Einleitung

Foto von zwei Personen beim Schachspiel (PantherMedia / budabar) Die Magenschleimhaut schützt die Magenwand vor Säure und Krankheitserregern. Wenn die schützende Schleimhautschicht gereizt oder geschädigt wird, kann sie sich entzünden. Dauert die Entzündung längere Zeit an, kann es zu Verletzungen der Magenwand und einem Magengeschwür kommen.

Meistens wird eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) durch bestimmte Bakterien oder die Einnahme von entzündungshemmenden Schmerzmitteln verursacht.

Es gibt zwei Formen von Gastritis: die akute und die chronische. Eine akute Gastritis löst meist deutlich spürbare Magen-Darm-Beschwerden aus, die aber in der Regel nach ein paar Tagen von selbst wieder abklingen. Eine chronische Gastritis kann auch unbemerkt bleiben. Manchmal wird sie erst entdeckt, wenn Komplikationen wie Magengeschwüre auftreten.

Symptome

Eine akute Gastritis kann zu folgenden Beschwerden führen:

  • Magenschmerzen
  • Völlegefühl
  • Sodbrennen
  • Übelkeit, manchmal mit Erbrechen
  • Aufstoßen
  • Appetitlosigkeit
  • aufgeblähter Bauch

Einige dieser Symptome können auch bei anderen Erkrankungen wie etwa der Refluxkrankheit, dem Reizmagen, Reizdarmsyndrom oder einer „Magen-Darm-Grippe“ (Gastroenteritis) auftreten. Letztere wird durch Viren oder andere Erreger wie Salmonellen ausgelöst.

Bei einer chronischen Gastritis sind oft nur wenige oder gar keine Beschwerden spürbar. Es kann aber auch zeitweise zu Beschwerden wie bei einer akuten Magenschleimhautentzündung kommen.

Ursachen

Häufige Ursachen einer Magenschleimhautentzündung sind eine Infektion mit Helicobacter-pylori-Bakterien oder die Einnahme von entzündungshemmenden Schmerzmitteln (NSAR). Zu den NSAR gehören zum Beispiel Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen. Helicobacter und NSAR können die Magenschleimhaut schädigen. Auch übermäßiger Alkoholkonsum kann eine akute Gastritis auslösen.

Durch die Helicobacter-Bakterien wird die Regulierung der Magensäureproduktion gestört. Dadurch kommt es zu einer Übersäuerung, die die Magenschleimhaut und Magenwand schädigen kann. Eine Infektion führt allerdings nicht immer zu einer Entzündung: Auch wenn in Deutschland nach Schätzungen 40 von 100 Menschen das Helicobacter-Bakterium in sich tragen, führt die Infektion nur bei etwa 4 bis 8 von ihnen zu einer Gastritis oder einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür.

Das Bakterium verbreitet sich beispielsweise über Speichel, Erbrochenes, Stuhl, Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Vermutlich steckt man sich meistens bereits in der Kindheit über engen Kontakt in der Familie an.

Wenn NSAR nur kurz eingenommen werden, um akute Schmerzen zu behandeln, verursachen sie meist nur wenig Probleme. Bei längerer Einnahme über Wochen oder Monate können sie aber die Schutzfunktion der Magenschleimhaut stören: Diese Mittel blockieren die Bildung des Gewebehormons Prostaglandin.

Prostaglandine fördern unter anderem die Bildung von Magenschleim und von Stoffen, die die Magensäure neutralisieren. Bei einem Prostaglandin-Mangel ist die Magenschleimhaut anfälliger und die Magenwand nicht mehr ausreichend vor Magensäure geschützt.

Rauchen, anhaltender Stress und die Ernährung (zum Beispiel stark fett- und zuckerhaltige oder scharfe Speisen) verstärken bei einigen Betroffenen offenbar die Beschwerden.

Eine seltenere Ursache einer Gastritis ist der sogenannte Galle-Reflux. Dabei fließt Gallenflüssigkeit aus dem Dünndarm in den Magen zurück und schädigt die Magenschleimhaut.

Häufigkeit

Magenschleimhautentzündungen sind in Deutschland häufig. Schätzungen zufolge bekommen 23 von 100 Frauen und 18 von 100 Männern im Laufe ihres Lebens eine akute Gastritis. Die meisten Frauen erkranken im Alter zwischen 45 und 64, die Männer meist nach dem 65. Lebensjahr. Insgesamt steigt das Risiko mit dem Alter an.

Folgen

Wenn die Magen- oder Darmschleimhaut die Organwände nicht mehr ausreichend schützt, kann es zu Entzündungen und Verletzungen kommen. In der Folge kann sich im Magen oder im Zwölffingerdarm ein Geschwür (Ulkus) bilden. Ein Magen- oder Zwölffingerdarm-Geschwür kann zu ernsthaften Komplikationen wie Blutungen führen.

Wenn eine Gastritis chronisch wird und die Schleimhaut dauerhaft entzündet ist, kann sich auch eine Blutarmut entwickeln. Sehr selten entsteht ein bösartiger Tumor.

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Diagnose

Um die Beschwerden abzuklären, tastet die Ärztin oder der Arzt zuerst die Magenregion und den Oberbauch ab. Je nach Beschwerden kann eine Magenspiegelung zur weiteren Abklärung sinnvoll sein. Die fünf- bis zehnminütige Untersuchung wird mit einem sogenannten Gastroskop durchgeführt. Es wird durch Mund und Speiseröhre in den Magen eingeführt. Mit dem Instrument kann die Ärztin oder der Arzt die Speiseröhre, den Magen und den Zwölffingerdarm betrachten. Zum einen können dabei entzündliche Veränderungen wie Rötungen oder Blutungen an der Magenschleimhaut erkannt werden. Zum anderen kann eine Gewebeprobe aus der Schleimhaut entnommen werden, die anschließend auf Helicobacter, Entzündungszeichen oder andere Zellveränderungen untersucht wird. 

Manchmal wird ein spezieller Atemtest zur Bestätigung der Helicobacter-Infektion eingesetzt. Der Erreger lässt sich auch durch eine Blut- oder Stuhluntersuchung nachweisen.

Behandlung

Wer an sich beobachtet, dass Stress, Alkohol oder Nikotin Einfluss auf die Beschwerden haben, kann versuchen, die Ernährung umzustellen, auf Alkohol zu verzichten, das Rauchen aufzugeben und für mehr Entspannung im Alltag zu sorgen. Wenn eine Anpassung des Lebensstils nicht ausreicht, um die Symptome zu lindern, kommt eine medikamentöse Behandlung infrage.

Ist die Gastritis nicht durch Helicobacter verursacht, wird sie in der Regel mit säurehemmenden Medikamenten behandelt. Je nach Ausprägung der Beschwerden können folgende Wirkstoffe eingesetzt werden:

  • Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Omeprazol oder Pantoprazol hemmen die Bildung von Magensäure.
  • H2-Rezeptor-Antagonisten wie Ranitidin oder Famotidin hemmen ebenfalls die Bildung von Magensäure.
  • Antazida wie Aluminium- oder Magnesiumhydroxid neutralisieren die vorhandene Magensäure.

Wenn die Gastritis durch eine Helicobacter-Infektion hervorgerufen wurde und Beschwerden verursacht, wird eine Kombination aus zwei oder drei Antibiotika und einem säurehemmenden Medikament aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer eingesetzt.

Sind NSAR der Auslöser für die Gastritis, ist es ratsam, in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt auf andere Schmerzmedikamente auszuweichen oder das Schmerzmittel mit einem Säurehemmer zu kombinieren. Bei regelmäßiger Einnahme von NSAR gibt es die Möglichkeit, schon vorbeugend gleichzeitig ein säurehemmendes Medikament einzunehmen.

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