Einleitung

Foto von Frau mit Schnupfen (PantherMedia / Markus Guhl) Eine Sinusitis ist eine Entzündung der Nasennebenhöhlen. Die Fachbezeichnung lautet „Rhinosinusitis“ („Rhino“ bedeutet Nase und „Sinus“ Hohlraum), weil die Schleimhaut in der Nase und in den Nebenhöhlen betroffen ist.

Die Nasennebenhöhlen sind Teil der oberen Luftwege und mit der Nasenhöhle verbunden. Sie bestehen aus mehreren Hohlräumen im Schädelknochen, die nach oben bis zur Stirn und nach unten bis zu den Zähnen des Oberkiefers reichen. Deshalb unterteilt man die Nebenhöhlen in Stirn-, Kiefer-, Keilbeinhöhle und Siebbeinzellen. Die Nasennebenhöhlen sind mit Schleimhaut ausgekleidet, auf der sich kleine Härchen (Flimmerepithel) befinden. Die Schleimhaut der Nebenhöhlen bildet Flüssigkeit (Sekret), die über Nase und Rachen abfließt. 

Grafik: Lage der Nasennebenhöhlen - wie im Text beschrieben

Man unterscheidet zwischen der akuten und der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung: Die akute Form kann mehrmals im Jahr auftreten, verschwindet aber spätestens nach einigen Wochen wieder. Bei einer chronischen Nebenhöhlenentzündung sind die Nasenschleimhäute dauerhaft entzündet. Häufig spricht man von einer chronischen Sinusitis, wenn die Beschwerden länger als drei Monate andauern.

Symptome

Eine Nebenhöhlenentzündung geht häufig mit den folgenden typischen Beschwerden einher:

  • verstopfte Nase,
  • Husten,
  • Fieber,
  • Schmerzen,
  • Schwellung,
  • Eiteransammlungen.

Bei einer Sinusitis sind die Nasenwege durch die Schwellung und die Ansammlung von Sekreten blockiert. Dies erschwert die Atmung durch die Nase, die sich verstopft anfühlt. Eine grünliche oder gelbliche Farbe des Sekrets ist ein Zeichen für die Ansiedlung von Krankheitserregern.

Schmerzen treten häufig in der Stirn, im Kiefer oder um die Augen herum auf, seltener auch an den Zähnen. Die Schmerzen verstärken sich meist, wenn man sich nach vorne lehnt – etwa beim Aufstehen aus dem Bett. Der Geruchssinn ist oft eingeschränkt oder ganz verschwunden. Viele Erkrankte spüren auch ein Stauungsgefühl im Gesichtsbereich.

Ursachen

Eine akute Sinusitis wird oft durch eine Erkältung oder Grippe hervorgerufen. Erkältungen werden meist durch Atemwegsviren verursacht, seltener durch bakterielle Erreger. Nach einer viralen Infektion kann es jedoch zu einer zusätzlichen Besiedlung mit Bakterien kommen.

Viren oder Bakterien lösen eine Entzündung aus, die die Schleimhäute anschwellen lässt. Dies kann den Abfluss von Sekret aus den Nebenhöhlen behindern. Dadurch verdickt sich die Flüssigkeit, und die Hohlräume füllen sich mit zähem, oft gelblich-grünlichem Schleim. Allergien, Nasenpolypen, eine verkrümmte Nasenscheidewand oder ein geschwächtes Immunsystem können eine Sinusitis begünstigen.

Warum eine chronische Sinusitis entsteht, weiß man oft nicht. Manchmal entwickelt sie sich aus einer hartnäckigen akuten Sinusitis. Darüber hinaus können auch andere Einflüsse eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung begünstigen oder verstärken, zum Beispiel:

  • Fehlreaktionen des Immunsystems, zum Beispiel Heuschnupfen und andere Allergien,
  • eine verkrümmte Nasenscheidewand oder andere Veränderungen der Nase oder
  • eine Unverträglichkeit gegen Acetylsalicylsäure (ASS, als Wirkstoff in Schmerzmitteln und Blutverdünnern enthalten).

Vergrößerte Polypen verengen die Hohlräume in der Nase und behindern dadurch die Belüftung der Nasennebenhöhlen. Dies begünstigt die Ansiedlung von Krankheitserregern. Vermutet wird auch, dass Umweltfaktoren wie Chemikalien oder Zigarettenrauch eine Rolle spielen können.

Folgen

Aus einer nicht ausgeheilten akuten Sinusitis kann sich eine chronische entwickeln. Als Folge einer dauerhaften Nasennebenhöhlenentzündung können Schleimhaut-Ausstülpungen entstehen, sogenannte Nasenpolypen. Sie beeinträchtigen die Nasenatmung und den Geruchssinn. Diese Nasenpolypen sind nicht zu verwechseln mit den vor allem bei Kindern häufig vergrößerten Rachen- oder Gaumenmandeln. Sie werden im Volksmund ebenfalls als „Polypen“ bezeichnet.

In sehr seltenen Fällen breitet sich die Entzündung auf umliegende Körperregionen aus, etwa in die Augen oder ins Gehirn. Anzeichen dafür sind hohes Fieber, Schwellungen um die Augen, entzündliche Hautrötungen, starker Gesichtsschmerz, Lichtempfindlichkeit und Nackensteife. Bei solchen Symptomen ist sofortiger ärztlicher Rat nötig.

Diagnose

Die Ärztin oder der Arzt wird zunächst nach Beschwerden wie Schmerzen, Fieber und dem Allgemeinbefinden fragen, außerdem nach Husten, Auswurf und Riechstörungen. Im Anschluss kann die Ärztin oder der Arzt verschiedene Untersuchungen durchführen. Sie oder er kann zum Beispiel mithilfe eines schlauchförmigen Geräts mit einer kleinen Lampe (Endoskop) das Innere der Nase prüfen und erkennen, ob die Schleimhaut geschwollen ist und welche Farbe das Nasensekret hat. Nur in Ausnahmen wird eine Probe (Abstrich) des Sekrets genommen und anschließend im Labor auf Krankheitserreger untersucht. Für den Abstrich wird eine Sonde durch die Nase geführt. Falls die Diagnose weiterhin unklar ist oder wenn es Anzeichen für Komplikationen gibt, kann eine Computertomografie (CT) oder ein Ultraschall gemacht werden.

Festzustellen, ob Bakterien oder Viren die Sinusitis ausgelöst haben, ist aufwendig. Bei einer akuten Sinusitis hat die Diagnose zudem kaum Einfluss auf die Behandlung und den Krankheitsverlauf. Sie heilt meist innerhalb von ein bis zwei Wochen aus.

Bei einer chronischen Sinusitis kann manchmal ein Allergietest weiterhelfen. Häufig tritt eine Allergie zusammen mit einer chronischen Nebenhöhlenentzündung auf.

Behandlung

Kortisonhaltige oder abschwellende Nasensprays können die Beschwerden bei einer Nasennebenhöhlenentzündung lindern. Manchen Menschen hilft es auch, die Nase zu spülen oder zu inhalieren. Unter Umständen kommen auch Antibiotika infrage.

Bei einer chronischen Entzündung entscheiden sich manche Menschen auch für eine Operation, bei der die Engstellen in den Nasennebenhöhlen erweitert werden. Sie ist vor allem dann eine Möglichkeit, wenn andere Behandlungen keine ausreichende Besserung gebracht haben.

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