Folgeerkrankungen einer koronaren Herzkrankheit

Foto von Patient und Arzt im Gespräch (PantherMedia / luckybusiness) Bei einer koronaren Herzkrankheit (KHK) sind die großen Blutgefäße verengt, die das Herz mit Sauerstoff versorgen. Dies ist die Folge von Arteriosklerose, im Volksmund Gefäßverkalkung genannt. Eine KHK kann weitere Herzkrankheiten zur Folge haben.

Durch eine KHK kann die Leistung des Herzens abnehmen oder der Herzschlag aus dem Takt geraten. Außerdem steigt das Risiko für einen Herzinfarkt.

Herzschwäche

Je nachdem welcher Teil des Herzens betroffen ist, äußert sich eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) unterschiedlich: Wenn die rechte Herzhälfte geschwächt ist, staut sich das Blut in den Venen, die es normalerweise aus den Organen und dem Gewebe zurück zum Herzen transportieren. Durch den erhöhten Druck kann Wasser aus den Venen ins umliegende Gewebe gepresst werden. Dies kann zu Wassereinlagerungen in den Beinen, bei fortgeschrittener Herzschwäche auch der Bauchhöhle oder Leber führen.

Ist die linke Herzhälfte betroffen, staut sich das Blut in den Gefäßen, die es aus der Lunge abtransportieren. Dies kann sich durch Luftnot bemerkbar machen, insbesondere bei körperlicher Anstrengung. Eine Links- und Rechtsherzschwäche können auch zusammen auftreten.

Eine Herzschwäche kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Sie kann zu keinen oder leichten Beschwerden führen oder die körperliche Leistungsfähigkeit erheblich beinträchtigen. Mögliche Beschwerden sind Erschöpfung, Luftnot, Brustschmerzen und Herzklopfen. Bei einer stark ausgeprägten Herzschwäche fallen schon normale Alltagsaktivitäten schwer, etwa das Steigen weniger Treppenstufen oder längeres Gehen.

Herzrhythmusstörungen

Wenn das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, kann dies auch einen Teil des Herzgewebes schädigen, das den Herzschlag steuert. Dann kann der Puls aus dem Takt geraten und schneller, langsamer oder unregelmäßig werden. Solche Herzrhythmusstörungen können zum Beispiel zu Herzklopfen, Herzrasen, Müdigkeit oder Schwindelgefühlen führen. Durch ein Elektrokardiogramm (EKG) lassen sich Herzrhythmusstörungen feststellen. Die häufigste Form ist das Vorhofflimmern

Herzrhythmusstörungen können die Pumpfunktion des Herzens beeinträchtigen und so eine Herzschwäche verursachen oder verstärken. Als Folge mancher Herzrhythmusstörungen – insbesondere des Vorhofflimmerns – können sich im Herzen Blutgerinnsel bilden. Wenn sie mit dem Blut fortgeschwemmt werden, können sie beispielsweise im Hirn einen Schlaganfall auslösen.

Herzinfarkt

Zu einem Herzinfarkt kommt es, wenn ein Herzkranzgefäß komplett verstopft. Dann kann ein Teil des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Wenn der Sauerstoffmangel zu lange anhält, kann dieser Teil des Herzmuskels absterben und es besteht Lebensgefahr. Bei einem Herzinfarkt ist deshalb schnelle Hilfe nötig.

Die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu überleben, ist in den letzten Jahren gestiegen: In Deutschland überstehen mittlerweile etwa 3 von 4 Menschen einen Herzinfarkt.

Fachleute unterscheiden zwischen zwei Arten von Herzinfarkten:

  • ST-Hebungsinfarkte (STEMI)
  • Nicht ST-Hebungsinfarkte (NSTEMI)

Bei einem STEMI ist im Elektrokardiogramm (EKG) erkennbar, dass sich ein bestimmter Teil der Kurve hebt, die sogenannte ST-Strecke. Beim NSTEMI ist im EKG keine ST-Strecken-Hebung zu sehen.

Ein STEMI wird in der Regel mit einem Eingriff per Herzkatheter (Angioplastie) behandelt. Dabei wird ein dünner Herzkatheter in das betroffene Gefäß geführt und bis zu der verengten Stelle vorgeschoben. Die Spitze des Katheters kann dort mit hohem Luftdruck zu einem Ballon aufgeblasen werden, um das Gefäß aufzuweiten. Zudem wird in der Regel ein Röhrchen aus Drahtgeflecht (Stent) in das Gefäß eingebracht, um einen erneuten Verschluss zu verhindern.

Welche Behandlung bei einem NSTEMI oder einer instabilen Angina Pectoris erwogen wird, hängt unter anderem davon ab, wie die Beschwerden verlaufen, ob eine Person noch andere Erkrankungen hat, wie alt sie ist und welches Komplikationsrisiko bei einem Eingriff besteht. Die meisten NSTEMI werden aber ebenfalls mit einem Herzkatheter behandelt.