammen aus. Manchmal tun auch einfach Ablenkung und das Besprechen ganz anderer Themen gut. Es ist aber keine gute Idee, eine sterbende Person durch unrealistische Hoffnungen trösten zu wollen.

Mit Kindern und Jugendlichen über den Tod zu sprechen, kann besonders schwerfallen. Dennoch sollte man ihnen die Wahrheit nicht vorenthalten und sie frühzeitig einbeziehen – sonst verwirrt sie die Situation und sie finden ihre eigenen Erklärungen, die noch belastender sein können. Je nach Alter haben Kinder unterschiedliche Vorstellungen vom Tod, auf die man im Gespräch eingehen sollte. Besonders bei jungen Kindern ist es nicht nötig, viele Details zu erklären. Die Situation sollte ihnen trotzdem ehrlich vermittelt werden und immer wieder angeboten werden, Fragen zu stellen. Informationen darüber, wie sich die oder der Sterbende verändern wird – und auch, was sich nicht verändert – helfen ihnen, sich darauf einzustellen. Eigene Gefühle zu zeigen, kann Kinder ermutigen, auch ihre Gefühle auszudrücken. Dies signalisiert ihnen: Es ist normal und in Ordnung, wenn du traurig bist. Wichtig ist auch, zu vermitteln, dass das Kind keine Schuld an einer Erkrankung oder dem bevorstehenden Tod hat.

Wie verändert sich die Trauer langfristig?

Viele Trauernde erhalten die meiste Unterstützung aus ihrem Umfeld in den ersten Wochen nach dem Verlust. Oft wird die Trauer jedoch erst besonders stark, nachdem die Bestattung und andere organisatorische Angelegenheiten erledigt sind und man mehr zur Ruhe kommt. Welche Gefühle aufkommen und wann, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und hängt unter anderem von der Beziehung zur verstorbenen Person und bisherigen Erfahrungen mit Verlust und Trauer ab.

Wichtig ist:

Jeder Mensch trauert anders. Der Trauerprozess ist vielfältig und nicht geradlinig. Es gibt auch keine „normale“ Zeit, nach der die Trauer abgeschlossen sein sollte.

Vielleicht verschwindet die Trauer auch niemals ganz. Gedanken an die Verstorbene oder den Verstorbenen werden immer wieder aufkommen – etwa in schwierigen Situationen oder zu bestimmten Zeiten wie Geburtstag, Todestag oder Feiertagen. Das kann, muss aber nicht mit belastenden Gefühlen einhergehen. Den meisten Menschen gelingt es mit der Zeit, der Erinnerung an den verstorbenen Menschen einen passenden Platz in ihrem Leben zu geben und gleichzeitig die Trauer in den Hintergrund rücken zu lassen.

Wann Hilfe nötig ist

Manche Menschen brauchen jedoch professionelle Hilfe, um den Verlust zu verarbeiten. Wann die Trauer noch „normal“ ist und wann es sich um eine sogenannte erschwerte Trauer handelt, lässt sich nicht genau abgrenzen. Anzeichen für erschwerte Trauer können sein:

  • Man hat das Gefühl, die Trauer nicht selbst bewältigen zu können.
  • Die Trauer schränkt über lange Zeit den Alltag und / oder Beruf ein.
  • Man hat das Gefühl, gar nichts mehr zu spüren oder sich länger in einem Schockzustand zu befinden.
  • Man ist häufiger krank.
  • Probleme wie Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit, Depression, Angst, Panikattacken oder Essstörungen sind nach dem Verlust neu aufgetreten oder haben sich verstärkt.

In solchen Situationen ist es sinnvoll, sich professionelle Unterstützung zu suchen.

Gut zu wissen:

Welche Anlaufstellen es bei psychischen Problemen gibt, beschreibt der Text „Psychische Probleme: Wo gibt es Hilfe?“.

Bausewein C, Roller S, Voltz R. Leitfaden Palliative Care: Palliativmedizin und Hospizbegleitung (Klinikleitfaden Medizin). München: Urban und Fischer; 2021.

Bausewein C, Simader R. 99 Fragen an den Tod: Leitfaden für ein gutes Lebensende. München: Droemer Knaur; 2024.

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). Erweiterte S3-Leitlinie Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung. AWMF-Registernr.: 128-001OL. 2020.

Deutsche Krebshilfe, Deutsche Krebsgesellschaft (DKG). Palliativmedizin – Antworten, Hilfen, Perspektiven (Die blauen Ratgeber). 2020.

Gerhard C. Praxiswissen Palliativmedizin – Konzepte für unterschiedlichste palliative Versorgungssituationen. Stuttgart: Thieme; 2023.

Specht-Tomann M, Tropper D. Zeit des Abschieds: Sterbe- und Trauerbegleitung. Düsseldorf: Patmos; 2013.

Thöns M, Sitte T. Repetitorium Palliativmedizin: Zur Vorbereitung auf die Prüfung Palliativmedizin. Berlin: Springer; 2023.

Zernikow B. Pädiatrische Palliativversorgung – Grundlagen. Berlin: Springer; 2021.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

Seite kommentieren

Was möchten Sie uns mitteilen?

Wir freuen uns über jede Rückmeldung entweder über das Formular oder über gi-kontakt@iqwig.de. Ihre Bewertungen und Kommentare werden von uns ausgewertet, aber nicht veröffentlicht. Ihre Angaben werden von uns vertraulich behandelt.

Bitte beachten Sie, dass wir Sie nicht persönlich beraten können. Wir haben Hinweise zu Beratungsangeboten für Sie zusammengestellt.

Über diese Seite

Erstellt am 18. Februar 2026

Nächste geplante Aktualisierung: 2029

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

So halten wir Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren Newsletter oder Newsfeed. Auf YouTube finden Sie unsere wachsende Videosammlung.