Einleitung

Foto von Frau (PantherMedia / Adam Gregor) Sehr viele Frauen haben gutartige Geschwulste in oder an der Gebärmutter, sogenannte Myome. Die meisten sind klein, machen sich nicht weiter bemerkbar und werden eher zufällig entdeckt. Je nachdem, wo sich Myome bilden, können sie aber auch Regelschmerzen, starke Regelblutungen und weitere Beschwerden verursachen. Myome lassen sich auf verschiedene Weise behandeln. Welche Behandlung für eine Frau geeignet ist, hängt sehr von ihrer persönlichen Situation ab – zum Beispiel davon, ob sie sich noch Kinder wünscht.

Myome bestehen aus Muskelzellen und Bindegewebe. Sie unterscheiden sich je nach Größe, Form und Lage. Man unterteilt Myome vor allem danach, wo in der Gebärmutter sie liegen:

  • direkt unter der Gebärmutterschleimhaut (submuköse Myome)
  • in der Gebärmutterwand (intramurale Myome)
  • an der äußeren Seite der Gebärmutter (subseröse Myome)
  • am Gebärmutterhals (Zervixmyom)
  • im Bindegewebe seitlich der Gebärmutter (intraligamentäres Myom)

Grafik: Verschiedene Formen von MyomenMyome: Verschiedene Formen

Symptome

Viele Frauen spüren gar nicht, dass sie Myome haben. Manche haben nur eins, andere mehrere. Bei Frauen zwischen 30 und 50 Jahren lösen sie am häufigsten Beschwerden aus. Typische Symptome sind:

  • starke oder verlängerte Regelblutungen
  • starke, krampfartige Regelschmerzen
  • diffuse Schmerzen und Druckgefühle im Unterleib

Meist machen Myome Beschwerden, wenn sie die Funktion der Gebärmutter stören, zum Beispiel während der Regelblutung. Zu starken Regelblutungen kommt es vor allem bei Myomen, die unter der Gebärmutterschleimhaut sitzen. Die Folge dauerhaft zu starker Regelblutungen kann eine Blutarmut (Anämie) sein. Betroffene Frauen sind häufig blass, fühlen sich müde und abgeschlagen.

Größere Myome können manchmal auf benachbarte Organe wie die Blase oder den Darm drücken. Dann kann es zu häufigem Harndrang oder Verdauungsbeschwerden (Verstopfung, Schmerzen) kommen. Selten sind Rückenschmerzen oder Probleme beim Wasserlassen (Harnverhalt).

„Gestielte“ Myome können plötzlich einsetzende, starke Schmerzen verursachen. Solche Myome können sich an der Außen- und Innenseite der Gebärmutter bilden. Sie sind nur mit einem dünnen Stiel mit der Gebärmutter verbunden. Bei abrupten Bewegungen kann es passieren, dass sich ein gestieltes Myom um die eigene Achse dreht. Dies unterbricht die Blutversorgung des Myoms, was sehr schmerzhaft ist.

Ursachen und Risikofaktoren

Warum Myome entstehen, ist nicht genau bekannt. Man vermutet, dass auch die familiäre Veranlagung eine Rolle spielt. Die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron haben einen wichtigen Einfluss, der aber stark von der Art des Hormons abhängt. Myome können ohne die von einer Frau selbst gebildeten Hormone nicht wachsen. Deshalb haben die meisten Frauen mit Myomen nach den Wechseljahren keine Beschwerden mehr. Abwandlungen der Hormone, wie sie in Verhütungspillen verwendet werden, können das Wachstum von Myomen eher bremsen.

Myome sind häufiger bei

  • Frauen mit schwarzer Hautfarbe: Sie sind etwa zwei- bis dreimal häufiger betroffen – weshalb, weiß man bisher nicht.
  • Frauen, die noch nicht schwanger waren.
  • Frauen mit starkem Übergewicht. Allerdings ist unklar, ob das Übergewicht selbst zur Bildung von Myomen beiträgt.

Myome sind seltener bei

  • Frauen, die mehrmals geboren haben.
  • Frauen, die mehr als sieben Jahre mit der „Pille“ verhütet haben.

Ob zwischen der Ernährungsweise und der Entstehung von Myomen ein Zusammenhang besteht, ist unklar.

Verlauf

Fachleute schätzen, dass etwa 40 bis 80 % aller Frauen Myome haben. Viele haben sehr kleine Myome, und die meisten merken davon ihr Leben lang nichts. Nur bei manchen Frauen führen Myome zu Beschwerden – bei wie vielen genau, weiß man nicht. Auch mit welcher Wahrscheinlichkeit Myome Beschwerden auslösen, lässt sich nicht genau sagen.

Persönliche Vorhersagen, wie sich ein Myom entwickelt, sind ebenfalls schwierig: Myome werden verschieden groß und wachsen unterschiedlich schnell. Bei manchen Frauen bleiben die Myome und die dadurch verursachten Beschwerden ohne Behandlung fast unverändert. Andere nehmen an Größe zu, und die Beschwerden verstärken sich mit der Zeit. Es kann aber auch sein, dass Beschwerden allmählich von selbst abklingen.

Meist bilden sich Myome nach den Wechseljahren zurück. Dann verschwinden auch die Symptome fast immer. Eine Hormonbehandlung gegen Wechseljahrsbeschwerden kann bei manchen Frauen allerdings verhindern, dass sich die Myome zurückbilden und so die Beschwerden erhalten.

Folgen

Bei den meisten Frauen haben Myome außer den genannten Beschwerden und den damit verbundenen Belastungen keine weiteren Folgen. Viele befürchten aber, dass die Myome ihre Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Dies trifft jedoch nur auf bestimmte Myom-Arten zu. Fachleute schätzen, dass eine Unfruchtbarkeit nur in etwa 1 bis 2 % der Fälle durch Myome versursacht wird. Die meisten Frauen können also trotz ihrer Myome schwanger werden.

Manche Myom-Arten können, wenn sie an einer ungünstigen Stelle wachsen, die Funktion der Gebärmutter stören und beispielsweise die Einnistung der befruchteten Eizelle verhindern. Das sind vor allem Myome, die direkt unter der Gebärmutterschleimhaut wachsen. Myome außen auf der Gebärmutter dagegen haben vermutlich keine Folgen für die Fruchtbarkeit. Ob Myome in der Gebärmutterwand die Fruchtbarkeit einschränken, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt.

Bei den meisten Frauen erhöhen Myome auch nicht das Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft. Nur bei Myomen in der Gebärmutterwand und unter der Schleimhaut geht man davon aus, dass sie das Risiko für Fehlgeburten erhöhen können. Das Risiko für eine Frühgeburt steigt durch Myome vermutlich kaum. Ein Myom, das sehr tief sitzt, kann vor der Geburt unter Umständen das Eintreten des kindlichen Köpfchens in das kleine Becken erschweren, so dass ein Kaiserschnitt erforderlich wird.

Manche Frauen befürchten, dass sich aus Myomen Krebstumore entwickeln können. Diese Sorge ist jedoch unbegründet: Die Geschwulste sind nicht bösartig. Früher wurde zwar vermutet, dass sich in extrem seltenen Fällen aus Myomen bösartige Tumore des Bindegewebes (Sarkome) entwickeln könnten. Diese Vermutung hat sich aber nicht bestätigt.

Sehr selten kann es durch ein Myom zum Harnverhalt kommen. Dies passiert, wenn große Myome auf die Harnleiter drücken. Werden sie sogar abgeklemmt, ist eine rasche Operation nötig: Es kommt sonst zu einem Harnrückstau, der die Nieren dauerhaft schädigen kann.

Diagnose

Symptomlose Myome fallen häufig zuerst bei Routine-Ultraschall-Untersuchungen bei der Frauenärztin oder beim Frauenarzt auf, oder sie werden bei Untersuchungen zur Abklärung anderer Krankheiten entdeckt.

Ein Myom wird oft auch dann festgestellt, wenn eine Frau wegen Beschwerden wie Regelschmerzen und starker Regelblutung ärztliche Hilfe sucht.

Ein größeres Myom kann manchmal schon bei einer Tastuntersuchung auffallen. Genaueren Aufschluss über die Anzahl, Form, Lage und Größe der Myome gibt eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide. Je nach Ergebnis dieser Untersuchungen kann zur weiteren Abklärung und Behandlungsplanung zum Beispiel eine Kernspintomografie notwendig werden.

Behandlung

Myome brauchen in der Regel nur behandelt zu werden, wenn sie Beschwerden verursachen, die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder zu Problemen während einer Schwangerschaft führen könnten. Bei der Wahl der Behandlungsmethode spielt vor allem die Frage eine wichtige Rolle, ob eine Frau noch Kinder haben möchte – und wie sie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Behandlungen für sich bewertet. Welche Behandlungen infrage kommen, hängt zudem von der Stärke der Beschwerden und von der Größe und Lage der Myome ab.

Bei der Entscheidung über eine Behandlung ist keine Eile geboten. Myome wachsen meist sehr langsam. Es ist also möglich, sich in Ruhe und ausführlich über die Vor- und Nachteile verschiedener Behandlungen zu informieren. Manchmal kann es auch helfen, die Meinungen mehrerer Ärztinnen oder Ärzte einzuholen.

Ziele der Behandlung können sein:

  • die Regelblutungen zu verringern,
  • Schmerzen, Krämpfe und Druckgefühle zu lindern,
  • Probleme bei der Blasenentleerung und der Verdauung zu beheben,
  • die Fruchtbarkeit zu erhalten oder zu verbessern.

Behandlungsmöglichkeiten sind:

  • Hormonbehandlungen: Dazu zählen vor allem hormonelle Verhütungsmittel, die die Regelblutung abschwächen sowie Hormone, die die Bildung von Östrogenen hemmen (GnRH-Analoga).
  • Operationen zur Entfernung der Myome oder der ganzen Gebärmutter.
  • Der Verschluss von Blutgefäßen, die das Myom versorgen (Myomembolisation). Dadurch sollen die Myome schrumpfen.
  • Weitere Eingriffe wie Ultraschallbehandlungen (fokussierter Ultraschall). Der fokussierte Ultraschall ist ein relativ neues Verfahren, dessen Vor- und Nachteile noch nicht ausreichend untersucht sind. Dabei wird das Myom mit starken Ultraschallwellen erhitzt und zerstört.
  • Zusätzliche Behandlungen wie zum Beispiel Schmerzmittel, pflanzliche Mittel oder Akupunktur.

Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) können Regelschmerzen nachweislich lindern. Allerdings gibt es keine Studien, die die Wirkung von NSAR speziell bei Frauen mit Myomen untersucht haben. Dies gilt auch für die Akupunktur. Bestimmte pflanzliche Mittel sind besser untersucht; es gibt aber bisher keinen Nachweis, dass sie bei Myomen helfen.

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Leben und Alltag

Heftige Regelschmerzen und starke Regelblutungen können sehr belastend sein. Zunächst vermuten die meisten Frauen mit solchen Beschwerden nicht, dass sie durch Myome ausgelöst werden. Nach der Diagnose sind ausreichende Informationen wichtig, um die Erkrankung zu verstehen und einen persönlichen Weg zu finden, mit ihr umzugehen. Dies gilt ganz besonders für Frauen mit Kinderwunsch.

Im Alltag geht es zunächst darum, mit den Beschwerden so zurechtzukommen, dass sie Privat- und Berufsleben nicht zu sehr belasten. Starke Regelblutungen beispielsweise empfinden viele Frauen als lästig, manchmal auch peinlich und mitunter Angst einflößend. Starke Schmerzen können jeden Monat für Tage das Alltagsleben beeinträchtigen und normale Aktivitäten behindern. Es gibt jedoch Mittel und Wege, sich auf die Tage mit Beschwerden so einzustellen, dass sie weniger belasten. Für viele Frauen ist es entscheidend, nach und nach das Gefühl zu bekommen, ihre Beschwerden kontrollieren zu können. Wichtig sind auch Verständnis und Unterstützung durch Partner, Familie und Freunde.

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