Welche Vor- und Nachteile hat eine Myomembolisation?

Foto von Patientin und Krankenschwester nach einer OP
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Bei der Myomembolisation wird die Durchblutung der Myome unterbunden, um sie zu verkleinern. Der Eingriff ist als Alternative zu Operationen möglich, bei denen die Myome (Myomektomie) oder die Gebärmutter (Hysterektomie) entfernt werden.

Ziel der Myomembolisation (Transkatheter-Embolisation) ist es, die myombedingten Beschwerden wie starke Regelblutungen, Regelschmerzen oder Druckgefühl auf Blase oder Darm zu beseitigen. Im Vergleich zu den Operationen zur Entfernung von Myomen oder der Gebärmutter erholen sich Frauen nach einer Embolisation schneller. Die Methode eignet sich aber nicht für alle. Außerdem werden später recht häufig erneute Behandlungen nötig.

Was passiert bei einer Myomembolisation?

Bei dem Eingriff werden unter örtlicher Betäubung die Blutgefäße verschlossen, die das Myom versorgen. Dazu setzt die Ärztin oder der Arzt zunächst einen kleinen Einstich in die Leiste und führt einen dünnen Plastikschlauch () in die Leistenarterie ein. Es wird ein Kontrastmittel gespritzt, damit die Blutgefäße auf dem Röntgenbild erkennbar sind. Der wird dann unter Röntgenkontrolle bis zum Myom vorgeschoben. Anschließend werden über den winzige Kunststoff-Kügelchen in die Blutgefäße des Myoms geschwemmt. Die Kügelchen verstopfen die Gefäße und blockieren so die Blutzufuhr zum Myom.

Der Eingriff dauert etwa 1 bis 2 Stunden. Anschließend sind 8 bis 12 Stunden Bettruhe nötig, damit sich die Einstichstelle in der Leiste verschließen kann.

Einige Wochen nach dem Eingriff wird mithilfe einer () kontrolliert, ob die Behandlung ausreichend gewirkt hat – das heißt, ob sie die Durchblutung des Myoms vollständig gestoppt hat. Nur dann schrumpfen die Myome allmählich und die Beschwerden verschwinden. Die Kügelchen bleiben im restlichen Myomgewebe.

Wie gut hilft die Myomembolisation?

Wie eine Operation kommt auch eine Embolisation in der Regel für Frauen infrage, deren Myome bereits seit längerer Zeit starke Beschwerden verursachen. Nach der Behandlung bessern sich die Beschwerden bei etwa 80 bis 90 von 100 Frauen. Etwa 10 von 100 Frauen spüren nach dem Eingriff keine Verbesserung.

Nach der Behandlung können sich neue Myome bilden. Einem Teil der Frauen kann die Myomembolisation nicht ausreichend oder nur vorübergehend helfen. In Studien ließen sich deshalb etwa 20 von 100 Frauen in den ersten Jahren nach dem Eingriff erneut behandeln. Entweder wurde der Eingriff wiederholt oder sie wurden mit einem anderen Verfahren operiert.

Wann ist eine Myomembolisation ungeeignet?

Bestimmte Myome können nicht mit einer Embolisation behandelt werden. Dazu zählen Myome, die unter der Gebärmutterschleimhaut wachsen und gestielte Myome, die an der Außenseite der Gebärmutter wachsen. Bei solchen Myomen ist eine Operation die Methode der Wahl.

Auch andere Gründe können gegen eine Embolisation sprechen – etwa eine Schwangerschaft oder Entzündungen im Genitalbereich. Für Frauen mit einer ausgeprägten Schilddrüsenüberfunktion kommt eine Embolisation ebenfalls nicht infrage, weil sie das jodhaltige Kontrastmittel nicht vertragen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Nach dem Eingriff treten häufig krampfartige Unterleibsschmerzen auf. Möglicherweise kommt es auch zu Übelkeit, Erbrechen oder Fieber. Diese Beschwerden können einige Tage andauern, lassen sich aber mit Medikamenten behandeln. Bei 3 von 100 Frauen kommt es zu behandlungsbedürftigen Beschwerden wie Entzündungen der Gebärmutter, Gefäßverletzungen oder tiefen Beinvenenthrombosen.

Eine weitere Folge des Eingriffs kann sein, dass die Monatsblutung dauerhaft ausbleibt. Dies ist bei etwa 4 von 100 Frauen der Fall. Bei etwa 5 von 100 Frauen lösen sich die behandelten Myome ab und werden durch die Scheide ausgestoßen.

Beeinflusst die Behandlung die Fruchtbarkeit?

Die bisherigen Studien deuten darauf hin, dass die Myomembolisation die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Eine Erklärung ist, dass die Embolisations-Kügelchen manchmal unbeabsichtigt in die Blutgefäße der Eierstöcke gelangen und ihre Durchblutung verschlechtern. Zwar gibt es Frauen, die auch nach einer Embolisation schwanger werden, diese Chance sinkt jedoch etwas. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko, dass es zu Fehlgeburten kommt. Ob eine Myomembolisation für eine Frau mit Kinderwunsch infrage kommt, hängt davon ab, welche Behandlungsalternativen sie hat und wie belastend die Beschwerden sind.

Wie wirkt die Myomembolisation im Vergleich zu anderen Eingriffen?

Wenige Studien haben die Myomembolisation mit der Gebärmutterentfernung oder der Entfernung des Myoms verglichen. An diesen Studien nahmen Frauen vor den Wechseljahren teil, die wegen ihrer Myome starke Regelblutungen hatten.

Myomembolisation im Vergleich zur Gebärmutterentfernung

Drei Studien mit insgesamt etwa 290 Frauen haben die Myomembolisation mit der Entfernung der Gebärmutter anhand folgender Kriterien verglichen:

  • Behandlungszufriedenheit nach zwei Jahren: Die Teilnehmerinnen beider Gruppen waren ähnlich zufrieden mit dem Behandlungsergebnis.
  • Dauer des Klinikaufenthalts: Nach der Myomembolisation erholten sich die Frauen schneller und konnten etwa drei Tage eher das Krankenhaus verlassen als nach der Gebärmutterentfernung.
  • schwere Komplikationen: Sie traten in beiden Gruppen bei etwa 1 von 100 Patientinnen auf.
  • erneute Behandlung: In den zwei Jahren nach einer Myomembolisation wurden 22 von 100 Frauen erneut behandelt. Nach der Gebärmutterentfernung waren es 9 von 100 Frauen.

Fazit: Ein wichtiger Vorteil der Myomembolisation ist, dass die Gebärmutter erhalten bleibt. Zudem ist die Behandlungs- und Erholungszeit kürzer als bei einer Gebärmutterentfernung. Nach einer Myomembolisation können aber eher wieder erneute Behandlungen notwendig werden. Auch Nebenwirkungen sind in der ersten Zeit nach dem Eingriff häufiger. Welche Folgen die Eingriffe langfristig im Vergleich haben, ist nicht untersucht.

Myomembolisation im Vergleich zur Myomentfernung

Zwei Studien mit insgesamt etwa 240 Frauen haben die Myomembolisation mit der operativen Entfernung des Myoms anhand folgender Kriterien verglichen:

  • Behandlungszufriedenheit nach zwei Jahren: Die Teilnehmerinnen beider Gruppen waren ähnlich zufrieden mit dem Behandlungsergebnis.
  • Dauer des Klinikaufenthalts: Nach der Myomembolisation erholten sich die Frauen schneller und konnten etwa einen Tag eher das Krankenhaus verlassen als nach der Myomentfernung.
  • Fruchtbarkeit: Nach einer Myomembolisation erfüllte sich der Kinderwunsch für 23 von 100 Frauen, nach einer Myomentfernung bei 48 von 100 Frauen.
  • schwere Komplikationen: Sie traten in beiden Gruppen bei etwa 1 von 100 Patientinnen auf.
  • erneute Behandlung: In den zwei Jahren nach einer Myomembolisation wurden etwa 23 von 100 Frauen erneut behandelt. Nach einer Myomentfernung waren es etwa 4 von 100 Frauen.

Fazit: Die Vor- und Nachteile einer Myomembolisation im Vergleich zu einer Myomentfernung sind bisher noch nicht ausreichend untersucht. Die Ergebnisse sind daher mit Zurückhaltung zu betrachten. Ein Vorteil der Myomembolisation ist vermutlich die raschere Erholung nach dem Eingriff. Es ist auch keine notwendig. Die Chance, nach einer Myomembolisation ein Kind zu bekommen, ist möglicherweise niedriger als nach einer Myomentfernung. Zudem werden nach der Myomembolisation häufiger erneute Behandlungen nötig. Beide Behandlungen lindern Beschwerden kurzfristig vermutlich ähnlich gut. Ob dies auch längerfristig der Fall ist, wurde bisher nicht untersucht.

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Aktualisiert am 05. Mai 2021
Nächste geplante Aktualisierung: 2024

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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