Mittel gegen akute Nasennebenhöhlenentzündung

Foto von Patient und Ärztin im Gespräch
PantherMedia / Werner Heiber

Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann unter anderem mit kortisonhaltigen Nasensprays, abschwellenden Nasensprays oder manchmal mit behandelt werden.

Meist im Herbst geht es los: Immer mehr Arbeitskolleginnen und -kollegen melden sich krank, verschnupft und fiebrig hüten sie daheim das Bett. Bei manchen von ihnen wächst sich eine einfache Erkältung zu einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) aus. Eine akute Sinusitis kann ein paar Tage, aber auch hartnäckig mehrere Wochen andauern. Man fühlt sich schlapp und krank, und neben den Erkältungssymptomen können starke Schmerzen im Bereich der Stirn, manchmal auch bis hinunter zum Kiefer auftreten.

Es gibt unterschiedliche Methoden und Mittel, mit denen eine Nasennebenhöhlenentzündung behandelt werden kann.

Kortison

Kortisonhaltige Nasensprays sollen die hemmen und dadurch die Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen abschwellen lassen. Studien bestätigen, dass solche Nasensprays Sinusitis-Beschwerden lindern können. Allerdings wirken sie oft erst nach ein paar Tagen und nicht bei allen Menschen. Sie helfen vor allem bei einer und bei regelmäßig wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündungen. In den Studien zeigte sich nach zwei bis drei Wochen:

  • Ohne Nasenspray: Bei 66 von 100 Personen, die ein Mittel ohne Wirkstoff () nahmen, hatten sich die Beschwerden deutlich verbessert.
  • Mit Nasenspray: Bei 73 von 100 Personen, die ein Kortisonspray einsetzten, hatten sich die Beschwerden deutlich verbessert.

Das bedeutet: Bei 7 von 100 Menschen konnte das Kortisonspray die Beschwerden lindern. Als Nebenwirkungen solcher Nasensprays treten manchmal Nasenbluten und Kopfschmerzen auf.

Kortisontabletten allein sind wahrscheinlich nicht wirksam. Sie können möglicherweise in Kombination mit helfen. Eine solche Behandlung kommt aber nur für Menschen mit starken Beschwerden infrage, die durch eine bakterielle verursacht werden. Dies ist jedoch selten.

Schmerzmittel und abschwellende Nasensprays

Andere Medikamente können Symptome lindern, aber nicht die Krankheitsdauer verkürzen. Dazu gehören etwa (, zum Beispiel in Aspirin), Paracetamol und abschwellende Nasensprays oder -tropfen (Dekongestiva). Im Gegensatz zu den Kortisonsprays tritt die Wirkung abschwellender Nasensprays sofort ein. Sie sollen die Schleimhautschwellung verringern, kurzfristig für eine bessere Nasenatmung sorgen und dadurch helfen, nachts besser zu schlafen. Diese Mittel wirken jedoch nicht entzündungshemmend. Zur Behandlung der Sinusitis sind sie insgesamt nicht gut untersucht.

Abschwellende Wirkstoffe können auch einen gegenteiligen Effekt auslösen. Denn nach wenigen Stunden schwillt die Schleimhaut der Nase meist wieder zu – dies wird „Rebound-Effekt“ genannt (Rebound = englisch für Rückprall). Dieser wird umso stärker, je häufiger man die Mittel einsetzt. Deshalb wird davon abgeraten, die Sprays oder Tropfen länger als ein paar Tage durchgehend anzuwenden. Es gibt sehr viele abschwellende Mittel mit verschiedenen Wirkstoffen, die auch Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Schwindel haben können.

Salzlösungen und Inhalationen

Zusätzlich zu Medikamenten werden manchmal auch Salzlösungen verwendet, um die Schwellung der Schleimhaut zu mildern und das Sekret zu lösen. Salzlösungen gibt es als fertig zubereitete Nasensprays. Man kann die Nase auch mit Salzwasser spülen, oder Wasser erhitzen und den Dampf inhalieren. Manche Menschen geben zum Beispiel noch Kamille oder Pfefferminze dazu. Solche Hausmittel werden von vielen als wohltuend empfunden, wissenschaftliche Untersuchungen zu ihren Vor- und Nachteilen gibt es allerdings nicht. Dies gilt auch für die Anwendung von Infrarotbestrahlung.

Antibiotika

wirken nur gegen . Da eine Nasennebenhöhlenentzündung aber meist durch Viren verursacht wird, helfen in diesen Fällen nicht. Und auch wenn bei der Bakterien festgestellt und gezielt behandelt werden, nützen nur bei wenigen Personen. Der Grund ist, dass eine Nebenhöhlenentzündung meist auch ohne Medikamente innerhalb von zwei Wochen ausheilt.

In den meisten Fällen kann man also zunächst ein bis zwei Wochen abwarten, ob sich die Beschwerden auch von allein bessern. Falls sie länger andauern, ist immer noch Zeit, mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen, ob sinnvoll sein könnten.

können Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Probleme und Pilzinfektionen haben. Ein zu häufiger Antibiotika-Einsatz kann dazu beitragen, dass sich zunehmend widerstandsfähige (resistente) Krankheitserreger bilden, gegen die nichts mehr ausrichten können. Deshalb sollte man bei leichten Atemwegserkrankungen zunächst auf Antibiotika verzichten.

Bei einem schweren Krankheitsverlauf ist die schnelle Anwendung von jedoch unerlässlich. Sie schützt vor ernsten Komplikationen wie beispielsweise Hirnhautentzündungen. Anzeichen für einen schweren Verlauf sind hohes Fieber, Schwellungen um die Augen, entzündliche Hautrötungen, starker Gesichtsschmerz, Lichtempfindlichkeit und Nackensteife.

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Aktualisiert am 04. Oktober 2018
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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