Was passiert beim Sterben?
Bei manchen Menschen tritt der Tod rasch und ohne Vorankündigung ein, zum Beispiel bei einem Unfall oder beim sogenannten plötzlichen Herztod. Meistens ist Sterben aber ein Prozess über einen längeren Zeitraum – etwa, wenn ein hohes Alter oder eine Krankheit wie Krebs, Herzschwäche oder eine chronische Nierenkrankheit das Leben beenden. Der Sterbeprozess kann durch solche Erkrankungen unterschiedlich beeinflusst werden. Aber es gibt typische Veränderungen, die bei vielen Sterbenden unabhängig von der jeweiligen Ursache auftreten. Zu wissen, was sich in der letzten Phase vor dem Tod verändert, kann Ängste lindern und eine ruhige Atmosphäre ermöglichen. Diese hilft auch den Hinterbliebenen, besser mit dem Verlust umgehen und das eigene Leben ohne die oder den Verstorbenen gestalten zu können.
Typische körperliche Veränderungen
Die Kräfte schwinden allmählich. Diese Schwäche kann über mehrere Wochen zunehmen und schließlich zur Bettlägerigkeit führen. Zuletzt fallen sogar Essen und Trinken schwer und irgendwann nimmt die Person gar nichts mehr zu sich. Die Haut ist blass, das Gesicht wirkt zunehmend eingefallen.
Die sterbende Person schläft viel. Phasen, in denen sie wach ist und zum Beispiel mit Angehörigen spricht oder ihnen zuhört, werden allmählich kürzer und seltener. Manche Menschen sind in letzten wachen Phasen verwirrt oder unruhig.
Vor allem in den letzten Lebensstunden verändert sich die Atmung: Sie wird meist flacher und unregelmäßig. Speichel kann sich ansammeln, die Atmung rasselt dann oft. Es gibt längere Atempausen. Diese veränderte Atmung kann Angehörige erschrecken, ist aber ein natürlicher Prozess. Man geht davon aus, dass die sterbende Person dadurch nicht belastet ist – sofern sich dies nicht durch Stresszeichen wie Schwitzen, unruhige Bewegungen, ein verzerrtes Gesicht oder Tränen zeigt.
Schließlich setzt die Atmung ganz aus. Das Herz hört auf zu schlagen. Auch wenn einzelne Zellen im Körper noch leben, hören die Organe und das Gehirn ohne Blutzufuhr auf zu arbeiten. Der Tod ist eingetreten.
Weil das Blut nicht mehr im Körper zirkuliert, sinkt es nach unten. Das ist als rötlich-violette Hautflecken (Totenflecken) oft am Rücken und an den Beinen etwa eine halbe Stunde nach dem Tod zu sehen. Etwas später verhärtet sich die Muskulatur. Diese sogenannte Leichenstarre löst sich nach etwa 1 bis 2 Tagen allmählich wieder. Durch die Darmbakterien, die weiter aktiv sind, kann Luft im Darm entstehen. Deshalb sind Darmgeräusche und sogar Darmentleerungen auch bei Verstorbenen noch möglich.
Auch wenn auf die Angehörigen nach dem Tod einige Aufgaben zukommen: Am Sterbebett sollte man sich – wenn möglich – die ruhige Atmosphäre noch etwas erhalten. Dann bleibt Zeit, bei der oder dem Verstorbenen zu sein, zu trauern und Abschied zu nehmen. Damit sich Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Bekannte verabschieden können, kann der Leichnam 24 Stunden zu Hause aufgebahrt bleiben, wenn sie dies möchten – in einigen Bundesländern ist dies auch länger möglich. Auch in einer Klinik oder einem Pflegeheim gibt es oft die Möglichkeit, in Ruhe Abschied zu nehmen. Die oder der Verstorbene kann dazu auch nach Hause gebracht werden.